{"id":514556,"date":"2025-10-21T01:06:15","date_gmt":"2025-10-21T01:06:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/514556\/"},"modified":"2025-10-21T01:06:15","modified_gmt":"2025-10-21T01:06:15","slug":"40-jahre-esslinger-frauenhaus-letzte-rettung-frauenhaus-wenn-frauen-um-ihr-leben-fuerchten-esslingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/514556\/","title":{"rendered":"40 Jahre Esslinger Frauenhaus: Letzte Rettung Frauenhaus \u2013 Wenn Frauen um ihr Leben f\u00fcrchten &#8211; Esslingen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t   \t\t\t\t\t \t\t\t\t   \t      \t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"40 Jahre Esslinger Frauenhaus: Letzte Rettung Frauenhaus \u2013 Wenn Frauen um ihr Leben f\u00fcrchten\" title=\"40 Jahre Esslinger Frauenhaus: Letzte Rettung Frauenhaus \u2013 Wenn Frauen um ihr Leben f\u00fcrchten\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.e15a0aa3-81c0-4631-ad1f-0bc18476385c.original700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.esslinger-zeitung.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tVor 40 Jahren wurde das Esslinger Frauenhaus er\u00f6ffnet. Seitdem bietet es Frauen Schutz vor Gewalt.\u00a0Foto: dpa\t\t\t<\/p>\n<p>Vor 40 Jahren wurde in Esslingen das Frauenhaus er\u00f6ffnet. Noch immer ist es f\u00fcr viele Frauen und ihre Kinder der letzte Ausweg, um h\u00e4uslicher Gewalt zu entkommen.<\/p>\n<p>Statistisch gesehen wird alle zwei Minuten ein Mensch Opfer von h\u00e4uslicher <a href=\"https:\/\/www.esslinger-zeitung.de\/thema\/Gewalt\" title=\"Gewalt\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gewalt<\/a>, wie die j\u00fcngste Statistik des Bundeskriminalamts f\u00fcr das Jahr 2024 zeigt. Die Zahl steigt seit Jahren. Die T\u00e4ter sind \u00fcberwiegend m\u00e4nnlich, oft handelt es sich um die Partner oder Ex-Partner. Die Opfer sind meistens Frauen. Oft sind Frauenh\u00e4user f\u00fcr sie die letzte Rettung, wo sie und ihre Kinder Schutz und Hilfe bekommen. <\/p>\n<p>Seit 40 Jahren gibt es in <a href=\"https:\/\/www.esslinger-zeitung.de\/thema\/Esslingen\" title=\"Esslingen\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Esslingen<\/a> ein <a href=\"https:\/\/www.esslinger-zeitung.de\/thema\/Frauenhaus\" title=\"Frauenhaus\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frauenhaus<\/a>. Tr\u00e4ger ist der Verein \u201eFrauen helfen Frauen\u201c. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die vergangenen vier Jahrzehnte, dass das Esslinger Frauenhaus immer voll belegt ist. \u201eDas ist erschreckend und zeigt, wie gro\u00df der Bedarf noch immer ist\u201c, sagt Sarah Seibold, Sozialarbeiterin im Frauenhaus. Deutschlandweit fehlen rund 13 000 Schutzpl\u00e4tze. Gedacht ist das Frauenhaus eigentlich als Akut-Einrichtung. Doch weil die Frauen nur schwer eine eigene Unterkunft auf dem knappen Wohnungsmarkt finden, m\u00fcssen sie immer l\u00e4nger bleiben. Die geringe Fluktuation versch\u00e4rft die Situation in Esslingen zus\u00e4tzlich. Viele Schutzsuchende m\u00fcssen deshalb abgewiesen werden. <\/p>\n<p> \u201eViel \u00dcberzeugungsarbeit war notwendig\u201c \u2013 Gr\u00fcndung des Esslinger Frauenhauses <\/p>\n<p>Lange wurde Gewalt gegen Frauen als privates Schicksal abgetan. Als ein Dutzend engagierter Frauen 1982 in Esslingen \u201eFrauen helfen Frauen \u2013 Frauenhaus Esslingen\u201c gr\u00fcndeten, wie der Verein damals noch hie\u00df, stie\u00dfen sie auf gro\u00dfe Skepsis. \u201eEs war viel \u00dcberzeugungsarbeit notwendig, denn auf der politischen Ebene gab es jede Menge Halbwissen und viele Vorurteile\u201c, blickt Semrah Dogan zur\u00fcck. Die Sozialp\u00e4dagogin arbeitet seit vielen Jahren in der Beratungsstelle, mit der der Verein bereits ein Jahr nach seiner Gr\u00fcndung startete. 1985 konnten die Vereinsmitglieder eine Doppelhaush\u00e4lfte mieten und damit auch das Frauenhaus er\u00f6ffnen. M\u00f6glich wurde der Mietvertrag aber erst durch eine B\u00fcrgschaft der evangelischen Gesamtkirchengemeinde. Das Haus war damals noch nicht einmal fertig renoviert, da wurde bereits die erste Frau mit ihren zwei Kindern in dieses Provisorium aufgenommen. <\/p>\n<p>1990 zog das Esslinger Frauenhaus in eine etwas gr\u00f6\u00dfere Bleibe, die auf 250 Quadratmetern Platz f\u00fcr sieben Frauen und zehn Kinder bietet. Anfangs wurde das Projekt noch von vielen Ehrenamtlichen gestemmt, erst nach und nach konnten Mitarbeiterinnen eingestellt werden. Ehrenamtlich gef\u00fchrt wird heute nur noch der Vorstand des Vereins und das Spendenl\u00e4dle. <\/p>\n<p>Nicht nur im <a href=\"https:\/\/www.esslinger-zeitung.de\/thema\/Kreis_Esslingen\" title=\"Kreis Esslingen\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kreis Esslingen<\/a>: \u201eFrauenfeindlichkeit und Antifeminismus nehmen zu\u201c <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.esslinger-zeitung.de\/thema\/H%C3%A4usliche_Gewalt\" title=\"H\u00e4usliche Gewalt\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">H\u00e4usliche Gewalt<\/a> leugnet zumindest von offizieller Seite heute keiner mehr. In den Griff bekommen hat man das Problem deswegen nicht. <a href=\"https:\/\/www.esslinger-zeitung.de\/inhalt.erschreckende-zahlen-in-esslingen-haeusliche-gewalt-gegen-frauen-kampagne-startet.c14f810e-941e-42ce-991a-bd9023742b15.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Noch immer geh\u00f6rt Gewalt f\u00fcr viele Frauen zum Alltag.<\/a> Sie beginnt nicht erst mit Schl\u00e4gen und ist nicht immer sichtbar. Auch Bedrohung, Kontrolle oder Beschimpfung geh\u00f6ren dazu. \u201eBetroffen sind Frauen aller sozialen Schichten und Nationalit\u00e4ten, ob jung oder alt\u201c, betont Sarah Seibold. Das Esslinger Frauenhaus ist heute noch genauso wichtig wie damals. Sorgen machen den Mitarbeiterinnen die derzeitigen Tendenzen in der Gesellschaft. \u201eEs gibt immer mehr R\u00fcckschritte. Hart erk\u00e4mpfte Menschenrechte sind gef\u00e4hrdet, Frauenfeindlichkeit und Antifeminismus nehmen zu\u201c, bef\u00fcrchtet Semrah Dogan.<\/p>\n<p> Finanzierung des Esslinger Frauenhauses bleibt Herausforderung <\/p>\n<p>Die Finanzierung des Frauenhauses und erst recht der Beratungs- und Interventionsstelle ist f\u00fcr den Esslinger Verein auch nach so vielen Jahren kein Selbstl\u00e4ufer. \u201eDie Mittel aufzutreiben, ist immer ein Kampf, das hat sich nicht ver\u00e4ndert, auch wenn den Bedarf keiner mehr infrage stellt\u201c, sagt Semrah Dogan. Das Frauenhaus bekommt keinen festen Zuschuss, abgerechnet wird nach Tagess\u00e4tzen und nur f\u00fcr belegte Pl\u00e4tze. Ohne Spenden oder Stiftungsgelder w\u00fcrde es nicht funktionieren. Doch die k\u00f6nnen schwanken, was die Planung von Personal und Angeboten schwieriger macht. Viel Raum nimmt inzwischen die B\u00fcrokratie ein. \u201eAuch die Problemlagen werden immer komplexer und die einzelnen Beratungen nehmen mehr Zeit ein\u201c, beschreibt Sarah Seibold die Entwicklung der vergangenen Jahre. <\/p>\n<p>   Umgangsrecht der V\u00e4ter: \u201eSchutz der Frauen wird vernachl\u00e4ssigt\u201c <\/p>\n<p> GPS und Tracker im Handy machen es zudem immer schwieriger, die Frauenh\u00e4user geheim zu halten. Eine Gefahr ist das Umgangsrecht der V\u00e4ter mit ihren Kinder. \u201eDas beg\u00fcnstigt Nachtrennungsgewalt. Der Schutz der Frauen wird au\u00dfer Acht gelassen\u201c, sagt Sarah Seibold. In den Anfangsjahren seien die Kinder, die mit ihren M\u00fcttern ins Frauenhaus kamen, so nebenher gelaufen. Heute bekommen sie jeweils eine eigene Betreuungsperson, die ihre Bed\u00fcrfnisse vertritt. Jungs werden aufgrund der beengten Verh\u00e4ltnisse in Esslingen aber nur bis zum Alter von 15 Jahren aufgenommen. Zuletzt hat der Tr\u00e4gerverein lange \u00fcber das Thema geschlechtliche Vielfalt diskutiert. Inzwischen steht das Esslinger Frauenhaus auch Transfrauen offen.<\/p>\n<p> <b\/> <\/p>\n<p>  Hinweis: Falls Sie Opfer von h\u00e4uslicher Gewalt sind oder jemanden kennen, der betroffen ist, k\u00f6nnen Sie sich beispielsweise bei der Beratungsstelle Esslingen vertraulich und kostenlos \u00fcber Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten informieren (Telefon: 0711\u2009\/\u200935\u200972\u200912).  <\/p>\n<p> 40 Jahre Frauenhaus <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Festakt<\/strong><br \/>In 40 Jahren haben insgesamt 1581 Frauen und 1603 Kinder im Esslinger Frauenhaus Schutz gefunden. F\u00fcr sie war es ein Start in ein selbstbestimmtes Leben ohne Gewalt. Auch deshalb steht die Jubil\u00e4umsfeier am Freitag, 24. Oktober, ab 18 Uhr in der Osterfeldhalle in Berkheim unter dem Motto \u201eMut, Freiheit, Neubeginn\u201c. Neben Festreden und einer Performance des Jugendspielclubs der WLB wird es eine Lesung von Asha Hedayati aus ihrem Buch \u201eDie stille Gewalt\u201c geben. Wer noch an der Feier teilnehmen m\u00f6chte, kann sich vorab per Mail unter: frauenberatung@frauenhelfenfrauen-es.de anmelden. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Gewalthilfegesetz<\/strong><br \/>In diesem Jahr wurde das Gewalthilfegesetz verabschiedet. Es sieht bei geschlechtsspezifischer und h\u00e4uslicher Gewalt einen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe vor, der ab 2032 gelten soll. Bis dahin soll mit finanzieller Unterst\u00fctzung durch den Bund das Hilfesystem ausgebaut werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor 40 Jahren wurde das Esslinger Frauenhaus er\u00f6ffnet. 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