{"id":518839,"date":"2025-10-22T17:46:31","date_gmt":"2025-10-22T17:46:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/518839\/"},"modified":"2025-10-22T17:46:31","modified_gmt":"2025-10-22T17:46:31","slug":"volkswagen-stoppt-autoproduktion-kurzarbeit-in-zwickau-chip-krise-eskaliert-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/518839\/","title":{"rendered":"Volkswagen stoppt Autoproduktion, Kurzarbeit in Zwickau: Chip-Krise eskaliert | Politik"},"content":{"rendered":"<p>Wolfsburg\u00a0\u2013 <b>Der Autokonzern <\/b><a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/organisationen\/volkswagen\/auto-nachrichten-news-fotos-videos-19104044.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Volkswagen<\/b><\/a><b> wird seine Produktion in wichtigen Werken voraussichtlich in der kommenden Woche stoppen. <\/b><\/p>\n<p><b>Nach aktueller Planung werde am Mittwoch die Fertigung des Golfs in Wolfsburg ausgesetzt, erfuhr BILD von drei mit den Planungen vertrauten Personen. Der Termin k\u00f6nnte sich noch um ein, zwei Tage schieben, sollte VW kurzfristig neue Chips besorgen k\u00f6nnen. Ein Baustopp bei weiteren Modellen wie dem Tiguan folgt dann. Schrittweise werde die Arbeit in weiteren Fabriken eingestellt.<\/b><\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Auch interessant<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Wie BILD erfuhr, geht das Werk in Zwickau (aktuell rund 9200 Mitarbeiter) ab kommendem Mittwoch in Kurzarbeit. Das wurde heute u.a. auch w\u00e4hrend einer Belegschaftsversammlung im Werk bekannt gegeben. Die Werksleitung erntete dabei Buhrufe, es kam laut Augen- und Ohrenzeugen zu Schreiereien zwischen der Belegschaft und der Werksleitung. <\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e <b>Am fr\u00fchen Abend dann \u00e4u\u00dferte sich auch VW Sachsen zu den Meldungen<\/b>. Ein Sprecher sagte, die Betriebsversammlung sei ruhig verlaufen, man habe u.\u00a0a. \u00fcber die aktuelle Materiallage gesprochen. Demnach teilte die Werksleitung mit, dass bis kommenden Dienstag die Produktion abgesichert sei, ab Mittwoch jedoch alles offen.<\/p>\n<p>BILD hatte gestern \u00fcber den drohenden Produktionsstopp berichtet\u00a0\u2013\u00a0da hatte der Konzern noch betont, dass die B\u00e4nder weiterlaufen. Auch am Mittwochmorgen hie\u00df es in einem internen Brief an die Mitarbeiter, die Produktion sei trotz Chip-Mangels \u201enoch unbeeintr\u00e4chtigt\u201c, warnte lediglich: \u201eVor dem Hintergrund der dynamischen Lage k\u00f6nnen Auswirkungen auf die Produktion kurzfristig jedoch nicht ausgeschlossen werden.\u201c<\/p>\n<p>\u25b6\ufe0e<b> Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (51, SPD) sagte zu BILD: <\/b>\u201eDie aktuelle Situation bedaure ich sehr \u2013 insbesondere, weil sie Kolleginnen und Kollegen unmittelbar trifft, die tagt\u00e4glich mit gro\u00dfem Engagement an den s\u00e4chsischen Standorten arbeiten. Die aktuelle Chipkrise und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Automobilbranche sind ein alarmierendes Signal daf\u00fcr, wie abh\u00e4ngig Europa in zentralen Zukunftstechnologien noch immer ist.\u201c<\/p>\n<p>Ursache: Fehlende Chips aus China<\/p>\n<p>In Wolfsburg werden neben dem Golf und dem Tiguan auch der Touran und der Tayron gefertigt.<\/p>\n<p>Grund daf\u00fcr, dass die Produktion ausgesetzt wird: ein Lieferstopp von Nexperia-Chips. Der Halbleiterhersteller mit Sitz in Nijmegen steht im Zentrum eines Streits zwischen China und den USA. Auf Druck der US-Regierung hatte die niederl\u00e4ndische Regierung die Kontrolle \u00fcber Nexperia \u00fcbernommen; als Reaktion darauf untersagte Peking den Export von Nexperia-Chips aus der Volksrepublik.<\/p>\n<p>Nexperia produziert auch in Europa, allerdings kommt der Gro\u00dfteil der Chips aus China. Eine Alternative hat VW derzeit offenbar nicht. Halbleiter anderer Hersteller m\u00fcssten erst getestet und zertifiziert werden, hie\u00df es in Konzernkreisen.<\/p>\n<p><b>Die Chip-Krise kann neben VW die gesamte Autobranche und sogar andere Industriezweige treffen. Sprecher von BMW, Mercedes und Daimler betonten, dass die Lage analysiert werde. Derzeit l\u00e4uft die Produktion bei den Firmen noch.<\/b><\/p>\n<p>Mehr zum ThemaFahrplan f\u00fcr Stillstand steht<\/p>\n<p>Das Management von Volkswagen bereitet derzeit einen Fahrplan vor, in welchen Fabriken wann die Produktion zur\u00fcckgefahren wird. \u201eEntscheidend ist dabei, wie hoch der Gewinn mit einem Modell ist\u201c, hie\u00df es in Konzernkreisen. Zun\u00e4chst werde es daher Fabriken der Kernmarke VW treffen, sp\u00e4ter dann auch die Fertigung von Fahrzeugen von Audi, Seat\/Cupra sowie weiterer Marken.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Auch die Konzernschwester Audi muss sich auf den Baustopp bei einigen Modellen einstellen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/9fc02302bb180202610a38bbfd05e7af,9102f6e1\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Auch die Konzernschwester Audi muss sich auf den Baustopp bei einigen Modellen einstellen <\/p>\n<p>Foto: picture alliance \/ Daniel Kalker<\/p>\n<p>Da die Halbleiterbest\u00e4nde schnell schrumpfen, werden nach Wolfsburg sehr bald andere Werke betroffen sein. Sollte sich die Lage nicht verbessern, dann w\u00fcrden den Planungen zufolge auch die Fabriken in Emden, Hannover, Zwickau sowie in anderen St\u00e4dten vor\u00fcbergehend gestoppt werden. Bislang werde lediglich die Fertigung am Standort Osnabr\u00fcck fortgef\u00fchrt, sagte eine Person, die mit den Vorbereitungen vertraut ist.<\/p>\n<p><b>Von der Aussetzung der Produktion werden letztlich einige zehntausend Besch\u00e4ftigte in Deutschland betroffen sein, wenn die Chip-Krise ihre volle Wirkung entfaltet. Der Konzern f\u00fchrt bereits mit den Arbeitsagenturen Gespr\u00e4che \u00fcber Kurzarbeit.<\/b><\/p>\n<p>VW vor existenziellen Problemen <\/p>\n<p>Der VW-Konzern ist Europas gr\u00f6\u00dfter Autohersteller, der mit seinen Marken VW, \u0160koda, Seat, Audi, Porsche, Lamborghini und Bentley die gesamte Bandbreite der Modellvielfalt abdeckt. Das Unternehmen steckte bereits vor der Halbleiterflaute tief in einer Krise, weil die Nachfrage in den M\u00e4rkten USA und China gefallen ist und sich wichtige Modelle verz\u00f6gern.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"VW-Chef Oliver Blume muss die Halbleiter-Krise meistern\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/1df07581075de86a76f6844415a11c18,9933df\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">VW-Chef Oliver Blume muss die Halbleiterkrise meistern<\/p>\n<p>Foto: Michael Kappeler\/dpa<\/p>\n<p>Die Mega-Krise stellt Konzernchef Oliver Blume (57) vor existenzielle Probleme. Um die geplanten Investitionen f\u00fcr das kommende Jahr zu finanzieren, fehlen VW derzeit laut Konzernkreisen elf Milliarden Euro. Einen Teil des Betrags wollte Blume \u00fcber den Verkauf zus\u00e4tzlicher Autos reinholen.<\/p>\n<p><b>Dieser Plan ist nun durch den Chip-Mangel gef\u00e4hrdet. Eine Erkenntnis ist im Konzern gereift: \u201eWir wissen nicht, wann Nexperia wieder liefern wird\u201c, sagte ein Manager zu BILD.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wolfsburg\u00a0\u2013 Der Autokonzern Volkswagen wird seine Produktion in wichtigen Werken voraussichtlich in der kommenden Woche stoppen. 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