{"id":510720,"date":"2025-10-19T11:40:16","date_gmt":"2025-10-19T11:40:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/510720\/"},"modified":"2025-10-19T11:40:16","modified_gmt":"2025-10-19T11:40:16","slug":"u-boote-auf-boersenkurs-wird-tkms-deutschlands-naechster-ruestungsstar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/510720\/","title":{"rendered":"U-Boote auf B\u00f6rsenkurs: Wird TKMS Deutschlands n\u00e4chster R\u00fcstungsstar?"},"content":{"rendered":"<p>                    U-Boote auf B\u00f6rsenkurs<br \/>\n                Wird TKMS Deutschlands n\u00e4chster R\u00fcstungsstar?<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t              \tVon Diana Dittmer<br \/>\n\t\t\t\t              19.10.2025, 12:36 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Die ThyssenKrupp-Tochter TKMS steht unmittelbar vor ihrem B\u00f6rsendeb\u00fct. Mit U-Booten und Kriegsschiffen will sie zum maritimen Pendant von Deutschlands gr\u00f6\u00dftem R\u00fcstungskonzern Rheinmetall werden. Der Moment ist g\u00fcnstig &#8211; aber es gibt einen wesentlichen Unterschied.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn am Montag die Glocke an der Frankfurter B\u00f6rse ert\u00f6nt, beginnt f\u00fcr ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) eine neue \u00c4ra &#8211; und wom\u00f6glich sogar f\u00fcr den gesamten deutschen R\u00fcstungssektor. Durch die Abspaltung und B\u00f6rsennotierung seiner Marinesparte \u00f6ffnet ThyssenKrupp sein traditionsreiches Gesch\u00e4ft f\u00fcr den Kapitalmarkt. TKMS ist das Kronjuwel des Industriekonzerns. &#8222;Mit der B\u00f6rsennotierung schlagen wir ein neues Kapitel auf&#8220;, sagte Konzernchef Miguel L\u00f3pez Anfang der Woche. <\/p>\n<p>Bei dem B\u00f6rsengang handelt es sich um ein sogenanntes Spin-off. TKMS erh\u00e4lt also nicht unmittelbar Geld daraus. Als eigenst\u00e4ndiges Unternehmen kann es aber k\u00fcnftig den Kapitalmarkt nutzen, um Forschung und Entwicklung sowie Investitionen zu finanzieren. Der Mutterkonzern beh\u00e4lt eine Mehrheit von 51 Prozent. Dieser Anteil reicht aus, um die Kontrolle zu behalten und gleichzeitig Wert in einem Markt zu schaffen, der durch geopolitische Spannungen und steigende Verteidigungsausgaben an Bedeutung gewinnt.<\/p>\n<p>  <a title=\"THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/boersenkurse\/aktien\/thyssenkrupp-DE0007500001\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1760874014_431_chartNG.gfn\" alt=\"Thyssenkrupp\" class=\"space__strech lazyload\"\/>    <strong>Thyssenkrupp<\/strong>  12,05  <\/a>  <\/p>\n<p> 49 Prozent der 63,5 Millionen TKMS-Aktien werden beim B\u00f6rsengang automatisch an die bisherigen ThyssenKrupp-Aktion\u00e4re verteilt. Danach sind die Papiere frei handelbar &#8211; ein B\u00f6rsengang ganz ohne Werbeaktionen und Buhlen um neue Aktion\u00e4re. Wer am Freitag 20 Thyssenkrupp-Papiere besa\u00df, bekommt eine TKMS-Aktie dazu. Die Zeitenwende der Bundesregierung hat damit auch die deutsche Industrie erreicht. R\u00fcstung, lange ein Rand- oder gar Schmuddelthema in der \u00d6ffentlichkeit und in Konzernstrategien, wird angesichts der geopolitischen Lage und h\u00f6herer Verteidigungsausgaben zum Wachstumstreiber. <\/p>\n<p>Deutschlands verborgenes Schwergewicht<\/p>\n<p>L\u00f3pez hofft, dass die Gesamtbewertung von ThyssenKrupp und TKMS an der B\u00f6rse h\u00f6her sein wird als die bisherige Bewertung von ThyssenKrupp allein. Davon w\u00fcrden die Anleger profitieren. Und der Konzern, weil er die Aktien je nach Bedarf als W\u00e4hrung bei \u00dcbernahmen nutzen kann. Fachleute gehen davon aus, dass es unter Europas Marinewerften zu Zusammenschl\u00fcssen kommen wird.<\/p>\n<p>Hinter dem K\u00fcrzel TKMS steht Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Marineschiffbauer &#8211; ein Unternehmen mit 9100 Besch\u00e4ftigten und jahrzehntelanger Tradition. In Kiel, Wismar und an internationalen Standorten entstehen hochkomplexe U-Boote, Fregatten und Korvetten, dazu Systeme f\u00fcr maritime Sicherheit und Spezialschiffe wie Minenr\u00e4umer oder Forschungseinheiten.<\/p>\n<p>TKMS versteht sich als Systemhaus der Meere: Vom Entwurf \u00fcber den Bau bis zur Wartung begleitet es den gesamten Lebenszyklus milit\u00e4rischer Schiffe. Das Unternehmen ist weltweit f\u00fchrend beim Bau konventioneller U-Boote, die mit Brennstoffzellen-Antrieb wochenlang unter Wasser operieren k\u00f6nnen, ohne auftauchen zu m\u00fcssen &#8211; eine Technologie, die TKMS international einen Spitzenplatz verschafft. Die Kieler Werft liefert ihre Schiffe nicht nur an die Bundesmarine, sondern auch an Staaten wie Norwegen, Singapur oder \u00c4gypten. <\/p>\n<p>Pralle Auftragsb\u00fccher<\/p>\n<p>Finanziell pr\u00e4sentiert sich TKMS solide, aber mit gro\u00dfem Potenzial. In den ersten neun Monaten 2024\/25 erwirtschaftete die Marine-Sparte einen Nettogewinn von 75,2 Millionen Euro nach gut 62 Millionen im Vorjahr. Entscheidend ist jedoch das mit Ordern im Umfang von 18,6 Milliarden Euro prall gef\u00fcllte Auftragsbuch. Allein im ersten Halbjahr des laufenden Gesch\u00e4ftsjahres stieg der Auftragseingang auf 5,6 Milliarden Euro, nach 669 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das bedeutet genug Arbeit bis weit in die 2040er Jahre hinein. <\/p>\n<p> Der Zeitpunkt f\u00fcr den B\u00f6rsengang k\u00f6nnte g\u00fcnstiger kaum sein. Von der Aufr\u00fcstung im Rahmen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine profitiert vor allem der Marinesektor: Deutschland modernisiert seine Flotte, die Bundeswehr hat Neubauten im Gesamtvolumen von \u00fcber zehn Milliarden Euro beauftragt. Vier neue U-Boote der Klasse 212CD wurden bereits bestellt.<\/p>\n<p> Staatliche Kontrolle mit &#8222;goldener Aktie&#8220;<\/p>\n<p>Eine staatliche Kapitalbeteiligung, wie sie beim R\u00fcstungselektroniker Hensoldt besteht, ist derzeit nicht vorgesehen. W\u00e4hrend der Bund bei Hensoldt 25,1 Prozent der Aktien h\u00e4lt, begn\u00fcgt er sich bei TKMS mit Kontrollrechten \u00fcber die sogenannte goldene Aktie &#8211; ein Kompromiss zwischen Kapitalmarktfreiheit und strategischer Kontrolle.<\/p>\n<p>  <a title=\"HENSOLDT AG INHABER-AKTIEN O.N.\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/boersenkurse\/aktien\/hensoldt ag inh on-DE000HAG0005\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1760874015_342_chartNG.gfn\" alt=\"Hensoldt\" class=\"space__strech lazyload\"\/>    <strong>Hensoldt<\/strong>  90,85  <\/a>  <\/p>\n<p> Die goldene Aktie sichert dem Bund weitreichende Mitspracherechte. Ab einem Verkauf von 25 Prozent der Anteile kann die Bundesregierung ein Veto einlegen, ab f\u00fcnf Prozent besitzt sie ein Vorkaufsrecht. Zudem erh\u00e4lt sie einen Sitz im Aufsichtsrat, der daf\u00fcr sorgt, dass zentrale Entscheidungen in Kiel und Essen nicht ohne staatliche R\u00fcckendeckung getroffen werden.<\/p>\n<p>Vergleich mit Rheinmetall und Hensoldt<\/p>\n<p>TKMS weckt Erinnerungen an Rheinmetall, spezialisiert auf Panzer, Munition und milit\u00e4rische Fahrzeuge, der sich seit Beginn des Ukrainekriegs zum B\u00f6rsenliebling entwickelt hat. Der Aktienkurs ist seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine um fast 1700 Prozent gestiegen und seit M\u00e4rz 2023 im Dax vertreten. Hensoldt, einst aus dem R\u00fcstungsgesch\u00e4ft von Airbus hervorgegangen, konzentriert sich auf Sensorik, Radarsysteme und elektronische Aufkl\u00e4rung und wurde dank staatlicher Beteiligung ebenfalls zu einem der erfolgreichsten Verteidigungswerte am Markt. TKMS k\u00f6nnte zum maritimen Pendant dieser beiden werden.<b\/><\/p>\n<p>  <a title=\"RHEINMETALL AG INHABER-AKTIEN O.N.\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/boersenkurse\/aktien\/rheinmetall-DE0007030009\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1760874016_962_chartNG.gfn\" alt=\"Rheinmetall\" class=\"space__strech lazyload\"\/>    <strong>Rheinmetall<\/strong>  1.661,50  <\/a>  <\/p>\n<p> Doch der Weg dorthin ist noch lang. Denn anders als Panzer oder Sensoren lassen sich U-Boote nicht in Serie fertigen. Jedes Schiff ist ein Einzelprojekt, oft eingebettet in internationale Vertr\u00e4ge, deren politische Genehmigungen Jahre dauern. Analysten mahnen deshalb Geduld an.<b> <\/b>&#8222;TKMS ist kein Schnellboot, sondern ein Ozeanriese&#8220;, hei\u00dft es in einem Kommentar von Bloomberg Intelligence.<\/p>\n<p>Ein Marine-Champion f\u00fcr Europa?<\/p>\n<p>Der B\u00f6rsengang soll TKMS mehr Eigenst\u00e4ndigkeit und einen direkten Zugang zum Kapitalmarkt verschaffen &#8211; und zugleich den hoch verschuldeten Mutterkonzern ThyssenKrupp von dem kostspieligen Gesch\u00e4ft finanziell entlasten. F\u00fcr die Bundesregierung bietet er wiederum die Chance, den fragmentierten Marinesektor neu zu ordnen. Schon seit l\u00e4ngerem wird \u00fcber eine Konsolidierung deutscher Werften gesprochen sowie m\u00f6glicherweise auch \u00fcber eine europ\u00e4ische Kooperation nach dem Vorbild von Airbus.<\/p>\n<p>Ob aus TKMS tats\u00e4chlich ein Marine-Champion entsteht, wird sich jedoch nicht am Montag in Frankfurt entscheiden &#8211; sondern in den kommenden Jahren, auf den Werften in Kiel und Wismar, zwischen Politik, Industrie und Markt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"U-Boote auf B\u00f6rsenkurs Wird TKMS Deutschlands n\u00e4chster R\u00fcstungsstar? 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