{"id":515214,"date":"2025-10-21T07:31:14","date_gmt":"2025-10-21T07:31:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/515214\/"},"modified":"2025-10-21T07:31:14","modified_gmt":"2025-10-21T07:31:14","slug":"britische-unternehmen-leiden-unter-zahlungsverzoegerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/515214\/","title":{"rendered":"Britische Unternehmen leiden unter Zahlungsverz\u00f6gerungen"},"content":{"rendered":"<p>London\/Z\u00fcrich &#8211; In Grossbritannien k\u00e4mpfen laut dem 2025 United Kingdom Payment Survey von Coface fast alle Unternehmen mit Zahlungsverz\u00f6gerungen. Zudem steigen Zwangsliquidationen, obwohl die Insolvenzen gesamthaft zur\u00fcckgehen und sich die wirtschaftlichen Aussichten positiv entwickeln.  <\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/portal.infohalle.com\/de\/projects\/news_informations?token=6ba49163-cee4-487a-8e92-3b5f3e82e896\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CONNECT<\/a>) Zahlungsverz\u00f6gerungen in Grossbritannien h\u00e4ufen sich laut einer Erhebung von <a href=\"https:\/\/www.coface.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Coface<\/a>. Die Fachleute des Kreditversicherers und Risikomanagers machen als Gr\u00fcnde eine abk\u00fchlende Konjunktur und hohe sowie steigende Kosten aus. Mit dem <a href=\"https:\/\/www.coface.ch\/de\/news-publikationen-einblicke\/uk-zahlungsstudie-2025-9-von-10-unternehmen-kaempfen-mit-verspaeteten-zahlungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2025 United Kingdom Payment Survey<\/a> hat Coface zum ersten Mal das Zahlungsverhalten in Grossbritannien erhoben und daf\u00fcr im Juli 2025 fast 700 Unternehmen befragt. Demnach liegt der durchschnittliche Verzug bei knapp 32 Tagen, und mehr als ein Viertel der Unternehmen beobachtet, dass der Trend zu versp\u00e4teten Zahlungen sich verst\u00e4rkt. Generell haben 90 Prozent der Unternehmen im vergangenen Jahr Verz\u00f6gerungen erlebt \u2013 ein im internationalen Vergleich bemerkenswert hoher Anteil, heisst es. In Frankreich liegt er bei 85, in Deutschland bei 81, in Asien und Lateinamerika bei rund 50 Prozent.\u00a0<\/p>\n<p>Mit einer durchschnittlichen Zahlungsfrist von 51 Tagen zieht Grossbritannien mit Frankreich gleich. In der Asien-Pazifik-Region herrschen l\u00e4ngere Fristen von rund 65 Tagen, doch bereits Lateinamerika liegt mit 53 Tagen nur leicht h\u00f6her. In Deutschland hingegen ist eine Zahlungsfrist von 32 Tagen \u00fcblich.\u00a0<\/p>\n<p>Die Coface-Fachleute betrachten diese Entwicklungen als breit angelegten Trend. Ein Zeichen hierf\u00fcr sei, dass rund die H\u00e4lfte der grossen sowie auch Kleinst- und Kleinunternehmen im vergangenen Jahr l\u00e4ngere Fristen eingef\u00fchrt h\u00e4tten. Das bedeute insbesondere f\u00fcr kleine Firmen eine grosse Anstrengung, da sie mit eng kalkulierten Liquidit\u00e4tsspielr\u00e4umen arbeiteten. Nur 10 Prozent von ihnen bieten Fristen \u00fcber 90 Tage an, unter den Grossunternehmen liegt der Anteil bei 20 Prozent.\u00a0<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Wirtschaftsbereiche ist der Automobil- und Transportsektor mit 95 Prozent am st\u00e4rksten betroffen. Zudem stechen Unternehmen aus dem Baubereich hervor, von denen 93 Prozent Verz\u00f6gerungen beobachteten und die mit 38,2 Tagen auch am l\u00e4ngsten auf die Begleichung der Rechnungen warten mussten. \u00dcber alle Branchen hinweg werden als Grund f\u00fcr die Versp\u00e4tung haupts\u00e4chlich finanzielle Schwierigkeiten angegeben, wobei auch operative Themen und Zahlungsaufsch\u00fcbe unabh\u00e4ngig von Liquidit\u00e4tsproblemen eine Rolle spielen.\u00a0<\/p>\n<p>Die Insolvenzentwicklung ist laut Coface zum Teil ein Zeichen der Entspannung. Die Phase rekordhoher Insolvenzzahlen zwischen Juli 2023 und Juli 2024 scheint zwar ein Ende gefunden zu haben, denn im Folgejahr ist die Zahl um mehr als tausend auf rund 25\u2019400 Unternehmen gesunken. Die Fachleute bemerken jedoch: \u201eTrotz des R\u00fcckgangs h\u00e4lt ein besorgniserregender Trend an\u201c und dabei beziehen sie sich auf 4200 Zwangsliquidationen zwischen Juni 2014 und Juni 2025, was einer Steigerung von 12,3 Prozent gleichkommt. Gef\u00e4hrdet sind hier unter anderem Unternehmen im Produktionsbereich, die laut Coface unter hohen Energiepreisen leiden, und aus dem Bausektor, der insbesondere von Zahlungsverz\u00f6gerungen stark betroffen ist.\u00a0<\/p>\n<p>Die Risikoeinsch\u00e4tzung der Unternehmen ist laut der Fachleute Ausdruck daf\u00fcr, dass sie sich an globale Schocks gew\u00f6hnt haben. \u201eDer Fokus liegt wieder auf Grundlagen \u2013 Schulden managen, Arbeitskosten steuern, kritische Systeme sichern, stabile und effiziente Produktion gew\u00e4hrleisten.\u201c Unternehmen sehen potenzielle Risiken priorit\u00e4r in h\u00f6heren Zinsen und Cyberangriffen, danach folgen neue Regulierungen, St\u00f6rungen der Lieferketten, Fachkr\u00e4ftemangel, Geopolitik, Zugang zu Finanzierung und Folgen des Klimawandels.\u00a0<\/p>\n<p>Politisch gibt es laut der Einsch\u00e4tzung Ans\u00e4tze f\u00fcr Optimismus, wenngleich dieser Herbst noch Steuererh\u00f6hungen bringen k\u00f6nnte. Zahlungssicherheit d\u00fcrfte auf Basis j\u00fcngster Entscheidungen steigen: Angef\u00fchrt werden etwa erweiterte Berichtspflichten in Bezug auf die Zahlungspraxis, die seit Anfang 2025 gelten. Die Regierung habe zudem weitere Massnahmen vorgeschlagen, etwa die Einf\u00fchrung maximaler Zahlungsfristen von vorerst 60 Tagen und sp\u00e4ter 45 Tagen. 75 Prozent der Unternehmen verkn\u00fcpfen mit diesen Vorschl\u00e4gen die Hoffnung, dass Vertrauen und Investitionen gest\u00e4rkt werden. Kleinst- und Kleinunternehmen teilen die Begeisterung f\u00fcr die geplanten Vorhaben weniger \u2013 vermutlich, so Coface, weil diese in schwierigen Phasen selbst Zahlungen verz\u00f6gern m\u00fcssen.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zukunft erwarten 37 Prozent der Unternehmen eine Verbesserung der Zahlungssituation, darunter sind vor allem mittlere und grosse Unternehmen. Der ICT-Sektor zeigt sich besonders optimistisch. 30 Prozent rechnen damit, dass der negative Trend sich fortsetzt. Einheitlicher ist der positive Blick auf die generelle wirtschaftliche Entwicklung, der mit 47 Prozent fast von der H\u00e4lfte der Unternehmen geteilt wird. \u00c4hnlich hoch ist der Anteil, der auch mit einem besseren globalen Gesch\u00e4ftsumfeld rechnet. Knapp 50 Prozent der exportorientierten Unternehmen haben die Europ\u00e4ische Union (EU) im Visier, 47 Prozent die USA und 12 Prozent China.\u00a0<\/p>\n<p>Die Exportchancen beeinflussen gem\u00e4ss der Fachleute auch massgeblich die Standortwahl: Mit 55 Prozent hat mehr als die H\u00e4lfte bereits ihre operativen T\u00e4tigkeiten verlagert oder sind gerade dabei \u2013 zu 38 Prozent in die EU, 37 Prozent in die USA. Laut Coface ist der Anteil von 12 Prozent der Unternehmen bemerkenswert, der nach Indien verlagert.\u00a0<\/p>\n<p>Die Situation ist gerade deshalb f\u00fcr die Schweiz relevant, weil Grossbritannien nach den USA und Deutschland den drittwichtigsten Handelspartner bei Dienstleistungen darstellt. Gem\u00e4ss <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/dam\/seco\/de\/dokumente\/Aussenwirtschaft\/Wirtschaftsbeziehungen\/L%C3%A4nderinformationen\/Europa_Zentralasien\/wirtschaftsbericht_grossbritannien.pdf.download.pdf\/Wirtschaftsbericht_Grossbritannien_2025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zahlen des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (SECO) <\/a>wurden 2023 Dienstleistungen im Wert von jeweils 12,6 Milliarden Franken importiert und exportiert. Im Gegenzug liegt die Schweiz f\u00fcr Grossbritannien auf Platz 7. Auch bei Direktinvestitionen gibt es enge Verbindungen: Die Schweiz landete 2023 in diesem Bereich auf Rang 8 und Grossbritannien in der Schweiz auf Rang 7. Dabei d\u00fcrften laut Coface europ\u00e4ische Handelspartner angesichts der US-Zollpolitik und globaler Spannungen perspektivisch sogar noch an Bedeutung gewinnen. Denn auch die Schweiz steht unter Druck. Im aktuellen <a href=\"https:\/\/www.coface.ch\/de\/news-publikationen-einblicke\/schweiz-insel-der-stabilitaet-oder-teil-des-sturms#wird-die-schweiz-von-der-globalen-wirtschaftsturbulenz-verschont-bleiben\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Coface-Risikobarometer<\/a> erh\u00e4lt die Schweiz zwar weiterhin die Bestnote von A1, doch die Risiken f\u00fcr Branchen wie Automotive und Metall werden neuerdings als extrem hoch eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Coface unterst\u00fctzt Schweizer Unternehmen seit 1995 bei ihrer internationalen Entwicklung und betreibt Standorte in Z\u00fcrich und Lausanne. ce\/yvh<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"London\/Z\u00fcrich &#8211; In Grossbritannien k\u00e4mpfen laut dem 2025 United Kingdom Payment Survey von Coface fast alle Unternehmen mit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":515215,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-515214","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-uk","15":"tag-united-kingdom","16":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","17":"tag-vereinigtes-koenigreich","18":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115410992187074550","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515214","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=515214"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515214\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/515215"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=515214"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=515214"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=515214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}