{"id":511346,"date":"2025-10-19T17:38:12","date_gmt":"2025-10-19T17:38:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/511346\/"},"modified":"2025-10-19T17:38:12","modified_gmt":"2025-10-19T17:38:12","slug":"nicolas-sarkozy-tritt-haftstrafe-an-frankreichs-ex-praesident-im-gefaengnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/511346\/","title":{"rendered":"Nicolas Sarkozy tritt Haftstrafe an: Frankreichs Ex-Pr\u00e4sident im Gef\u00e4ngnis"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Es wird eine gewisse Umstellung f\u00fcr ihn sein, wenn nicht gar ein Schock. Bis jetzt wohnte der franz\u00f6sische Ex-Pr\u00e4sident Nicolas Sarkozy mit seiner Frau, S\u00e4ngerin und Ex-Model Carla Bruni, und ihrer gemeinsamen Tochter Giulia in einem gro\u00dfz\u00fcgigen Stadthaus in einem der exklusivsten Viertel im S\u00fcdwesten von Paris. Ab Dienstag jedoch muss der 70-J\u00e4hrige sein komfortables Zuhause mit einer Zelle von rund neun Quadratmetern im \u00f6ffentlichen Gef\u00e4ngnis \u201eLa Sant\u00e9\u201c eintauschen. Ein ehemaliger Staatschef und Innenminister hinter Gittern \u2013 das ist beispiellos in der j\u00fcngeren Geschichte des Landes.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ende September war Sarkozy im sogenannten Libyen-Prozess zu einer Gef\u00e4ngnisstrafe von f\u00fcnf Jahren verurteilt worden. Das Gericht befand ihn schuldig, Teil einer kriminellen Vereinigung gewesen zu sein. Demnach nahm er im Vorfeld seiner siegreichen Wahl 2007 \u00fcber Mittelsm\u00e4nner mehrere Millionen Euro vom damaligen libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi an. Enge Gefolgsleute, von denen zwei ebenfalls verurteilt wurden, f\u00e4delten den Deal ein. Wegen der besonderen Schwere seiner Schuld ordneten die Richter eine \u201esofortige Vollstreckung\u201c des Urteils noch vor dem Berufungsprozess an. In Deutschland gibt es diese Praxis nicht, in Frankreich wird sie bei 85 Prozent aller Verurteilten angewendet. Sarkozy, der stets seine Unschuld beteuerte, emp\u00f6rte sich \u00fcber den \u201eHass\u201c der Richter, die in der Folge sogar Morddrohungen von Unbekannten erhielten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Nicolas Sarkozy steigt aus einem Fahrzeug bei der R\u00fcckkehr zu seinem Wohnhaus, nachdem er mit Staatsanw\u00e4lten \u00fcber den Antritt seiner Haftstrafe gesprochen hat. \" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Q5OP7P5ZGRJWTGHWLXLPRDR5EE.jpeg\" \/><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Er gehe \u201emit aufrechtem Haupt\u201c ins Gef\u00e4ngnis, verk\u00fcndete der ehemalige Politiker zudem. Die Haftanstalt \u201eLa Sant\u00e9\u201c befindet sich seit ihrer Er\u00f6ffnung 1867 im ehemaligen K\u00fcnstlerviertel Montparnasse. Bis 1977 wurde dort die Todesstrafe per Guillotine vollstreckt. Eingesperrt waren unter anderem Oppositionelle im Ersten Weltkrieg, Widerstandsk\u00e4mpfer gegen die deutsche Besetzung von Paris 1940 bis 1944 sowie J\u00fcdinnen und Juden, bevor sie in Konzentrationslager gebracht und dort meist umgebracht wurden.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Drei Besuche pro Woche<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">In den letzten Jahren ist das Geb\u00e4ude umfassend renoviert worden. Sarkozys Zelle liegt in einem abgesonderten Teil im ersten Stock, jenem f\u00fcr \u201everletzliche Personen\u201c \u2013 auch \u201eVIP-Bereich\u201c genannt. Hier sitzen Prominente ein, aber auch Mitglieder der Polizei oder Angeh\u00f6rige rivalisierender Banden, die einen besonderen Schutz vor anderen Inhaftierten erhalten. Ber\u00fchmte Insassen waren bereits der fr\u00fchere Gesch\u00e4ftsmann und Politiker Bernard Tapie, der Skandal-Banker J\u00e9r\u00f4me Kerviel sowie Sarkozys einstiger Minister Claude Gu\u00e9ant, der nun erneut mit ihm verurteilt wurde.<\/p>\n<blockquote><p>Bis er sich daran gew\u00f6hnt hat, wird er schon wieder frei kommen<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 iQZobn\">Patrick Balkany, ehemaliger B\u00fcrgermeister von Levallois-Perret und Freund von Sarkozy<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ausgestattet sind die Zellen mit einem Bett, einem kleinen Schreibtisch, einer Herdplatte, einem eigenen Badezimmer mit Toilette und Dusche sowie einem Festnetztelefon. Einen K\u00fchlschrank kann man f\u00fcr den Preis von 7,50 Euro pro Monat mieten, einen Fernseher f\u00fcr 14,50 Euro monatlich. pro Monat). Telefonieren darf Sarkozy unbegrenzt, allerdings nur mit vorher gepr\u00fcften und eingespeicherten Nummern. Abgesehen von bis zu drei Besuchen pro Woche wird der fr\u00fchere Staatschef isoliert sein. Diese Bedingungen sind zwar nicht luxuri\u00f6s, aber deutlich besser als f\u00fcr viele andere H\u00e4ftlinge in Frankreich, die sich meist eine Zelle zu zweit teilen. Die franz\u00f6sischen Gef\u00e4ngnisse sind derart \u00fcberf\u00fcllt, dass tausende Inhaftierte zudem auf provisorischen Matratzen am Boden schlafen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Antrag auf vorzeitige Haftentlassung<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Auch stehen dem Ex-Staatschef zu bestimmten Zeiten ein Sportsaal und eine Bibliothek nur f\u00fcr sich zur Verf\u00fcgung. Er wird keine Runden im Hof an der Seite von gew\u00f6hnlichen Verbrechern drehen. Stattdessen erh\u00e4lt er einen eigenen Mini-Au\u00dfenbereich, was aber nicht verhindern kann, dass andere Insassen ihn fotografieren, auspfeifen oder ihm etwas zurufen k\u00f6nnen. Deshalb riet ihm sein Freund Patrick Balkany in einem Interview, gar nicht erst rauszugehen. Der ehemalige B\u00fcrgermeister der Pariser Vorstadt Levallois-Perret sa\u00df nach Verurteilungen wegen Steuerbetrug und Verschleierung von Steuerhinterziehung in mehreren Gef\u00e4ngnissen ein. \u201eIm Gegensatz zu dem, was man so glaubt, gibt es keine VIP-Behandlung, die Isolation und das Leben in Haft sind schwer\u201c, so Balkany. Doch Sarkozy werde nicht lange bleiben. \u201eBis er sich daran gew\u00f6hnt hat, wird er schon wieder frei kommen.\u201c<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Davon ist in der Tat auszugehen. Denn ab dem ersten Hafttag k\u00f6nnen Sarkozys Anw\u00e4lte einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung bei der Strafberufungskammer stellen, die innerhalb von zwei Monaten eine Entscheidung f\u00e4llt. \u201eSollte sich seine Kampagne gegen die Justiz nicht irgendwann gegen ihn drehen, sollte es f\u00fcr ihn schnell gehen\u201c, sagte Jean-Paul C\u00e9r\u00e9, Honorarpr\u00e4sident der franz\u00f6sischen Vereinigung f\u00fcr Strafrecht. Hauptkriterien seien das Risiko von Flucht, einer Wiederholungstat oder der Aus\u00fcbung von Druck auf andere Zeugen im Vorfeld des Berufungsprozesses. Das gilt jeweils als gering. Auch Sarkozys elektronische Fu\u00dffessel, die er seit Jahresbeginn nach der Verurteilung in einem Korruptionsprozess erhielt und mit der er zum Libyen-Prozess erschien, trug er letztlich nur wenige Monate, obwohl er zu einem Jahr Hausarrest verurteilt worden war. Sein Alter kam ihm dabei entgegen: Da er \u00fcber 70 ist, wurde die Strafe verk\u00fcrzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es wird eine gewisse Umstellung f\u00fcr ihn sein, wenn nicht gar ein Schock. Bis jetzt wohnte der franz\u00f6sische&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":511347,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-511346","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115402055150077235","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/511346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=511346"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/511346\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/511347"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=511346"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=511346"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=511346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}