{"id":513057,"date":"2025-10-20T10:45:15","date_gmt":"2025-10-20T10:45:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/513057\/"},"modified":"2025-10-20T10:45:15","modified_gmt":"2025-10-20T10:45:15","slug":"zahlungsverzoegerungen-und-insolvenzen-beuteln-frankreichs-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/513057\/","title":{"rendered":"Zahlungsverz\u00f6gerungen und Insolvenzen beuteln Frankreichs Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Z\u00fcrich\/Paris &#8211; Die Zahlungsmoral in Frankreich verschlechtert sich weiter: Gem\u00e4ss dem France Corporate Payment Survey von Coface sind 86 Prozent der Firmen von versp\u00e4teten Zahlungen betroffen. In diesem Umfeld setzt sich der Trend steigender Insolvenzen mit massiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt fort.<\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/portal.infohalle.com\/de\/projects\/news_informations?token=091cf96b-350b-41ee-89db-e7945cdefd3a\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CONNECT<\/a>) Laut dem <a href=\"https:\/\/www.coface.ch\/de\/news-publikationen-einblicke\/france-payment-survey-2025-zahlungsverzoegerungen-treffen-86-der-unternehmen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2025 France Corporate Payment Survey<\/a> von <a href=\"https:\/\/www.coface.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Coface<\/a> ist die Gew\u00e4hrung von Zahlungsfristen in Frankreich zwar g\u00e4ngige Praxis. Doch unter den L\u00e4ndern, in denen der global agierende Kreditversicherer und Risikomanager \u00e4hnliche Erhebungen durchf\u00fchrt, ist der Anteil an Zahlungsversp\u00e4tungen nur in Grossbritannien h\u00f6her. In Frankreich verschlechterte sich der Trend in den vergangenen Jahren: von 82 Prozent, die solche Verz\u00f6gerungen im Jahr 2023 erlebten, auf 85 Prozent im vergangenen Jahr und auf 86 Prozent der befragten 650 Unternehmen in diesem Jahr.<\/p>\n<p>Die durchschnittliche Zahlungsversp\u00e4tung ist mit rund 40 Tagen stabil, aber auf einem hohen Niveau geblieben. Zwar warten Unternehmen in Polen mit 46 Tagen und in China mit 65 Tagen l\u00e4nger auf die Begleichung von Rechnungen. Doch in Deutschland und Grossbritannien ist im Durchschnitt mit einem Verzug von 32 Tagen zu rechnen.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr franz\u00f6sische KMU und Kleinstunternehmen wirkt sich die schlechte Zahlungsmoral zunehmend negativ aus. Letztere sprechen zu 55 Prozent von erheblichen oder gar kritischen Folgen f\u00fcr ihre Liquidit\u00e4t. Dagegen sind es bei den KMU 39 Prozent und bei den mittleren und grossen Unternehmen 26 Prozent. Wie diese dritte Umfrage ihrer Art zeigt, steigen diese Zahlen seit 2023 best\u00e4ndig. Insgesamt 42 Prozent der Befragten f\u00fchren die Zahlungsversp\u00e4tungen auf finanzielle Schwierigkeiten ihrer Kundschaft zur\u00fcck.\u00a0<\/p>\n<p>Die anhaltende Verschlechterung der Zahlungsmoral 2025 hat auch zu einer steigenden Zahl von Insolvenzen gef\u00fchrt, so Coface. Hier beobachten die Fachleute, dass sich der Aufw\u00e4rtstrend auch 2025 fortsetzt. Bereits seit Ende 2023 liegen die Unternehmensinsolvenzen deutlich \u00fcber dem Niveau vor der COVID-Pandemie. Gegen\u00fcber dem Vorjahr sind die Zahlen um 4 Prozent und gegen\u00fcber 2019 um 36 Prozent gestiegen. In der Folge hat die Summe der Schulden bei Lieferanten mit 3,4 Milliarden Euro ein Rekordhoch erreicht. Zudem sind die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt beispiellos, heisst es. Allein zwischen Januar und Juli 2025 waren laut Coface mehr als 160\u2019000 Arbeitspl\u00e4tze betroffen.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der versp\u00e4teten Zahlungen glauben 45 Prozent, dass sich im kommenden Jahr nicht viel \u00e4ndert. Ein Drittel geht davon aus, dass sie noch h\u00e4ufiger vorkommen werden. Nach den allgemeinen Konjunkturaussichten gefragt, rechnet die \u00fcberwiegende Mehrheit mit einer weiteren Verschlechterung oder bestenfalls mit einer Stabilisierung der Konjunktur in Frankreich und weltweit. Hauptursache f\u00fcr die Sorgen der Unternehmen ist laut Coface \u201emehr denn je\u201c das politische und soziale Umfeld in Frankreich.\u00a0<\/p>\n<p>Bei der Nennung der Hauptrisiken beobachtet Coface eine \u201ebemerkenswerte Entwicklung\u201c: W\u00e4hrend die befragten Unternehmen 2023 als Hauptproblem noch die Schwierigkeiten bei der Personalbeschaffung nannten, rangiert dies jetzt erst hinter den Rohstoffpreisen, dem R\u00fcckgang der weltweiten Nachfrage und den zahlreichen geopolitischen Spannungen.<\/p>\n<p>84 Prozent der Unternehmen sp\u00fcren Auswirkungen der neuen US-Z\u00f6lle. Ein Viertel verzeichnet einen Anstieg der Produktions- und Lieferkosten. 40 Prozent der in den Sektoren Transport, Chemie, Metalle, Papier und Automobilindustrie t\u00e4tigen Firmen haben ihre Margen bereits reduziert oder wollen dies noch tun.<\/p>\n<p>Exportierende Unternehmen sehen Frankreich trotz eines R\u00fcckgangs bei den Nennungen im Vergleich zu 2023 noch als den Markt mit den besten Chancen an, zusammen mit dem der Europ\u00e4ischen Union. Trotz der Spannungen in Handelsfragen nennt fast ein Viertel der Unternehmen auch die USA. Wie Coface analysiert, kommt der leichte R\u00fcckgang in diesen drei Hauptm\u00e4rkten Kanada, der Schweiz und vor allem China zugute.<\/p>\n<p>Positiver gestimmt sind exportierende Unternehmen: 31 Prozent von ihnen rechnen mit einer steigenden Rentabilit\u00e4t. Insbesondere wird hier die Pharmabranche hervorgehoben. Unter den Unternehmen, die sich auf das Inland konzentrieren, erwarten nur 22 Prozent eine h\u00f6here Rendite. So bewerten insbesondere Transport-, Bau- und Tourismusunternehmen die Aussichten eher negativ.\u00a0<\/p>\n<p>Bruno De Moura Fernandes, Global Head of Macroeconomic Research bei Coface, formuliert angesichts dieser Ergebnisse das Fazit: \u201eAngesichts dieser Umfrage werden die Margen und der Cashflow der Unternehmen bis 2026 unter Druck und die Insolvenzen auf einem hohen Niveau bleiben.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr die Schweiz sind diese Entwicklungen von grosser Bedeutung, denn Frankreich ist laut <a href=\"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2025\/05\/wie-wichtig-ist-frankreich-fuer-die-schweizer-wirtschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Experten des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (SECO)<\/a> traditionell einer der wichtigsten Wirtschaftspartner der Schweiz. Bei Direktinvestitionen lag Frankreich 2024 auf Platz 6, bei den Exporten mit einem Anteil von 5 Prozent auf Rang 5 noch vor China und Grossbritannien. Die Importe aus Frankreich \u00fcbertrafen 2024 die Exporte und machten 7 Prozent aus, womit Frankreich auf Platz 5 landete. Nach Einsch\u00e4tzung von Coface k\u00f6nnte es vor dem Hintergrund der US-Zollpolitik und weltweiter Spannungen eine immer wichtigere Rolle spielen, die Wirtschaftsbeziehungen innerhalb Europas zu pflegen. Dabei sp\u00fcrt auch die Schweiz den wachsenden Druck: Sie h\u00e4lt im aktuellen <a href=\"https:\/\/www.coface.ch\/de\/news-publikationen-einblicke\/schweiz-insel-der-stabilitaet-oder-teil-des-sturms\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Coface-Risikobarometer<\/a> zwar weiterhin die Bestnote A1, doch die Gefahren f\u00fcr Branchen wie Automobil und Metall gelten inzwischen als besonders hoch.<\/p>\n<p>Coface unterst\u00fctzt Schweizer Unternehmen seit 1995 bei ihrer internationalen Entwicklung und unterh\u00e4lt Standorte in Z\u00fcrich und Lausanne. ce\/mm\/yvh<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Z\u00fcrich\/Paris &#8211; Die Zahlungsmoral in Frankreich verschlechtert sich weiter: Gem\u00e4ss dem France Corporate Payment Survey von Coface sind&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":513058,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-513057","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115406092751479987","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/513057","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=513057"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/513057\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/513058"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=513057"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=513057"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=513057"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}