{"id":518124,"date":"2025-10-22T11:13:11","date_gmt":"2025-10-22T11:13:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/518124\/"},"modified":"2025-10-22T11:13:11","modified_gmt":"2025-10-22T11:13:11","slug":"organspende-wird-reformiert-wie-zu-mehr-nieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/518124\/","title":{"rendered":"Organspende wird reformiert &#8211; Wie zu mehr Nieren?"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Der Mangel an Spenderorganen setzt Kranken, die warten, oft enormem Leid aus. Nun soll ein neues Gesetz zur \u00dcberkreuzspende das Problem abmildern. Was die Pl\u00e4ne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bringen sollen.\u00a0<\/p>\n<p>Was ist eine \u00dcberkreuzspende?<\/p>\n<p>Die \u00dcberkreuzlebendnierenspende ist die Spende einer Niere zwischen inkompatiblen Organspendepaaren. Inkompatibel sind etwa Spender und Empf\u00e4nger mit nicht passenden Blutgruppen oder Gewebemerkmalen. In solchen F\u00e4llen w\u00fcrde die Niere abgesto\u00dfen werden. Die Niere wird einer Spenderin oder eines Spenders eines inkompatiblen Organspendepaars entnommen. Dann wird es auf eine Empf\u00e4ngerin oder einen Empf\u00e4nger eines anderen inkompatiblen Organspendepaars \u00fcbertragen. Der Empf\u00e4ngerin oder dem Empf\u00e4nger dieses Paars wird eine Niere eines Spenders eines anderen Paars gegeben &#8211; \u00ab\u00fcberkreuz\u00bb. Zwischen der spendenden und der empfangenden Person soll weiter ein besonderes N\u00e4heverh\u00e4ltnis bestehen m\u00fcssen. Grundgedanke dahinter: Die Motivation zur Spende soll aus der pers\u00f6nlichen Verbundenheit herr\u00fchren.\u00a0<\/p>\n<p>Was soll noch m\u00f6glich werden?<\/p>\n<p>Die sogenannte nicht gerichtete anonyme Nierenspende. Das ist eine anonyme Spende an eine nicht bekannte Person &#8211; sie soll selbstlos motiviert sein und an eine Empf\u00e4ngerin oder einen Empf\u00e4nger eines inkompatiblen Organspendepaars gehen oder an eine Person auf der Warteliste. Einfluss auf den Empf\u00e4nger hat der Spender oder die Spenderin nicht. Kommerzialisierung soll es nicht geben k\u00f6nnen. Weitere Regelungen zielen etwa auf mehr standardm\u00e4\u00dfige Aufkl\u00e4rung \u00fcber m\u00f6gliche Folgen ab. Aufgebaut werden soll zudem ein Programm f\u00fcr die Vermittlung und Durchf\u00fchrung von \u00dcberkreuzlebendnierenspenden in Deutschland.<\/p>\n<p>Warum soll es das Gesetz geben?<\/p>\n<p>Es gibt zwar die M\u00f6glichkeit, dass ein gesunder Partner, Verwandter oder eine emotional nahestehende Person freiwillig eine Niere spendet. So war dies etwa bei Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier, der 2010 diesen Schritt f\u00fcr seine Frau Elke B\u00fcdenbender ging. Doch ein Organ \u00fcbertragen lassen k\u00f6nnen Spender bisher nur an Verwandte ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, eingetragene Lebenspartner oder andere, die ihnen \u00abin besonderer pers\u00f6nlicher Verbundenheit offenkundig nahestehen\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>Dabei hinken die Spendenzahlen bei verstorbenen Spenderinnen und Spendern dem Bedarf stark hinterher &#8211; Wartezeit auf eine Nierentransplantation: bis zu acht Jahre. In den vergangenen Jahren gab es jeweils mehr als 500 Nierentransplantationen nach einer Lebendspende und um die 1.500 nach postmortaler Spende. F\u00fcr einen solchen Eingriff angemeldet sind aber insgesamt deutlich \u00fcber 2.500 Patientinnen und Patienten, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte noch gegen den Organmangel helfen?<\/p>\n<p>Die Transplantation von Tierorganen, -gewebe oder -zellen (Xenotransplantation). Schweineherzen und -nieren wurden in Versuchen bereits in Menschen transplantiert. Chinesische \u00c4rzte haben nun erstmals eine Schweineleber in einen lebenden Menschen eingesetzt. Der 71-J\u00e4hrige habe nach dem Eingriff noch 171 Tage gelebt, das eingesetzte Organ sei allerdings bereits am 38. Tag aufgrund von Komplikationen wieder entfernt worden, berichtet das \u00c4rzteteam im \u00abJournal of Hepatology\u00bb im Oktober. Die Operation \u00f6ffne aber noch nicht die T\u00fcr f\u00fcr eine breite klinische Nutzung. Eine Niere von Mensch zu Mensch wurde das erste Mal am 17. Juni 1950 \u00fcbertragen. Eine Reform der Nierenspende fordern Expertinnen und Experten seit L\u00e4ngerem. Nun sollen die parlamentarischen Beratungen von Warkens Entwurf beginnen.<\/p>\n<p>Was haben die Patienten und Patientinnen hinter sich?<\/p>\n<p>In der Regel eine Dialyse: Das Blut wird au\u00dferhalb des K\u00f6rpers von Schadstoffen gereinigt, weil die eigenen Nieren das nicht mehr schaffen. In Deutschland unterziehen sich heute bis zu 100.000 Menschen dauerhaft dieser Prozedur &#8211; in der Regel dreimal die Woche \u00fcber jeweils mehrere Stunden unter \u00e4rztlicher Beobachtung an der Maschine. Dennoch bleibt der einzige Ausweg in der Regel eine fremde Niere. Sie ist in Deutschland das am h\u00e4ufigsten ben\u00f6tigte Organ.<\/p>\n<p>Welchen Perspektivwechsel unternimmt die Politik?\u00a0<\/p>\n<p>Statt der famili\u00e4ren Bindung soll der Wille zur Organspende in den Fokus gestellt werden, sagt Warken. \u00abDie \u00dcberkreuzlebendspende von Nieren st\u00e4rkt die bewusste Entscheidung f\u00fcr die Organspende.\u00bb Die Reform solle vielen Menschen neue Hoffnung geben. Neu soll au\u00dferdem unter anderem sein: Anders als heute soll es m\u00f6glich werden, Organe oder Gewebe, die im Rahmen einer medizinischen Behandlung bei \u00abnicht einwilligungsf\u00e4higen\u00bb Personen entnommen worden sind, weiterzugeben. Zu diesen sogenannten Operationsresten z\u00e4hlen Herzklappen, die im Rahmen einer Herztransplantation entnommen wurden und noch arbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Der Mangel an Spenderorganen setzt Kranken, die warten, oft enormem Leid aus. 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