{"id":520185,"date":"2025-10-23T07:07:12","date_gmt":"2025-10-23T07:07:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/520185\/"},"modified":"2025-10-23T07:07:12","modified_gmt":"2025-10-23T07:07:12","slug":"kulinarik-wie-asterix-und-obelix-sich-durch-europa-schlemmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/520185\/","title":{"rendered":"Kulinarik: Wie Asterix und Obelix sich durch Europa schlemmen"},"content":{"rendered":"<p>Viel mehr als nur Wildschwein und Zaubertrank. Die beiden weltber\u00fchmten Gallier erkunden in ihren Abenteuern die K\u00fcchen Frankreichs und der ganzen bekannten, antiken Welt. Die Comics sind auch Liebeserkl\u00e4rungen ans Essen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Essen ist und war stets mehr als die Aufnahme von lebensnotwendigen Kalorien, Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen, n\u00e4mlich Genuss, Selbstverortung, soziales Schmiermittel. Und Trost. W\u00e4hrend die beiden Erfinder an ihrem 24. Asterix-Band arbeiteten, verstarb Ren\u00e9 Goscinny im Alter von nur 51 Jahren bei einem Herzbelastungs-EKG an einem Herzinfarkt. Die Umst\u00e4nde des eigenen Todes h\u00e4tten den gro\u00dfen Humoristen wahrscheinlich erheitert, sein Partner <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/gesellschaft\/article68f0f998cdf2d9fc0bea15e5\/albert-uderzo-der-zeichner-der-asterix-und-obelix-unsterblich-machte.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/gesellschaft\/article68f0f998cdf2d9fc0bea15e5\/albert-uderzo-der-zeichner-der-asterix-und-obelix-unsterblich-machte.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Albert Uderzo<\/a> aber war untr\u00f6stlich.<\/p>\n<p>Er sehe sich nicht imstande, den neuen Band, in dem Asterix und Obelix ihre belgischen Nachbarn besuchen, allein fertig zu stellen, erkl\u00e4rte er. Sein damaliger Verlag aber bestand auf Vertragserf\u00fcllung. Was machte Uderzo? Er zeichnete auf der vorletzten Seite eine Hommage an das vielleicht ber\u00fchmteste Gelage der Kunstgeschichte. \u201eDie Bauernhochzeit\u201c (niederl\u00e4ndisch: De Boerenbruiloft) ist ein Gem\u00e4lde von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/reise\/staedtereisen\/article189355601\/Pieter-Bruegel-der-Aeltere-Der-Maler-zeigt-das-wahre-Bruessel.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/reise\/staedtereisen\/article189355601\/Pieter-Bruegel-der-Aeltere-Der-Maler-zeigt-das-wahre-Bruessel.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pieter Bruegel dem \u00c4lteren.<\/a> Heute h\u00e4ngt es im Kunsthistorischen Museum in Wien: die schweigende Braut, das M\u00e4dchen mit dem Zeigefinger im Topf, die karg gef\u00fcllten Teller (Gerstenbrei?), die rasch nachgef\u00fcllten Karaffen \u2013 ein Meisterwerk. Uderzo liebte es, kunsthistorische Zitate in seine Geschichten einzubauen, aber nie waren sie so deutlich wie bei diesem Tableau. Schlie\u00dflich geht es auf diesem Bild um eines der absoluten Zentralmotive bei Asterix: das Essen.<\/p>\n<p>Wie man ein Wildschwein fachkundig und f\u00fcr heutige Zungen abgeschmeckt zubereitet, findet sich in der Kochkolumne nebenan. Und auch wenn Obelix zuweilen eine arg verengte kulinarische Weltsicht pflegt, auch im neuen Band fremdelt er mit den lokalen Spezialit\u00e4ten, haben er und sein Kompagnon Asterix im Laufe ihrer Abenteuer eine breite Palette von Delikatessen und kulinarischen Katastrophen zu sich genommen. Wenn man dann noch bedenkt, was die R\u00f6mer bei ihren Orgien servieren lassen, lautet das geheime Leitmotiv dieser Mythologie \u201eLa grande bouffe\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>Deswegen der Versuch einer Systematik: 1. Was isst man im gallischen Dorf? 2. Was kriegen die Gallier bei ihren Reisen vorgesetzt? 3. Was schlemmen die R\u00f6mer? 4. Und was steckt in den beiden Zaubertr\u00e4nken \u2013 denn aufmerksame Leser werden sich erinnern, dass Asterix bei einem Ausflug nach Rom seinen ganz eigenen Trank erfindet, mit weitreichender Wirkung.<\/p>\n<p>Im gallischen Dorf isst man vor allem die Wildschweine, die sich im umliegenden Wald offenbar kaninchenartig vermehren. So schnell, dass selbst Obelix die Population nicht kleingefressen kriegt. Besonders historisch ist dies \u00fcbrigens nicht. Wildschweine geh\u00f6rten nicht zur bevorzugten Nahrung der antiken Gallier; auch in den Standardwerken der franz\u00f6sischen K\u00fcche wird es stiefm\u00fctterlich behandelt. <\/p>\n<p>\u201eWird wie Reh zubereitet\u201c, kanzelt es <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/kopf-des-tages\/article236343765\/Paul-Bocuse-Was-seine-Nouvelle-Cuisine-wirklich-wollte.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/kopf-des-tages\/article236343765\/Paul-Bocuse-Was-seine-Nouvelle-Cuisine-wirklich-wollte.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Paul Bocuse<\/a> in seinem Standardwerk \u201eDie neue K\u00fcche\u201c ab, und in dem dreib\u00e4ndigen \u201eGro\u00dfes W\u00f6rterbuch der Kochkunst\u201c widmet ihm Alexandre Dumas nur etwas mehr als eine Seite. \u201eWildschweinjagd ist nicht ungef\u00e4hrlich, denn das wilde Schwein ist von Natur aus eher menschenfeindlich eingestellt\u201c, schreibt er. \u201eDie spinnen, die Kochbuchautoren\u201c, w\u00fcrde Obelix vermutlich sagen und sich jagdlustig die H\u00e4nde reiben. Auch beliebt, wenngleich umstritten, im gallischen Dorf ist verdorbener Fisch, den der H\u00e4ndler Verleihnix, um lange Lieferketten zu garantieren, eigens aus Lutetia importiert. Gelegentlich werden auch Pilze gesammelt.<\/p>\n<p>Eine recht einseitige Kost, findet etwa die First Lady Gutemine, die die Delikatessen am Esstisch ihres erfolgreichen Bruders in der Hauptstadt sch\u00e4tzt. Dieser nennt ihren Mann nur \u201eDingsbums\u201c und tischt Biberschw\u00e4nze mit Himbeeren und Rinderf\u00fc\u00dfe \u00e0 la cr\u00e8me auf, was Majestix, der einige H\u00f6rner Wein zu viel intus hat, nicht auf sich sitzen lassen kann: Er k\u00fcndigt seinem nervigen Schwager ein Ragout an, das er sich von all seinem Geld nicht kaufen kann \u2013 gew\u00fcrzt mit den Lorbeeren C\u00e4sars.<\/p>\n<p>Bei dem Versuch, den Lorbeerkranz zu entwenden, landen Asterix und Obelix als Scheinsklaven im Hause einer wohlhabenden Familie. Um von denen wieder gefeuert zu werden, kocht ihnen Asterix eine Suppe aus Marmelade, Pfeffer, Salz, Nieren, Feigen, Kernseife, Honig, Pfefferschoten, Blutwurst, Eiern und Granatapfelkernen und \u2013 wichtig! \u2013 einem ungerupften Huhn. Doch das Teufelsgebr\u00e4u erweist sich als Wundermittel f\u00fcr den st\u00e4ndig verkaterten Sohn des Hauses Gracchus. Ein Teller von diesem Teufelsgebr\u00e4u und er ist ausgen\u00fcchtert und kann weiterzechen. F\u00fcr Goscinny und Uderzo mag das der wahre Grund f\u00fcr den Untergang des r\u00f6mischen Imperiums gewesen sein. Ein echter Franzose traut einer kr\u00e4ftigen Mahlzeit eben alles zu. \u00a0<\/p>\n<p>So bringt ein korsischer K\u00e4se ein Piratenschiff zum Explodieren. So bringt sein unerf\u00fcllter Wunsch nach frischem Fisch den kleinen Spanier Pepe fast zum Explodieren. So wird aus dem beh\u00e4bigen Fondue der Schweizer eine Art S\/M-Orgie, sobald ein Dinnergast seinen K\u00e4sebrocken im geschmolzenen K\u00e4se verliert. Nur die Nachtigallenzungen und die gef\u00fcllten Giraffenh\u00e4lse bei den Orgien des Erzfeindes muss man als fr\u00fche Anzeichen sp\u00e4tr\u00f6mischer Dekadenz bewerten.<\/p>\n<p>Ihre Meister finden die Gallier in ihren Nachbarn, den Belgiern, die sie an Verfressenheit noch \u00fcbertreffen. \u00dcbertreffen sie alle Gallier? Nein! Ein wackerer Hinkelsteinlieferant arbeitet unerm\u00fcdlich, den Ruf seines Landes als Grande Nation des Esstischs zu verteidigen. \u201eEndlich mal ein Gallier, der nicht so verk\u00fcmmert ist\u201c, sagt die Bouillabaisse-Verk\u00e4uferin in Marseille zu Obelix, als er mit Asterix auf einer epischen Schlemmerfahrt durch Gallien ist, die unter dem Namen \u201eTour de France\u201c ver\u00f6ffentlicht wird. Und dieser Vater aller Schlemmer in der praktischen Streifenhose trippelt verlegen mit den F\u00fc\u00dfen und err\u00f6tet, wie wirklich nur er es kann. Bon app\u00e9tit!<\/p>\n<p>Kurz vor Erscheinen seines neuesten Abenteuers \u201eAsterix in Lusitanien\u201c (erscheint am 23. Oktober) kommt es zu einer Weltpremiere: eine ganze WELT AM SONNTAG, die ausschlie\u00dflich mit Bildern von Albert Uderzo und seinem Nachfolger Didier Conrad illustriert wird. Leser finden in dieser Ausgabe die gewohnte Mischung aus Nachrichten, Analysen und Unterhaltung, aber auch Geschichten, die selbst die beh\u00e4bigen Bewohner eines gallischen Dorfes interessieren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen diese ganz besondere Ausgabe der WELT AM SONNTAG, ein Sammlerst\u00fcck, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.lesershop24.de\/welt-am-sonntag\/asterix\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.lesershop24.de\/welt-am-sonntag\/asterix&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gern hier bestellen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Viel mehr als nur Wildschwein und Zaubertrank. 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