{"id":511954,"date":"2025-10-19T23:28:24","date_gmt":"2025-10-19T23:28:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/511954\/"},"modified":"2025-10-19T23:28:24","modified_gmt":"2025-10-19T23:28:24","slug":"1-fc-nuernberg-gegen-holstein-kiel-die-goldwaagen-haben-ausgedient-sport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/511954\/","title":{"rendered":"1. FC N\u00fcrnberg gegen Holstein Kiel: Die Goldwaagen haben ausgedient &#8211; Sport"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Statistiken, die Olaf Rebbe vorzulegen hat, lesen sich alles andere als gut. Zwar verbrachte er beinahe vier Jahre beim <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/1._FC_N%C3%BCrnberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1. FC N\u00fcrnberg<\/a>, doch nach allem, was man wei\u00df, hat er in dieser Zeit kein einziges Tor geschossen und kein einziges verhindert. Wenn man sich recht entsinnt, hat Rebbe noch nicht einmal einen Zweikampf gewonnen oder einen Pass angebracht. Zu seiner Verteidigung k\u00f6nnte er zwar vorbringen, dass er ja Funktion\u00e4r ist und deshalb in all den Jahren gar nicht auf dem Platz gestanden hat \u2013 aber es gibt da ein Gegenargument, das sogar noch besser ist: Rebbe, 47, hat unz\u00e4hlige Tore vorbereitet \u2013 es wurde blo\u00df nicht erfasst.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Fu%C3%9Fball\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fu\u00dfball<\/a> ist inzwischen derart von Daten durchtr\u00e4nkt, dass in irgendeiner Statistik bestimmt festgehalten wurde, wann die N\u00fcrnberger zuletzt bei elf Grad Au\u00dfentemperatur gegen einen Gegner in wei\u00dfen Trikots unentschieden gespielt haben, wie sie es am Sonntag beim 1:1 gegen Holstein Kiel taten. Aber keine Datenbank, kein Mitarbeiter eines Verbandes, nicht einmal eine K\u00fcnstliche Intelligenz hat bislang ermittelt, wie viele Tore Rebbe mit seinen Transfers als Sportdirektor beim Club auf den Weg gebracht hat. Die Zahl d\u00fcrfte jedenfalls zweistellig gewesen sein, bis Rebbe im Februar endg\u00fcltig um die Gelegenheit gebracht wurde, einmal vielleicht doch noch ein Tor f\u00fcr N\u00fcrnberg zu schie\u00dfen: Er wurde freigestellt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Damals ging es um Kompetenzen und Geltungsbed\u00fcrfnisse in der Zusammenarbeit mit Sportvorstand Joti Chatzialexiou. Jetzt, acht Monate sp\u00e4ter, war die Personalie in N\u00fcrnberg zumindest f\u00fcr kurze Zeit wieder ein Thema, weil Rebbe am Sonntag erstmals seit seinem Abschied wieder ins Max-Morlock-Stadion kam. Er ist jetzt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Sport in Kiel und d\u00fcrfte die N\u00fcrnberger Mannschaft bei seiner R\u00fcckkehr kaum wiedererkannt haben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nach Rebbes Aus hat der Club seinen Kader ja kernsaniert und von Grund auf umgebaut. Am Sonntag pr\u00e4gte dann ein Akteur die 90 Minuten, der zu Rebbes N\u00fcrnberg-Zeit noch in der drittklassigen Serie C in Italien spielte: Mohamed Ali Zoma.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das Spiel war noch keine 180 Sekunden alt, als der Angreifer in den Kieler Sechzehner eindrang und zu Fall kam \u2013 Elfmeter gab es aber zu Recht nicht. Auch im weiteren Verlauf blieb Zoma der auff\u00e4lligste Spieler auf dem Feld. Nach knapp einer halben Stunde erzielte er das 1:0, er erlief den Ball und setzte ihn aus spitzem Winkel unter die Latte. Als Zoma sp\u00e4ter aber an ebenjener Latte scheiterte und dann auch noch zwei Chancen vor Kiels Torwart Jonas Krumrey vergab, wurde klar, wie sehr er gerade sinnbildlich f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Verfassung der N\u00fcrnberger steht: Der Club findet allm\u00e4hlich zu sich und kommt in kleinen Schritten voran, hat aber noch einen weiten Weg zu gehen.<\/p>\n<p>Die N\u00fcrnberger Mannschaft entwickelt sich, ist aber noch nicht so weit, um zuverl\u00e4ssig Spiele zu gewinnen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eNat\u00fcrlich h\u00e4tte uns ein Dreier gutgetan\u201c, sagte N\u00fcrnbergs Trainer Miroslav Klose nach dem Remis gegen Kiel, \u201eaber ich sehe auch, dass mittlerweile viele Sachen besser ineinander greifen. Wir kreieren mehr hochkar\u00e4tige Torchancen, m\u00fcssen aber auch noch ein paar Sachen trainieren.\u201c Vor dem Hintergrund dieser Einordnung war es folgerichtig, dass das Spiel am Sonntag unentschieden endete \u2013 schlie\u00dflich bildete es exakt ab, wie es gerade um den FCN bestellt ist: Die Mannschaft entwickelt sich, ist aber noch nicht so weit, um zuverl\u00e4ssig Spiele zu gewinnen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eDie Leistung war wieder mindestens ordentlich\u201c, sagte Mittelfeldspieler Julian Justvan, er fand aber auch Anlass zu Kritik, als er \u00fcber die mangelnde Chancenverwertung sprach: \u201eAuf Dauer wird das nicht gut gehen. Du musst versuchen, fr\u00fcher den Deckel draufzumachen.\u201c Weil das nicht gelang und Kiel in der zweiten H\u00e4lfte die Initiative \u00fcbernahm, fiel kurz vor Schluss noch der Ausgleich: Nach einer Flanke hatte Carl Johansson am entfernten Pfosten erstaunlich viel Freiraum und traf per Kopf. Ein Gegentor, das demselben Muster folgte wie viele andere Gegentore zuvor. Auch das meinte Klose also, als er von \u201eSachen\u201c sprach, die es zu trainieren gelte. Aber, und das war f\u00fcr den Club und ihn selbst erfreulich: Es geht jetzt wieder um Fu\u00dfball in N\u00fcrnberg.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nach wochenlangen Debatten um die Gr\u00f6\u00dfe des Kaders (\u00e4u\u00dferst gro\u00df), dessen Zusammenstellung (sehr sp\u00e4t) und Kloses Anteil an der Krise (vorhanden, wenn auch geringer als Chatzialexious) kreisen die Themen nun wieder um das, was auf dem Rasen passiert. Zumindest bis auf Weiteres ist die Zeit der Lupen und Goldwaagen vorbei.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Als die Krise besonders tief war, spielte sich alles unter dem Brennglas ab. Jede einzelne Geste, jeder Satz, jede noch so nebens\u00e4chliche Entscheidung wurde interpretiert, hinterfragt, debattiert. Inzwischen ist die Lage zwar l\u00e4ngst noch nicht entsch\u00e4rft, Klose selbst sprach am Sonntag davon, dass es \u201eschon noch l\u00e4nger so sein\u201c werde, \u201edass wir da unten sind\u201c. Er nannte die Themen, Prozesse und Inhalte aber auch \u201enormal in einer Saison\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Selbst die Personalie Rebbe bekam Klose mit wenigen und unverf\u00e4nglichen S\u00e4tzen abmoderiert. Als die beiden im Pressekonferenzraum aufeinandertrafen, hatte es beinahe herzlich gewirkt. Sp\u00e4ter sagte Klose, sie seien beide Menschen, und jeder habe gewinnen wollen. Das gelang weder dem einen noch dem anderen \u2013 und das war bezeichnend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Statistiken, die Olaf Rebbe vorzulegen hat, lesen sich alles andere als gut. 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