{"id":509902,"date":"2025-10-19T03:29:10","date_gmt":"2025-10-19T03:29:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/509902\/"},"modified":"2025-10-19T03:29:10","modified_gmt":"2025-10-19T03:29:10","slug":"osteuropa-experte-schloegel-trump-und-amerika-haetten-die-kraft-putin-grenzen-zu-zeigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/509902\/","title":{"rendered":"Osteuropa-Experte Schl\u00f6gel: Trump und Amerika h\u00e4tten die Kraft, Putin Grenzen zu zeigen"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\n<strong>MDR AKTUELL: Ich gr\u00fc\u00dfe Sie. Wie schmerzhaft ist es, mitunter Recht zu haben?<\/strong>\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n<strong>Karl Schl\u00f6gl:<\/strong> Ja, nat\u00fcrlich tut es weh, wenn etwas \u00fcber einen hereinbricht und ein bestimmtes Bild, das man sich von der Welt gemacht hat, dass das aus den Fugen ist und man sich neu orientieren muss. In gewisser Weise Abschied nehmen muss von dem, was man wei\u00df, womit man sich vertraut gemacht hat. Und man muss sich neu diesen Horizont zusammenbauen, was in so un\u00fcbersichtlichen Situationen wie jetzt ziemlich schwierig ist.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n<strong>Wenn Sie sich zur\u00fcckerinnern: Was war f\u00fcr Sie der Punkt, wo Sie gesagt haben, da braut sich was zusammen?<\/strong>\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIch habe es ja relativ sp\u00e4t bemerkt und ernst genommen. Im Grunde ist es bei mir mit einer Reise nach der Okkupation der Krim verbunden gewesen. Ich bin im Fr\u00fchjahr 2014 in den Donbass gefahren und habe mit eigenen Augen diese Subversion und die \u00dcbernahmeversuche in Charkiw, in Slawjansk, in Donezk, in Mariupol und in Odessa beobachtet \u2013 und das ist eigentlich mein erster starker Eindruck gewesen, dass es hier ernst geworden ist und dass wir es mit Kriegst\u00e4tigkeit, Kriegsaktivit\u00e4ten zu tun haben.\n<\/p>\n<p>\nKarl Schl\u00f6gel<br \/>\nDer 1948 geborene Historiker gilt als einer der profundesten Osteuropa-Kenner in Deutschland. F\u00fcr sein Buch &#8222;Terror und Traum. Moskau 1937&#8243; erhielt er 2009 in Leipzig den Preis f\u00fcr europ\u00e4ische Verst\u00e4ndigung. 2018 folgte der Preis der Leipziger Buchmesse f\u00fcr &#8220; Das sowjetische Jahrhundert.&#8220;<\/p>\n<p>In diesem Jahr wird Schl\u00f6gel mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.<\/p>\n<p class=\"text\">\nIch muss vielleicht erkl\u00e4ren, warum das so sp\u00e4t gewesen ist. Ich hatte eigentlich keine Illusion, was <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/osteuropa\/politik\/putin-russland-praesident-100.html\" title=\"Das System Putin \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das Putin-Regime<\/a> angeht. Dazu war ich zu eng mit den Freunden und Kollegen von Memorial seit den Endachtzigerjahren verbunden, aber ich war eigentlich \u00fcberzeugt, dass die russische Gesellschaft resilient, widerstandsf\u00e4hig genug sein w\u00fcrde, so sehr besch\u00e4ftigt mit der Einrichtung ihres Alltags, ihres Lebens, dass sie sich auf solche abenteuerlichen Aktionen wie die Okkupation der Krim und dann die Subversion im Donbass nicht einlassen w\u00fcrde. [&#8230;]\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Ich hielt es f\u00fcr unwahrscheinlich, dass die russische Gesellschaft sich in diese Stimmung versetzen lassen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Karl Schl\u00f6gel<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nIch hielt es f\u00fcr unwahrscheinlich, dass die russische Gesellschaft sich in diese Stimmung versetzen lassen w\u00fcrde. N\u00e4mlich den Krieg, jedenfalls was die Krim angeht, enthusiastisch mitzumachen, mitzufeiern und bis auf den heutigen Tag auch diesen ungeheuren Krieg gegen die Ukraine mitzutragen. Das ist ein gro\u00dfes R\u00e4tsel, wie man das eigentlich erkl\u00e4ren kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"MDR AKTUELL: Ich gr\u00fc\u00dfe Sie. Wie schmerzhaft ist es, mitunter Recht zu haben? 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