{"id":514794,"date":"2025-10-21T03:21:33","date_gmt":"2025-10-21T03:21:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/514794\/"},"modified":"2025-10-21T03:21:33","modified_gmt":"2025-10-21T03:21:33","slug":"china-plant-neue-botschaft-in-london-spionage-risiko-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/514794\/","title":{"rendered":"China plant neue Botschaft in London: Spionage-Risiko?"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das Gel\u00e4nde war im 14. Jahrhundert ein Pestfriedhof, sp\u00e4ter Standort eines Klosters und dann Versorgungsdepot der Royal Navy, bevor es schlie\u00dflich zum Sitz der Royal Mint wurde, der staatlichen M\u00fcnzpr\u00e4gest\u00e4tte des Vereinigten K\u00f6nigreichs. Doch nun steht dem \u201eRoyal Mint Court\u201c, nur wenige Schritte vom Tower of London entfernt, wom\u00f6glich seine tiefgreifendste Verwandlung bevor. Der Komplex mit seinen historischen Bauten soll Chinas Auslandsvertretung beherbergen. Britische Medien sprechen bereits von einer m\u00f6glichen \u201eSuperbotschaft\u201c. Noch nicht genehmigt, sorgt das Projekt im Zentrum der Stadt schon jetzt f\u00fcr lauter werdende Kritik. Wird die Residenz zu einem Ort der Spionage und \u00dcberwachung?<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">China hatte das Gel\u00e4nde 2018 f\u00fcr rund 255 Millionen Pfund (mehr als 290 Millionen Euro) erworben. Seitdem verfolgt Peking das Ziel, auf dem rund 20.000 Quadratmeter gro\u00dfen Areal im Herzen der britischen Metropole eine der gr\u00f6\u00dften Botschaften Europas zu errichten. Dabei sollen Teile des historischen Ensembles aus dem 19. Jahrhundert restauriert werden und als repr\u00e4sentatives Hauptgeb\u00e4ude dienen. Zus\u00e4tzlich sind Erweiterungsbauten geplant, wie vorl\u00e4ufige Pl\u00e4ne der Vertretung zeigen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"&quot;Sch\u00fctzt unsere nationale Sicherheit&quot;: Demonstranten vor der neuen chinesischen Botschaft in London.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1761016891_730_DBG2VTHFUNDBRMUVZY65HGCUYQ.jpg\" \/>Einsch\u00fcchterung von Regimegegnern?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Doch schon fr\u00fch regte sich Widerstand. Denn der Standort grenzt unmittelbar an die Regierungs- und Finanzviertel der Hauptstadt des Landes. Sicherheitsexperten warnen \u00fcberdies vor der N\u00e4he zu Kommunikations- und Datenzentren als potenziellem Einfallstor f\u00fcr nachrichtendienstliche Aktivit\u00e4ten. Auch aus der chinesischen Diaspora in London kommt Kritik: Aktivisten bef\u00fcrchten, die Botschaft k\u00f6nne zur Einsch\u00fcchterung von Regimegegnern im Exil genutzt werden. Bef\u00fcrworter des Projekts argumentieren dagegen, dass der Bau zur Sanierung denkmalgesch\u00fctzter Substanz beitragen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Auf lokaler Ebene erhielt das Projekt keine Unterst\u00fctzung: Der Londoner Bezirk Tower Hamlets lehnte den Bauantrag im Jahr 2022 und erneut 2024 ab \u2013 unter anderem wegen Sicherheitsbedenken und B\u00fcrgerprotesten. Jetzt entscheidet die Zentralregierung \u00fcber den Komplex. Diese erwartet vorher jedoch den vollst\u00e4ndigen und ungeschw\u00e4rzten Zugang zu Chinas Baupl\u00e4nen f\u00fcr die neue Mega-Botschaft. Eigentlich sollte am 21. Oktober ein Beschluss fallen, doch nach aktuellen Berichten ist eine weitere Verz\u00f6gerung m\u00f6glich. <\/p>\n<p>Regierung steckt in einem Dilemma<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Pl\u00e4ne zur \u201eSuperbotschaft\u201c der Volksrepublik zeigen ein Dilemma auf: Eine Ablehnung des Projekts k\u00f6nnte die Beziehungen zu Peking belasten und wom\u00f6glich Folgen f\u00fcr die wirtschaftliche Zusammenarbeit nach sich ziehen. Eine Zustimmung hingegen k\u00f6nnte unter Umst\u00e4nden nationale Interessen und die Sicherheit Gro\u00dfbritanniens gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Zus\u00e4tzliche Brisanz erh\u00e4lt die Debatte aktuell durch einen geplatzten Spionageprozess im Vereinigten K\u00f6nigreich. Im September stellte die britische Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen Christopher Cash, einen fr\u00fcheren Parlamentsmitarbeiter und einstigen Direktor der China Research Group \u2013 einer parteiinternen Gruppe konservativer Abgeordneter \u2013 sowie den Lehrer Christopher Berry unvermittelt ein. Ihnen wurde Spionage f\u00fcr China vorgeworfen, was beide bestritten. Nach Angaben der Anklage scheiterte das Verfahren unter anderem daran, dass f\u00fcr die Jahre 2021 bis 2023 keine formale Einstufung der Volksrepublik als nationale Sicherheitsbedrohung m\u00f6glich war \u2013 wegen mangelnder Beweise. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Kritiker werfen der Labour-Regierung vor, diese m\u00f6glicherweise vorenthalten zu haben, um die diplomatischen Beziehungen zu Peking nicht zu belasten. Die Sozialdemokraten weisen den Vorwurf jedoch zur\u00fcck und betonen, die Entscheidung habe allein bei der unabh\u00e4ngigen Strafverfolgungsbeh\u00f6rde gelegen. Ferner erinnern sie daran, dass sie zum Zeitpunkt der mutma\u00dflichen Taten noch nicht an der Regierung waren.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Immer wieder demonstrieren Menschen gegen Chinas neue Superbotschaft in London, wie hier im vergangenen August.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1761016893_736_QXTQDPXNT5EKHBUTZ25W2RIXJA.jpg\" \/>Warnung vom MI5<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Auch dieser Fall zeigt: F\u00fcr Gro\u00dfbritannien ist der Umgang mit China ein Drahtseilakt. Einerseits sind chinesische Investitionen und Handelsbeziehungen im Finanz- und Technologiebereich vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage auf der Insel und des \u00e4u\u00dferst engen finanziellen Spielraums der Labour-Regierung wichtig. Andererseits mahnen Sicherheitsexperten seit Jahren zur Vorsicht: vor Aussp\u00e4hung, digitaler Einflussnahme und wachsender Abh\u00e4ngigkeit bei strategischer Infrastruktur. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Als Reaktion wurden in \u201eWhitehall\u201c, Gro\u00dfbritanniens Regierungsapparat, etwa strengere Sicherheitschecks f\u00fcr Besch\u00e4ftigte eingef\u00fchrt. Erst diese Woche mahnte der Inlandsgeheimdienst MI5 Politiker und ihre Mitarbeiter, auf Spione zu achten, die versuchen k\u00f6nnten, etwa durch Erpressung und den Aufbau langfristiger Beziehungen oder \u00fcber Spenden Einfluss zu gewinnen. \u201eWenn fremde Staaten wichtige britische Informationen stehlen oder unsere demokratischen Prozesse manipulieren, dann gef\u00e4hrden sie nicht nur kurzfristig unsere Sicherheit, sondern untergraben die Grundlagen unserer Souver\u00e4nit\u00e4t\u201c, sagte Ken McCallum, MI5-Generaldirektor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Gel\u00e4nde war im 14. 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