{"id":514289,"date":"2025-10-20T22:26:12","date_gmt":"2025-10-20T22:26:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/514289\/"},"modified":"2025-10-20T22:26:12","modified_gmt":"2025-10-20T22:26:12","slug":"unterstuetzung-fuer-den-mittelstand-in-brandenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/514289\/","title":{"rendered":"Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Mittelstand in Brandenburg"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"short-info\">Ulrich Scheppan, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Land Brandenburg, spricht im Interview \u00fcber die Situation der heimischen Wirtschaft und dar\u00fcber, wie seine Institution den Mittelstand konkret unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>DHB: Herr Scheppan, die ILB hat 2024 mehr als zwei Milliarden Euro F\u00f6rdermittel zugesagt. Das waren rund 400 Millionen Euro mehr als im Jahr 2023. Da viele Gelder erst jetzt wirksam werden: Hei\u00dft das, wir l\u00f6sen in Brandenburg so langsam den Investitionsstau in vielen Bereichen? \u2029<br \/>Ulrich Scheppan:  In der Tat konnten wir 2024 vor allem in der Infrastruktur- und der Wirtschaftsf\u00f6rderung deutlich mehr Gelder zusagen als im Vorjahr. Wenn wir uns anschauen, woher die Zuw\u00e4chse kommen, sehen wir drei klare Schwerpunkte. Zum ersten die F\u00f6rderung des erfolgreichen Strukturwandels in der Lausitz. Daf\u00fcr wurden rund 400 Millionen Euro zugesagt, um die Folgen des Ausstiegs aus der Kohleverstromung abzumildern und um die Transformation der gesamten Region zu unterst\u00fctzen. Zweitens der Breitbandausbau, in den knapp 340 Millionen Euro geflossen sind. Dieser ist eine ganz wichtige Voraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche Digitalisierung und die Zunahme digitaler Gesch\u00e4ftsmodelle. Und drittens der Bereich Wohnungsbau. Dank Zusagen von \u00fcber 400 Millionen Euro k\u00f6nnen \u00fcber 1.400 vorrangig klima- und generationengerechte Wohnungen in Brandenburg neu gebaut oder modernisiert werden. Bei vielen wichtigen Themenfeldern geht es also sehr gut voran, in anderen Punkten hat Brandenburg noch Aufholbedarf. Um diesen anzugehen, arbeiten wir eng mit der Landesregierung zusammen. Auch die drei Milliarden Euro aus dem Sonderverm\u00f6gen des Bundes, die Brandenburg in den kommenden zw\u00f6lf Jahren erh\u00e4lt, bieten eine gro\u00dfe Chance, Investitionsbedarfe vor allem auf kommunaler Seite anzugehen.<\/p>\n<p>DHB: Wie l\u00e4uft es aktuell im Jahr 2025? Was k\u00f6nnen Sie aus den Ihnen vorliegenden Zahlen herauslesen \u2013 wenn es um den Zustand der brandenburgischen Wirtschaft geht?\u2029<br \/> Ulrich Scheppan:  F\u00fcr unser F\u00f6rdergesch\u00e4ft spielt es eine ganz wichtige Rolle, dass das Land Mitte des Jahres einen vern\u00fcnftigen Haushalt verabschiedet hat. Dadurch k\u00f6nnen wir unsere F\u00f6rderzusagen jetzt wieder intensivieren. Gesamtwirtschaftlich nehmen wir eine durchaus positive Stimmung bei den Unternehmen wahr \u2013 vor allem gemessen an den vielf\u00e4ltigen konjunkturellen Herausforderungen. Unsere Planungen f\u00fcr die Gesamtzusagen 2025 haben wir daher sogar leicht aufgestockt auf 2,1 Milliarden Euro. Eine wichtige Rolle dabei spielt, dass die bei den Unternehmen beliebte F\u00f6rderung aus dem Just Transition Funds (JTF) auch auf die Uckermark ausgeweitet wurde. Hier sind Investitionszusch\u00fcsse von bis zu 70 Prozent m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Und auch in der Gr\u00fcndungsf\u00f6rderung ist aktuell jede Menge Musik drin. Gerade erst haben wir die Gr\u00fcndung von sechs neuen Start-up-Zentren im Land unterst\u00fctzt, mit deren Hilfe junge, vielversprechende Unternehmen f\u00fcr die Skalierung ihrer Gesch\u00e4ftsideen bis hin zur Internationalisierung fit gemacht werden sollen.<\/p>\n<p>DHB: Ein Nachteil vieler Unternehmen in Brandenburg ist die \u2013 verglichen mit westdeutschen Betrieben \u2013 geringe Eigenkapitalst\u00e4rke. Im November 2023 wurde gemeinsam mit dem MWAE ein neuer Eigenkapitalfonds innerhalb der Brandenburg Kapital aufgelegt. Insgesamt stehen rund 100 Millionen Euro bis 2029 bereit. Wie l\u00e4uft dieses Programm aus Ihrer Sicht?\u2029<br \/> Ulrich Scheppan:  Die Brandenburg Kapital GmbH ist mittlerweile ein etablierter Player im Spielfeld der Venture Capital Finanzierungen in Brandenburg. Aus dem neuen Eigenkapitalfonds wurden 2024 bereits 20 Millionen Euro investiert, um moderne, technologieorientierte Unternehmen in Brandenburg zu unterst\u00fctzen. Besonders wichtig ist hier die Hebel\u00adwirkung \u2013 mit unseren 20 Millionen Euro haben wir weitere 65 Millionen Euro zus\u00e4tzlich von Co-Investoren eingesammelt. Einen regelrechten Boom sehen wir im Bereich Health-Care. Hier haben wir mittlerweile Firmen mit Unternehmenswerten im dreistelligen Millionenbereich im Portfolio.<\/p>\n<p>DHB: Die neue EU-F\u00f6rderperiode ab 2028 wird derzeit mit Inhalten untersetzt. Es gibt Bef\u00fcrchtungen, dass f\u00fcr die Entwicklung l\u00e4ndlicher oder wirtschaftsschwacher Regionen weniger Geld zur Verf\u00fcgung stehen wird, weil die EU massiv in die milit\u00e4rische Verteidigung in\u00advestiert. Was h\u00f6ren Sie?\u2029<br \/> Ulrich Scheppan:  Zun\u00e4chst muss man feststellen, dass die EU-F\u00f6rderung der Vergangenheit sehr positive Auswirkungen hatte. Seit dem Start der letzten EU-F\u00f6rderperiode 2014-2021 ist das BIP in Brandenburg um 56 Prozent gestiegen, und zwar auf rund 97,5 Milliarden Euro in 2024. Damit liegt Brandenburg prozentual \u00fcber dem bundesweiten Wachstum. Dass die EU-F\u00f6rdergelder nun auch regional zur\u00fcckgehen werden, ist daher keine \u00dcberraschung.<\/p>\n<p>Im Juli erst hat die Kommission ihr Budget f\u00fcr die Jahre 2028-2034 vorgeschlagen. Dieses bel\u00e4uft sich auf fast zwei Billionen Euro. Ein Hauptmerkmal des neuen Finanzrahmens sind einfachere, gestraffte und harmonisierte EU-Finanzprogramme, die den Zugang zu Finanzierungsm\u00f6glichkeiten vereinfachen sollen. Wie das konkret ausgestaltet werden soll, m\u00fcssen wir jetzt abwarten. Die Landesregierung hat sich jedoch in Br\u00fcssel daf\u00fcr eingesetzt, die Koh\u00e4sionspolitik und damit auch die f\u00fcr Bran-denburg wichtige Regionalf\u00f6rderung fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>DHB: Transformation, Innovation und Fachkr\u00e4ftebedarf sind die gro\u00dfen Themen f\u00fcr die Wirtschaft. Wie kann die ILB den Unternehmen bei diesen Themen helfen?\u2029<br \/> Ulrich Scheppan: \u00a0Die herausfordernden Themen haben Sie hier korrekt benannt, und gl\u00fccklicherweise hat die ILB passende F\u00f6rderprogramme daf\u00fcr im Angebot. Mit dem JTF k\u00f6nnen wir Unternehmen direkt bei ihren Transformationsbem\u00fchungen unter-st\u00fctzen, sowohl bei Beratungsleistungen als auch bei produktiven Investitionen. Mit den Innova\u00adtionsf\u00f6rderprogrammen BIG Digital und ProFIT sind bis zu drei Millionen Euro Zuschuss m\u00f6glich. Und damit Unternehmen ihren Bedarfen nach \u00adFachkr\u00e4ften auch intern durch Qualifizierungsma\u00dfnahmen besser \u00adbegegnen k\u00f6nnen, wird derzeit die Weiter\u00adbildungsrichtlinie verbessert. Wie immer gilt: Unsere F\u00f6rderberaterinnen und F\u00f6rderberater sind die beste Anlaufstelle im Land zu allen Infos rund um F\u00f6rderung und Finanzierung.<\/p>\n<p><strong>DHB jetzt auch digital!<\/strong><a href=\"https:\/\/www.digithek.de\/hb-handwerksblatt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Einfach hier klicken und f\u00fcr das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!<\/a><\/p>\n<p>                                                                                              Text: Michel Havasi und Karsten Hintzmann \/ handwerksblatt.de                                                                                                                                                                                                                                                      <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ulrich Scheppan, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Land Brandenburg, spricht im Interview \u00fcber die Situation der heimischen Wirtschaft und dar\u00fcber,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":514290,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1816],"tags":[1960,1958,1959,1957,1956,1890,29,30],"class_list":{"0":"post-514289","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-brandenburg","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin-und-brandenburg","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-brandenburg","10":"tag-aktuelle-news-aus-berlin-und-brandenburg","11":"tag-aktuelle-news-aus-brandenburg","12":"tag-berlin-und-brandenburg","13":"tag-brandenburg","14":"tag-deutschland","15":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115408849161424027","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/514289","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=514289"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/514289\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/514290"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=514289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=514289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=514289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}