{"id":517402,"date":"2025-10-22T04:06:24","date_gmt":"2025-10-22T04:06:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/517402\/"},"modified":"2025-10-22T04:06:24","modified_gmt":"2025-10-22T04:06:24","slug":"hessisch-oldendorf-aeltester-vw-kaefer-der-welt-faehrt-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/517402\/","title":{"rendered":"Hessisch Oldendorf | \u00c4ltester VW K\u00e4fer der Welt f\u00e4hrt wieder"},"content":{"rendered":"<p>Hessisch Oldendorf (dpa) &#8211; Zugegeben: Viel war von ihm nicht mehr \u00fcbrig. Daf\u00fcr hat er wahrlich eine Odyssee hinter sich und dabei sogar den Krieg \u00fcberstanden. Die Rede ist vom vermutlich \u00e4ltesten Volkswagen K\u00e4fer der Welt. Zu finden ist er bei einem Sammler in Hessisch Oldendorf, der ihn in m\u00fchsamer Kleinarbeit wieder aufgebaut hat. Und: Inzwischen ist das Auto sogar wieder f\u00fcr den Stra\u00dfenverkehr zugelassen. Wie f\u00fchlt sich die Fahrt mit dem gut 23 PS starken Fahrzeug an?<\/p>\n<p>\u00abDas ist Fahren im Urzustand, sozusagen back to the roots \u2013 und es ist laut\u00bb, berichtet Besitzer Traugott Grundmann. Allerdings: \u00abAb gut 80 Kilometern pro Stunde wird es holprig.\u00bb Laut T\u00fcv sind 100 Kilometer pro Stunde m\u00f6glich.\u00a0<\/p>\n<p>Vor allem aber ist es beengt in dem Fahrzeug. \u00abFr\u00fcher waren die Menschen eben kleiner.\u00bb Wer gut 1,80 Meter gro\u00df ist, bekommt bereits Probleme, seine Beine unter dem Lenkrad hindurch zu strecken. Bei Grundmann klappt es noch. Aber um aus der Frontscheibe zu schauen, muss auch er einen Buckel machen.<\/p>\n<p>Fahrwerk \u00fcberstand Zweiten Weltkrieg<\/p>\n<p>Gebaut wurde das Auto 1937 als Volkswagen W30 \u2013 noch beim damaligen Ingenieurb\u00fcro Porsche und mit Unterst\u00fctzung von Mercedes. Nach den drei nicht mehr existierenden, sogenannten V-Modellen, war es die erste Prototypenserie f\u00fcr den sp\u00e4teren VW K\u00e4fer. \u00abDiese 30 Versuchswagen wurden im Auftrag von Ferdinand Porsche f\u00fcr einen gro\u00dfangelegten Stra\u00dfentest gebaut und gelten als direkte Vorl\u00e4ufer des sp\u00e4teren VW K\u00e4fers\u00bb, teilte der T\u00fcv Nord mit.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges wurden die Prototypen verschrottet, wie auf Bildern zu sehen ist, die Grundmann in seiner Ausstellung aufgeh\u00e4ngt hat. \u00abMan brauchte das Material.\u00bb Gut 56.000 Kilometer war das Fahrwerk mit der Nummer 26 bis dahin unterwegs gewesen \u2013 das den Krieg auf wundersame Weise \u00fcberstand.\u00a0<\/p>\n<p>Laut dem T\u00fcv, der die Echtheit der 26 best\u00e4tigte, gibt es keine Hinweise auf weitere verbliebene Rahmen oder Karosserien. Damit gilt das jetzt wieder aufgebaute Auto als weltweit \u00e4ltester VW K\u00e4fer.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens Anfang der 1970er Jahre wurde Fahrwerk Nummer 26 in Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd unter einem anderen Fahrzeug \u2013 einem sogenannten K\u00fcbelwagen, also eine Art milit\u00e4rischer K\u00e4fer \u2013 wiederentdeckt, wie Grundmann berichtet. \u00dcber verschiedene Sammler gelangte das Fahrzeugteil schlie\u00dflich zu einem Oldtimer-Liebhaber in \u00d6sterreich. 2003 kam es im Tausch f\u00fcr einen Schwimmwagen \u2013 eine Art Amphibien-VW-K\u00e4fer \u2013 zu Traugott Grundmann.<\/p>\n<p>Modell in holzvert\u00e4felter Garage untergebracht<\/p>\n<p>In Hessisch Oldendorf stand das Fahrgestell zun\u00e4chst \u00abnur an der Wand\u00bb, erinnert sich Grundmann. Er habe sich den Wiederaufbau nicht recht zugetraut. Mut machte dann der Wiederaufbau eines \u2013 deutlich besser erhaltenen \u2013 VW K\u00e4fer aus dem Jahr 1938. So wurde zun\u00e4chst der gesamte Unterbau wieder hergestellt &#8211; und letztlich kam eins zum anderen.\u00a0<\/p>\n<p>Heute steht der W30, zusammen mit dem 1938er K\u00e4fer in einem eigens hergerichteten Raum von Grundmanns Sammlung, die zahlreiche weitere VW-Modelle und eine 50er-Jahre-Bar umfasst. Auch ein Buch wurde \u00fcber den W30-Wiederaufbau geschrieben, das zusammen mit zahlreichen Bildern und Originaldokumenten in der holzvert\u00e4felten Garage zu finden ist.<\/p>\n<p>Wiederaufbau dauerte knapp acht Jahre<\/p>\n<p>Knapp acht Jahre werkelte der Dachdeckermeister und ehemalige Fluglehrer der Luftwaffe an dem historischen Fahrzeug, auch in der eigenen Werkstatt. \u00abBei einem K\u00e4fer kann man noch fast alles selbst machen.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Die Karosserie wurde mit einer Fachfirma von Grund auf neu aufgebaut. Grundlage daf\u00fcr war eine lebensgro\u00dfe Zeichnung des Fahrzeugs vom damaligen Audi- und heutigen VW-Chef-Designer Andreas Mindt, die er anhand von Fotos und des Fahrgestells erstellte. \u00abEine richtige Konstruktionszeichnung war nicht mehr erhalten\u00bb, erkl\u00e4rt Grundmann.\u00a0<\/p>\n<p>Mindt sagt dazu heute: Die Arbeit an dem Auto sei f\u00fcr ihn mehr als eine Herausforderung als Ingenieur gewesen, sondern die M\u00f6glichkeit in eine Zeit einzutauchen, in der Volkswagen sich selbst definiert habe. \u00abF\u00fcr mich ist dieses Auto nicht nur ein Prototyp \u2013 es ist eine Verbindung zwischen Handwerkskunst, dem Erbe und der Zukunft des Volkswagendesigns\u00bb.<\/p>\n<p>Grundmann erg\u00e4nzt: Generell h\u00e4tten viele Menschen an dem Wiederaufbau mitgeholfen &#8211; unter anderem weltweit nach Bauteilen gesucht. \u00abDas ist schon besonders.\u00bb Zeittypische Scheinwerfer, T\u00fcrgriffe und Scheibenwischer h\u00e4tten sie bei Teileh\u00e4ndlern oder Oldtimer-Sammlern gefunden, etwa in Gro\u00dfbritannien, Frankreich oder Polen. Viele der Teile des Autos waren nicht ausschlie\u00dflich f\u00fcr den Prototyp gefertigt worden und wurden damals zugekauft.<\/p>\n<p>Knifflige Stra\u00dfenzulassung<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Oldtimer-Experte Thomas Rusch vom T\u00fcv Nord war die Arbeit mit dem Auto etwas Besonderes: \u00abDas hat mir schon viel Freude bereitet.\u00bb Gebaut wurde es schlie\u00dflich vor dem Inkrafttreten der Stra\u00dfenverkehrszulassungsordnung 1938.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zulassung des Autos wurde deshalb vor allem geschaut, dass es verkehrssicher ist. F\u00fcr einige Vorschriften wurden Ausnahmeregelungen gefunden. So hat das Auto statt einem fest verbauten Warnblinklicht nur ein mobiles System. Letztlich habe das Stra\u00dfenverkehrsamt den W30 ohne jegliche Beanstandungen abgenommen.<\/p>\n<p>Weite Strecken f\u00e4hrt Grundmann in dem beengten grau-lackierten Fahrzeug nicht. Auch den Regen scheut er mit dem Wagen. Doch gerade, wenn ein VW-K\u00e4fer- oder Oldtimer-Treffen stattfindet, zw\u00e4ngt sich Grundmann in den Wagen, beugt sich nach vorn und der Wagen rollt wieder los.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hessisch Oldendorf (dpa) &#8211; Zugegeben: Viel war von ihm nicht mehr \u00fcbrig. Daf\u00fcr hat er wahrlich eine Odyssee&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":517403,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1841],"tags":[582,1605,3364,29,41076,10267,30,2989,2052,1411,1209,7490],"class_list":{"0":"post-517402","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bielefeld","8":"tag-automobilindustrie","9":"tag-bielefeld","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-divertme","13":"tag-fahrzeugbau","14":"tag-germany","15":"tag-geschichte","16":"tag-hessen","17":"tag-niedersachsen","18":"tag-nordrhein-westfalen","19":"tag-vermischtes"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115415848292720867","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/517402","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=517402"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/517402\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/517403"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=517402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=517402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=517402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}