{"id":516405,"date":"2025-10-21T18:31:11","date_gmt":"2025-10-21T18:31:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/516405\/"},"modified":"2025-10-21T18:31:11","modified_gmt":"2025-10-21T18:31:11","slug":"ein-nachfahre-des-sonnenkoenigs-will-die-franzoesische-monarchie-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/516405\/","title":{"rendered":"Ein Nachfahre des Sonnenk\u00f6nigs will die franz\u00f6sische Monarchie zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Louis XX. ist ein erfolgloser Unternehmer, der davon tr\u00e4umt, K\u00f6nig von Frankreich zu werden. Traditionalistische Kreise geben ihm eine B\u00fchne. Das Land hat ja sonst keine Probleme.<\/p>\n<p><img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"3277\" height=\"2260\" alt=\"Louis Alphonse de Bourbon (rechts) und seine Frau Marie-Marguerite leben in Spanien. Das h\u00e4lt Louis nicht davon ab, Ideen f\u00fcr die Zukunft Frankreichs zu entwerfen.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Louis Alphonse de Bourbon (rechts) und seine Frau Marie-Marguerite leben in Spanien. Das h\u00e4lt Louis nicht davon ab, Ideen f\u00fcr die Zukunft Frankreichs zu entwerfen.<\/p>\n<p>Anton Vaganov \/ Reuters<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mpnrps1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Es steht nicht gut um Frankreichs F\u00fcnfte Republik. Es steht vielleicht generell nicht gut um die Republik. Findet jedenfalls der in Madrid lebende Herzog von Anjou und Anw\u00e4rter auf die untergegangene franz\u00f6sische Krone, Luis Alfonso Gonzalo V\u00edctor Manuel Marco de Borb\u00f3n y Mart\u00ednez-Bordi\u00fa, der sich von seinen Anh\u00e4ngern Louis XX. nennen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Das Problem sei vielmehr die Staatsform, die sich Frankreich vor mehr als zwei Jahrhunderten gegeben habe.<\/p>\n<p>Die Moderatoren nennen ihn \u00abMonseigneur\u00bb<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7ome7690\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Republik, analysiert Louis XX., sei \u00abtreu ihrer Geschichte\u00bb unf\u00e4hig, das Gemeinwohl \u00fcber das Parteiengez\u00e4nk zu stellen. Sie habe sich zu einem \u00abRaum der L\u00e4hmung und der Ohnmacht\u00bb entwickelt. In diesen Zeiten k\u00f6nne die Monarchie eine \u00abQuelle der Inspiration\u00bb sein. Denn nur \u00abim Schatten der Lilien\u00bb habe Frankreich wirklich floriert. Die Lilie war \u00fcber Jahrhunderte das Symbol der franz\u00f6sischen K\u00f6nige.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7on7mto0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Das \u00abJournal du Dimanche\u00bb geh\u00f6rt zum Medienkonzern des konservativen Milliard\u00e4rs Vincent Bollor\u00e9, der ein Herz f\u00fcr katholisch-traditionalistische Milieus hat. So durfte Louis XX. wenig sp\u00e4ter auch bei Bollor\u00e9s Krawall-Sender CNews auftreten, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.dailymotion.com\/video\/x9rzztg\" rel=\"noopener\">wo ihn die Moderatoren ehrf\u00fcrchtig mit \u00abMonseigneur\u00bb ansprachen<\/a> \u2013 einem Titel, der seit der Revolution f\u00fcr weltliche Personen nicht mehr in Gebrauch ist.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7on7n8u0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">F\u00fcr die Programmmacher war es legitim, auch einmal einen Anh\u00e4nger des Ancien R\u00e9gime zur politischen Lage in Frankreich sprechen zu lassen. Zu viel Krise, Kl\u00fcngel und Kabinettsumbildungen scheinen die Franzosen zu ersch\u00f6pfen. Da kann eine Zeitreise ins 18.\u00a0Jahrhundert, wo die Macht noch von Gottes Gnaden kam und nicht von parlamentarischen Mehrheiten, ihren Reiz haben.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7p7nkle0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Wozu Louis XX. allerdings nicht befragt wurde, ist die praktische Umsetzung seiner Idee, die auf einige H\u00fcrden st\u00f6sst. Die franz\u00f6sische Verfassung erkl\u00e4rt die Republik seit 1958 als unantastbar. In der Kathedrale von Reims, wo einst die K\u00f6nige gesalbt wurden, fehlen heute Erfahrungswerte zum Umgang mit \u00d6l, Zepter und Krone. Vor allem aber herrscht unter den franz\u00f6sischen Monarchisten Uneinigkeit \u00fcber die Thronfolge.<\/p>\n<p>Mehrere Anw\u00e4rter auf den Thron<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7p7uus31\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Da w\u00e4ren zum einen die Legitimisten, die Louis XX. als rechtm\u00e4ssigen K\u00f6nig betrachten, weil seine Linie direkt auf den Sonnenk\u00f6nig Ludwig XIV. zur\u00fcckgeht. Die Orleanisten dagegen folgen den Nachfahren des \u00abB\u00fcrgerk\u00f6nigs\u00bb Louis-Philippe, der 1830 den Thron bestieg und versuchte, Krone und Parlament zu vers\u00f6hnen. Auch sie haben ihren Anw\u00e4rter, in Gestalt von Jean d\u2019Orl\u00e9ans, der sich \u00abGraf von Paris\u00bb nennt. Und dann g\u00e4be es noch die Bonapartisten, die vom Ruhm der Kaiserzeit tr\u00e4umen. Ihr Hoffnungstr\u00e4ger heisst Jean-Christophe Napol\u00e9on, ein Nachfahre Napoleons und Investmentbanker mit Wohnsitz in London.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7p94psk0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Louis XX. selbst ist, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/charliehebdo.fr\/2025\/10\/societe\/portrait-louis-xx-de-bourbon-lentrepreneur-rate-qui-se-reve-roi-de-france\/\" rel=\"noopener\">wie das franz\u00f6sische Satiremagazin \u00abCharlie Hebdo\u00bb schreibt<\/a>, bis anhin weniger von beruflichem Erfolg gekr\u00f6nt. Zwei seiner Firmen in Grossbritannien und Luxemburg wurden mangels Rentabilit\u00e4t aufgel\u00f6st. In Panama war er Direktor zweier Geldinstitute, die ebenfalls in Konkurs gingen. Danach er\u00f6ffnete er in Madrid ein Gesch\u00e4ft f\u00fcr Drohnen, Modellflugzeuge und Luxusartikel, das in finanzielle Schwierigkeiten geriet.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7pcdp7h0\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-team-paragraph=\"true\">Der 51-J\u00e4hrige ist ein Urenkel des spanischen Diktators Franco und stolz auch auf dieses Erbe, wie er oft betont. \u00dcberhaupt ist Louis XX., der seine Botschaft an die Franzosen im Fernsehen mit schwerem Akzent vortrug und dabei vom Teleprompter ablas, in Spanien h\u00f6rbar heimischer als in Frankreich. Das h\u00e4lt seine Anh\u00e4nger aber nicht davon ab, in ihm den Retter eines ersch\u00f6pften Landes zu sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Louis XX. ist ein erfolgloser Unternehmer, der davon tr\u00e4umt, K\u00f6nig von Frankreich zu werden. 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