{"id":507013,"date":"2025-10-17T23:55:32","date_gmt":"2025-10-17T23:55:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/507013\/"},"modified":"2025-10-17T23:55:32","modified_gmt":"2025-10-17T23:55:32","slug":"woga-2025-in-wuppertal-und-umgebung-die-kunst-am-rande-der-stadt-blickfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/507013\/","title":{"rendered":"WOGA 2025 in Wuppertal und Umgebung: Die Kunst am Rande der Stadt &#8211; blickfeld"},"content":{"rendered":"<p>Cornelia Flick \u2013 Kunst zwischen Brot und Rosen<\/p>\n<p>Die <strong>Kaiserstra\u00dfe in Vohwinkel<\/strong> ist ein bekannter und viel genutzter Ort. Hier befindet sich die Endstation der Schwebebahn, in der sie eine Schleife dreht und sich danach wieder auf den Weg nach Oberbarmen macht. Entlang der Schienen tummeln sich Gesch\u00e4fte, Caf\u00e9s und auch der <strong><a href=\"https:\/\/brot-rosen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">\u201eBrot und Rosen\u201c-Seminar- und Veranstaltungsraum<\/a><\/strong>, der von <strong><a href=\"https:\/\/cornelia-flick.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Cornelia Flick<\/a><\/strong> gef\u00fchrt wird. Hier k\u00f6nnen nicht nur Gruppen- und Arbeitstreffen abgehalten, sondern auch <strong>Kunstausstellungen <\/strong>gezeigt werden. Im Vorraum werden die <strong>Bilder von Cornelia Flick<\/strong> ausgestellt und im Raum dahinter befindet sich ihr Atelier. Ihren Malstil beschreibt sie selbst als gegenst\u00e4ndlich und abstrakt. \u201eEs kommt immer auf die Stimmung an oder darauf, womit ich mich gerade besch\u00e4ftige\u201c, erz\u00e4hlt sie. <strong>Themen<\/strong> sind dabei <strong>Gefl\u00fcchtete, Krieg und Frieden oder biblische Geschichten<\/strong>. Menschen und ihre Hintergr\u00fcnde inspirieren sie in ihren Werken. Eine ganze Serie widmete sie der <strong>Geschichte von Kain und Abel<\/strong>. Die Bilder sind recht dunkel. \u201eKain war sauer und verschlossen und ermordete dann seinen Bruder. Es ist eine urmenschliche Sache. Nicht jedes Mal geht es ums Morden, aber um die schrecklichen Gef\u00fchle, die man gegen andere hat, die man gerne verwirklichen w\u00fcrde\u201c, erkl\u00e4rt sie.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/cornelia-flick_brot-rosen.jpg\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"2107070680\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"45667\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1530\" height=\"1530\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/cornelia-flick_brot-rosen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45675\"  \/><\/a>\u201eBrot und Rosen\u201c von Cornelia Flick \u2013 Foto: ws<\/p>\n<p>Besonders aussagekr\u00e4ftig ist das <strong>Bild \u201eBrot und Rosen\u201c<\/strong>. Es zeigt eine <strong>afrikanische Frau<\/strong>, die mit gesenktem Kopf an einer <strong>Mauerruine<\/strong> sitzt; vor ihr steht ein Baum, daneben erheben sich Getreide\u00e4hren. Auf ihrem Scho\u00df liegt eine rote Rose. K\u00fcnstlerischen Einfluss auf Cornelia Flick nahm dabei ein <strong>afrikanischer Krieg<\/strong>. Doch das ist nicht alles: Inspiriert dazu haben sie auch die <strong>Legende von Elisabeth von Th\u00fcringen<\/strong> und ihr <strong>Rosenwunder<\/strong>. Elisabeth k\u00fcmmerte sich um die Armen und Kranken in einem nahegelegenen Dorf. Ihr Ehemann hielt nichts von ihrer Wohlt\u00e4tigkeit und verbot ihr diese. Als sie heimlich Brot ins Dorf bringen wollte, hielt er sie auf, um zu sehen, was sich im Korb befand. Sie hob das Tuch vom Korb, und das Brot hatte sich \u2013 wie durch ein Wunder \u2013 in Rosen verwandelt. Die andere Geschichte dreht sich um die <strong>Demonstrationen von Frauen in der Textilindustrie in Amerika<\/strong> im Jahr 1912. In einer Rede sagte <strong>Gewerkschafterin Rose Schneiderman<\/strong> damals, dass Frauen nicht nur einen <strong>gerechten Lohn<\/strong> (symbolisiert durch das Brot), sondern auch <strong>Anerkennung <\/strong>(symbolisiert durch die Rosen) ben\u00f6tigen. Gleichzeitig sind diese Geschichten nicht nur die <strong>Namensgeber <\/strong>f\u00fcr das Bild, sondern auch f\u00fcr den Veranstaltungsraum. Cornelia Flick macht seit 2006 bei der WOGA mit \u2013 allerdings nicht jedes Jahr. Sie hofft, w\u00e4hrenddessen gut mit den Besucher:innen ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\n<p>Horst Glanz \u2013 Zwischen Kriegserinnerung und Naturbeobachtung<\/p>\n<p>Nur ein paar Meter weiter, versteckt hinter dem <strong>Vohwinkeler Rathaus<\/strong> neben der Feuerwache, konnte man sich dieses Jahr zum ersten Mal den <strong><a href=\"https:\/\/www.wogawuppertal.de\/wp\/events\/horst-glanz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Kunstnachlass von Horst Glanz<\/a><\/strong> (*1929 bis \u20202019) ansehen. Sein <strong>Sohn Ekkehard Glanz<\/strong> hat sich dazu entschieden, das Atelier seines Vaters bei der WOGA zu \u00f6ffnen, um dessen Werke einem breiteren Publikum zug\u00e4nglich zu machen. Horst Glanz erlebte den Krieg mit und studierte sp\u00e4ter <strong>Kunsterziehung an der P\u00e4dagogischen Hochschule Rheinland\/Wuppertal<\/strong>. Danach arbeitete er als <strong>Lehrer<\/strong>. Gepr\u00e4gt von Kriegserfahrungen, aktuellen politischen Themen und der Natur spiegeln seine Werke eine <strong>d\u00fcstere, aber eindrucksvolle Auseinandersetzung mit der Welt<\/strong> wider. Vor allem <strong>B\u00e4ume <\/strong>hatten einen besonderen Stellenwert in seinem Schaffen. Details wie Wurzeln und \u00c4ste arbeitete er sorgf\u00e4ltig heraus. Die <strong>\u201eGhost Trees\u201c in Kalifornien<\/strong> geh\u00f6ren zu seinen Motiven.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/horst-glanz_janus.jpg\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"1279310930\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"45667\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/horst-glanz_janus.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45669\"  \/><\/a>Horst Glanz (l.) und sein Werk \u201eJanus\u201c (r.) \u2013 Foto: ws<\/p>\n<p><strong>Aktuelles Weltgeschehen<\/strong> verarbeitete Glanz in den <strong>1980er Jahren<\/strong> beispielsweise in seinen Graphitzeichnungen mit M\u00e4nnern in Atomanz\u00fcgen, als die <strong>Nuklearkatastrophe von Tschernobyl<\/strong> geschah. Umwelt und Atomkraft waren damals gro\u00dfe Themen ihrer Zeit \u2013 teilweise Themen, die bis heute aktuell geblieben sind. Eine <strong>Graphitzeichnung von 1986<\/strong> zeigt zwei Teenager, die mit dem R\u00fccken zueinander sitzen und jeweils Kopfh\u00f6rer tragen. Eine L\u00fccke klafft zwischen ihnen. \u201eAn der Kommunikation hat sich nichts ge\u00e4ndert, obwohl es damals noch keine Smartphones gab\u201c, erz\u00e4hlt Eduard Glanz. Am Eingang h\u00e4ngt das <strong>Bild \u201eJanus\u201c<\/strong>. Es zeigt zwei Gesichter. Die Idee daf\u00fcr entspringt der <strong>r\u00f6mischen Mythologie<\/strong>: Normalerweise schaut der Gott Janus in die Vergangenheit und in die Zukunft. Glanz zeigt hier <strong>zwei Gem\u00fctszust\u00e4nde<\/strong> und in der Mitte einen Spiegel. <strong>Betrachtende <\/strong>k\u00f6nnen sich dadurch zwischen beiden einordnen. Wie viele andere Aussteller w\u00fcnscht sich Eduard Glanz, mit Menschen \u00fcber die Kunst seines Vaters ins Gespr\u00e4ch zu kommen \u2013 und vielleicht auch das ein oder andere <strong>Werk zu verkaufen<\/strong>. \u201eVielleicht kommen auch Leute, die ich lange nicht mehr gesehen habe oder die meinen Vater kannten\u201c, erz\u00e4hlt er.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/horst-glanz_atom.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45671\"  \/>Graphitzeichnung von 1989 im Zuge der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl \u2013 Foto: ws<br \/>\nMagdalena M\u00fcller \u2013 Natur in Bewegung<\/p>\n<p>Nur eine S-Bahn-Haltestelle vom Bahnhof Vohwinkel entfernt, in <strong>Haan-Gruiten<\/strong>, hat in diesem Jahr <strong><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/magda.malt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Magdalena M\u00fcller<\/a><\/strong> zum zweiten Mal bei der WOGA mitgemacht. Eigentlich ist die WOGA nur f\u00fcr <strong>Kunstschaffende aus Wuppertal <\/strong>gedacht, aber durch den Erfolg dieses Formats werden mittlerweile auch <strong>Ateliers und Galerien aus der Umgebung<\/strong> in die Liste aufgenommen. Magdalena M\u00fcller hatte in den vergangenen Jahren bereits in einer <strong>Gruppenausstellung in Wuppertal-Dornap<\/strong> ausgestellt. Danach fragte sie beim WOGA-Koordinator Steffen Schneider nach, ob sie auch in Haan-Gruiten teilnehmen d\u00fcrfe. \u201eEr war da ganz offen\u201c, sagt sie. Mittlerweile sind einige <strong>Ateliers aus dem Kreis Mettmann<\/strong> mit dabei.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/magdalena-mueller_werke.jpg\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"1320203068\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"45667\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/magdalena-mueller_werke.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45674\"  \/><\/a>Magdalena M\u00fcller vor zwei ihrer Werken \u2013 Foto: ws<\/p>\n<p>In den Werken von Magdalena M\u00fcller spielt ebenfalls die <strong>Natur <\/strong>eine gro\u00dfe Rolle. Sie arbeitet mit <strong>Aquarellfarben<\/strong>, aber auch mit <strong>Acryl <\/strong>\u2013 am liebsten mit der <strong>Farbe Payne\u2019s Grey<\/strong>, die einen leichten Blauschimmer hat. Wasserdarstellungen bekommen dadurch eine tiefere Wirkung. Unter den Werken, die sie in diesem Jahr ausstellt, sind unter anderem <strong>abstrakte Landschaften<\/strong>, die w\u00e4hrend ihres Urlaubs in den <strong>Dolomiten<\/strong> entstanden sind. \u201eEs kann eine Landschaft sein, muss es aber nicht mehr sein\u201c, beschreibt sie die Abstraktion ihrer Kunst. <strong>B\u00e4ume <\/strong>geh\u00f6ren zu ihren Lieblingsmotiven. Besonders gef\u00e4llt ihr dabei die Herausforderung, Farbe und Struktur herauszuarbeiten. Bei der Farbsetzung ist sie spontan \u2013 dadurch entwickelt sich eine fl\u00e4chige Arbeit auf dem Untergrund. <strong>Baumh\u00f6hlen und \u00c4ste<\/strong> entstehen wie von selbst, das Konzept entwickelt sich w\u00e4hrend der Arbeit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/magdalena-mueller_staffelei.jpg\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"1865868337\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"45667\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/magdalena-mueller_staffelei.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-45673\"  \/><\/a>Werke von Magdalena M\u00fcller \u2013 Foto: ws<\/p>\n<p>An der WOGA findet sie es spannend, die<strong> Reaktionen der Besucher:innen<\/strong> zu erleben und Feedback zu erhalten. \u201eIch wei\u00df dann, was gef\u00e4llt. Ich male nicht nach \u201agef\u00e4llt\u2018 und \u201anicht gef\u00e4llt\u2018, aber trotzdem finde ich es wichtig, ein Feedback zu bekommen\u201c, beschreibt sie. Studiert hat sie \u00fcbrigens <strong>Architektur <\/strong>von 1994 bis 1999 an der <strong>Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal<\/strong>. \u00bb<a href=\"https:\/\/www.blickfeld-wuppertal.de\/ueber-uns\/blickfeld-redaktion\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ws<\/a>\u00ab<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t<script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Cornelia Flick \u2013 Kunst zwischen Brot und Rosen Die Kaiserstra\u00dfe in Vohwinkel ist ein bekannter und viel genutzter&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":507014,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,17587,29,2314,30,23696,80,1209,35336,19466,126488,4418],"class_list":{"0":"post-507013","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-design","10":"tag-deutschland","11":"tag-featured","12":"tag-germany","13":"tag-haan","14":"tag-kultur","15":"tag-nordrhein-westfalen","16":"tag-sv","17":"tag-vohwinkel","18":"tag-woga","19":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115392213036879990","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/507013","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=507013"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/507013\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/507014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=507013"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=507013"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=507013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}