{"id":512499,"date":"2025-10-20T05:18:13","date_gmt":"2025-10-20T05:18:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/512499\/"},"modified":"2025-10-20T05:18:13","modified_gmt":"2025-10-20T05:18:13","slug":"hebraeisches-wort-auf-t-shirt-linkes-cafe-wirft-paar-raus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/512499\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4isches Wort auf T-Shirt \u2013 Linkes Caf\u00e9 wirft Paar raus"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBHk0 tspBHk1\">Sie sehen sich als progressiv, als links an. Doch in Berlin-Neuk\u00f6lln bedeutet das nicht mehr viel, wenn es um Juden, den Nahost-Konflikt, Israel und Gaza geht. Selbst bei linken Projekten wie dem sogenannten Kollektiv-Caf\u00e9 \u201eK-Fetisch\u201c, einem Lokal, das ein \u201eSafe Space\u201c f\u00fcr queere Menschen sein soll und sich gegen Rassismus, Sexismus und Diskriminierung engagiert.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">So erging es Raffaela und Abby, deren richtige Namen zu ihrem Schutz hier nicht genannt werden. Beide sind Anfang und Mitte 30. Sie ist im Sozialbereich t\u00e4tig, ihr Schwerpunkt sind interreligi\u00f6se Konflikte, er ist K\u00fcnstler \u2013 und Jude. Ein Israeli, der seit einigen Jahren in Deutschland von seiner Kunst lebt.<\/p>\n<p>Tagesspiegel Checkpoint: Berlins beliebtester Newsletter<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/cp-icon.png\" alt=\"\" class=\"tspBXfv\"\/><\/p>\n<p class=\"tspBXmz\"> Der schnellste Berlin-\u00dcberblick von Montag bis Samstag. <\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Am Freitag, sp\u00e4ter Nachmittag, um 17.30 Uhr waren sie im K-Fetisch. Den Namen des Lokals spricht man als Kaffeetisch aus. Es beschreibt sich selbst so: \u201eWir definieren uns derzeit als linkes trans* und nichtbin\u00e4res Kollektiv, das sich f\u00fcr Menschen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Identit\u00e4ten einsetzt.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Raffaelas Identit\u00e4t geh\u00f6rt offenbar nicht dazu. \u201eIch trug ein T-Shirt, auf dem in lateinischer, arabischer und hebr\u00e4ischer Schrift, das Wort Falafel geschrieben steht\u201c, sagt sie. \u201eAls ich an der Theke etwas bestellen wollte, musterte die Bedienung mein T-Shirt und fragte mich dann, ob das Hebr\u00e4isch sei.\u201c <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/img-2169.jpeg\" alt=\"Raffaela mit ihrem T-Shirt.\" width=\"600\" height=\"450\" loading=\"lazy\" class=\"tspAShw\"\/><\/p>\n<p class=\"tspABfi\"> \u00a9 privat <\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Mit diesem Foto dokumentierte Raffaela den Vorfall im K-Fetisch. <\/p>\n<p> Mitarbeiterin beschimpft Kundin wegen hebr\u00e4ischer Schrift <\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Raffaela antwortet, so berichtet sie es sp\u00e4ter dem Tagesspiegel, dass das auf ihrem T-Shirt Hebr\u00e4isch sei und daneben das Wort Falafel auf Arabisch stehe. \u201eDaraufhin weigerte sie sich, mich zu bedienen\u201c, sagt Raffaela. \u201eI don\u2019t serve you\u201c, habe die Mitarbeiterin am Tresen sagt. Und dass sie keine Zionisten bediene.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">\u201eSie begann, mich lautstark zu beschimpfen, ich w\u00fcrde den Genozid in Gaza unterst\u00fctzen, Hebr\u00e4isch sei die Sprache des Unterdr\u00fcckers. Und dass sie keine Menschen wie mich in ihrem Caf\u00e9 dulden w\u00fcrden.\u201c So erz\u00e4hlt es Raffaela zwei Tage sp\u00e4ter. \u201eSie forderte mich auf, das Caf\u00e9 unverz\u00fcglich zu verlassen, woraufhin meine Begleitung und ich gingen.\u201c&#13;<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Doch das reichte nicht. \u201eAls wir vor dem Caf\u00e9 standen, machte sie von drinnen ein Foto von uns\u201c, sagt Raffela. Sie seien dann wieder ins Caf\u00e9 gegangen und h\u00e4tten die Bedienung aufgefordert, das Foto zu l\u00f6schen. \u201eDoch sie verlangte meinen Namen, um mir offiziell Hausverbot zu erteilen.\u201c Raffaela nannte ihren Namen nicht, &#13;<\/p>\n<blockquote class=\"tspBQlt\">\n<p>Die Situation war insgesamt zutiefst feindselig und einsch\u00fcchternd.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspBQlu\"><strong>Raffaela <\/strong>(Name ge\u00e4ndert) berichtet \u00fcber ihren Besuch im K-Fetisch.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Die Mitarbeiterin haben sie dann aggressiv aufgefordert, das Caf\u00e9 zu verlassen. Raffaela sagt: \u201eWir sagten, das sei antisemitisch, da sie per se die hebr\u00e4ische Sprache ablehnt. Und dass das wie in den 1930er-Jahren w\u00e4re, dass sie uns nicht kenne und kein Recht habe, uns zu verurteilen.\u201c <\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Doch die Mitarbeiterin habe sie weiter beleidigt und ihnen zugerufen, dass sie sich sch\u00e4men sollen. Andere Mitarbeiterinnen h\u00e4tten noch versucht, die Situation zu beruhigen, seien aber selbst schockiert gewesen. Es sei laut geworden, das Caf\u00e9 gut besucht. \u201eEin Gast forderte uns auf, nun endlich Ruhe zu geben\u201c, sagt Raffaela.  &#13;<\/p>\n<p> T-Shirt galt der Auss\u00f6hnung zwischen Pal\u00e4stina und Israel  <\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">\u201eDie Situation war insgesamt zutiefst feindselig und einsch\u00fcchternd\u201c, berichtet die Betroffene weiter. Und alles nur wegen des hebr\u00e4ischen Schriftzugs auf ihrem T-Shirt. \u201eDas ist ein eindeutig antisemitischer Hintergrund.\u201c <\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Obendrein ist das \u201eFalafel Humanity Shirt\u201c Teil eines Charity-Projekts, um Frieden und Auss\u00f6hnung zwischen Israelis und Pal\u00e4stinensern zu f\u00f6rdern. Initiiert wurde es vom Hamburger Designer Nikolai Dobreff, an Bord daf\u00fcr kamen die iranische Designerin Golnar Kat Rahmani, die in Berlin lebt, und der in Hamburg lebende israelische Designer Liad Shadmi. <\/p>\n<blockquote class=\"tspBQlt\">\n<p>Falafel sind Frieden.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspBQlu\">Die Designer des \u201eFalafel Humanity Shirt\u201c\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">\u201eFalafel sind Kulturerbe, sowohl in Israel als auch in L\u00e4ndern des Nahen Ostens. Falafel bringen Menschen zusammen, Falafel sind Frieden\u201c, finden die Macher. Der Schriftzug soll die \u201egemeinsame Menschlichkeit und die kulturellen Bindungen der Menschen und pl\u00e4diert f\u00fcr Einheit und Mitgef\u00fchl\u201c symbolisieren. Es geht um \u201eSolidarit\u00e4t mit allen Menschen in Israel, dem Iran, Pal\u00e4stina und anderen Krisengebieten\u201c. <\/p>\n<p>Der Erl\u00f6s aus dem Verkauf geht an \u201eWomen Wage Peace\u201c. Die Organisation ist mit 50.000 Mitgliedern eine der gr\u00f6\u00dften Friedensinitativen in Israel. Sie wird von Frauen gef\u00fchrt  und setzt sich f\u00fcr eine gewaltfreie und respektvolle L\u00f6sung des israelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikts ein.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Das K-Fetisch war telefonisch nicht zu erreichen, eine schriftliche Anfrage blieb unbeantwortet. Lange galt das Lokal eher als proisraelisch. Juden und israelische Linke z\u00e4hlten zu den Stammg\u00e4sten. Doch die Stimmung kippte nicht erst mit dem \u00dcberfall der islamistischen Hamas auf Israel im Oktober 2023.<\/p>\n<p class=\"tspUej\">Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p> An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgew\u00e4hlten, externen Inhalt, der den Artikel f\u00fcr Sie mit zus\u00e4tzlichen Informationen anreichert. Sie k\u00f6nnen sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. <\/p>\n<p> Externen Inhalt anzeigen <\/p>\n<p class=\"tspUep\"> Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittplattformen \u00fcbermittelt werden.  Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Mitte vergangener Woche hielt das Caf\u00e9 eine \u201eK\u00fcfa\u201c ab, eine K\u00fcche f\u00fcr alle zur \u201eUnterst\u00fctzung politischer Gefangener, die sich gegen das Regime und die Staatslogik Israels und Deutschlands stellen\u201c, wie es in einem Instagram-Prost hie\u00df. <\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">\u201eUnser Fokus auf Gaza bleibt ungebrochen, und unsere Br\u00fcder und Schwestern aus Gaza sind stolz auf unsere Kameraden\u201c, schrieb das Caf\u00e9. Mit Einnahmen und Spenden sollten Anwaltskosten \u201ein Zusammenarbeit mit der Roten Hilfe\u201c, eine linke \u201eSchutz- und Solidarit\u00e4tsorganisation\u201c beglichen werden.<\/p>\n<blockquote class=\"tspBQlt\">\n<p>Warum haben auf eurer Regenbogenflagge eigentlich alle Platz au\u00dfer Juden?<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspBQlu\"><strong>Raffaela<\/strong>.<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Raffaela bewegt der Vorfall noch immer. Am Sonntagabend verfasst sie ein Statement an das K-Fetisch. \u201eIch war immer gern bei euch, so wie viele andere, die sich selbst als politisch links einordnen und einen Ort, an dem Diskriminierung keinen Platz hat, sch\u00e4tzen. Leider habt ihr mir jetzt aber euer wahres Gesicht gezeigt\u201c, schreibt Raffaela. &#13;<\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Das K-Fetisch befeuere Polarisierung und feiere den Hass, lehne Koexistenz und Frieden ab, f\u00fcr den das T-Shirt stehe. \u201eSchon mal eine Minute dar\u00fcber nachgedacht, wie es sich f\u00fcr Juden und J\u00fcdinnen derzeit anf\u00fchlt, durch die Stra\u00dfen in Neuk\u00f6lln zu gehen?\u201c, fragt Raffaela im Statement. \u201eWarum haben auf eurer Regenbogenflagge eigentlich alle Platz au\u00dfer Juden? Weil ihr selbst so verblendet seid, k\u00f6nnt ihr euch wahrscheinlich gar nicht vorstellen, dass es ziemlich viele Israelis gibt, die die aktuelle Situation in Gaza verurteilen.\u201c&#13;<\/p>\n<p> Mehr aus Neuk\u00f6lln und zu Antisemitismus <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/bezirke\/neukoelln\/antisemitische-morddrohungen-gegen-kneipe-bajszel-neukollner-bezirksverordnete-erklaren-sich-solidarisch--linke-stimmen-dagegen-14582066.html?icid=topic-list_14607017___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspBRlv\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antisemitische Morddrohungen gegen Kneipe \u201eBajszel\u201c Neuk\u00f6llner Bezirksverordnete erkl\u00e4ren sich solidarisch \u2013 Linke stimmen dagegen <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/volkermorder--sie-meinen-die-hamas-israelischer-burgermeister-liefert-sich-wortgefecht-mit-linken-pobler-in-neukolln-14576354.html?icid=topic-list_14607017___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspBRlv\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eV\u00f6lkerm\u00f6rder!\u201c \u2013 \u201eSie meinen die Hamas?\u201c Israelischer B\u00fcrgermeister liefert sich Wortgefecht mit Linken-P\u00f6bler in Neuk\u00f6lln <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/trotzkisten-sektierer-radikale-das-sind-die-hamas-versteher-in-der-berliner-linkspartei-12545315.html?icid=topic-list_14607017___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspBRlv\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eEs wird mehr als einen Mord an Israelis brauchen\u201c Im Epizentrum der Hamas-Versteher der Berliner Linken <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBHk0\">Sie k\u00f6nne verstehen, dass jemand, der pers\u00f6nlich von dem Krieg betroffen ist, emotional reagiere. Jemand, wegen der hebr\u00e4ischen Sprachen \u201eaus eurem Laden, einem \u00f6ffentlichen Ort, zu werfen und \u00f6ffentlich zu diffamieren und diskriminieren, ist jedoch Antisemitismus per Definition\u201c. Raffaela will das T-Shirt weiter tragen, sie schreibt: \u201eIn meiner Heimatstadt werde ich mir das von euch sicherlich nicht verbieten lassen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie sehen sich als progressiv, als links an. 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