{"id":518046,"date":"2025-10-22T10:27:12","date_gmt":"2025-10-22T10:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/518046\/"},"modified":"2025-10-22T10:27:12","modified_gmt":"2025-10-22T10:27:12","slug":"brandbrief-in-stuttgart-bis-zu-826-euro-fuer-einen-kita-platz-tagesmuetter-sehen-ihre-existenz-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/518046\/","title":{"rendered":"Brandbrief in Stuttgart: Bis zu 826 Euro f\u00fcr einen Kita-Platz \u2013 Tagesm\u00fctter sehen ihre Existenz bedroht"},"content":{"rendered":"<p>Tagesm\u00fctter protestieren in einem Brandbrief gegen die geplanten h\u00f6heren Kita-Geb\u00fchren. Denn das gef\u00e4hrde ihren Berufsstand \u2013 und dr\u00e4nge Frauen in alte Rollenmuster zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Tagesm%C3%BCtter\" title=\"Tagesm\u00fctter\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tagesm\u00fctter<\/a> und -v\u00e4ter sind alarmiert. Denn wenn die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Kita\" title=\"Kita\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kita<\/a>-Geb\u00fchren steigen, treffe das ihren Berufsstand mit voller Wucht, ist Melanie Wilke \u00fcberzeugt. Sie ist eine der Sprecherinnen der Initiative Kindertagespflege <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>. Diese hat einen Brandbrief an Mitglieder des Gemeinderats verfasst.<\/p>\n<p>Die Stadt plant eine heftige Erh\u00f6hung der Elternbeitr\u00e4ge. Insbesondere f\u00fcr Familien, die einen Ganztages-Platz (GT) f\u00fcr ihr Kleinkind suchen, k\u00f6nnte es teuer werden. Die Zahlen im \u00dcberblick:<\/p>\n<ul>\n<li>In Stuttgart kostet ein GT-Krippenplatz inklusive Fr\u00fch- und Sp\u00e4tbetreuung f\u00fcrs erste Kind aktuell 256 Euro. <\/li>\n<li>Ab September 2027 k\u00f6nnte dieser Kita-Platz 332,80 Euro kosten. <\/li>\n<li>W\u00fcrden die f\u00fcr die Folgejahre vorgesehenen weiteren Erh\u00f6hungen ebenfalls in Kraft treten, w\u00fcrde dieser Kita-Platz 2031 knapp 828 Euro kosten. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Das sehen die Vorschl\u00e4ge des Jugendamts zur Haushaltskonsolidierung vor. Beschlossen ist noch nichts. Der Gemeinderat entscheidet Anfang Dezember \u00fcber den Doppeletat 2026\/2027.<\/p>\n<p>Kosten f\u00fcr Kindertagespflege orientieren sich an Kita-Geb\u00fchren <\/p>\n<p>Tagesm\u00fctter und -v\u00e4ter sind auf die Betreuung von Kleinkindern spezialisiert. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.kinderbetreuung-in-stuttgart-tagesmuetter-bangen-um-ihre-existenz-unsere-wartelisten-sind-leer.55320edc-31bb-49d2-924c-41cce9624c0d.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sie k\u00fcmmern sich um bis zu f\u00fcnf M\u00e4dchen und Jungen<\/a> \u2013 entweder in der eigenen Wohnungen oder in daf\u00fcr angemieteten R\u00e4umen. In der sogenannten Gro\u00dftagespflege betreuen zwei Tagesm\u00fctter bis zu zehn Kinder. Die dabei f\u00fcr die Eltern entstehenden Kosten sind mit denen f\u00fcr einen st\u00e4dtischen Kita-Platz vergleichbar, weil es Zusch\u00fcsse von der Stadt Stuttgart gibt.<\/p>\n<p>Steigen die Kosten f\u00fcr die Kita, werden auch die Elternbeitr\u00e4ge f\u00fcr die Kindertagespflege steigen. Sonst w\u00fcrde ein Ungleichgewicht zwischen den Kosten f\u00fcr die Kita und denen f\u00fcr die Kindertagespflege entstehen. Bei deutlich h\u00f6heren Geb\u00fchren stellt sich f\u00fcr Familien die Frage, ab wann und f\u00fcr wie viele Stunden in der Woche sie ihren Nachwuchs in die Betreuung geben, noch einmal vor einem neuen Hintergrund. <\/p>\n<p>Wartelisten bei Tagesm\u00fcttern sind leer <\/p>\n<p>Die Tagesm\u00fctter und -v\u00e4ter haben die Bef\u00fcrchtung, dass sie diese Entwicklung als Erste und am heftigsten zu sp\u00fcren bekommen. Dabei geht es um ihre Existenz. Denn Tagespflegepersonen sind selbstst\u00e4ndig. Um ihre Fixkosten zu decken, sind sie darauf angewiesen, ihre Pl\u00e4tze m\u00f6glichst voll zu bekommen. <\/p>\n<p>Doch das wird seit einiger Zeit ohnehin schon immer schwieriger. Denn der Ausbau der Kita-Pl\u00e4tze schreitet voran,<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.hilferuf-von-stuttgarter-tagesmuettern-zu-viele-freie-plaetze-das-sterben-des-berufsstands-nimmt-fahrt-auf.96a202fb-37a3-4c7c-abce-64c590c1d955.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> in machen Stadtteilen sind die Wartelisten leer<\/a>. Das ist eine positive Entwicklung, die Tagesm\u00fctter und -v\u00e4ter aber zunehmend in die Bredouille bringt. Darum haben sich viele von ihnen in der Initiative Kindertagespflege Stuttgart zusammengetan. Gemeinsam wollen sie die Vorz\u00fcge ihrer Arbeit st\u00e4rker in die \u00d6ffentlichkeit tragen.<\/p>\n<p>Die aktuellen Haushaltsberatungen machen Melanie Wilke w\u00fctend. \u201eVon der geplanten Erh\u00f6hung der Kita-Geb\u00fchren haben wir aus der Presse erfahren. Und das, obwohl es auch uns direkt betreffen w\u00fcrde\u201c, sagt die Tagesmutter und erg\u00e4nzt: \u201eAuch wenn noch nichts beschlossen ist, h\u00e4tten wir uns gew\u00fcnscht, fr\u00fchzeitig in die \u00dcberlegungen eingebunden zu werden.\u201c<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.0e344cc1-8035-4032-8188-9436ab8f9059.original1024.media.jpeg\"\/>     \u201eF\u00fcr uns ist das ein alarmierendes Signal\u201c, sagt Melanie Wilke, die Sprecherin der Initiative Kindertagespflege in Stuttgart.    Foto: privat    <\/p>\n<p> Melanie Wilke und ihren Mitstreiterinnen geht es aber noch um etwas anderes: \u201eF\u00fcr uns ist das ein alarmierendes Signal. Denn diese Entwicklung w\u00fcrde in der Praxis bedeuten: Frauen w\u00fcrden erneut aus dem Berufsleben gedr\u00e4ngt, finanziell abh\u00e4ngig von ihren Partnern, mit einem hohen Risiko, in Altersarmut zu geraten, und alleinerziehende M\u00fctter h\u00e4tten kaum mehr eine Chance, wirtschaftlich eigenst\u00e4ndig zu \u00fcberleben\u201c, hei\u00dft es in dem Brandbrief.<\/p>\n<p>Seit Jahren werde \u00fcber den Fachkr\u00e4ftemangel geklagt. Immer wieder sei zu h\u00f6ren: \u201e<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.kinderbetreuung-in-stuttgart-gebuehren-fuer-staedtische-kitas-sollen-auf-bis-zu-828-euro-im-monat-steigen.ea7d0a80-a972-4e0a-a4ff-eb60fafe5dc2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Viele Frauen arbeiten nur in Teilzeit<\/a>, diese wertvollen Fachkr\u00e4fte k\u00f6nnten wir dringend brauchen.\u201c Aus den Zeilen in dem Brandbrief ist Emp\u00f6rung herauszulesen: \u201eWie kann eine Stadt, die sich selbst als innovativ, umweltbewusst und zukunftsorientiert versteht, gleichzeitig eine gesellschaftliche Entwicklung zulassen, die Frauen wieder zur\u00fcck an den Herd dr\u00e4ngt?\u201c, fragen die Verfasserinnen. <\/p>\n<p> Auch den gesetzlich verankerten Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz f\u00fcr Kinder unter drei Jahren sehen sie damit ad absurdum gef\u00fchrt. \u201eDenn was n\u00fctzt ein Rechtsanspruch, wenn Betreuungspl\u00e4tze unbezahlbar werden? Wenn sich niemand mehr einen Platz leisten kann, klagt auch niemand mehr. Ein scheinbar ,ruhiges\u2019 politisches Ergebnis, das jedoch auf Kosten der Familien und Kinder geht\u201c, hei\u00dft es in dem Brandbrief.<\/p>\n<p> Aus Sicht der Tagesm\u00fctter und -v\u00e4ter w\u00e4re eine drastische Erh\u00f6hung der Betreuungsgeb\u00fchren \u201eein R\u00fcckschritt f\u00fcr die Kinder, die auf fr\u00fche F\u00f6rderung angewiesen sind, f\u00fcr die Familien, die auf verl\u00e4ssliche Betreuung angewiesen sind, und f\u00fcr die Frauen, die f\u00fcr Gleichberechtigung und wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit so lange gek\u00e4mpft haben\u201c. <\/p>\n<p> Geplante Erh\u00f6hung der Kita-Geb\u00fchren <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Gespr\u00e4che<\/strong><br \/>Die vom Jugendamt vor dem Hintergrund der erforderlichen Haushaltskonsolidierung vorgeschlagenen Erh\u00f6hungen der Kita-Geb\u00fchren sind nicht beschlossen. Die Fraktionen des Stuttgarter Gemeinderats beraten noch. Die freien Tr\u00e4ger der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten an einer Stellungnahme. Vor diesem Hintergrund m\u00f6chte sich die Caritas als Tr\u00e4ger der Kindertagespflege in Stuttgart aktuell noch nicht zu dem Brandbrief \u00e4u\u00dfern. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Jugendamt<\/strong><br \/>Katrin Schulze, die Leiterin des Jugendamts, hat in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses darauf verwiesen, dass die Kita-Geb\u00fchren in Stuttgart seit 2016 nicht mehr erh\u00f6ht worden sind und weit unter dem vom St\u00e4dtetag empfohlenen Kostendeckungsgrad von 20 Prozent liegen \u2013 und das insbesondere bei den GT-Pl\u00e4tzen f\u00fcr Kleinkinder. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tagesm\u00fctter protestieren in einem Brandbrief gegen die geplanten h\u00f6heren Kita-Geb\u00fchren. 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