{"id":515744,"date":"2025-10-21T12:23:11","date_gmt":"2025-10-21T12:23:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/515744\/"},"modified":"2025-10-21T12:23:11","modified_gmt":"2025-10-21T12:23:11","slug":"ende-der-pressefreiheit-can-duendars-buch-ueber-die-tuerkei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/515744\/","title":{"rendered":"Ende der Pressefreiheit \u2013 Can D\u00fcndars Buch \u00fcber die T\u00fcrkei"},"content":{"rendered":"<p>Im Januar 2014 wurden \u2013 nach einem anonymen Hinweis \u2013 drei Lkw auf einer Autobahn im S\u00fcden der T\u00fcrkei gestoppt. An Bord: Medikamentenkisten, darunter versteckt Munition, etwa 30.000 schwere Maschinengewehrpatronen. Die Lieferung war im Auftrag des t\u00fcrkischen Geheimdienstes in Richtung Syrien unterwegs, berichtet der t\u00fcrkische Journalist Can D\u00fcndar in seinem Buch. Sie sollte an <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachricht\/inhalt\/terrorismus-islamismus-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">den selbst ernannten &#8222;Islamischen Staat&#8220;<\/a> \u00fcbergeben werden. Nach Interventionen von oberster politischer Stelle konnten die Lkw weiterfahren.<\/p>\n<p>Juristische Verfolgung und ein Attentat<\/p>\n<p>Im Mai 2015 ver\u00f6ffentlichte die Cumhuriyet einen Bericht \u00fcber den Vorfall, gest\u00fctzt auch auf neue Dokumente. Can D\u00fcndar war damals Chefredakteur der renommierten liberalen t\u00fcrkischen Zeitung. Seine Kollegen und er entschieden gemeinsam, \u00fcber den Vorfall zu berichten. Die Folgen: Eine massive juristische Kampagne gegen das Team der Cumhuriyet. Es wurde umgehend ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, Can D\u00fcndar wurde unter anderem der Spionage und des Verrats von Staatsgeheimnissen bezichtigt. Der Staatspr\u00e4sident pers\u00f6nlich zeigte ihn an, er kam zeitweise in Untersuchungshaft und wurde angeklagt.<\/p>\n<p>Im Mai 2016 wurde zudem \u2013 auf dem Weg zu einer Gerichtsverhandlung \u2013 ein Mordanschlag auf Can D\u00fcndar ver\u00fcbt. Er \u00fcberlebte und erfuhr sp\u00e4ter, dass ein Auftragskiller auf ihn angesetzt war. D\u00fcndars Buch &#8222;Ich traf meinen M\u00f6rder&#8220;, das die Geschichte der Waffenlieferung mit der pers\u00f6nlichen verbindet, beginnt dort. 2020 erhielt der Journalist einen Brief aus einem argentinischen Gef\u00e4ngnis. &#8222;Man gab mir den Auftrag, Sie zu t\u00f6ten&#8220;, schrieb der Verfasser. Er sei bereit, alles zu sagen, was er wisse.<\/p>\n<p>Wachsende Verflechtung von Politik und Mafia<\/p>\n<p>&#8222;Der Mann war Mitglied einer Bande, die versucht hat, mich zu t\u00f6ten&#8220;, erz\u00e4hlt Can D\u00fcndar im <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/play\/interviews\/buchmesse-150\/gespraeche-buchmesse-frankfurt-sonntag-teil1-100\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gespr\u00e4ch \u00fcber sein Buch auf der Literaturb\u00fchne<\/a> von ARD, ZDF und 3sat auf der Frankfurter Buchmesse. &#8222;Er hat sich geweigert, den Auftrag auszuf\u00fchren und musste dann fliehen. Er reiste durch verschiedene L\u00e4nder und wurde vom t\u00fcrkischen Geheimdienst verfolgt. In Buenos Aires wurde er von Interpol verhaftet. Die T\u00fcrkei verlangte seine Auslieferung.&#8220;<\/p>\n<p>Der Informant \u2013 einer von mehreren, die im Buch zu Wort kommen \u2013 best\u00e4tigt die Informationen, die der Cumhuriyet vorlagen. Can D\u00fcndar f\u00fchrte ausf\u00fchrliche Interviews und dokumentiert sie in seinem Buch. Es entsteht das Bild einer wachsenden Verflechtung von t\u00fcrkischem Staat und organisiertem Verbrechen. &#8222;Es gibt Verbindungen zwischen mafi\u00f6sen Gruppen und der Regierung. \u00dcber den Geheimdienst nutzt die Regierung die Mafia, um Gegner anzugreifen. Gleichzeig gibt es aufgrund der Verbindung mit der Regierung Vorteile f\u00fcr die Gruppen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Januar 2014 wurden \u2013 nach einem anonymen Hinweis \u2013 drei Lkw auf einer Autobahn im S\u00fcden der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":515745,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,128114,29,214,53122,30,1015,9823,25509,143,215],"class_list":{"0":"post-515744","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-can-duendar","11":"tag-deutschland","12":"tag-entertainment","13":"tag-frankfurter-buchmesse","14":"tag-germany","15":"tag-justiz","16":"tag-pressefreiheit","17":"tag-rechtsstaat","18":"tag-tuerkei","19":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115412140754886752","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515744","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=515744"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515744\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/515745"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=515744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=515744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=515744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}