{"id":520057,"date":"2025-10-23T05:46:32","date_gmt":"2025-10-23T05:46:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/520057\/"},"modified":"2025-10-23T05:46:32","modified_gmt":"2025-10-23T05:46:32","slug":"stadtbild-debatte-merz-sieht-migranten-als-unverzichtbaren-bestandteil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/520057\/","title":{"rendered":"Stadtbild-Debatte: Merz sieht Migranten als &#8222;unverzichtbaren Bestandteil&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/merz-1036.jpg\" alt=\"Friedrich Merz\" title=\"Friedrich Merz | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 22.10.2025 20:27 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>An seinen \u00c4u\u00dferungen zur Migration hatte es viel Kritik gegeben, auch weil der Bundeskanzler dabei sehr vage blieb. Jetzt hat Merz konkretisiert, wer genau f\u00fcr ihn ein &#8222;Problem im Stadtbild&#8220; ist &#8211; und wer nicht.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Kritik an seiner \u00c4u\u00dferung zu Problemen im &#8222;Stadtbild&#8220; hat Bundeskanzler Friedrich Merz bei einem Besuch in London erstmals genauer erl\u00e4utert, was er damit meint.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der CDU-Politiker betonte einerseits, dass Deutschland auch in Zukunft Einwanderung vor allem f\u00fcr den Arbeitsmarkt brauche. Andererseits benannte er erstmals, wer ihn im \u00f6ffentlichen Bild deutscher St\u00e4dte st\u00f6rt: Migranten ohne Aufenthaltsrecht und Arbeit, die sich nicht an die in Deutschland geltenden Regeln halten. Diese bestimmten teilweise das \u00f6ffentliche Bild in den St\u00e4dten, sagte Merz. Das betreffe Bahnh\u00f6fe, U-Bahnen, bestimmte Parkanlagen, ganze Stadtteile, &#8222;die auch unserer Polizei gro\u00dfe Probleme machen&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Wir brauchen auch in Zukunft Einwanderung. Das gilt f\u00fcr Deutschland wie f\u00fcr alle L\u00e4nder der Europ\u00e4ischen Union. Wir brauchen sie auch und vor allem f\u00fcr unsere Arbeitsm\u00e4rkte&#8220;, sagte der Kanzler am Rande des Westbalkan-Gipfels in der britischen Hauptstadt. Schon heute seien Menschen mit Migrationshintergrund &#8222;unverzichtbarer Bestandteil unseres Arbeitsmarktes&#8220;. &#8222;Wir k\u00f6nnen auf sie eben gar nicht mehr verzichten, ganz gleich, wo sie herkommen, welcher Hautfarbe sie sind und ganz gleich, ob sie erst in erster, zweiter, dritter oder vierter Generation in Deutschland leben und arbeiten.&#8220;<\/p>\n<p>    Petition gegen Merz&#8216; Aussagen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Merz war f\u00fcr eine Aussage zum Thema Migration in den vergangenen Tagen viel kritisiert worden. Es gebe &#8222;im Stadtbild noch dieses Problem&#8220;. Auf die Frage, wie er die Aussage gemeint habe, sagte er sp\u00e4ter auf einer Pressekonferenz: &#8222;Fragen Sie mal ihre T\u00f6chter.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dagegen hatten mehr als 120.000 Menschen binnen 24 Stunden eine Petition mit dem Titel &#8222;Wir sind die T\u00f6chter&#8220; unterschrieben. &#8222;Wir sind die T\u00f6chter und lassen uns von Ihrem Rassismus nicht einspannen, Herr Merz! Sie sprechen nicht f\u00fcr uns&#8220;, erkl\u00e4rte die Initiatorin Cesy Leonard. &#8222;Wir haben ein strukturelles Problem mit Gewalt gegen Frauen &#8211; fast immer im eigenen Zuhause. Die T\u00e4ter sind nicht irgendwelche Menschen im &#8218;Stadtbild&#8216;, sondern Ehem\u00e4nner, V\u00e4ter oder (Ex)Partner.&#8220; Die Forderung: &#8222;Erkl\u00e4ren Sie Schutz vor h\u00e4uslicher Gewalt zur Chefsache und erkennen Sie Femizide endlich als eigene Straftat an.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Am Dienstagabend hatten bereits mehrere Tausend vor der CDU-Parteizentrale in Berlin unter dem Motto &#8222;Wir sind die T\u00f6chter&#8220; demonstriert. Weitere Kundgebungen sind in Kiel und K\u00f6ln geplant.<\/p>\n<p>    Kritik vom DIW und der Diakonie<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch aus Politik und Wirtschaft gibt es weitere Reaktionen. Darunter auch das Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW): &#8222;Seine j\u00fcngsten \u00c4u\u00dferungen versch\u00e4rfen die gesellschaftliche Polarisierung und richten einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden an&#8220;, sagte DIW-Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/stadtbild-diskussion-oekonom-kritisiert-merz-aeusserungen-zur-migration-scharf\/100166414.html\" title=\"\u00d6konom kritisiert Merz-\u00c4u\u00dferungen zur Migration scharf\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Marcel Fratzscher dem Handelsblatt.<\/a> &#8222;Die Botschaft des Bundeskanzlers schw\u00e4cht die Willkommenskultur Deutschlands und wird den Fachkr\u00e4ftemangel in Deutschland in den kommenden Jahren versch\u00e4rfen.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Pr\u00e4sident der Diakonie, R\u00fcdiger Schuch, betonte, zugewanderte Menschen seien seit Jahrzehnten &#8222;selbstverst\u00e4ndlicher Teil unserer Stadtbilder&#8220;. &#8222;Sie geh\u00f6ren einfach zu uns: mit ihren Unternehmen, Kulturen, als Kolleginnen am Arbeitsplatz, als Mitspieler im Fu\u00dfballverein, als Nachbarin und vieles mehr.&#8220; Probleme m\u00fcssten angesprochen, &#8222;dann aber mit einer sachorientierten Politik gemeinsam gel\u00f6st werden, ohne Polemik und in gegenseitigem Respekt&#8220;.<\/p>\n<p>    SPD: &#8222;Merz hat viele verunsichert&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die SPD geht weiter auf Distanz zur \u00c4u\u00dferung ihres Koalitionspartners. &#8222;Wir m\u00fcssen als Politik auch h\u00f6llisch aufpassen, welche Diskussion wir ansto\u00dfen, wenn wir auf einmal wieder in ein &#8218;Wir&#8216; und &#8218;Die&#8216; unterteilen&#8220;, sagte Vizekanzler und SPD-Co-Parteichef Lars Klingbeil auf dem Gewerkschaftskongress der IG BCE. &#8222;Ich m\u00f6chte in einem Land leben, bei dem nicht das Aussehen dar\u00fcber entscheidet, ob man ins Stadtbild passt oder nicht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Rheinland-Pfalz&#8216; Ministerpr\u00e4sident Alexander Schweitzer (SPD) warf Merz im <a href=\"https:\/\/www.inforadio.de\/rubriken\/interviews\/2025\/10\/22\/rheinland-pfalz-mpk-vorsitz-spd-ministerpraesident-schweitzer.html?nls2=19&amp;nlis=schweitzer--merz-spaltet-mit--stadtbild--aeusserung\" title=\"Schweitzer im rbb24 Inforadio \" class=\"textlink--extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">rbb24 Inforadio<\/a> vor, mit seinen Aussagen Menschen verunsichert zu haben. Viele w\u00fcrden sich fragen, ob sie pers\u00f6nlich gemeint seien und seien deshalb verletzt und ver\u00e4rgert: &#8222;Ich glaube schon, da hat der Kanzler auch die Aufgabe, seinen Worten entweder Klarheit zu verleihen oder sie mit politischen Vorschl\u00e4gen zu versehen.&#8220;<\/p>\n<p>    CSU: &#8222;Geht nicht um jemanden, der seit Jahren hier lebt&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In der eigenen Partei erh\u00e4lt Merz viel Zustimmung, es gibt aber auch einzelne kritische Stimmen und den Wunsch nach Klarstellung.\u00a0Etwa f\u00fcr den ehemaligen Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) waren seine Aussagen &#8222;zu nebul\u00f6s&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Unionsfraktionschef Jens Spahn verteidigte Merz: &#8222;Der Bundeskanzler hat doch eigentlich etwas ausgesprochen, was jeder sieht, wenn er durch Duisburg geht, aber \u00fcbrigens auch, wenn er durch manche mittelgro\u00dfe deutsche Stadt geht. Irregul\u00e4re Migration hat etwas ver\u00e4ndert&#8220;, sagte der CDU-Politiker der Bild-Zeitung. Vor allem an Bahnh\u00f6fen, so Spahn: &#8222;Verwahrlosung, Drogendealer, junge M\u00e4nner, meistens mit Migrationshintergrund, meistens Osteuropa oder arabisch-muslimischer Kulturraum.&#8220; Das habe auch was mit irregul\u00e4rer Migration zu tun.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch CSU-Politiker und N\u00fcrnberger Oberb\u00fcrgermeister Marcus K\u00f6nig stellte sich hinter Merz. Er hielt die Diskussion f\u00fcr falsch. &#8222;Da geht es nicht um irgendjemanden, der seit Jahren da ist, der hier lebt. Die sind ein Teil unserer Gesellschaft&#8220;, sagte er im <a href=\"https:\/\/www.ardaudiothek.de\/episode\/urn:ard:episode:851c3829bdba5add\/\" title=\"N\u00fcrnbergs OB zur &quot;Stadtbild&quot;-Debatte\" class=\"textlink--extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Bayerischen Rundfunk<\/a>. &#8222;Sondern es geht um Menschen, die wir versuchen seit Jahren, mit allen M\u00f6glichkeiten abzuschieben, weil sie entweder Straft\u00e4ter sind oder ihren Aufenthalt verwirkt haben.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 22.10.2025 20:27 Uhr An seinen \u00c4u\u00dferungen zur Migration hatte es viel Kritik gegeben, auch weil der Bundeskanzler&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":520058,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1836],"tags":[3364,29,30,46,182,382,1411,3503,86898],"class_list":{"0":"post-520057","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hannover","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-hannover","12":"tag-merz","13":"tag-migration","14":"tag-niedersachsen","15":"tag-petition","16":"tag-stadtbild"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115421904727144411","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/520057","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=520057"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/520057\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/520058"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=520057"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=520057"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=520057"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}