{"id":506900,"date":"2025-10-17T22:52:17","date_gmt":"2025-10-17T22:52:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/506900\/"},"modified":"2025-10-17T22:52:17","modified_gmt":"2025-10-17T22:52:17","slug":"flut-von-baustellen-nuernberg-streitet-ueber-referenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/506900\/","title":{"rendered":"Flut von Baustellen: N\u00fcrnberg streitet \u00fcber Referenten"},"content":{"rendered":"<p>Noch liegen die Nerven zwar nicht blank. Aber die Fieberkurve im N\u00fcrnberger Rathaus ist vor dem Hintergrund des aufziehenden <a href=\"https:\/\/www.bayerische-staatszeitung.de\/staatszeitung\/kommunales\/detailansicht-kommunales\/artikel\/gehen-auch-in-bayern-die-buergermeister-kandidaten-aus.html#topPosition\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommunalwahlkampfs <\/a>schon deutlich angestiegen. Vordergr\u00fcndig geht es um die Flut von Baustellen und die Vergabe von lukrativen Posten in der Verwaltung. Hintergr\u00fcndig d\u00fcrfte nicht weniger als die Macht im Rathaus auf dem Spiel stehen.\u00a0<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Jahr will Oberb\u00fcrgermeister Marcus K\u00f6nig (CSU) nach sechs Jahren zum ersten Mal im Amt best\u00e4tigt werden. F\u00fcr die SPD geht der lokale Partei- und Fraktionschef Nasser Ahmed ins Rennen. Nach dem freiwilligen Abschied von Daueramtsinhaber Ulrich Maly beim letzten Urnengang waren die Sozialdemokraten in ihrer traditionellen Hochburg nach 18 Jahren pl\u00f6tzlich in die Rolle des Juniorpartners in der Gro\u00dfen Kooperation im Rathaus gerutscht. Neben dem Chefsessel k\u00e4mpfen die Parteien auch um die Vergabe der genauso gut bezahlten wie einflussreichen Referentenposten in der Stadtverwaltung.<\/p>\n<p>Von der \u201eheimlichen Macht\u201c in N\u00fcrnberg hat die S\u00fcddeutsche Zeitung einmal gesprochen. Schlie\u00dflich ist die Rolle der Referenten als berufsm\u00e4\u00dfige Stadtr\u00e4te eher mit Kabinettsmitgliedern als mit Verwaltungsleitern zu vergleichen. Kurz vor der Wahl scheinen die Reibereien in der F\u00fchrungsriege deutlich zuzunehmen. Der vermeintlich parteilose Bau- und Verkehrsreferent Daniel F. Ulrich hat das schon zu sp\u00fcren bekommen.<\/p>\n<p>Keine weitere Amtszeit<\/p>\n<p>\u201eIch frage mich wirklich, woher die ganzen Baustellen kommen?\u201c, fragte CSU-Fraktionschef Andreas Krieglstein zuletzt mit kritischem Unterton den st\u00e4dtischen Bau- und Verkehrsreferenten. Die B\u00fcrger w\u00fcrden sich dieses selbstgeschaffene Verkehrschaos auf den N\u00fcrnberger Stra\u00dfen nicht mehr bieten lassen, wetterte der CSU-<\/p>\n<p>Fraktionschef und lie\u00df seinen deutlichen Worten konkrete Taten folgen.<\/p>\n<p>Aus \u00c4rger \u00fcber sein Verhalten hatte die Mehrheitspartei dem Referenten am Ende tats\u00e4chlich keine weitere Amtszeit geg\u00f6nnt. W\u00e4hrend offiziell von neuen Modalit\u00e4ten bei Auswahl und Berufung der Spitzenjobs in der Stadtverwaltung gesprochen wird \u2013 die Referenten sind offiziell berufsm\u00e4\u00dfige Stadtr\u00e4te, die in N\u00fcrnberg zuletzt viele Jahre nach Parteienst\u00e4rke besetzt wurden \u2013, machen Insider hinter kaum vorgehaltener Hand jetzt deutlich, dass die ungebremste Baustellenflut und das wachsende Verkehrschaos auf den Stra\u00dfen der fr\u00e4nkischen Gro\u00dfstadt hinter dem faktischen Rauswurf des Referenten stecke.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wird von Dolchst\u00f6\u00dfen gegen\u00fcber Oberb\u00fcrgermeister Marcus K\u00f6nig (CSU) gesprochen. Konkret sollen st\u00e4dtische Verkehrsfachleute dem sozialdemokratischen OB-Kandidaten und amtierenden SPD-Fraktionschef, Nasser, zugearbeitet und sich in Aussch\u00fcssen aus heiterem Himmel gegen CSU-Direktiven aus dem Amtszimmer des amtierenden Rathauschefs gestellt haben. Obendrein h\u00e4tte Bau- und Verkehrsreferent Ulrich gemeinsam mit dem Dritten B\u00fcrgermeister Christian Vogel (SPD) zuletzt ein beispielloses Baustellenchaos in der Halbmillionenstadt verursacht.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eDie Baustellen, die Kollege Krieglstein anspricht, sind bei S\u00d6R, ich bin daf\u00fcr nicht zust\u00e4ndig\u201c, konterte Ulrich die Anschuldigungen und betonte, dass er selbst \u201enur\u201c Hochbau-Baustellen plane. Die seien zwar auch nervig, w\u00fcrden sich aber meistens schneller erledigen. Auch B\u00fcrgermeister Vogel treffe als zust\u00e4ndigen Chef des st\u00e4dtischen Servicebetriebs f\u00fcr den \u00d6ffentlichen Raum (S\u00d6R) keine Schuld. Vogel mache das, was die CSU 15 Jahre lang gefordert habe \u2013 endlich die Infrastruktur auszubauen, verteidigte der geschasste Ulrich den jahrelangen Maly-Stellvertreter.<\/p>\n<p>Dass Baustellen zwar nicht sch\u00f6n, aber leider notwendig seien \u2013 dieses Credo zum vermeintlichen Trost der B\u00fcrger hat auch der rote B\u00fcrgermeister immer vertreten. Zu den aktuellen Querelen rund um die angebliche Baustellenflut \u00e4u\u00dferst sich Vogel trotz Anfragen nicht. Das Desinteresse d\u00fcrfte mit k\u00fcrzlich \u00fcberraschend angek\u00fcndigtem Abschied zusammenh\u00e4ngen. Nach der n\u00e4chsten Wahl will Vogel dem Rathaus den R\u00fccken kehren.\u00a0<\/p>\n<p>Wirbel geht weiter<\/p>\n<p>Neben den vielen Baustellen kritisierte Krieglstein auch die politische N\u00e4he des vermeintlich parteilosen Verkehrsreferenten zu den Sozialdemokraten. Dieser w\u00fcrde laut Krieglstein sogar in deren Fraktionskasse einzahlen. \u201eIch zahle einen kleineren \u2013 nicht den ,normalen\u2018 \u2013 Beitrag an die SPD, weil ich dort auch teilintegriert bin, seit ich ,auf dem Ticket der SPD\u2018 zum zweiten Mal gew\u00e4hlt wurde\u201c, teilt Ulrich auf Anfrage mit und spricht von einem schwer verst\u00e4ndlichen Referenten-System. Seine erste Wahl sei noch auf einem gemischten Ticket von CSU und SPD erfolgt, erinnert Ulrich und spricht von \u201elokale Gewohnheiten\u201c.<\/p>\n<p>Zu diesen Eigenarten geh\u00f6rt auch, dass die Gr\u00fcnen trotz der Oppositionsrolle einen Referentenposten besetzen d\u00fcrfen. Erst k\u00fcrzlich ist die Amtszeit der amtierenden Umweltreferentin Britta Walthelm (Gr\u00fcne) verl\u00e4ngert worden \u2013 allerdings nur bis zum September 2027. Dann soll nach dem Willen der CSU der neu gew\u00e4hlte Stadtrat endlich die M\u00f6glichkeit bekommen, \u00fcber die Auswahl der \u201eheimlichen Macht\u201c selbst zu befinden. Bislang wurden die auf sechs Jahre befristeten Posten der berufsm\u00e4\u00dfigen Stadtr\u00e4te in N\u00fcrnberg immer jeweils vor den Wahlen vergeben.<\/p>\n<p>Nach der Causa Ulrich d\u00fcrfte der Wirbel im st\u00e4dtischen Referenten-Kabinett bis zum Urnengang munter weitergehen. Schlie\u00dflich haben die <a href=\"https:\/\/www.bayerische-staatszeitung.de\/staatszeitung\/kommunales\/detailansicht-kommunales\/artikel\/was-nuernbergs-niederlage-vor-gericht-gegen-die-afd-bedeutet.html#topPosition\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">N\u00fcrnberger <\/a>Gr\u00fcnen immerhin Umweltreferentin Walthelm als OB-Kandidatin nominiert. Walthelm wirdmi daher wohl bald nicht mehr umhin kommen, sich auch zu Streitthemen wie beispielsweise dem kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs klar zu positionieren. (Nikolas Pelke)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Noch liegen die Nerven zwar nicht blank. 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