{"id":515560,"date":"2025-10-21T10:45:15","date_gmt":"2025-10-21T10:45:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/515560\/"},"modified":"2025-10-21T10:45:15","modified_gmt":"2025-10-21T10:45:15","slug":"kitagebuehren-stuttgart-darf-nicht-zulasten-von-frauen-sparen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/515560\/","title":{"rendered":"Kitageb\u00fchren: Stuttgart darf nicht zulasten von Frauen sparen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Kitageb\u00fchren: Stuttgart darf nicht zulasten von Frauen sparen\" title=\"Kitageb\u00fchren: Stuttgart darf nicht zulasten von Frauen sparen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.efc550f1-7c7f-4595-bf8f-e4fd06043e56.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tKitabetreuung in Stuttgart soll deutlich teurer werden \u2013 gerade im Ganztag.\u00a0Foto: Harald Oppitz\/KNA\t\t\t<\/p>\n<p>In Stuttgart sollen die Kitageb\u00fchren deutlich steigen, besonders in der Ganztagsbetreuung. Vereinbarkeit darf aber kein Privileg der Wohlhabenden sein, kommentiert Eva-Maria Manz.<\/p>\n<p>Viele Familien mit kleinen Kindern m\u00fcssen beim Blick auf ihre Finanzen in diesen Zeiten schlucken. Der Wohnraum ist knapp und teuer, die Lebensmittelpreise sind deutlich gestiegen \u2013 und jetzt sollen Eltern in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> auch noch viel mehr Geld f\u00fcr die Kitabetreuung bezahlen. Das zumindest hat die Stadt zur Haushaltskonsolidierung geplant. Bis 2031 w\u00fcrden die Geb\u00fchren f\u00fcr st\u00e4dtische <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Kita\" title=\"Kitas\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kitas<\/a> dann <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.kinderbetreuung-in-stuttgart-gebuehren-fuer-staedtische-kitas-sollen-auf-bis-zu-828-euro-im-monat-steigen.ea7d0a80-a972-4e0a-a4ff-eb60fafe5dc2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auf bis zu 828 Euro im Monat anwachsen<\/a>. Vor allem bei Ganztagspl\u00e4tzen ist eine Verteuerung geplant. Vertreter sozialer Verb\u00e4nde bef\u00fcrchten, das k\u00f6nnte wieder mehr Frauen in Teilzeitarbeit oder ganz aus der Erwerbsarbeit heraus dr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>In vielen Haushalten w\u00e4chst die Verzweiflung <\/p>\n<p>Zumindest die Bef\u00fcrchtung, dass das vor allem Frauen trifft, ist berechtigt, denn die h\u00e4usliche Belastung tragen nach wie vor haupts\u00e4chlich sie, w\u00e4hrend sie zugleich meist weniger verdienen als ihre M\u00e4nner. Auch fast 20 Jahre nach der Einf\u00fchrung des Elternzeitgesetzes nimmt nur jeder zehnte Vater in Deutschland l\u00e4nger als zwei Monate Elternzeit. Als Ursache werden meist die hohen Lebenserhaltungskosten genannt, auf das h\u00f6here Gehalt des Mannes sei man gerade in Gro\u00dfst\u00e4dten wie Stuttgart angewiesen. <\/p>\n<p>Selbst wenn Familien genau das tun, was der Staat erwartet, wenn n\u00e4mlich beide viel arbeiten und viele Kinder bekommen, haben sie dadurch keine Vorteile. Der Bund f\u00f6rdert Ehen steuerlich mehr als Familien. In vielen Haushalten w\u00e4chst die Verzweiflung, man spricht von der \u201eVereinbarkeitsl\u00fcge\u201c. <\/p>\n<p>Das System bricht zusammen, sobald einer krank wird <\/p>\n<p>Geschlechterrollen haben sich gewandelt. M\u00fctter kleiner Kinder sind oft gut ausgebildet und mit dem Versprechen aufgewachsen, alles zugleich haben zu k\u00f6nnen: Karriere und Kinder. Dabei ist Vereinbarkeit l\u00e4ngst nicht der Standard. Elternsein und Beruf lassen sich eben nicht problemlos verbinden. Nur die absoluten Topverdiener k\u00f6nnen es sich leisten, die Alltagsbelastung durch die Anstellung einer Kinderfrau abzufedern. Vereinbarkeit darf aber kein Privileg der Wohlhabenden sein. Viele Familien reiben sich jeden Tag auf. Ihr System bricht zusammen, sobald einer krank wird oder die Kita wieder verk\u00fcrzte \u00d6ffnungszeiten aufgrund von Personalmangel verk\u00fcndet.<\/p>\n<p>Gerade im Bereich der Pflege und Betreuung arbeiten oft M\u00fctter minderj\u00e4hriger Kinder. Als Arbeitskr\u00e4fte werden sie dringend gebraucht. Wenn sie nun glauben, es lohne sich aufgrund teurer Kinderbetreuung mehr, jahrelang zu Hause zu bleiben statt wieder erwerbst\u00e4tig zu sein, gibt es ein gesellschaftliches Problem, das weit \u00fcber das individuelle Schicksal dieser Frauen mit drohender Altersarmut und Abh\u00e4ngigkeit hinausgeht.<\/p>\n<p>Solche Sparpl\u00e4ne k\u00f6nnten auch politische Konsequenzen haben <\/p>\n<p>Die Politik ist in der Pflicht, Grundlagen zu schaffen, die Familien besser und gezielter als heute zu f\u00f6rdern. Doch die Kommunen, die L\u00e4nder und der Bund schieben einander den Schwarzen Peter zu. Das Ziel ist mehr Gleichberechtigung, daf\u00fcr ist verl\u00e4ssliche Betreuung n\u00f6tig, flexible Arbeitszeitmodelle, mehr finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Familien, die es wirklich brauchen. Auf kommunaler Ebene k\u00f6nnen Entscheidungen wie die \u00fcber Kitageb\u00fchren in einer ohnehin teuren Stadt richtungsweisend sein.<\/p>\n<p>Stuttgart tut viel f\u00fcr Familien. Doch die Sparpl\u00e4ne kommen zu einer schlechten Zeit. Sie k\u00f6nnten nicht nur private und wirtschaftliche, sondern auch politische Konsequenzen haben. Die Verzweiflung der M\u00fctter ist das Schlupfloch, durch das rechtsextreme Kr\u00e4fte gerade verst\u00e4rkt versuchen einzudringen, um sich einem wichtigen W\u00e4hlerklientel anzubiedern. Im Angebot haben sie staatskritische Ideologien und ein \u00fcberkommenes Rollenmodell, mit dem die Frau ihrer Zerreibung vermeintlich entkommen kann: indem sie einfach wieder Hausfrau wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kitabetreuung in Stuttgart soll deutlich teurer werden \u2013 gerade im Ganztag.\u00a0Foto: Harald Oppitz\/KNA In Stuttgart sollen die Kitageb\u00fchren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":515561,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,553,4480,30,3491,94071,121492,4693,1441,5329],"class_list":{"0":"post-515560","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-familie","12":"tag-familienleben","13":"tag-germany","14":"tag-kita","15":"tag-kitabetreuung","16":"tag-kitakrise","17":"tag-kommentar","18":"tag-stuttgart","19":"tag-video"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115411755590099321","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515560","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=515560"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515560\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/515561"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=515560"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=515560"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=515560"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}