{"id":508253,"date":"2025-10-18T11:43:15","date_gmt":"2025-10-18T11:43:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/508253\/"},"modified":"2025-10-18T11:43:15","modified_gmt":"2025-10-18T11:43:15","slug":"wie-zwei-fotografen-das-wiener-stadtbild-dokumentieren-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/508253\/","title":{"rendered":"Wie zwei Fotografen das Wiener Stadtbild dokumentieren \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Manche Dinge sind so selbstverst\u00e4ndlich, dass man sie erst dann wahrnimmt, wenn sie nicht mehr da sind. \u201eDann wei\u00df man, dass etwas da war, aber man sieht es nicht mehr. Es ist wie ausgel\u00f6scht\u201c, sagt der Biotechnologe und Fotograf Philipp Graf. Ihm passiert das zwar immer noch, aber selten. Immerhin hat er vor bereits 16 Jahren mit Martin Frey, der hauptberuflich als Grafiker arbeitet, damit begonnen, Wiener Gesch\u00e4ftsportale zu fotografieren. <\/p>\n<p>Es gehe ihnen dabei nicht um den nostalgischen Blick, sondern darum, Momentaufnahmen der Stadt zu zeigen, und damit auch, wie sie sich ver\u00e4ndert. Denn manchmal verschwindet zwar ein Gesch\u00e4ft, was zumindest f\u00fcr die Kundschaft oft schade ist. Aber sehr oft entstehe dabei Neues. <\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/03-Graf-und-Freys-Geschaefte-mit-Geschichte-Wiener-Kindermoden-Suesses-Maedel-1010-Wien-Foto-Philipp.webp\" alt=\"Das Kindermodengesch\u00e4ft S\u00fcsses M\u00e4dl in der Rotenturmstra\u00dfe gibt es nicht mehr. Jetzt werden hier Gummib\u00e4rchen verkauft.  \" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>Das Kindermodengesch\u00e4ft S\u00fcsses M\u00e4dl in der Rotenturmstra\u00dfe gibt es nicht mehr. Jetzt werden hier Gummib\u00e4rchen verkauft.  \u2003Philipp Graf<\/p>\n<p>Neues kommt. Manchmal sogar auch das gleiche, nur eben in neuer Version, wie die beiden stolz bei einer Fotografie eines Gesch\u00e4fts in der Breitenfurter-Stra\u00dfe zeigen. Auf einem Foto ist das Portal eines Friseurs (Haarmoden Rabl) zu sehen, das in den 1980ern stehen \u00adgeblieben zu sein scheint. Auf einem weiteren ist derselbe Standort zu sehen. Allerdings steht hier nun ein Neubau, in dessen Erdgeschoss ebenfalls ein Friseur und Nagelstudio untergebracht ist. \u201eAls wir das fotografiert haben, ist die Dame rausgekommen und wollte wissen, was wir da machen\u201c, erinnert sich Frey. Also erz\u00e4hlten sie von dem Projekt und die neue Inhaberin war ganz erstaunt, dass sich hier schon einmal ein Friseur befunden hat. \u201eDie wusste das gar nicht.\u201c <\/p>\n<p><a id=\"kapitel-1\" class=\"anchor\"\/>\u201eGesch\u00e4ft mit Geschichte\u201c im Kino und als Ausstellung<\/p>\n<p>Frey und Graf sind mit ihren \u201eGesch\u00e4ften mit \u00adGeschichte\u201c, wie sich das Fotoprojekt nennt, immer wieder in der Stadt unterwegs. Derzeit mit einer neuen Ausstellung im Caf\u00e9 El Speta im sechsten Bezirk oder aber auch mit ihren Fotob\u00fcchern bei der Vienna Art Book Fair. In der Vergangenheit haben sie auch schon, gemeinsam mit dem Wien Museum, Stadtf\u00fchrungen abgehalten, bei denen zu den portr\u00e4tierten Gesch\u00e4ften gef\u00fchrt wurde. Wichtig war ihnen dabei auch hinein zu gehen und mit den Inhabern zu plaudern. Daraus sind in sp\u00e4terer Folge Kurzfilme entstanden, in denen die Gesch\u00e4fte portr\u00e4tiert werden und die am heutigen Sonntag in den Breitenseer Lichtspielen zu sehen sind.  <\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/04-Graf-und-Freys-Geschaefte-mit-Geschichte-Optiker-Meller-1180-Wien-Foto-Philipp-Graf-2013.jpg\" alt=\"Den Optiker Meller in der Gersthofer Stra\u00dfe gibt es nicht mehr. \" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>Den Optiker Meller in der Gersthofer Stra\u00dfe gibt es nicht mehr. \u2003Philipp Graf<\/p>\n<p>Generell geht es ihnen nicht um einen musealen Blick auf die Gesch\u00e4fte, sondern darum, sie in ihrer Funktionalit\u00e4t zu verstehen. Wenn sich etwas ver\u00e4ndere, weil es eben so nicht mehr \u00adgebraucht werde, habe das seine Berechtigung. \u201eEs geht uns auch sehr um die Gleichwertigkeit. Deshalb haben wir einen Lobmeyr in der Innenstadt genauso fotografiert wie eine \u00c4nderungsschneiderei im 22. Bezirk\u201c, sagt Graf. <\/p>\n<p>Wobei die beiden einen Fokus auf \u00ad\u00e4ltere Gesch\u00e4fte haben, beginnend von der Jahrhundertwende bis hin zu den 1950er-, 60er- und teils in die 80er-Jahre hinein. Ausgenommen sind j\u00fcngere Gesch\u00e4fte, die im Rahmen eines Projekts zu Neu\u00fcbernahmen gezeigt wurden. <\/p>\n<p><a id=\"kapitel-2\" class=\"anchor\"\/>Die H\u00e4lfte der Gesch\u00e4ft gibt es nicht mehr<\/p>\n<p>Etwa die H\u00e4lfte der fotografierten Gesch\u00e4fte \u2013 vom Eisenwarenhandel \u00fcber die Drogerie bis zum Romantauschgesch\u00e4ft \u2013 gibt es heute nicht mehr, erz\u00e4hlen die beiden, die auch epochale oder branchen\u00fcbliche \u00adGemeinsamkeiten beobachtet haben. Gesch\u00e4ftsportale aus der Zeit der Jahrhundertwende sind oft sehr aufwendig gemacht, etwa mit Metalllettern oder mit kunstvollen Holzportalen. \u201eFr\u00fcher hat man ein Gesch\u00e4ftsportal f\u00fcr die Ewigkeit konzipiert, da ist man davon ausgegangen, dass es \u00fcber Generationen halten muss\u201c, sagt Graf. Heute hingegen sei vieles schnelllebiger und auch austauschbarer. Da werde eher mit LED-Schriftz\u00fcgen oder Klebefolien auf ein Gesch\u00e4ft aufmerksam gemacht.<\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/02-Graf-und-Freys-Geschaefte-mit-Geschichte-Huete-Mauerer-1060-Wien-Foto-Martin-Frey-2013.jpg\" alt=\"Das Hutgesch\u00e4ft Maurer auf der Mariahilfer Stra\u00dfe. \" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>Das Hutgesch\u00e4ft Maurer auf der Mariahilfer Stra\u00dfe. \u2003Martin Frey<\/p>\n<p>Was die Branchen betrifft, sei auff\u00e4llig, dass sich Fleischhauereien auch von au\u00dfen gerne mit Fliesen schm\u00fccken, was wohl Sauberkeit vermitteln soll. Friseure haben (oder hatten) ein Faible f\u00fcr Mosaikfliesen, mit denen kunstvolle Muster gesetzt werden. Und Zuckerlgesch\u00e4fte machen oft mit einer runden, schwungvollen, \u201esch\u00f6nen\u201c Schrift auf sich aufmerksam.<\/p>\n<p><a id=\"kapitel-3\" class=\"anchor\"\/>Eing\u00e4nge sind heute manchmal schwer zu finden<\/p>\n<p>Der Eingang eines Gesch\u00e4fts ist heute oft beinahe versteckt. W\u00e4hrend fr\u00fcher ein Portal hineingef\u00fchrt hat und die Eingangst\u00fcr ein bisschen ins Innere versetzt war, gibt es heute meist eine durchgehende Glasfront, bei der die T\u00fcr lediglich durch einen langen, senkrechten Sto\u00dfgriff gekennzeichnet ist. Manchmal wird dann mit Displays, Blumen oder Gegenst\u00e4nden vor der T\u00fcr auf den Eingang hingewiesen. <\/p>\n<p>Und noch etwas ist aufgefallen: Mancherorts geht man dazu \u00fcber, Portale, die das Gesch\u00e4ft mit Schaufenstern und Tafeln verkleidet haben, zu entfernen und wieder die Grundstruktur des Geb\u00e4udes zu zeigen. Graf und Frey ist das alles recht. \u201eHauptsache das Erdgeschoss ist belebt und es ist keine Garageneinfahrt daraus geworden.\u201c<\/p>\n<blockquote class=\"fm-quote flexmodule flexmodule--quote\"><\/blockquote>\n<p>               Termine<\/p>\n<p>Die Ausstellung  \u201eGraf und Frey\u2018s Gesch\u00e4fte mit Geschichte. Eine fotografische Reise zu Wiener Traditions\u00adgesch\u00e4ften\u201c l\u00e4uft von 18.10. bis 15.11. im Caf\u00e9 El\u2009Speta (6., Hofm\u00fchl\u00adgasse 23).<\/p>\n<p>Kino.  Am 19. Oktober sind die \u201eGesch\u00e4fte mit Geschichte\u201c in acht Kurzfilm-Portraits in den <a href=\"https:\/\/breitenseer-lichtspiele.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Breitenseer Lichtspielen<\/a> zu sehen (20 Uhr; 14., Breitenseer Stra\u00dfe 21). <\/p>\n<p>Die Fotob\u00fccher sind auch bei der <a href=\"https:\/\/viennaartbookfair.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Vienna Art Book Fair<\/a> (bis 19. Oktober) auf der Angewandten zu sehen (3., Vorderer Zollamtsstra\u00dfe 7). <\/p>\n<p>Alle Infos und Termine unter <a href=\"https:\/\/www.geschaeftemitgeschichte.at\/?srsltid=AfmBOoq9EF0iso-GDLjm791xawZHg6ICHKaJkUEMtBa7y87HdNPiYdnf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">geschaefte-<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.geschaeftemitgeschichte.at\/?srsltid=AfmBOoq9EF0iso-GDLjm791xawZHg6ICHKaJkUEMtBa7y87HdNPiYdnf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">mitgeschichte.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Manche Dinge sind so selbstverst\u00e4ndlich, dass man sie erst dann wahrnimmt, wenn sie nicht mehr da sind. \u201eDann&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":508254,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,86898,215],"class_list":{"0":"post-508253","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-stadtbild","14":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115394996782831360","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/508253","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=508253"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/508253\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/508254"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=508253"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=508253"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=508253"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}