{"id":510479,"date":"2025-10-19T09:19:13","date_gmt":"2025-10-19T09:19:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/510479\/"},"modified":"2025-10-19T09:19:13","modified_gmt":"2025-10-19T09:19:13","slug":"wie-es-die-anderen-machen-moderne-wehrpflicht-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/510479\/","title":{"rendered":"Wie es die anderen machen: Moderne Wehrpflicht in Europa"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Wie es die anderen machen: Moderne Wehrpflicht in Europa\" title=\"Wie es die anderen machen: Moderne Wehrpflicht in Europa\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.37882ee9-5be3-418b-85af-038a3e744bf8.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tTraining f\u00fcr den Ernstfall \u2013 daran sollen sich bald auch wieder wehrpflichtige beteiligen.\u00a0Foto: dpa\t\t\t<\/p>\n<p>Skandinavier und Balten haben moderne Wehrdienstmodelle, die von der Gesellschaft getragen werden. Deutschland ist daf\u00fcr zu unentschlossen.<\/p>\n<p>Wie <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Deutschland\" title=\"Deutschland\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> k\u00fcnftig<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.trotz-streits-in-der-koalition-pistorius-haelt-an-starttermin-fuer-wehrdienstgesetz-fest.78ab01c3-03aa-4875-9b99-de8206c6e48e.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> die Wehrpflicht gestaltet<\/a>, dar\u00fcber streiten die Regierungsparteien von CDU, CSU und SPD heftig \u2013 sowohl innerhalb ihrer eigenen Kreise wie auch miteinander. Ein Blick vor allem auf die skandinavischen und baltischen L\u00e4nder, aber auch nach \u00d6sterreich w\u00fcrde ihnen zeigen: Verschiedene Wehrdienstmodelle funktionieren in Europa, k\u00f6nnten sogar \u00fcbernommen werden \u2013 wenn Deutschland digital fortschrittlicher w\u00e4re, den Ernst der sicherheitspolitischen Herausforderungen begreifen und entschlossener reagieren w\u00fcrde sowie B\u00fcrokratie abbauen w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Welche Wehrdienstmodelle gibt es in skandinavischen Staaten?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">In D\u00e4nemark, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Finnland\" title=\"Finnland\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Finnland<\/a>, Norwegen und <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Schweden\" title=\"Schweden\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schweden<\/a> werden alle Frauen und M\u00e4nner vom 17. Lebensjahr an f\u00fcr den Wehrdienst erfasst. Alle potenziellen Rekruten erhalten einen digitalen Fragebogen, der ausgef\u00fcllt werden muss. Wer dann als wehrdienstf\u00e4hig gilt, wird zur verpflichtenden Musterung einbestellt. Wen \u00c4rzte als tauglich beurteilen, kann einberufen werden: In Schweden neun bis 15 Monate \u2013 abh\u00e4ngig davon, welchem milit\u00e4rischen Bereich der Rekrut zugeordnet wird. In Norwegen sind in der Regel 12 Monate zu dienen. Finnland hat eine allgemeine Dienstpflicht f\u00fcr M\u00e4nner zwischen 18 und 60, Frauen k\u00f6nnen freiwillig dienen. Wehrdienst ist f\u00fcr 165, 255 oder 347 Tage zu leisten, je nach der Funktion des Soldaten. Alle L\u00e4nder ziehen ihre Wehrdienstler sp\u00e4ter zu \u00dcbungen heran. Es ist m\u00f6glich, den Wehrdienst mit der Waffe zu verweigern und Ersatzdienst zu leisten. Schweden beruft j\u00e4hrlich bis zu 8000 Frauen und M\u00e4nner ein, Norwegen bis zu 10\u2009000. Ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Einberufung sind die Faktoren Fitness, Gesundheit, die Motivation sowie der schulische Hintergrund. 30 Prozent eines gemusterten Jahrgangs werden in Skandinavien einberufen.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.f45994a9-6ec0-429e-8b65-8ccabb1a8084.original1024.media.jpeg\"\/>     Gel\u00f6bnisfeier in Berlin    Foto: picture alliance\/dpa    <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Warum ist der Wehrdienst in Skandinavien beliebt?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Die Regierungen informieren \u2013 auch in der Schule \u2013 vorab junge Menschen und ihre Eltern intensiv \u00fcber den Wehrdienst. \u00c4rzte, Psychologen und Milit\u00e4rs bem\u00fchen sich bei der Musterung, die St\u00e4rken, Interessen und Qualifikationen k\u00fcnftiger Soldaten herauszufinden, um individuell passend einzusetzen. In den Einheiten und Verb\u00e4nden gibt es ein F\u00f6rderprogramm f\u00fcr junge F\u00fchrungskr\u00e4fte, dass von Unternehmen unterst\u00fctzt wird: so soll ein Wechsel aus einer F\u00fchrungsposition des Milit\u00e4rs in die Wirtschaft gef\u00f6rdert werden. Die skandinavische Gesellschaft ist den Streitkr\u00e4ften gegen\u00fcber positiv eingestellt.<\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Wie machen es die baltischen Staaten?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">In Estland, Lettland und Litauen werden M\u00e4nner vom 18. Lebensjahr an verpflichtend, Frauen freiwillig erfasst und gemustert. Estland beordert in der Regel alle wehrdienstf\u00e4higen M\u00e4nner f\u00fcr acht bis elf Monate in die Kasernen. Etwa 70 Prozent eines Geburtsjahrganges werden so milit\u00e4risch ausgebildet. Lettland setzt auf Freiwilligkeit bei M\u00e4nnern. Finden sich so nicht gen\u00fcgend, um den Bedarf der Armee zu decken, werden die Rekruten nach einem computergest\u00fctzten Losverfahren f\u00fcr elf Monate eingezogen. Wie auch in Litauen, wo Wehrdienstleistende neun Monate lang einr\u00fccken. Freiwillig Wehrdienstleistende erhalten in Lettland und Litauen Vorteile: h\u00f6herer Sold, kostenloses Studium, Mitsprache bei Stationierungsort. In allen L\u00e4ndern ist es m\u00f6glich, aus Gewissensgr\u00fcnden den Dienst mit der Waffe zu verweigern. Die gesellschaftliche Zustimmung zum Wehrdienst gilt aber in allen baltischen L\u00e4ndern sehr hoch.<\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Wie macht es \u00d6sterreich?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Alle M\u00e4nner zwischen 17 und 50 sind wehrpflichtig. In einer Volksbefragung votierten 59,7 Prozent der wahlberechtigten 6,4 Millionen \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher daf\u00fcr, die Wehrpflicht beizubehalten. Zum Grundwehrdienst werden Rekruten bis zum 35. Lebensjahr f\u00fcr sechs Monate einberufen. Frauen k\u00f6nnen freiwillig Wehrdienst leisten. Es ist m\u00f6glich, den Kriegsdienst zu verweigern. <\/p>\n<p class=\"interviewQuestion\">Warum sind die skandinavischen und baltischen Wehrpflicht-Modelle nicht problemlos auf Deutschland zu \u00fcbertragen?<\/p>\n<p class=\"interviewAnswer\">Vor allem zwei Gr\u00fcnde sprechen dagegen: Die Entschlossenheit der jeweiligen Gesellschaft, die eigenen Werte auch notfalls selbst milit\u00e4risch zu verteidigen. Zudem fehlt in Deutschland vor allem die digitale Infrastruktur, um Wehrpflichtige im Abgleich zwischen Einwohnermelde-, Standes\u00e4mtern und der Bundeswehr zu erfassen. Das politisch oftmals vorgebrachte Argument, es fehle auch die Infrastruktur f\u00fcr die Musterung von Wehrpflichtigen geht ins Leere: Die Bundeswehr nutzt mehr als 350 Liegenschaften im ganzen Bundesgebiet. Zumindest f\u00fcr einen \u00dcbergang k\u00f6nnten viele davon auch nach oftmals geringf\u00fcgigem Umbau genutzt werden, um Wehrpflichtige zu mustern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Training f\u00fcr den Ernstfall \u2013 daran sollen sich bald auch wieder wehrpflichtige beteiligen.\u00a0Foto: dpa Skandinavier und Balten haben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":510480,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,14979,548,663,158,3934,3935,646,13,14,15,12,1319,690],"class_list":{"0":"post-510479","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-baltikum","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-finnland","17":"tag-headlines","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-schweden","22":"tag-wehrpflicht"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115400092612383812","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/510479","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=510479"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/510479\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/510480"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=510479"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=510479"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=510479"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}