{"id":51132,"date":"2025-04-22T03:37:07","date_gmt":"2025-04-22T03:37:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/51132\/"},"modified":"2025-04-22T03:37:07","modified_gmt":"2025-04-22T03:37:07","slug":"berlin-stiftung-fordert-nothilfe-fuer-opfer-von-behandlungsfehlern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/51132\/","title":{"rendered":"Berlin | Stiftung fordert Nothilfe f\u00fcr Opfer von Behandlungsfehlern"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Berlin (dpa) &#8211; Zu sp\u00e4t entdeckte Krankheiten, verkehrte Medikamente oder falsche Schnitte bei Operationen: \u00c4rztefehler werden f\u00fcr tausende Patientinnen und Patienten in Deutschland jedes Jahr zum Problem. Selbst wenn Gutachten einen Fehler als Ursache f\u00fcr weitere oder neue Leiden best\u00e4tigen, drohe vielen Gesch\u00e4digten ein jahrelanger Rechtsstreit, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die neue schwarz-rote Koalition solle Opfern von Behandlungsfehlern daher k\u00fcnftig schneller zu ihrem Geld verhelfen.<\/p>\n<p>Die Krankenkassen sowie die Kliniken und \u00c4rzte sollten daf\u00fcr in einen Fonds einzahlen. \u00abViele Bundesregierungen hatten bisher die Absicht, die Versicherer und Leistungsanbieter mit wenigstens 60 Millionen Euro in die Pflicht zu nehmen\u00bb, sagte Brysch. Die Betroffenen sollten aus so einem H\u00e4rtefallfonds entsch\u00e4digt werden. \u00abAuch wenn die beabsichtigte schwarz-rote Regierung dazu im Koalitionsvertrag schweigt, muss sie dies auf ihre politische Agenda setzen.\u00bb<\/p>\n<p>Pflegebed\u00fcrftig, blind oder gel\u00e4hmt<\/p>\n<p>Die vorhandenen M\u00f6glichkeiten, eine Behandlung im Nachhinein bei vermuteten medizinischen Fehlern \u00fcberpr\u00fcfen zu lassen, lobte Brysch: \u00abSo ist es m\u00f6glich, einen vermuteten Behandlungsfehler f\u00fcr die Betroffenen kostenlos begutachten zu lassen.\u00bb Allein Gutachter im Auftrag der Krankenkassen kamen nach der j\u00fcngsten Jahresstatistik (2023) der Medizinischen Dienste in 2.679 von insgesamt 12.438 untersuchten F\u00e4llen zu dem Ergebnis: Ein Schaden ist von einem Behandlungsfehler verursacht worden.\u00a0<\/p>\n<p>Im Vergleich zum Jahr davor blieb die Zahl der Vorf\u00e4lle damit nahezu unver\u00e4ndert. In rund jedem dritten dieser F\u00e4lle war ein Dauerschaden die Folge. Als schwer stufte der Medizinische Dienst hiervon 180 Dauersch\u00e4den ein &#8211; Patientinnen und Patienten waren dann pflegebed\u00fcrftig, blind oder gel\u00e4hmt. 75 Patienten starben demnach wegen Fehler des medizinischen Personals.\u00a0<\/p>\n<p>Hohe Dunkelziffer<\/p>\n<p>Auch bei den \u00c4rztekammern kann man untersuchen lassen, ob bei einer Behandlung etwas schiefgegangen ist: 7.529 Mal landeten Verdachtsf\u00e4lle zuletzt bei ihren Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen. In 1.162 F\u00e4llen wurde ein Behandlungsfehler bejaht.\u00a0<\/p>\n<p>Viele Sch\u00e4den durch fehlerhafte Behandlungen werden zwischen Patienten und Krankenh\u00e4usern oder Arztpraxen oder durch Haftpflichtversicherungen reguliert oder landen direkt vor Gericht. Die Dunkelziffer ist also hoch. Untersuchungen legen zudem nahe, dass die Zahl der tats\u00e4chlichen Fehler die Anzahl der daraus folgenden Vorw\u00fcrfe um ein\u00a0Vielfaches \u00fcbersteigt.\u00a0<\/p>\n<p>Fehler-Erfassung soll zur Pflicht werden<\/p>\n<p>\u00abDoch selbst wenn diese Stellen zu einem klaren Ergebnis kommen, droht vielen Gesch\u00e4digten ein jahrelanger Rechtsstreit\u00bb, kritisierte Brysch. Seit \u00fcber 20 Jahren werde deshalb von Expertinnen und Experten ein Fonds gefordert, der Nothilfe leisten k\u00f6nne.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abPatientenrechte m\u00fcssen aber nicht nur politisch-rechtlich gest\u00fctzt werden\u00bb, so Brysch weiter. \u00abAuch bei den Krankenh\u00e4usern und niedergelassenen \u00c4rzte gilt es, eine wirksame Fehlerkultur zu etablieren.\u00bb Der Stiftungsvorstand forderte, dass die teils schon stattfindende systematische Erfassung sogenannter kritischer Ereignisse verpflichtend wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Zu sp\u00e4t entdeckte Krankheiten, verkehrte Medikamente oder falsche Schnitte bei Operationen: \u00c4rztefehler werden f\u00fcr tausende&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":51133,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[24459,296,29,30,141,3263,625],"class_list":{"0":"post-51132","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-arzte","9":"tag-berlin","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-gesundheit","13":"tag-krankenhaus","14":"tag-verbraucher"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114379531472424470","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51132","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51132"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51132\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/51133"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51132"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51132"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}