{"id":512574,"date":"2025-10-20T06:05:09","date_gmt":"2025-10-20T06:05:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/512574\/"},"modified":"2025-10-20T06:05:09","modified_gmt":"2025-10-20T06:05:09","slug":"zombie-alarm-in-kuba-chikungunya-breitet-sich-aus-und-verschaerft-gesundheitskrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/512574\/","title":{"rendered":"Zombie-Alarm in Kuba: Chikungunya breitet sich aus und versch\u00e4rft Gesundheitskrise"},"content":{"rendered":"<p>\n<strong>Chikungunya w\u00fctet in Kuba: Mancherorts wanken Bewohner wie \u201eZombies\u201c durch die Stra\u00dfen, geschwollen, ersch\u00f6pft und von heftigen Gelenkschmerzen gezeichnet. \u00dcberf\u00fcllte Kliniken, fehlende Medikamente und unkontrollierte M\u00fcckenplagen versch\u00e4rfen die Krise.<\/strong>\n<\/p>\n<p>In der westkubanischen Provinz Matanzas breitet sich seit dem Sommer eine Epidemie des Chikungunya-Virus aus, die sich inzwischen zu einem landesweiten Gesundheitsproblem entwickelt hat. Besonders betroffen ist die Stadt Perico mit ihren rund 60.000 Einwohnern, wo nach Angaben zahlreicher Bewohner fast jede Familie mindestens einen Erkrankungsfall verzeichnet. Seit Juli ist das Virus, das durch die Agyptische Tigerm\u00fccke (Aedes aegypti) \u00fcbertragen wird, auf der Insel zur\u00fcckgekehrt \u2013 nach mehr als zehnj\u00e4hriger Abwesenheit \u2013 und trifft das Land in einer Phase tiefer wirtschaftlicher Krise und zunehmender Versorgungsengp\u00e4sse.<\/p>\n<p>W\u00e4hrende Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis Ende September nur 34 laborbest\u00e4tigte Chikungunya-F\u00e4lle in den Provinzen Guant\u00e1namo, Havanna, Matanzas, Pinar del R\u00edo und Santiago de Cuba <a href=\"https:\/\/tropeninstitut.de\/aktuelle-krankheitsmeldungen\/16.10.2025-kuba-chikungunya\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">meldete<\/a>, spiegelt die Lebensrealit\u00e4t in Perico das Ausma\u00df der Krise wider: Bewohner berichten von wochenlangen Gelenkschmerzen, geschwollenen Gliedma\u00dfen und einem Mangel an medizinischer Versorgung. \u201eIn meiner Stra\u00dfe hatten es fast alle\u201c, sagt Pedro Arturo Revilla, der wie viele noch Wochen nach der Infektion unter Schmerzen leidet,\u00a0gegen\u00fcber der spanischen Nachrichtenagentur EFE, Eine Nachbarin klagt \u00fcber fehlende Insektenschutzma\u00dfnahmen: \u201eHier wurde nicht ein einziges Mal richtig fumigiert. Bei so vielen M\u00fccken und Kranken h\u00e4tte l\u00e4ngst gehandelt werden m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Das Wort Chikungunya stammt aus der Sprache der Makonde, einem Bantuvolk im S\u00fcdosten Tansanias, und bedeutet \u201eder gekr\u00fcmmt Gehende\u201c. Im Deutschen wird die Krankheit auch als \u201eGebeugter Mann\u201c bezeichnet, ein Name, der die charakteristischen Gelenkschmerzen und die oft gekr\u00fcmmte K\u00f6rperhaltung der Erkrankten beschreibt. Ra\u00fal Gonz\u00e1lez aus Perico, der an Multipler Sklerose leidet und selbst erkrankt war, scherzt trotz der ernsten Situation, man k\u00f6nnte eine neue Version von Michael Jacksons \u201eThriller\u201c drehen \u2013 \u201edie Statisten w\u00fcrden kostenlos mitmachen, denn alle laufen wie Zombies durch die Stra\u00dfen\u201c.<\/p>\n<p>Das Chikungunya-Virus hat sich zu Dengue und Oropouche gesellt, die ersten beiden werden durch die Aedes-Aegypti-M\u00fccke \u00fcbertragen, das dritte durch die Gnitze (spanisch jejene) winzige stechende Insekten, die zu den M\u00fcckenverwandten geh\u00f6ren und in tropischen Klimazonen wie in Kuba weit verbreitet sind &#8211; eine perfekten Kombination.<\/p>\n<p>Die Beh\u00f6rden best\u00e4tigten, dass sich die Infektionskrankheiten Chikungunya, Dengue und Oropouche derzeit parallel ausbreiten. Nach offiziellen Angaben ist Chikungunya in acht, Dengue in zw\u00f6lf Provinzen aktiv. W\u00e4hrend die Gesundheitsbeh\u00f6rden den Mangel an Treibstoff als Grund f\u00fcr die ausbleibenden gro\u00dffl\u00e4chigen Fumigationen nennen, betonen sie zugleich, dass ausreichend Insektizide vorhanden seien. Doch f\u00fcr viele Kubaner ist das kaum glaubw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>\u201eHier gibt es keine Normalit\u00e4t\u201c, sagt ein Betroffener aus Matanzas. \u201eDie Stra\u00dfen sind voller M\u00fcll, das Wasser l\u00e4uft aus allen Rohren, und es wird nicht desinfiziert. Nat\u00fcrlich breiten sich die M\u00fccken aus.\u201c Auch in der nahegelegenen Stadt C\u00e1rdenas berichten Bewohner von chaotischen Zust\u00e4nden in den Kliniken. Viele Patienten w\u00fcrden gar nicht erst \u00e4rztliche Hilfe suchen, da es kaum Medikamente gibt und \u00c4rzte lediglich auf Paracetamol und Ruhe verweisen. Ein Blister Paracetamol koste inzwischen bis zu 500 Pesos \u2013 fast ein Zehntel des durchschnittlichen Monatseinkommens.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die kubanische Regierung bem\u00fcht ist, die Lage herunterzuspielen, hat das US-amerikanische Seuchenkontrollzentrum CDC bereits eine Reisewarnung f\u00fcr Kuba <strong><a href=\"https:\/\/www.kubakunde.de\/neues\/chikungunya-in-kuba-gesundheitswarnung-fur-reisende\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ausgesprochen<\/a><\/strong>. Offizielle Zahlen zu den Infektionen gibt es nicht; lediglich drei Todesf\u00e4lle durch Dengue wurden f\u00fcr dieses Jahr <strong><a href=\"https:\/\/www.kubakunde.de\/neues\/dengue-breitet-sich-auf-kuba-erneut-aus-drei-todesfalle-bestatigt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">best\u00e4tigt<\/a><\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Chikungunya w\u00fctet in Kuba: Mancherorts wanken Bewohner wie \u201eZombies\u201c durch die Stra\u00dfen, geschwollen, ersch\u00f6pft und von heftigen Gelenkschmerzen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":512575,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[1349,12960,29,30,141,12962,12961,232,6461,4047,12963,2249,14,2059,15],"class_list":{"0":"post-512574","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-aktuelles","9":"tag-cuba","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-gesundheit","13":"tag-havana","14":"tag-havanna","15":"tag-health","16":"tag-heute","17":"tag-kuba","18":"tag-la-habana","19":"tag-meldungen","20":"tag-nachrichten","21":"tag-neues","22":"tag-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115404991664104161","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/512574","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=512574"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/512574\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/512575"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=512574"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=512574"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=512574"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}