{"id":506692,"date":"2025-10-17T20:45:13","date_gmt":"2025-10-17T20:45:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/506692\/"},"modified":"2025-10-17T20:45:13","modified_gmt":"2025-10-17T20:45:13","slug":"schifffahrt-druck-von-trump-zu-gross-ploetzlich-wird-das-wichtige-umweltabkommen-gestoppt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/506692\/","title":{"rendered":"Schifffahrt: Druck von Trump zu gro\u00df \u2013 pl\u00f6tzlich wird das wichtige Umweltabkommen gestoppt"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die wohl wichtigste Entscheidung in der Weltschifffahrt ist vertagt. Nach lang andauernden Verhandlungen der International Maritime Organization (IMO) haben die 176 Mitgliedstaaten nun doch nicht \u00fcber ein vorliegendes Regelwerk abgestimmt. Zu gro\u00df war wohl der Druck von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, der massive Gegenma\u00dfnahmen f\u00fcr den Fall der Verabschiedung angek\u00fcndigt hatte.      <\/p>\n<p>Bis zum Schluss h\u00e4tte die Spannung kaum gr\u00f6\u00dfer sein k\u00f6nnen. Seit Montag haben Vertreter der 176 Mitgliedstaaten der International Maritime Organization (IMO) in London \u00fcber die Zukunft der globalen Seeschifffahrt und den Weg hin zu einer Klimaneutralit\u00e4t des Seetransports beraten. Zwar hatte die gro\u00dfe Mehrheit dieser Staaten bereits im vergangenen April f\u00fcr den Plan gestimmt, die Kohlenstoffemissionen der Schifffahrt bis zum Jahr 2050 auf null zu verringern und daf\u00fcr ab 2027 einen Fahrplan mitsamt einem System von Strafzahlungen einzuf\u00fchren. Nun stand in dieser Woche noch die finale Abstimmung im B\u00fcro der IMO an der Themse an. <\/p>\n<p>Dass die USA dagegen sind, war auch schon im Fr\u00fchjahr bei der ersten Abstimmung bekannt. Doch Drohungen von US-Pr\u00e4sident Donald Trump in den vergangenen Tagen mit einer Vielzahl an Gegenma\u00dfnahmen, sollte die Entscheidung der IMO denn so kommen, zeigten Wirkung. H\u00f6here Hafengeb\u00fchren, die Sperrung von H\u00e4fen f\u00fcr Schiffe oder Z\u00f6lle f\u00fcr die IMO-Unterst\u00fctzerl\u00e4nder sind Beispiele f\u00fcr Trumps Drohkulisse. <\/p>\n<p>Griechenland hat als erste Nation die Seite gewechselt<\/p>\n<p>Als Reaktion darauf zog pl\u00f6tzlich Griechenland, das Land ist gemessen am Schiffseigentum weltweit die zweitgr\u00f6\u00dfte Schifffahrtsnation, nach Informationen von Bloomberg die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Pl\u00e4ne zur\u00fcck und wechselte auf die Gegenseite. Ebenso wollten die Philippinen dem Regelwerk nicht mehr zustimmen. Ausl\u00f6ser waren Drohungen der USA mit Sanktionen gegen Schiffsbesatzungen aus jenen Staaten, die zu den Unterst\u00fctzern des IMO-Regelwerks geh\u00f6ren \u2013 und das vor dem Hintergrund, dass ein Gro\u00dfteil der weltweiten Schiffsbesatzungen aus den Philippinen stammt. Gro\u00dfe Erd\u00f6lproduzenten wie Russland, Saudi-Arabien oder Katar hatten sich schon vorher gegen die Pl\u00e4ne der IMO positioniert.<\/p>\n<p>Doch nun kommt es nicht zur Umsetzung des ersten weltweit g\u00fcltigen Umweltregeln f\u00fcr den Schadstoffaussto\u00df, das urspr\u00fcnglich schon ab 2027 in Kraft treten sollte. Ab dann sollte jeder Schiffseigent\u00fcmer f\u00fcr jedes seiner Schiffe eine j\u00e4hrliche Auflistung \u00fcber den in den Schiffsmaschinen eingesetzten Kraftstoff bei der IMO abgeben. <\/p>\n<p>Daran wiederum sollten sich Strafzahlungen von 100 Dollar oder 380 Dollar je Tonne Treibstoff, je nach der Menge an Emissionen wie Kohlenstoffdioxid, Methan oder Stickstoffdioxid, die er verursacht. Mehr als 90 Prozent der weltweiten Frachtschiffsflotte fahren heute mit Schwer\u00f6l oder Fl\u00fcssigerdgas (LNG) mit teilweise hohen Emissionswerten. Das wird sich in den kommenden 25 Jahren \u00e4ndern m\u00fcssen, und zwar hin zu emissionsfreien Kraftstoffen wie E-Methanol oder E-Ammoniak. <\/p>\n<p>Die Reaktion aus der deutschen Schifffahrt ist eher pessimistisch. \u201eDas ist ein R\u00fcckschlag. Ob im kommenden Jahr ein Konsens gelingt, bleibt stark zu bezweifeln\u201c, sagt Martin Kr\u00f6ger, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands Deutscher Reeder (VDR). Eine Pause k\u00f6nne helfen, aber sie d\u00fcrfe nicht zum Dauerzustand werden. \u201eWenn die Entscheidung immer weiter verschoben wird, droht der Prozess ganz stecken zu bleiben\u201c, sagt Verbandschef Kr\u00f6ger. <\/p>\n<p>USA sind in der Frachtschifffahrt kaum von Bedeutung<\/p>\n<p>Mit dem der Verschiebung der IMO-Pl\u00e4ne haben sich innerhalb der Organisation Unterst\u00fctzerl\u00e4nder wie China, Indien, die Europ\u00e4ische Union oder Brasilien nun nicht durchgesetzt. Chinesische und europ\u00e4ische Containerreedereien etwa belegen in der weltweiten Rangliste die ersten f\u00fcnf Pl\u00e4tze. Deutschland ist die siebtgr\u00f6\u00dfte Nation in der gesamten Welthandelsflotte. Und eben jene Schifffahrtsunternehmen fordern seit Jahren gemeinsame Umweltregeln. <\/p>\n<p>Die USA wiederum sind keine Schifffahrtsnation. Die US-Handelsflotte misst gerade einmal rund 1000 Schiffe gegen\u00fcber weltweit rund 50.000 gro\u00dfen Handelsschiffen. Die IMO ist eine Organisation der Vereinten Nationen und legt per Abstimmung die weltweiten Regeln in der Schifffahrt fest. Derzeit ist die globale Schifffahrt f\u00fcr drei Prozent der weltweiten Kohlenstoffemissionen verantwortlich. <\/p>\n<p>Auch \u00fcber die Auswirkungen der Umweltregeln auf die K\u00e4ufer von Waren etwa aus \u00dcbersee gibt es bereits Berechnungen. Nach Zahlen des Nabu w\u00fcrden sich die Treibstoffkosten f\u00fcr die Reedereien um zehn bis 20 Prozent erh\u00f6hen. Was dies im Detail f\u00fcr K\u00e4ufer in Deutschland von G\u00fctern etwa aus China bedeutet, h\u00e4ngt wiederum von der Art der G\u00fcter ab. Als Faustregel gilt in der Containerschifffahrt, dass der Seetransport etwa einen Anteil von ein bis zwei Prozent am Ladenpreis hat \u2013 sei es bei einem T-Shirt, einem Gartengrill oder einem Flachbildschirm. In den allermeisten F\u00e4llen sind es Cent-Betr\u00e4ge. Schlie\u00dflich passen auf ein Frachtschiff heutzutage bis zu 24.000 Container und in jeder dieser Stahlboxen ist Platz f\u00fcr Zigtausend kleiner Kaufartikel. <\/p>\n<p><b>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.businessinsider.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Business Insider<\/b><\/a><b> erstellt.<\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/birger-nicolai\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/birger-nicolai\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Birger Nicolai<\/b><\/a><b> ist Wirtschaftskorrespondent in Hamburg. Er berichtet unter anderem \u00fcber Schifffahrt, Logistik und <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/mittelstand\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/mittelstand\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Mittelstandsunternehmen.<\/b><\/a><b> <\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die wohl wichtigste Entscheidung in der Weltschifffahrt ist vertagt. Nach lang andauernden Verhandlungen der International Maritime Organization (IMO)&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":506693,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[15323,14799,13,59004,1548,14,15,126444,126443,12,126442,10,8,9,11,2332],"class_list":{"0":"post-506692","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-balken-inbox","9":"tag-co2-abgabe","10":"tag-headlines","11":"tag-kc_unternehmen","12":"tag-klimaschutz","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-nicolai-birger","16":"tag-schadstoffe-durch-schiffsverkehr-ks","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-strafen-ks","19":"tag-top-news","20":"tag-top-meldungen","21":"tag-topmeldungen","22":"tag-topnews","23":"tag-transport"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115391465034846776","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/506692","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=506692"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/506692\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/506693"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=506692"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=506692"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=506692"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}