{"id":519982,"date":"2025-10-23T05:03:12","date_gmt":"2025-10-23T05:03:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/519982\/"},"modified":"2025-10-23T05:03:12","modified_gmt":"2025-10-23T05:03:12","slug":"so-gut-ist-der-neue-band-asterix-in-lusitanien-asterix-und-obelix-besuchen-portugal-und-treffen-auf-zenturio-pistorius","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/519982\/","title":{"rendered":"So gut ist der neue Band &#8222;Asterix in Lusitanien&#8220;: Asterix und Obelix besuchen Portugal &#8211; und treffen auf Zenturio Pistorius"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Gallier stechen wieder in See: Asterix und Obelix reisen nach Lusitanien, um dem von R\u00f6mern unterdr\u00fcckten Volk beizustehen. Band 41 der Reihe ist eine Detektivgeschichte, wie sie klassischer kaum sein k\u00f6nnte. Das ist eine St\u00e4rke und eine Schw\u00e4che.<\/strong><\/p>\n<p>Saudade ist ein schwer zu beschreibendes Gef\u00fchl. Ein melancholischer Zustand, der Nostalgie und Sehnsucht ausdr\u00fcckt, aber auch die Freude an Erinnerungen, an liebgewonnene Freunde oder Orte. Vielleicht passt dieses Gef\u00fchl sehr gut zu &#8222;Asterix&#8220;. Der Comic-Klassiker hat viele heute Erwachsene in ihrer Kindheit begleitet. Die Reihe weckt die Sehnsucht nach einer unbeschwerten Zeit, l\u00e4sst einen aber auch auf lustige Momente und spannende Leseabenteuer zur\u00fcckblicken.<\/p>\n<p>Saudade ist ein Gef\u00fchl, das tief mit der portugiesischen Lebensweise verbunden ist. So passt es wunderbar, dass die tapferen Gallier Asterix und Obelix in ihrem neuen Abenteuer nach Portugal reisen, oder besser gesagt in die r\u00f6mische Provinz Lusitanien.<\/p>\n<p>  <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/ComicpanelPlatz-hires.jpg\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Kacheln und Kabeljau: Die Lusitanier sind auf Touristen eingestellt.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/ComicpanelPlatz-hires.jpg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Kacheln und Kabeljau: Die Lusitanier sind auf Touristen eingestellt.<\/p>\n<p class=\"article__aside__copy\">(Foto: ASTERIX\u00ae OBELIX\u00ae IDEFIX\u00ae \/ \u00a9 2025 HACHETTE LIVRE \/ GOSCINNY \u2013 UDERZO)<\/p>\n<p>&#8222;Asterix in Lusitanien&#8220; hei\u00dft der 41. Band der Reihe und auf ihm lastet eine gewisse B\u00fcrde. Vor zwei Jahren hat Autor Fabcaro (b\u00fcrgerlich Fabrice Caro) erstmals einen &#8222;Asterix&#8220;-Band vorgelegt, zusammen mit Zeichner Didier Conrad, der bereits seit 2013 dabei ist. Bei Leserschaft und Kritik kam &#8222;Die wei\u00dfe Iris&#8220; \u00e4u\u00dferst gut an &#8211; <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/leute\/buecher\/In-Band-40-ist-Asterix-so-lustig-wie-lange-nicht-article24488574.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_self\">auch ntv.de zeigte sich begeistert<\/a>. Den beiden gelang das lustigste Album seit Langem und der beste Band, seit eine neue K\u00fcnstlergeneration die Reihe \u00fcbernommen hat, dank einer guten Portion Experimentierfreude.<\/p>\n<p>Der Druck ist also nicht gering. Und vielleicht haben Fabcaro und Conrad mit ihrem neuen Werk genau das Richtige getan: Sie haben keine Neuauflage von &#8222;Die wei\u00dfe Iris&#8220; vorgelegt, sondern Tempo rausgenommen, um sich daf\u00fcr auf die Geschichte konzentrieren zu k\u00f6nnen, in bester Manier der &#8222;Asterix&#8220;-Sch\u00f6pfer Albert Uderzo und Ren\u00e9 Goscinny.<\/p>\n<p>  <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Entwuerfe-Pistorius-hires-scaled.jpg\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Sieht wie Ricky Gervais aus, hei\u00dft aber anders: Zenturio Pistorius.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Entwuerfe-Pistorius-hires-scaled.jpg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Sieht wie Ricky Gervais aus, hei\u00dft aber anders: Zenturio Pistorius.<\/p>\n<p class=\"article__aside__copy\">(Foto: ASTERIX\u00ae OBELIX\u00ae IDEFIX\u00ae \/ \u00a9 2025 HACHETTE LIVRE \/ GOSCINNY \u2013 UDERZO)<\/p>\n<p>   Ein Zenturio namens Pistorius<\/p>\n<p>Das f\u00e4ngt schon klassisch an: Schnurres, ein alter Bekannter, erreicht das wohlbekannte gallische Dorf. Wer erinnert sich da nicht an die Besuche des \u00c4gypters Numerobis und des Briten Teefix, die die Gallier in Abenteuer verwickelt haben? Auch Schnurres bittet die unbesiegbaren Einwohner um Hilfe. Er berichtet von Sch\u00e3oprozess, einem Lusitanier, der den L\u00f6wen zum Fra\u00df vorgeworfen werden soll. Der Vorwurf: Er soll versucht haben, Caesar mit Garum zu vergiften, einem Sud aus vergorenem Fisch, der in der Antike als Standardgew\u00fcrz diente.<\/p>\n<p>Asterix und Obelix sowie H\u00fcndchen Idefix machen sich auf den Weg, um die Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen und es den R\u00f6mern mal wieder zu zeigen. Doch schnell merken sie, dass hinter den Vorw\u00fcrfen mehr steckt als ein Justizirrtum. Sie m\u00fcssen es mit dem korrupten Pr\u00e4fekten Fetterbonus und seinem Spitzel Karies aufnehmen. Und mit r\u00f6mischen Legion\u00e4ren unter der F\u00fchrung von Zenturio Pistorius.<\/p>\n<p>Nachdem &#8222;Die wei\u00dfe Iris&#8220; in heimatlichen Gefilden spielte, geht es diesmal wieder in die weite Welt hinaus. &#8222;Asterix in Lusitanien&#8220; ist dabei im Kern eine Detektivgeschichte, anhand der Leserinnen und Leser Land und Leute entdecken k\u00f6nnen. Schon Goscinny und Uderzo haben ihre Helden gern auf Spurensuche geschickt, herausgekommen sind einige H\u00f6hepunkte der Reihe, darunter &#8222;Die goldene Sichel&#8220; und &#8222;Asterix und der Arvernerschild&#8220;.<\/p>\n<p>Fabcaro und Conrad kn\u00fcpfen hier an, genau wie bei den typischen &#8222;Asterix&#8220;-Zutaten: Piraten und Running Gags, sprechende Namen und Figuren mit bekannten Gesichtern, darunter jene von Silvio Berlusconi oder des britischen Comedians Ricky Gervais &#8211; dessen Zenturio in der deutschen Version nach Verteidigungsminister Boris Pistorius benannt ist.<\/p>\n<p>Tech-Milliard\u00e4re und Garum-Kapitalismus<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt steht aber die Darstellung der Traditionen und Eigenheiten der Gastgeber. Es geht um die Sch\u00f6nheiten des iberischen Westens, um farbenfrohe H\u00e4user, ganz viel Kabeljau &#8211; zum Verdruss von Obelix &#8211; und die Calcada Portuguesa, die ber\u00fchmten Muster auf den Wegen. Ein bisschen Tourismusmarketing muss wohl sein. Auch das Gef\u00fchl der Saudade zieht sich als roter Faden durch den Band, die bitters\u00fc\u00dfe Melancholie entpuppt sich sogar als Geheimwaffe.<\/p>\n<p>Gleichzeitig bleibt der Band der Tradition treu, gesellschaftliche Debatten abzubilden. Fabcaro zieht die Tech-Milliard\u00e4re durch den Kakao und seziert die Rentendebatte, die in Frankreich noch heftiger als in Deutschland gef\u00fchrt wird. Vor allem aber nutzt er das Garum, das von Lusitanien in die ganze r\u00f6mische Welt verschifft wird, f\u00fcr Kritik an den Ausw\u00fcchsen des Welthandels und des Kapitalismus. Zum H\u00f6hepunkt des Bands ger\u00e4t eine Marketing-Konferenz bei einem Garum-Hersteller, an der Asterix und Obelix durch Zufall teilnehmen. Jeder Angestellte wird seine Freude haben an dem hohlen Management-Sprech, das hier zelebriert wird.<\/p>\n<p>Das alles macht &#8222;Asterix in Lusitanien&#8220; zu einem klassischen Abenteuer. Erz\u00e4hlerisch und auch zeichnerisch ist es entsprechend zur\u00fcckhaltender als der Vorg\u00e4nger. Es ist ein handlungsorientierter Band, der eine runde Geschichte erz\u00e4hlt, kein Gagfeuerwerk wie &#8222;Die wei\u00dfe Iris&#8220;. War das eine bewusste Entscheidung oder wurden die K\u00fcnstler vom Verlag eingefangen? Das l\u00e4sst sich kaum sagen. Fest steht: Auch Goscinny und Uderzo haben in ihren Alben immer wieder Tempo und Ton variiert. Vor deren klassischen Reiseabenteuern braucht sich Band 41 nicht zu verstecken.<\/p>\n<p>Dennoch: Etwas mehr Experimentierfreude h\u00e4tte &#8222;Asterix in Lusitanien&#8220; gutgetan. Mit der starken Anlehnung an die Klassiker, den vielen Anspielungen auf fr\u00fchere Begebenheiten, werden vor allem alte Fans und Traditionalisten angesprochen. Reicht das noch f\u00fcr junge Leserinnen und Leser? Immerhin in einem Punkt geht &#8222;Asterix&#8220; mit der Zeit: Das Aussehen von Baba, dem schwarzen Ausguck der Piraten, wurde \u00fcberarbeitet und er hat seinen Sprachfehler verloren. Daran gab es seit Langem Kritik.<\/p>\n<p>&#8222;Asterix in Lusitanien&#8220; ist als Hardcover im Buchhandel und als Softcover im Zeitschriftenhandel erh\u00e4ltlich. Im Dezember <a href=\"https:\/\/www.egmont-shop.de\/aktionen\/asterix-41\/\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_self\">ver\u00f6ffentlicht Egmont Ehapa Media<\/a> zudem eine Luxus-, im November eine Superluxusedition.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Gallier stechen wieder in See: Asterix und Obelix reisen nach Lusitanien, um dem von R\u00f6mern unterdr\u00fcckten Volk&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":519983,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[155],"tags":[68,29,214,156,30,497,7118,9558,215],"class_list":{"0":"post-519982","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unterhaltung","8":"tag-comic","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-frankreich","12":"tag-germany","13":"tag-historisches","14":"tag-portugal","15":"tag-rezensionen","16":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115421735685569312","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/519982","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=519982"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/519982\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/519983"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=519982"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=519982"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=519982"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}