{"id":508658,"date":"2025-10-18T15:23:15","date_gmt":"2025-10-18T15:23:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/508658\/"},"modified":"2025-10-18T15:23:15","modified_gmt":"2025-10-18T15:23:15","slug":"die-stimmung-der-saechsischen-wirtschaft-bleibt-im-keller-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/508658\/","title":{"rendered":"Die Stimmung der s\u00e4chsischen Wirtschaft bleibt im Keller \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Die Konjunkturdelle, in der Deutschland nun seit drei Jahren festh\u00e4ngt, ist in weiten Teilen selbstgemacht. Ergebnis einer jahrzehntelangen Politik, in der Regierungen die Investitionsquote des Staates in den Keller fuhren und den Staat damit als Motor selbst in wirtschaftlichen Flautezeiten ausfallen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Und genauso hat auch Sachsens Regierung wieder im Doppelhaushalt 2025\/2026 reagiert, w\u00e4hrend die Kommunen im Land gerade in tiefe rote Zahlen rutschen. Das ist ein wesentlicher Teil der zunehmend betr\u00fcbteren Stimmung der Wirtschaft im Land. Am Freitag, 17. Oktober, haben die s\u00e4chsischen IHKs ihr Herbstkonjunkturumfrage ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Das Ergebnis: In der gewerblichen Gesamtwirtschaft in Sachsen ist derzeit keine konjunkturelle Erholung zu versp\u00fcren. Die Lage der Unternehmen hat sich weiter eingetr\u00fcbt und die Erwartungen sind nach einem sp\u00fcrbaren Anstieg im Fr\u00fchjahr wieder deutlich pessimistischer geworden. Dementsprechend sinkt der IHK-Gesch\u00e4ftsklimaindex und steht mit 97 Punkten tiefer als in der Vorumfrage.<\/p>\n<p>Nach einer mehrj\u00e4hrigen Schw\u00e4chephase ist somit auch f\u00fcr die kommenden Monate nicht mit einer konjunkturellen Belebung zu rechnen, stellen die IHKs aus Dresden, Leipzig und Chemnitz fest. Wichtige Voraussetzung daf\u00fcr w\u00e4ren eine Verbesserung des au\u00dfenwirtschaftlichen Umfelds und die \u00dcberwindung der Wachstumsschw\u00e4che der Industrie.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der s\u00e4chsischen Industrie- und Handelskammern, die im September 2025 durchgef\u00fchrt wurde, basieren auf den Antworten von rund 1.800 Unternehmen mit fast 85.000 Besch\u00e4ftigten aller Wirtschaftsbereiche.<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftslage und Erwartungen<\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4ftslage der s\u00e4chsischen Unternehmen hat sich im Herbst 2025 weiter leicht verschlechtert. Der Anteil an Unternehmen mit einer guten Lageeinsch\u00e4tzung bleibt auf dem niedrigen Stand von 32 Prozent, die negativen Einsch\u00e4tzungen nehmen um einen Prozentpunkt auf 23 Prozent zu. Der Gesch\u00e4ftslagesaldo betr\u00e4gt damit neun Punkte (Herbst 2024: 13 Punkte).<\/p>\n<p>Die Verschlechterung resultiert vor allem aus einer geringeren Zufriedenheit in Industrie, Handel und bei Dienstleistern, w\u00e4hrend im Gastgewerbe\/Tourismus und im Verkehrsgewerbe Verbesserungen zu verzeichnen sind. In der Bauwirtschaft gibt es keine \u00c4nderungen im Vergleich zum Fr\u00fchjahr diesen Jahres.<\/p>\n<p>Bei den Gesch\u00e4ftserwartungen konnte sich der Aufw\u00e4rtstrend aus dem Fr\u00fchjahr nicht fortsetzen. Der Anteil der Unternehmen, die eine verbesserte Gesch\u00e4ftsentwicklung in den n\u00e4chsten Monaten erwarten, sinkt von zuletzt 18 auf 12 Prozent.<\/p>\n<p>26 Prozent erwarten hingegen eine Verschlechterung ihrer Lage, 62 Prozent gehen von gleichbleibenden Gesch\u00e4ften aus. Damit f\u00e4llt der Saldo um sechs Punkte und rutscht mit nunmehr -14 Punkten noch tiefer in den negativen Bereich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-636743\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/gescaeftslage.jpg\" alt=\"Gesch\u00e4ftslage und Gesch\u00e4ftserwartungen der s\u00e4chsischen IHK-Unternehmen. Grafik: IHK zu Leipzig\" width=\"2250\" height=\"1500\"  \/>Gesch\u00e4ftslage und Gesch\u00e4ftserwartungen der s\u00e4chsischen IHK-Unternehmen. Grafik: IHK zu Leipzig<br \/>\nBranchen\u00fcberblick<\/p>\n<p>In der s\u00e4chsischen <strong>Industrie<\/strong> tr\u00fcbt sich die Lage sp\u00fcrbar ein. Der Saldo sinkt um f\u00fcnf Punkte und rutscht damit wieder in den negativen Bereich (-4 Punkte). Stagnierende Ums\u00e4tze und r\u00fcckl\u00e4ufige Auftragseing\u00e4nge im In- und Ausland bei gleichzeitig steigenden Kosten d\u00e4mpfen die Stimmung.<\/p>\n<p>Nur noch 30 Prozent der Betriebe melden eine Auslastung von \u00fcber 85 Prozent. Positive Impulse kommen derzeit nur aus den Branchen Chemie und Pharmazie. In allen anderen Bereichen \u00fcberwiegen die negativen Lageurteile die positiven.<\/p>\n<p>Unsicherheiten in der Planbarkeit, zunehmender Protektionismus, steigende Abgabenlast und unver\u00e4ndert hohe b\u00fcrokratische Belastungen setzen auch die Gesch\u00e4ftsprognosen f\u00fcr die kommenden Monate unter Druck, so die Einsch\u00e4tzung der IHKs. Der Saldo sinkt um zwei auf -12 Punkte.<\/p>\n<p>Die Lage im <strong>Baugewerbe<\/strong> hat sich nicht ge\u00e4ndert. Nach einem schwachen Start zu Jahresbeginn und einer leichten Verbesserung im Fr\u00fchjahr bleibt der Lagesaldo bei 16 Punkten. Saisonbedingt hat sich die Auslastung der Baukapazit\u00e4ten wieder verbessert.<\/p>\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte der Firmen (53 Prozent) sind zu \u00fcber 85 Prozent ausgelastet. Ums\u00e4tze und Auftragseing\u00e4nge sind jedoch per Saldo r\u00fcckl\u00e4ufig. Der Ausblick der Bauwirtschaft ist aktuell wieder verhaltener.<\/p>\n<p>Besonders hoch ist mit zwei Dritteln der Anteil der Betriebe, die eine gleichbleibende Lage prognostizieren. Der Erwartungssaldo liegt mit -16 Punkten sieben Punkte unter dem des Fr\u00fchjahres, ist aber weniger pessimistisch als noch vor einem Jahr (-24 Punkte).<\/p>\n<p>Die besten Lagebewertungen kommen von den <strong>Dienstleistern<\/strong>. Allerdings sinkt auch hier der Saldo im Vergleich zur Vorumfrage um drei auf 30 Punkte. Der Wirtschaftsbereich konnte in geringem Umfang Umsatzzuw\u00e4chse verzeichnen.<\/p>\n<p>Die Tendenz der Auftragseing\u00e4nge und die Ertragsentwicklung sind dagegen negativ. Bei den Gesch\u00e4ftserwartungen gibt es kaum Bewegung. Der Saldo rutscht dennoch knapp in den negativen Bereich. In den n\u00e4chsten Monaten d\u00fcrfte es nur zu geringf\u00fcgigen Umsatzsteigerungen kommen.<\/p>\n<p>Besonders im <strong>Handel<\/strong> brechen die Lagebeurteilungen aktuell ein. Zehn Punkte verliert der Saldo im Einzelhandel auf nunmehr -14 Punkte. Sieben Punkte betr\u00e4gt der R\u00fcckgang seit der Vorbefragung im Fr\u00fchjahr im Gro\u00dfhandel, wo der Saldo nun bei -8 Punkten liegt.<\/p>\n<p>Verunsicherung \u00fcber die wirtschaftliche Lage und geringe Anschaffungsneigung der Verbraucher dr\u00fccken Ums\u00e4tze und Ertr\u00e4ge. Auch bei den Gesch\u00e4ftserwartungen geht es aktuell leicht nach unten. Die Prognosen sind in beiden Handelssparten weniger pessimistisch als vor einem Jahr.<\/p>\n<p>Im <strong>Verkehrsgewerbe<\/strong> verbessert sich die Lage gegen\u00fcber dem Fr\u00fchjahr auf niedrigem Niveau und ist auch geringf\u00fcgig besser als im Herbst letzten Jahres. Dennoch sind die Ums\u00e4tze in den letzten Monaten in 45 Prozent der Betriebe zur\u00fcckgegangen. Auch die Tendenz der Auftragseing\u00e4nge ist deutlich negativ.<\/p>\n<p>Auch die Gesch\u00e4ftserwartungen verschlechtern sich derzeit wieder. Der Saldo aus positiven und negativen Prognosen geht seit Fr\u00fchjahr um zehn auf -27 Punkte zur\u00fcck. Besonders skeptisch sind die Unternehmen des Personenverkehrs.<\/p>\n<p>Nach dem R\u00fcckgang der Gesch\u00e4ftslage im <strong>Gast-\/Tourismusgewerbe<\/strong> im Fr\u00fchjahr ist \u2013 auch saisonal bedingt \u2013 aktuell wieder eine leichte Verbesserung zu verzeichnen. Der Saldo steigt um 10 Punkte und verl\u00e4sst den negativen Bereich.<\/p>\n<p>Dennoch bleibt er mit sieben Punkten deutlich hinter dem Vorjahreswert zur\u00fcck (20 Punkte). Die Umsatzerwartungen in der Branche verschlechtern sich indes sp\u00fcrbar. Die Gesch\u00e4ftserwartungen fallen negativ aus. Der Prognosesaldo schw\u00e4cht sich um 12 auf -24 Punkte ab und ist damit acht Punkte niedriger als vor einem Jahr.<\/p>\n<p>Investitionen, Besch\u00e4ftigung, Risiken<\/p>\n<p>Die Investitionsneigung der s\u00e4chsischen Unternehmen bleibt nach wie vor zur\u00fcckhaltend. Zwar nimmt der Anteil von Unternehmen mit zuk\u00fcnftig steigenden Investitionsausgaben von zuletzt 15 auf 17 Prozent zu, jedoch planen weiterhin mehr als die H\u00e4lfte der Firmen keine oder zur\u00fcckgehende Investitionsausgaben. Mit Blick auf die Wirtschaftsbereiche ist nur bei den Dienstleistern ein geringf\u00fcgig positiver Saldo der Investitionsplanungen zu verzeichnen (ein Punkt).<\/p>\n<p>Die Besch\u00e4ftigtenplanungen sind aktuell mehrheitlich auf das Halten der Belegschaften ausgerichtet. Zwei Drittel der Unternehmen haben dies vor. Insgesamt d\u00fcrfte aber weiter mit einer Abnahme der Besch\u00e4ftigung in den meisten Wirtschaftsbereichen zu rechnen sein, da 22 Prozent der Firmen mit r\u00fcckl\u00e4ufigen Mitarbeiterzahlen planen.<\/p>\n<p>Ihnen stehen 12 Prozent gegen\u00fcber, welche ihre Belegschaften ausbauen wollen. Der entsprechende Saldo sinkt damit von -7 Punkten im Fr\u00fchjahr auf -10 Punkte. Einzig bei den Dienstleistern d\u00fcrfte die Besch\u00e4ftigtenzahl weitestgehend konstant bleiben.<\/p>\n<p>Kritisch sehen die Befragten die Entwicklung der Arbeitskosten. Mehr als zwei Drittel bezeichnen diese als Risiko der weiteren Gesch\u00e4ftsentwicklung (67 Prozent). 28 Prozent der befragten Unternehmen besch\u00e4ftigen derzeit Personal zum aktuellen Mindestlohn und werden mit der Anhebung zum Jahreswechsel Lohnanpassungen vornehmen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>In 55 Prozent der Firmen wird diese Anhebung auch zur Anpassung der L\u00f6hne in h\u00f6heren Lohngruppen sowie zu Preiserh\u00f6hungen f\u00fchren. 17 Prozent der Befragten gaben an, die Zahl der Besch\u00e4ftigten reduzieren zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Mit Sorge beobachtet mehr als die H\u00e4lfte der Unternehmen auch die zuk\u00fcnftige Inlandsnachfrage. 57 Prozent der Firmen sehen diese aufgrund der derzeitigen Konjunkturflaute als Risiko.<\/p>\n<p>Fast ebenso viele Unternehmen (56 Prozent) empfinden die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als einschr\u00e4nkend f\u00fcr ihre Gesch\u00e4ftsentwicklung.<\/p>\n<p>Den vollst\u00e4ndigen Konjunkturbericht<a href=\"http:\/\/www.leipzig.ihk.de\/infos-fuer-unternehmen\/themen\/wirtschaft-regionales\/konjunkturstatistik-wirtschaftsstatistik\/konjunktur-standort-und-strukturberichte\/die-konjunkturelle-entwicklung-im-freistaat-sachsen\/konjunkturumfrage-sachsen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> findet man hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Konjunkturdelle, in der Deutschland nun seit drei Jahren festh\u00e4ngt, ist in weiten Teilen selbstgemacht. 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