{"id":515758,"date":"2025-10-21T12:31:19","date_gmt":"2025-10-21T12:31:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/515758\/"},"modified":"2025-10-21T12:31:19","modified_gmt":"2025-10-21T12:31:19","slug":"restriktionen-bei-seltenen-erden-chinas-rohstoffmacht-versetzt-e-autobranche-in-aufruhr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/515758\/","title":{"rendered":"Restriktionen bei Seltenen Erden: Chinas Rohstoffmacht versetzt E-Autobranche in Aufruhr"},"content":{"rendered":"<p>                    Restriktionen bei Seltenen Erden<br \/>\n                Chinas Rohstoffmacht versetzt E-Autobranche in Aufruhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t              21.10.2025, 13:03 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Exportbeschr\u00e4nkungen, leere Lagerbest\u00e4nde und steigende Preise von kritischen Rohstoffen setzen die Autobranche weltweit unter Druck. W\u00e4hrend die USA und Japan alternative Lieferketten aufbauen, droht Europa ins Hintertreffen zu geraten.<\/strong><\/p>\n<p>China versch\u00e4rft seine Kontrolle \u00fcber wichtige Rohstoffe f\u00fcr die Elektromobilit\u00e4t &#8211; und in der Autobranche bricht Unruhe aus. Leere Lagerbest\u00e4nde im Westen und steigende Preise bereiten den Eink\u00e4ufern Kopfzerbrechen. &#8222;Die Situation ist sehr angespannt&#8220;, sagte Nadine Rajner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin beim Metallpulver-H\u00e4ndler NMD. Viele ihrer Kunden fragten derzeit gezielt nach Material, das nicht aus China komme. &#8222;Wir sind aber ziemlich ausverkauft und haben nur noch begrenzte Lagerbest\u00e4nde.&#8220; <\/p>\n<p>Die Regierung in Peking erkl\u00e4rte Anfang Oktober, dass f\u00fcnf Rohstoffe aus der Gruppe der sogenannten &#8222;Schweren Seltenen Erden&#8220; nur noch mit Exportlizenzen aus dem Land gebracht werden d\u00fcrfen. F\u00fcr die Industrie ist es bereits der zweite derartige Schock binnen weniger Monate. Zuletzt hatte China im April, mitten im Handelsstreit mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump, Beschr\u00e4nkungen verh\u00e4ngt. Damals dauerte es nicht lange, bis die Exporte zu einem Stillstand kamen. <\/p>\n<p>Die Restriktionen h\u00e4tten die Versorgungssituation bei Seltenen Erden und strategischen Materialien deutlich versch\u00e4rft, sagte ein Sprecher des Branchenverbandes VDA. &#8222;Die neuen Ma\u00dfnahmen gehen hier\u00fcber nun noch hinaus. Die Sorge ist zudem, dass es aufgrund zahlreicher notwendig gewordener Antr\u00e4ge zu weiteren Verz\u00f6gerungen bei der Bearbeitung der bisherigen Lizenzantr\u00e4ge kommt.&#8220; Ein Grund daf\u00fcr: In China ist nur eine vergleichsweise kleine Zahl von Beamten f\u00fcr die Antr\u00e4ge zust\u00e4ndig. Daraus ergibt sich fast schon automatisch, dass es dauert, bis die Lizenzen erteilt werden. <\/p>\n<p>Der zweite Grund: die steigenden Anforderungen. Die Beh\u00f6rden in China wollten genau wissen, wer der Endverbraucher f\u00fcr das Material ist, sagte Rajner. Seit der Jahresmitte habe sich der Preis von &#8222;Leichten&#8220; Seltenen Erden wie Neodym in etwa verdoppelt, und &#8222;Schwere&#8220; Seltene Erden seien kaum noch zu bekommen. In Branchenkreisen hei\u00dft es, dass vor allem solche Produkte kaum noch aus dem Land gebracht werden k\u00f6nnten, die auch milit\u00e4risch genutzt werden k\u00f6nnten. &#8222;Je tiefer man in die Lieferkette hineingeht, desto weniger Unternehmen findet man dort &#8211; und das sind dann solche, die sowohl zivile als auch milit\u00e4rische Kunden beliefern&#8220;, schildert ein Kenner das Dilemma.<\/p>\n<p>China nutzt Macht aus<\/p>\n<p>Seltene Erden stecken in einer Vielzahl von Produkten, von Elektromotoren \u00fcber Medizintechnikger\u00e4te bis hin zu Milit\u00e4rtechnik. In Autos werden die Stoffe unter anderem in den kleinen Elektromotoren eingesetzt, die Scheibenwischer oder Fensterscheiben bewegen. Dazu kommen Treibstoffsensoren oder Lautsprecher. Besonders viel von dem Material kommt in Elektroautos zum Einsatz. Zwar kommen die Rohstoffe weltweit vor. Doch bei der F\u00f6rderung und Weiterverarbeitung hat sich China in den vergangenen Jahrzehnten eine Quasi-Monopolstellung gesichert. <\/p>\n<p>Inzwischen kontrolliert die Volksrepublik nach Berechnungen der Unternehmensberatung AlixPartners bis zu 70 Prozent der F\u00f6rderung, 85 Prozent der Raffineriekapazit\u00e4ten und ungef\u00e4hr 90 Prozent der Magnetproduktion. Diese Macht nutzt China aus. &#8222;Wir sind \u00fcberzeugt davon, dass dies nicht das Ende der Fahnenstange bei den Exportkontrollen ist&#8220;, sagte Jan Giese, Experte f\u00fcr Seltene Erden beim Handelshaus Tradium. Wenn nun die Versorgung mit Seltenen Erden abrei\u00dft, hat das weltweite Auswirkungen. &#8222;Sie k\u00f6nnen uns binnen zwei Monaten den Saft abdrehen, der ganzen Autobranche&#8220;, sagte Ryan Grimm, bei Toyota f\u00fcr die Lieferantenbeziehungen in Nordamerika zust\u00e4ndig. <\/p>\n<p>Zwar arbeitet die Branche schon seit L\u00e4ngerem daran, den Einsatz von Seltenen Erden zu reduzieren und etwa Motoren zu entwickeln, die ohne die Rohstoffe auskommen. BMW etwa nutzt bei seinen Elektroautos Antriebsmotoren ohne Seltene Erden. Doch ganz vermeiden l\u00e4sst sich der Einsatz der Stoffe nicht, auch wenn zum Teil nur winzige Mengen ben\u00f6tigt werden. <\/p>\n<p>Die neuen Restriktionen sollen ab dem 8. November greifen. Bruno Gaherty, bei Bosch zust\u00e4ndig f\u00fcr Frankreich, Benelux, West- und S\u00fcdeuropa, sagte, er gehe davon aus, dass sich die Autobranche jetzt noch schnell mit Seltenen Erden eindeckt, bevor die Lieferungen knapp werden. Allerdings ist offen, ob das gelingt. Denn die Lager sind leer, wie mehrere Rohstoffh\u00e4ndler berichten. Schon vor April habe es bei einigen kritischen Rohstoffen nur geringe Best\u00e4nde gegeben, sagte Jan Giese, Experte f\u00fcr Seltene Erden beim Handelshaus Tradium. Inzwischen habe sich die Lage weiter versch\u00e4rft. &#8222;Man hatte in der Zwischenzeit keine M\u00f6glichkeit, die Best\u00e4nde aufzuf\u00fcllen.&#8220; <\/p>\n<p>Vorbild Japan<\/p>\n<p>Einen schnellen Ausweg aus der Situation gibt es nicht. Es dauert Jahre, technische L\u00f6sungen zu finden, die ohne die Rohstoffe auskommen. Dazu kommen die Kosten. China konzentriere sich darauf, sich die Konkurrenz durch niedrige Preise vom Leib zu halten, sagte Andy Leyland, Mitgr\u00fcnder des Lieferketten-Spezialisten SC Insights. &#8222;Die Chinesen kommen immer drunter&#8220;, sagte er. &#8222;Das macht Investitionen riskant.&#8220; <\/p>\n<p>Dabei zeigen Blicke in andere L\u00e4nder, dass es durchaus M\u00f6glichkeiten gibt. Als Vorbild gilt etwa Japan, das bereits 2010 mit Erfolg eine Strategie entwickelt hat, um unabh\u00e4ngiger von chinesischen Rohstoffen zu werden. Auch die USA holen auf. So erschlie\u00dft der britische Bergbaukonzern Pensana eine Mine in Angola, in der ab 2027 Seltene Erden gef\u00f6rdert werden sollen. <\/p>\n<p>Pensana-Chef Paul Atherley sagte, sein Unternehmen baue eine Raffinerie mit einem Volumen von 250 Millionen Dollar in den USA. Ausschlaggebend daf\u00fcr seien eine Investition der US-Regierung in das Bergbauunternehmen MP Materials und eine Preisgarantie, in der der Mindestpreis bei dem Doppelten des chinesischen Preises festgelegt werde. &#8222;Die Amerikaner nehmen es sehr ernst, die Lieferketten neu aufzustellen.&#8220; Europa dagegen gilt als abgeschlagen. &#8222;Wir tun zu wenig, um Anreize f\u00fcr die Unternehmen zu schaffen, in das Gesch\u00e4ft einzusteigen&#8220;, sagte Tradium-Experte Giese. &#8222;Die Autoindustrie ist der Abh\u00e4ngigkeit weitgehend schutzlos ausgeliefert.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Restriktionen bei Seltenen Erden Chinas Rohstoffmacht versetzt E-Autobranche in Aufruhr 21.10.2025, 13:03 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion wurde&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":515759,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[371,175,227,170,169,29,30,171,174,105,173,172,55],"class_list":{"0":"post-515758","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-autoindustrie","9":"tag-business","10":"tag-china","11":"tag-companies","12":"tag-companies-markets","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-markets","16":"tag-maerkte","17":"tag-seltene-erden","18":"tag-unternehmen","19":"tag-unternehmen-maerkte","20":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115412172124281257","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515758","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=515758"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/515758\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/515759"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=515758"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=515758"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=515758"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}