{"id":517749,"date":"2025-10-22T07:39:14","date_gmt":"2025-10-22T07:39:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/517749\/"},"modified":"2025-10-22T07:39:14","modified_gmt":"2025-10-22T07:39:14","slug":"stuttgart-album-ueber-radiohaeuser-neuer-club-kuesst-erinnerungen-an-die-legendaere-lerche-wach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/517749\/","title":{"rendered":"Stuttgart-Album \u00fcber Radioh\u00e4user: Neuer Club k\u00fcsst Erinnerungen an die legend\u00e4re Lerche wach"},"content":{"rendered":"<p>Zehntausendfach geklickt, eifrig kommentiert und mit Freude geteilt \u2013 wann immer Fotos von der Lerche in den sozialen Medien auftauchen, wecken sie starke Emotionen. Das Radio- und Fotohaus, einst das gr\u00f6\u00dfte seiner Art in S\u00fcddeutschland, betrieb zeitweise gleich drei Filialen an der K\u00f6nigstra\u00dfe. Die Erinnerungen an die Lerche sind, so scheint es, beinahe so sch\u00f6n wie jene an die erste Liebe. <\/p>\n<p> \u201eSeufz, ich krieg Nostalgieanf\u00e4lle\u201c, schreibt etwa Beate Eckert im Facebook-Forum des Geschichtsprojekts <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stuttgart-album\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Stuttgart-Album<\/a>, als sie dort ein Foto der unteren Lerche sieht. Allzugern blickt sie zur\u00fcck: \u201eIn der Lerche haben der Junge, in den ich mit 14 Jahren verliebt war, und ich uns im Gedr\u00e4nge unauff\u00e4llig ann\u00e4hern k\u00f6nnen und ein ganz sch\u00fcchternes H\u00e4ndchenhalten gewagt.\u201c<\/p>\n<p>Nun kehrt der Name Lerche nach <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> zur\u00fcck.<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.lerche-22-in-der-city-stuttgart-bekommt-einen-neuen-club-gross-und-ohne-handyem\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> Die Macher der Location Im Wizemann er\u00f6ffnen den Pop-up-Club aus gutem Grund unter dem Namen Lerche 22 (die Zahl bezieht sich auf die Adresse: K\u00f6nigstra\u00dfe 22): <\/a> Denn genau an diesem Ort, also im Marquardt-Bau, hat die erste Platten-Lerche das Licht der Welt erblickt. Matthias Mettmann, einer der Macher der neuen Location, sagt: \u201eIch bin alt genug, um mich noch sehr genau und sehr gern an die Lerche erinnern zu k\u00f6nnen.\u201c Als \u201eKind vom Land\u201c sei er oft nach Stuttgart gefahren, um dort einzukaufen. Bis 2004 war dies m\u00f6glich, dann kam die Insolvenz. <\/p>\n<p>\u201eDie Lerche war meine zweite Heimat\u201c <\/p>\n<p>Der neue Club k\u00fcsst wundervolle Erinnerungen wach. Klaus Chopper schreibt: \u201eDie Lerche war meine zweite Heimat. Jeden Monatsanfang, wenn es Kohle gab, war ich drinnen und hab\u2019 immer die neuesten Heavy-Metal-Alben gekauft. Okay, Queen, Lindi und Nena waren auch dabei.\u201c Ein anderer User schickt seinen Anstellungsvertrag als Lerche-Verk\u00e4ufer. 1980 hat er angefangen f\u00fcr 1075 D-Mark brutto. Eine Umsatzpr\u00e4mie von ein Prozent Brutto kam hinzu sowie Essensgeld in H\u00f6he von 33 D-Mark.<\/p>\n<p>Warum die Lerche Lerche hie\u00df? Es lag nicht an dem Vogel mit diesem Namen, der so sch\u00f6n singt. Nein, es lag an Albert Armin Lerche. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des EM-Filmtheaters wollte sich ein zweites Standbein schaffen und er\u00f6ffnete am 4. September 1959 einen kleinen Schallplattenladen im <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-album-zum-marquardt-gebaeude-eine-topadresse-fuer-viel-prominenz.163db415-3c46-4bff-9de4-72d07e2b4faf.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Marquardtbau<\/a> \u2013 also an der K\u00f6nigstra\u00dfe 22, wo die neue Location Lerche 22 entsteht. <\/p>\n<p>1962 folgte die zweite Lerche des einstigen Kinobetriebsleiters an der K\u00f6nigstra\u00dfe 10c. Zwei Jahre sp\u00e4ter \u00fcbernahm der Chef das 250 Quadratmeter gro\u00dfe Stockwerk dar\u00fcber, in dem sich das Caf\u00e9 Mozart befand.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr ein reines Schallplattengesch\u00e4ft schien mir das Risiko auf dieser zus\u00e4tzlichen Fl\u00e4che zu gro\u00df\u201c, erinnerte sich Lerche sp\u00e4ter, \u201edeshalb war die Schallplattenbar geboren.\u201c An 16 Tischen mit 64 Abh\u00f6rstellen konnten die G\u00e4ste einen Mail\u00e4nder Toast bestellen und dazu Platten aussuchen.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.56b067c9-3819-4305-b7b9-8db05e514bda.original1024.media.jpeg\"\/>     Dieses Foto von der unteren Lerche ist in den 1970ern entstanden.    Foto: Sammlung Wibke Wieczorek-Becker    <\/p>\n<p>Klimaanlage liefen im Sommer mit den Plattenspielern die Menschen hei\u00df. Es war die Zeit, als der Einzelhandel noch familiengef\u00fchrt auf der teuersten Meile der Stadt Gewinne abwarf. 2004 nannte die Firmenleitung \u201eKonsumtr\u00e4gheit, Euro-Umstellung und Umsatzeinbr\u00fcche im Preiskampf gegen Media-M\u00e4rkte\u201c als Gr\u00fcnde f\u00fcr die Insolvenz.<\/p>\n<p>  Die Verk\u00e4ufer trugen wei\u00dfe Kittel wie \u00c4rzte <\/p>\n<p>Massen von jungen Leuten hatte es in den Jahrzehnten davor in ein verwinkeltes, von au\u00dfen schmuckloses Geb\u00e4ude an der oberen K\u00f6nigstra\u00dfe gezogen. F\u00fcr viele das Paradies. Die Lerche glich einem verwunschenen Ort, an dem Generationen von Stuttgartern ihr Gehirn abschalteten und ihr Konfirmationsgeld los wurden. Es ging einen schmalen Aufgang hinauf, wo sich die Gro\u00dfen die K\u00f6pfe anschlugen. Man tauschte sich aus mit Verk\u00e4ufern, die wei\u00dfe Arztkittel trugen, die sie auch bei gr\u00f6\u00dfter Hitze nicht ablegen durften.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.d0972948-ac03-4c23-a260-a18de5908fac.original1024.media.jpeg\"\/>     An Weihnachten gab es Lerche-T\u00fcten mit dem Nikolaus.    Foto: Archiv    <\/p>\n<p>Wer eingekauft hatte, trug seine Beute stolz nach Hause in bunten Plastikt\u00fcten. Damals waren die Tontr\u00e4ger so gro\u00df wie eine Pizza. Entsprechend fielen die T\u00fcten mit dem Lerche-Logo auf. Bereits in der Stra\u00dfenbahn musste man reingreifen, um das Cover herauszuholen. Beim Online-Streamen von heute gehen die Sch\u00e4tze einer Covergestaltung verloren. Das Internet st\u00fcrzte die Musikindustrie von einer Revolution zur n\u00e4chsten, was letztendlich auch die Lerche verstummen lie\u00df.<\/p>\n<p> \u201eIn der Lerche war es sch\u00f6ner als in der Vorlesung\u201c <\/p>\n<p>Die Erinnerungen an die ersten Singles f\u00fcr 4,90 Mark bleiben, an den ersten Walkman und an geschw\u00e4nzte Schulstunden. Peter Karr erinnert sich auf der Facebook-Seite des Stuttgarter Albums: \u201eEtwa da, wo der gelbe Sonnenschutz bei der Lerche war, konnte man anfangs noch etwas zu trinken bestellen und sich eine LP zum Anh\u00f6ren auflegen lassen. Das war immer eine sch\u00f6ne Abwechslung. Eigentlich h\u00e4tte ich zu dieser Zeit in der Vorlesung sitzen m\u00fcssen, aber bei Lerche war es viel sch\u00f6ner und angenehmer.\u201c<\/p>\n<p>Diskutieren Sie mit unter: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Album.Stuttgart\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.facebook.com\/Album.Stuttgart<\/a>. Weitere Texte aus unserem Geschichtsprojekt unter <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stuttgart-album\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.stuttgart-album.de<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zehntausendfach geklickt, eifrig kommentiert und mit Freude geteilt \u2013 wann immer Fotos von der Lerche in den sozialen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":517750,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[4657,1634,3364,29,30,81521,72510,1441,8078,8077,5329],"class_list":{"0":"post-517749","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-stadtreporter","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-lerche","14":"tag-nostalgie","15":"tag-stuttgart","16":"tag-stuttgart-frueher","17":"tag-stuttgart-album","18":"tag-video"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115416686634061086","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/517749","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=517749"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/517749\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/517750"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=517749"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=517749"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=517749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}