{"id":516701,"date":"2025-10-21T21:09:15","date_gmt":"2025-10-21T21:09:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/516701\/"},"modified":"2025-10-21T21:09:15","modified_gmt":"2025-10-21T21:09:15","slug":"trump-setzt-kolumbien-auf-seine-abschussliste-in-lateinamerika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/516701\/","title":{"rendered":"Trump setzt Kolumbien auf seine Abschussliste in Lateinamerika"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1a762ff2-a82e-4be7-928c-838a4d208202\" style=\"max-height:100%\"\/>Der kolumbianische Pr\u00e4sident Gustavo Petro bei einer Rede in Bogota am 16. Juli 2024 [AP Photo\/Fernando Vergara]<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump hat seine imperialistische Kriegstreiberei in der Karibik erneut versch\u00e4rft, indem er den kolumbianischen Pr\u00e4sidenten als Drogenh\u00e4ndler beschimpfte und schwere wirtschaftliche Sanktionen gegen Kolumbien verh\u00e4ngte.<\/p>\n<p>Trump erkl\u00e4rte am Samstag auf Truth Social: \u201ePr\u00e4sident Gustavo Petro von Kolumbien ist ein Anf\u00fchrer des illegalen Drogenhandels, der die massenhafte Produktion von Drogen auf gro\u00dfen und kleinen Feldern in ganz Kolumbien stark f\u00f6rdert. [Der Drogenhandel] ist mit Abstand das gr\u00f6\u00dfte Gesch\u00e4ft in Kolumbien geworden, und Petro unternimmt nichts, um es zu stoppen, trotz umfangreicher Zahlungen und Subventionen aus den USA, die nichts weiter als eine langfristige Abzocke Amerikas sind.\u201c<\/p>\n<p>In seiner typischen vulg\u00e4ren Gangstersprache erkl\u00e4rte Trump, Petro sei ein \u201eWahnsinniger\u201c mit \u201eeinem losen Mundwerk gegen\u00fcber Amerika\u201c. Er solle die Drogenoperationen in Kolumbien \u201ebesser beenden, sonst werden die Vereinigten Staaten es f\u00fcr ihn tun, und zwar nicht auf die nette Art\u201c. Nur wenige Tage zuvor hatte Trump auf einer Pressekonferenz erkl\u00e4rt, der venezolanische Pr\u00e4sident Nicol\u00e1s Maduro habe verstanden, dass er \u201esich nicht mit den Vereinigten Staaten anlegen sollte\u201c.<\/p>\n<p>Petro antwortete am Sonntag auf X und verurteilte Trumps Angriff, den er als \u201eAkt des Mordes\u201c bezeichnete. \u201eMr. Trump, Kolumbien war nie unh\u00f6flich zu den USA, im Gegenteil, es hat die Kultur der USA sehr bewundert. Doch Sie sind grob und ignorant gegen\u00fcber Kolumbien. &#8230; Man ist kein Drogenh\u00e4ndler, wenn man versucht, sich f\u00fcr Frieden in Kolumbien einzusetzen.\u201c<\/p>\n<p>Weiter schreibt er: \u201eIch mache Gesch\u00e4fte nicht so wie Sie \u2013 ich bin ein Sozialist. Ich glaube an Solidarit\u00e4t, das Gemeinwohl und die gemeinsamen Ressourcen der Menschheit, allen voran an die gr\u00f6\u00dfte: das Leben, das jetzt durch Ihr \u00d6l gef\u00e4hrdet wird. Wenn ich kein Gesch\u00e4ftsmann bin, dann bin ich noch weniger ein Drogenh\u00e4ndler. Ich trage keine Gier im Herzen.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/67980d75-6e8f-4751-8e06-676d5cc7bb65\" style=\"max-height:100%\"\/>Der kolumbianische Pr\u00e4sident Gustavo Petro empf\u00e4ngt die US-Kongressabgeordneten Nydia Velasquez (link) und Alexandria Ocasio-Cortez (rechts) in der Casa Nari\u00f1o in Bogot\u00e1 am 21. August 2025 [Photo: Presidencia de Colombia]<\/p>\n<p>Petro ist kein Sozialist, sondern ein b\u00fcrgerlicher Nationalist. Er geh\u00f6rt zu der sogenannten \u201erosa Flut\u201c \u2013 einer Reihe lateinamerikanischer Politiker, die mit links klingender Rhetorik wirtschaftliche und soziale Reformen versprochen, aber nicht umgesetzt haben, weil sie im Rahmen des globalen kapitalistischen Systems bleiben, das von den imperialistischen M\u00e4chten dominiert wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iysse.de\/events.html\" class=\"db avenir f6 lh-title pa1 br2 tc mw6 mw-75rem-m bg-black-05 mt3 center\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"dn db-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1761080952_343_5ae35489-ccde-40ee-8cc6-03c56c79193e\"\/><img decoding=\"async\" class=\"db dn-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1761080953_874_18fe02ee-3fc3-4bd3-8b52-fd7cac813326\"\/><\/a><\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser f\u00fcr den Schlagabtausch zwischen Washington und Bogot\u00e1 waren zwei US-Milit\u00e4rschl\u00e4ge in der s\u00fcdlichen Karibik in der letzten Woche. Beim ersten wurde ein U-Boot zerst\u00f6rt, das laut der Trump-Regierung am Drogenschmuggel beteiligt gewesen sein soll. Nur ein Kolumbianer und ein Ecuadorianer \u00fcberlebten.<\/p>\n<p>Beim zweiten Angriff kamen am Freitag drei Menschen ums Leben. US-Kriegsminister Pete Hegseth behauptete, das Boot habe der kolumbianischen Guerillagruppe ELN geh\u00f6rt, die gegen die Petro-Regierung k\u00e4mpft. Petro verurteilte den zweiten Angriff und erkl\u00e4rte, das Boot habe nicht der ELN geh\u00f6rt, sondern einer \u201ebescheidenen Familie\u201c von Fischern.<\/p>\n<p>Insgesamt hat das Pentagon seit Trumps \u201eKriegserkl\u00e4rung\u201c gegen Drogenkartelle sieben Milit\u00e4rschl\u00e4ge auf kleine Boote in der s\u00fcdlichen Karibik durchgef\u00fchrt und dabei mindestens 32 Menschen get\u00f6tet. Die Drohnen-Raketenangriffe der USA trafen zuerst Fischerboote aus Venezuela. Letzte Woche hat Trump den venezolanischen Pr\u00e4sidenten Nicolas Maduro \u00f6ffentlich zum Ziel einer CIA-Regimewechsel-Operation erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Doch unter den Opfern der Raketenangriffe sind mittlerweile auch Einwohner von Trinidad, die in Venezuela gearbeitet hatten und in den Inselstaat zur\u00fcckkehren wollten, sowie mindestens zwei kolumbianische Boote.<\/p>\n<p>Trump hat zudem die sofortige Einstellung der Milit\u00e4r- und Wirtschaftshilfe f\u00fcr Kolumbien angeordnet, die sich in dem am 30. September endenden Haushaltsjahr auf 210 Millionen Dollar belief. Die USA sind der mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Geldgeber des kolumbischen Milit\u00e4rs. Sie haben in den letzten Jahren Milliarden Dollar an Hilfe geleistet, um gegen den Drogenhandel zu k\u00e4mpfen, linke Guerillabewegungen zu unterdr\u00fccken und, in j\u00fcngster Zeit, den Transit von Migranten zu blockieren, die die USA erreichen wollen.<\/p>\n<p>Trump erh\u00f6hte au\u00dferdem drastisch die Z\u00f6lle auf kolumbianische Exporte in die USA. Laut der kolumbianisch-amerikanischen Handelskammer gehen 35 Prozent von Kolumbiens Exporten in die USA. Das Land ist zudem eines der wenigen in S\u00fcdamerika, das mit den USA mehr Handel treibt als mit China. Dar\u00fcber hinaus sind 70 Prozent der kolumbianischen Importe aus den USA Produkte, f\u00fcr die es im eigenen Land keine Bezugsquellen gibt. Kolumbien hatte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits ein Au\u00dfenhandelsdefizit in H\u00f6he von 338 Millionen Dollar mit den USA.<\/p>\n<p>Aus dem Krieg der Worte ist bereits ein Wirtschaftskrieg geworden, der in milit\u00e4rische Gewalt umschlagen k\u00f6nnte. Presseberichte deuten darauf hin, dass das Pentagon den riesigen aufgegebenen US-Marinest\u00fctzpunkt Roosevelt Roads in Puerto Rico restauriert und neu aufbaut. Hunderte Mitglieder der Air Force sind im Einsatz, um die Start- und Landebahnen sowie den Kontrolltower wiederherzustellen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mehring-verlag.de\/library\/north-30-jahre-krieg\/00.html\" class=\"no-underline pointer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/19b71883-5de1-401a-8f7f-7226c4b24a37\" style=\"max-height:100%\"\/><\/p>\n<p>David North<\/p>\n<p>30 Jahre Krieg: Amerikas Griff nach der Weltherrschaft 1990\u20132020<\/p>\n<p>Seit dem ersten Golfkrieg 1990\u20131991 f\u00fchren die Vereinigten Staaten ununterbrochen Krieg.\u00a0Gest\u00fctzt auf ein marxistisches Verst\u00e4ndnis der Widerspr\u00fcche des US- und des Weltimperialismus analysiert David North die Milit\u00e4rinterventionen und geopolitischen Krisen der letzten 30 Jahre.<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Laut dem Economist wird der alte St\u00fctzpunkt als Aufmarschgebiet f\u00fcr US-Milit\u00e4roperationen in der Karibik wiederbelebt:\u00a0<\/p>\n<blockquote>\n<p>Vor der K\u00fcste von Venezuela liegt jetzt eine Flotte aus drei Zerst\u00f6rern, einem Lenkwaffenkreuzer, einem Angriffs-U-Boot und amphibischen Angriffsschiffen. Auf nahegelegenen Luftwaffenst\u00fctzpunkten wurden au\u00dferdem F-35-Kampfflugzeuge, MQ-9 Reaper-Drohnen und eine Handvoll hochmoderner Spionageflugzeuge stationiert&#8230;<\/p>\n<p>Die Eind\u00e4mmung des Drogenhandels war bisher Sache der Strafverfolgung. Jetzt setzt Trump das Milit\u00e4r darauf an und missachtet dabei das Gesetz&#8230;<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Schritte h\u00e4ngen davon ab, ob die USA ihre Angriffe weiter auf die Zerst\u00f6rung von Booten in internationalen Gew\u00e4ssern beschr\u00e4nken oder ob sie vielversprechendere Zielen tief im Inneren Lateinamerikas ins Auge fassen. Berichten zufolge entwirft das Pentagon Optionen f\u00fcr Angriffe auf potenzielle Ziele wie Drogenlabore und Bandenchefs in Venezuela.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Mittlerweile umfasst die US-Flotte einen Hubschraubertr\u00e4ger, drei Zerst\u00f6rer, einen Lenkwaffenkreuzer, ein atomgetriebenes Angriffs-U-Boot und ein amphibisches Angriffsschiff mit einer Einheit der Special Forces an Bord, sowie eine Staffel von F-35-Tarnkappenj\u00e4gern als Deckung.<\/p>\n<p>Rechts- und Diplomatieexperten haben die Zerst\u00f6rung von kleinen Booten in internationalen Gew\u00e4ssern durch das US-Milit\u00e4r als Versto\u00df gegen das V\u00f6lkerrecht kritisiert, und vergleichen sie eher mit Piraterie als mit \u201eStrafverfolgung\u201c. Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung der Trump-Regierung \u00e4u\u00dferst aufschlussreich, die beiden \u00dcberlebenden des so genannten \u201eDrogen-U-Boots\u201c nach Kolumbien und Ecuador zur\u00fcckzuschicken, statt sie in den USA vor Gericht zu stellen.<\/p>\n<p>Trump und seine faschistische F\u00fchrungsriege werden nie m\u00fcde, sich mit dem gro\u00dfartigen Erfolg dieser Raketenangriffe auf kleine Fischerboote zu r\u00fchmen, und geben daf\u00fcr Millionen Dollar aus. Trump behauptet sogar, jeder dieser Schl\u00e4ge w\u00fcrde 50.000 Menschenleben retten, weil dabei gro\u00dfe Mengen von illegalen Drogen zerst\u00f6rt w\u00fcrden, die sonst in die USA gelangt w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Doch die Regierung hat keinerlei Beweise f\u00fcr diese Behauptungen geliefert \u2013 nicht einmal ein Gramm Drogen. Obwohl sie die Gelegenheit hatte, die angeblichen Drogenschmuggler vor den Fernsehkameras zu pr\u00e4sentieren, hat sie die \u00dcberlebenden des Angriffs von letzter Woche lieber in ihre Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckgeschickt.<\/p>\n<p>Sie wollte offensichtlich die rechtlichen Komplikationen vermeiden, die ein Gerichtsverfahren gegen die \u00dcberlebenden mit sich gebracht h\u00e4tte \u2013 darunter sowohl der Mangel an Beweisen als auch ihr Status als Opfer einer gewaltsamen Entf\u00fchrung durch das US-Milit\u00e4r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der kolumbianische Pr\u00e4sident Gustavo Petro bei einer Rede in Bogota am 16. Juli 2024 [AP Photo\/Fernando Vergara] US-Pr\u00e4sident&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":516702,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,106,1994,59167,13,13132,47040,4046,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020,211],"class_list":{"0":"post-516701","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-donald-trump","11":"tag-drogenhandel","12":"tag-gustavo-petro","13":"tag-headlines","14":"tag-karibik","15":"tag-kolumbien","16":"tag-krieg","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-united-states","21":"tag-united-states-of-america","22":"tag-us","23":"tag-usa","24":"tag-vereinigte-staaten","25":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika","26":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115414209025498220","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/516701","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=516701"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/516701\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/516702"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=516701"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=516701"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=516701"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}