{"id":517413,"date":"2025-10-22T04:13:16","date_gmt":"2025-10-22T04:13:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/517413\/"},"modified":"2025-10-22T04:13:16","modified_gmt":"2025-10-22T04:13:16","slug":"us-rueckzug-aus-der-forschung-warum-europa-jetzt-reagieren-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/517413\/","title":{"rendered":"US-R\u00fcckzug aus der Forschung \u2013 warum Europa jetzt reagieren muss"},"content":{"rendered":"<p><img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  undefined\"  width=\"6000\" height=\"4000\" alt=\"\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Wissenschaftliche Studien, Register, Datenbanken \u2013 die USA haben der Welt viel spendiert. Nun sieht das Land nicht mehr ein, weshalb es die Kosten f\u00fcr eine Forschung, die allen dient, allein \u00fcbernehmen soll. Damit ist Europa aufgerufen, in die Bresche zu springen und durch kluge Investitionen in die Wissenschaft selbst zum Zugpferd zu werden.<\/p>\n<p><img class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"5750\" height=\"3833\" alt=\"Gerade in der Medizin ist der Fortschritt oft made in USA - ein Labor eines Herstellers von k\u00fcnstlichen Herzklappen in Kalifornien.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Gerade in der Medizin ist der Fortschritt oft made in USA &#8211; ein Labor eines Herstellers von k\u00fcnstlichen Herzklappen in Kalifornien.<\/p>\n<p>Paul Bersebach \/ Getty<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Doug Whitney bietet der Wissenschaft eine einmalige Chance. Er geh\u00f6rt zu den 500 Personen, die Forscher auf dem Globus aufgest\u00f6bert haben, weil sie in einer Hinsicht besonders sind: Sie besitzen eine Mutation in ihrem Genom, die sie verurteilt, schon um ihren f\u00fcnfzigsten Geburtstag herum an Alzheimer zu erkranken. Whitney ist jedoch bereits 74 und zeigt noch keine Symptome. Was sch\u00fctzt ihn und einige wenige andere Studienteilnehmer vor der Krankheit? Das wollen Forscher in der sogenannten Dian-Studie herausfinden.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Pl\u00f6tzlich m\u00f6chte das Land dem Rest der Welt aber nicht mehr die Forschung spendieren.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Seitdem Donald Trump und die Republikaner vor fast zehn Monaten in den Vereinigten Staaten die Regierung \u00fcbernommen haben, zeigt sich auch in der Wissenschaft: Auf den grossen Bruder ist kein Verlass mehr. Internationalen Studien dreht das Land den Geldhahn zu, wissenschaftliche Datenbanken und Biobanken f\u00fcrchten, dass sie mit den USA bald den Hauptsponsor verlieren.<\/p>\n<p>Europa hat es sich im Windschatten der USA bequem gemacht<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ4\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Pl\u00f6tzlich f\u00e4llt auf, was die Amerikaner in der Forschung alles bezahlen. Und wie bequem es sich die europ\u00e4ische Wissenschaft in ihrem Windschatten eingerichtet hat. Damit m\u00fcssen die Europ\u00e4er auch in der Medizinforschung lernen, sich auf die eigenen Beine zu stellen, mehr Verantwortung zu \u00fcbernehmen \u2013 und ihr Verh\u00e4ltnis zu den USA neu definieren.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ5\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\"><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/worldreport.nih.gov\/wrapp\/#\/search?searchId=6814bbec89d07e74ced2ef24\" rel=\"nofollow noopener\">34,6 Milliarden Dollar<\/a> haben die amerikanischen National Institutes of Health, kurz NIH, in denen die staatlichen medizinischen Forschungsinstitute geb\u00fcndelt sind, im Jahr 2023 f\u00fcr Gesundheitsforschung ausgegeben. Vonseiten der Europ\u00e4ischen Kommission <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/commission.europa.eu\/document\/download\/d2e555e9-0e99-48c3-ac7e-7c445d10dc21_en?filename=HADEA_AAR_2023.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">waren es 1,1 Milliarden<\/a>. Solche Zahlen erkl\u00e4ren das bisherige amerikanische Modell der Wissenschaftspolitik: Die hohen Summen locken die internationale Forscherelite ins Land. Wer in den Lebenswissenschaften etwas werden will, wird in der Regel auch eine Karrierestation in den USA machen. Viele der Besten bleiben f\u00fcr immer und bringen im Gastland Wissenschaft und Wirtschaft voran.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ6\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Diese finanziellen Unterschiede spiegeln aber auch etwas anderes: Es sind die USA, die meist das Geld in die Hand nehmen, um die grossen medizinischen Fragen in grossen Studien zu kl\u00e4ren. Besonders in der sogenannten translationalen Forschung geht ohne die Amerikaner wenig. Darunter versteht man den Versuch, wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Labor in die medizinische Praxis und damit zu den Patienten zu bringen. Gerade hier braucht es oft teure Studien, die der Privatwirtschaft keinen Gewinn versprechen und deshalb \u00f6ffentlich finanziert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die grossen Studien werden von den USA spendiert<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ8\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">So begannen etwa die USA vor 77 Jahren, regelm\u00e4ssig die Einwohner einer ganzen Stadt, Framingham, zu untersuchen. Ziel war es, die Ursachen und Risikofaktoren von Herzkrankheiten aufzusp\u00fcren. Das hat auch in Europa viele Menschenleben gerettet.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ9\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Jenseits des Atlantiks pusht man mit Hunderten von Millionen den Versuch, einen HIV-Impfstoff zu finden oder mit RNA-Impfstoffen zuk\u00fcnftige Pandemieerreger oder Krebs zu bek\u00e4mpfen. Und das nicht nur auf dem eigenen Kontinent. Amerika bezahlt auch in \u00dcbersee Forscher daf\u00fcr, dass sie helfen, solche Menschheitsgeisseln zu besiegen. Das Land <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nih.gov\/about-nih\/who-we-are\/nih-director\/statements\/nih-bolster-recover-long-covid-research-efforts-through-infusion-515-million?utm_source=chatgpt.com\" rel=\"nofollow noopener\">investiert rund 1,6 Milliarden Dollar<\/a>, um mit der Recover-Studie das Mysterium Long Covid aufzukl\u00e4ren; gerade einmal rund 160<a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/research-and-innovation.ec.europa.eu\/research-area\/health\/coronavirus_en?utm_source=chatgpt.com\" rel=\"nofollow noopener\"> Millionen Dollar ist die EU<\/a> bereit in dieses Ziel zu investieren.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ10\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Manche Europ\u00e4er d\u00fcrfen bei diesen Unternehmungen als Juniorpartner mitmachen, indem sie Ergebnisse von Teiluntersuchungen beisteuern. Die dabei produzierten Daten werden meist ebenfalls jenseits des Atlantiks in Rechenzentren gesammelt. Der Rest der Welt durfte sich bislang dieser Sch\u00e4tze bedienen. Wer wissen will, welche genetische Mutation welche k\u00f6rperlichen Ver\u00e4nderungen bewirkt, findet sie zum Beispiel im Clinvar-Archiv beim National Center for Biotechnology Information in Maryland.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ11\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Diese Arbeitsteilung wird in Zukunft nicht mehr funktionieren: Der HIV-Impfstoff-Forschung wurde gerade in Amerika die F\u00f6rderung entzogen, auch die RNA-Impfstoff-Forscher wissen seit kurzem: Sie m\u00fcssen mit deutlich weniger Geld auskommen. In der Medizin macht sich deshalb die Sorge breit: Was ist, wenn die USA auch noch den Datenbanken oder gar Pubmed den Strom abstellen? Pubmed ist eine Art Online-Bibliothek, die Auskunft dar\u00fcber gibt, wer was in der Medizin zu welchem Thema geforscht oder geschrieben hat. Ein extrem beliebter Service, den bis jetzt ebenfalls die Vereinigten Staaten bereitstellen.<\/p>\n<p>Ein Anlass, sich selbst zu hinterfragen, nicht f\u00fcrs Schmollen<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ13\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Es ist sicher die falsche Reaktion, beleidigt zu tun, wenn die USA jetzt die Spendierhosen ausziehen wollen. Es gibt durchaus Gr\u00fcnde, die neue Forschungspolitik des Landes zu kritisieren. Dass Amerika anderen Staaten nicht mehr alles bezahlen will, kann man dem Land aber schlecht vorhalten. Das ist eher ein Grund daf\u00fcr, sich selbst kritische Fragen zu stellen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ14\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Warum hat sich Europa beispielsweise bisher bei der Finanzierung wichtiger wissenschaftlicher Gemeinschaftsaufgaben so zur\u00fcckgehalten? Sp\u00e4testens jetzt sollte der Zeitpunkt gekommen sein, auf die Amerikaner zuzugehen und ihnen eine Beteiligung an den Kosten f\u00fcr Pubmed und andere Datenbanken anzubieten. Das w\u00e4re nur fair und w\u00fcrde die Wogen gl\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ15\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Genauso wichtig w\u00e4re es, gar keinen Anlass mehr f\u00fcr den Vorwurf zu bieten, man lasse sich von Amerika aushalten. Die Europ\u00e4er sollten deshalb zuk\u00fcnftig bei grossen, wichtigen Medizinstudien als Co-Finanzierer einsteigen. Gemeinsam k\u00f6nnten die L\u00e4nder des Kontinents diese Aufgabe stemmen. Dann h\u00e4tte man auch ein W\u00f6rtchen mitzureden, wenn der Partner pl\u00f6tzlich alles hinschmeissen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Ein Dream-Team f\u00fcr die Krebsforschung<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfequ17\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Mit geb\u00fcndelten Kr\u00e4ften k\u00f6nnten die beiden Kontinente der Wissenschaft noch einen gr\u00f6sseren Schub geben, das zeigen zum Beispiel die Cancer Grant Challenges. Fachleute aus aller Welt k\u00f6nnen sich dort f\u00fcr Projekte bewerben, die die grossen Herausforderungen in der Krebsmedizin angehen sollen. Es locken \u00fcppige 25 Millionen Dollar Forschungsf\u00f6rderung. Aus den Besten wird eine Art Dream-Team zusammengestellt, in dem sich die unterschiedlichen Expertisen erg\u00e4nzen sollen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfeqv0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Eine Gruppe aus Boston ist beispielsweise spezialisiert darauf, Angriffspunkte f\u00fcr neue Medikamente gegen kindliche Tumoren zu identifizieren. Eine andere aus Heidelberg auf die Entwicklung von Stoffen, die an diesen Angriffspunkten wirken. Die H\u00e4lfte der Kosten f\u00fcr die Challenges \u00fcbernehmen bis jetzt die NIH, die andere eine britische Stiftung. Jetzt wollen die Amerikaner nicht mehr zahlen. Damit wird jemand gesucht, der sie ersetzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfeqv1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Um mit den USA aber als halbwegs gleichwertiger Partner zusammenzuarbeiten, muss sich die Europ\u00e4ische Union neu aufstellen. Das weiss man auch in der EU-Kommission. Schon Ende 2023 hatte sie eine Expertengruppe damit beauftragt, zu \u00fcberlegen, wie man in der Forschung zu den Amerikanern aufschliessen k\u00f6nnte. Ende 2024 haben die 15 Fachleute ihren sogenannten Heitor-Bericht vorgelegt. Ratschlag Nummer eins: mehr Grossz\u00fcgigkeit bei den F\u00f6rdermitteln. 2,2 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung gibt die Gemeinschaft f\u00fcr den wissenschaftlichen Fortschritt aus. 3,3 sind es in den Vereinigten Staaten. Ratschlag Nummer zwei: Konzentration auf einzelne Kernprojekte. Momentan verzettele sich die Organisation zu sehr bei dem Versuch, es allen \u2013 in erster Linie allen Mitgliedsstaaten \u2013 recht zu machen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfeqv2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Experten w\u00fcnschen sich mehr Wettbewerb statt ungezielter Mittelverteilung per Giesskanne. Sie fordern mehr Investitionen in die Forschungs-Infrastruktur, also Dinge wie Labore und Grossger\u00e4te. Und sie dr\u00e4ngen darauf, dass Europa risikofreudiger wird. Wer wie die Amerikaner unter dem Einsatz von mehreren Milliarden Dollar eine Cancer-Moonshot-Initiative ins Leben ruft, die die Zahl der Krebstoten binnen 25 Jahren halbieren soll, kann damit zwar auf die Nase fallen, er kann aber auch viel gewinnen. Hierzulande w\u00fcrde man sich nie so weit aus dem Fenster lehnen. Die Heitor-Kommission w\u00fcnscht sich neue Institutionen, die bereit sind, gr\u00f6ssere Risiken einzugehen. Alles Vorschl\u00e4ge, die in die richtige Richtung weisen und Europa f\u00fcr gr\u00f6ssere Forschungsaufgaben r\u00fcsten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Institute wollen nicht warten, sie helfen sich selbst<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfeqv4\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Viele europ\u00e4ische Forschungsinstitute wollen nicht darauf warten, dass den Experten auch Geh\u00f6r geschenkt wird, sie haben ihr Schicksal selber in die Hand genommen. Das Deutsche Zentrum f\u00fcr Neurodegenerative Erkrankungen stopft zum Beispiel bei der Dian-Studie finanzielle L\u00fccken; an der Deutschen Zentralbibliothek f\u00fcr Medizin in K\u00f6ln versucht man hektisch, ein Ersatz-Pubmed aufzubauen; an anderen Orten erstellt man von amerikanischen Datenbanken rasch Sicherungskopien.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1j7mmfeqv5\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-team-paragraph=\"true\">Um gegen zuk\u00fcnftige Umbr\u00fcche widerstandsf\u00e4higer, im Fachjargon resilienter zu werden, kn\u00fcpfen die Institute Netzwerke mit internationalen Forschungsst\u00e4tten und intensivieren die Zusammenarbeit. Wer viele Partner und Financiers hat, so die Idee, kann es eher verkraften, wenn pl\u00f6tzlich einer ausf\u00e4llt. Denn die Neuausrichtung der amerikanischen Forschungspolitik hat auch die Wissenschaft in Europa gelehrt: Darauf zu hoffen, dass andere es schon richten \u2013 das funktioniert nicht mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wissenschaftliche Studien, Register, Datenbanken \u2013 die USA haben der Welt viel spendiert. 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