{"id":51265,"date":"2025-04-22T04:53:08","date_gmt":"2025-04-22T04:53:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/51265\/"},"modified":"2025-04-22T04:53:08","modified_gmt":"2025-04-22T04:53:08","slug":"hamburg-schleswig-holstein-zyankali-und-kopfschuss-rechtsmediziner-ueber-hitlers-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/51265\/","title":{"rendered":"Hamburg &#038; Schleswig-Holstein: Zyankali und Kopfschuss &#8211; Rechtsmediziner \u00fcber Hitlers Ende"},"content":{"rendered":"<p>                    Hamburg &amp; Schleswig-Holstein<br \/>\n                Zyankali und Kopfschuss &#8211; Rechtsmediziner \u00fcber Hitlers Ende<\/p>\n<p>\t\t\t\t              22.04.2025, 06:33 Uhr<\/p>\n<p><strong>Kurz vor der vollst\u00e4ndigen Eroberung Berlins durch sowjetische Truppen nahm sich Hitler das Leben. Zum 80. Jahrestag wendet sich der Hamburger Rechtsmediziner Klaus P\u00fcschel gegen Legendenbildungen.<\/strong><\/p>\n<p>Hamburg (dpa\/lno) &#8211; 80 Jahre nach dem Tod von Adolf Hitler gibt es nach Ansicht des Hamburger Rechtsmediziners Klaus P\u00fcschel (73) keinen Grund f\u00fcr Spekulationen. &#8222;Nach Kriegsende rankten sich jahrzehntelang Mythen um seinen Tod, Behauptungen, die jeder Grundlage entbehrten&#8220;, schreibt der ehemalige Leiter des Hamburger Instituts f\u00fcr Rechtsmedizin in seinem neuen Buch &#8222;Der Tod geht \u00fcber Leichen&#8220; (Ellert &amp; Richter Verlag), das er gemeinsam mit der Journalistin Bettina Mittelacher verfasst hat.<\/p>\n<p>&#8222;Reichssender Hamburg&#8220; verbreitet Todesnachricht<\/p>\n<p>P\u00fcschel kommt zu dem Ergebnis: &#8222;Eine kombinierte Selbstt\u00f6tung durch Zerbei\u00dfen einer Zyankalikapsel und kurzzeitig danach erfolgtem suizidalem Kopfschuss halte ich bei Adolf Hitler f\u00fcr die wahrscheinlichste Situation.&#8220; Der NS-Diktator hatte sich am 30. April 1945 kurz vor der vollst\u00e4ndigen Eroberung Berlins durch sowjetische Truppen in seinem F\u00fchrerbunker das Leben genommen.\u00a0<\/p>\n<p>Seine engsten Getreuen hatte er beauftragt, seine Leiche im Garten der Alten Reichskanzlei zu verbrennen, was jedoch nicht vollst\u00e4ndig gelang. Gut einen Tag sp\u00e4ter, am Abend des 1. Mai 1945, meldete der &#8222;Reichssender Hamburg&#8220;, dass Hitler &#8222;im Kampf gefallen&#8220; sei. Erst dadurch sei der Tod des Diktators \u00f6ffentlich bekanntgeworden, erkl\u00e4rt der Hamburger Historiker Ortwin Pelc.<\/p>\n<p>Gebissbefund eindeutig<\/p>\n<p>P\u00fcschel hatte die russischen Sektionsbefunde und Fotos von Sch\u00e4delfragmenten bereits in den 1990er Jahren einsehen k\u00f6nnen, nachdem die Archive in Moskau ge\u00f6ffnet worden waren. Hitlers verkohlter Leichnam war zwischen dem 7. und 9. Mail 1945 von sowjetischen Milit\u00e4r\u00e4rzten in einem Feldlazarett in Berlin-Buch obduziert worden.<\/p>\n<p>Der Gebissbefund habe den Leichnam eindeutig als denjenigen von Adolf Hitler ausgewiesen, schreibt P\u00fcschel. &#8222;Mein Eindruck ist, dass die unter Kriegsbedingungen im v\u00f6llig zerst\u00f6rten Berlin vorgenommenen Untersuchungen der Leichen aus dem F\u00fchrerbunker mit gro\u00dfer Sorgfalt und gut nachvollziehbar durchgef\u00fchrt und protokolliert wurden.&#8220;<\/p>\n<p>Fehlender Hoden<\/p>\n<p>Neben dem eindeutig dokumentierten Zahnstatus habe auch der Hoden des Diktators eine Rolle gespielt. &#8222;Der linke Hoden konnte weder im Hodensack noch innerhalb des Leistenkanals oder im kleinen Becken gefunden werden&#8220;, zitiert P\u00fcschel aus dem Sektionsprotokoll.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr diesen Befund gebe es zwei Erkl\u00e4rungsversuche: eine Verletzung, die Hitler 1916 im Ersten Weltkrieg erlitt, oder ein sogenannter Hodenhochstand (Krytorchismus), den ein Amtsarzt im Gef\u00e4ngnis Landsberg diagnostizierte, wo Hitler nach einem gescheiterten Putschversuch 1923\/24 einsa\u00df.<\/p>\n<p>Glassplitter im Mund<\/p>\n<p>Die inneren Organe seien von den russischen Milit\u00e4r\u00e4rzten nur sehr global beschrieben worden. Eine Feinpr\u00e4paration habe nicht stattgefunden, auch der Mageninhalt sei nicht untersucht worden. Es gebe jedoch einen Hinweis auf einen &#8222;Bittermandelgeruch&#8220;. Das wertet P\u00fcschel als eindeutiges Zeichen f\u00fcr eine Vergiftung durch Blaus\u00e4ure (Zyankali).\u00a0<\/p>\n<p>In der Mundh\u00f6hle der Leiche seien Glassplitter nachgewiesen worden, die offensichtlich von der zerbissenen Ampulle mit Blaus\u00e4ure stammten. Es sei jedoch zweifelhaft, ob das Gift \u00fcberhaupt noch seine t\u00f6dliche Wirkung entfaltet oder ob sich Hitler sehr schnell in den Kopf geschossen habe.<\/p>\n<p>&#8222;Bilanz-Suizid&#8220;<\/p>\n<p>Aufgrund der L\u00f6cher im Sch\u00e4del geht P\u00fcschel davon aus, dass sich Hitler mit einer Pistole vom Typ Walther-PPK, Kaliber 7,65 mm, in die rechte Schl\u00e4fe schoss. Nach dem Zerbei\u00dfen der Zyankalikapsel habe er daf\u00fcr noch bis zu zwei Minuten Zeit gehabt. P\u00fcschel res\u00fcmiert: &#8222;Der Tod von Adolf Hitler war die Konsequenz eines v\u00f6llig verfehlten Lebens, in rechtsmedizinischem Sprachgebrauch: ein Bilanz-Suizid, zur &#8222;Sicherheit&#8220; mit zwei jeweils f\u00fcr sich t\u00f6dlichen Methoden gleichzeitig.&#8220;<\/p>\n<p>\u00dcberreste 1970 in Magdeburg verbrannt<\/p>\n<p>Hitlers \u00dcberreste waren jahrzehntelang vom russischen milit\u00e4rischen Abwehrdienst Smersch aufbewahrt, ein- und wieder ausgegraben worden. Am 5. April 1970 befahlen der damalige KGB-Chef Juri Andropow und Parteichef Leonid Breschnew den Leichnam in einem Garten in Magdeburg, wo der Geheimdienst seinen Sitz hatte, auszugraben und zu verbrennen. Seine Asche wurde im Fl\u00fcsschen Ehle versenkt und damit endg\u00fcltig vernichtet, wie P\u00fcschel schreibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg &amp; Schleswig-Holstein Zyankali und Kopfschuss &#8211; Rechtsmediziner \u00fcber Hitlers Ende 22.04.2025, 06:33 Uhr Kurz vor der vollst\u00e4ndigen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":51266,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,10945,30,692,24517,24515,24516,1971,24514],"class_list":{"0":"post-51265","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-ende","10":"tag-germany","11":"tag-hamburg","12":"tag-hitlers","13":"tag-kopfschuss","14":"tag-rechtsmediziner","15":"tag-schleswig-holstein","16":"tag-zyankali"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114379830353313945","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51265","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51265"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51265\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/51266"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}