{"id":520485,"date":"2025-10-23T09:54:12","date_gmt":"2025-10-23T09:54:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/520485\/"},"modified":"2025-10-23T09:54:12","modified_gmt":"2025-10-23T09:54:12","slug":"katastrophenschutz-deutschland-ist-verwundbar-es-drohen-szenarien-die-sich-niemand-wuenscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/520485\/","title":{"rendered":"Katastrophenschutz: Deutschland ist verwundbar \u2013 \u201eEs drohen Szenarien, die sich niemand w\u00fcnscht\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Naturkatastrophen, Terroranschl\u00e4ge oder eine Ausweitung des Kriegs in der Ukraine: F\u00fcr keines dieser Szenarien ist Deutschland nach Einsch\u00e4tzung von Fachleuten gewappnet. Woran es aktuell am meisten mangelt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Wo ist das n\u00e4chste freie Intensivbett? Gibt es gen\u00fcgend Blutkonserven? Und k\u00f6nnen alle Verletzten versorgt werden? Wohl niemand m\u00f6chte, dass medizinisches Personal erst \u00fcber diese Fragen nachdenken muss, wenn man selbst einen Unfall hatte, bei einem Anschlag verletzt oder von einem Unwetter erwischt wurde. Genau dieses Szenario aber droht \u2013 davor warnen Fachleute verschiedener Disziplinen.<\/p>\n<p>Zum Beispiel aus der An\u00e4sthesiologie, gewisserma\u00dfen die Schnittstelle zwischen Schmerztherapie, Intensiv- und Notfallmedizin. Sie bilde das \u201eR\u00fcckgrat der modernen Krisenmedizin\u201c, sagt Gernot Marx, Pr\u00e4sident der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr An\u00e4sthesiologie. Und der Vertreter der Notfallmedizin im Berufsverband der Deutschen An\u00e4sthesisten, Jan-Thorsten Gr\u00e4sner, f\u00fcgt hinzu: \u201eEs drohen Szenarien, die sich niemand w\u00fcnscht.\u201c<\/p>\n<p>Konkret k\u00f6nnten k\u00fcnftig bis zu 1000 Intensivpatienten t\u00e4glich neu nach Deutschland kommen, das auch die europ\u00e4ische Drehscheibe f\u00fcr die Verlegung von Schwerverletzten aus der Ukraine bildet. Von dieser Zahl geht die Bundeswehr derzeit aus. Vor Ort herrscht in dem Kriegsland bereits eine dauerhafte Unterversorgung, berichtet die Direktorin der Abteilung f\u00fcr Transfusionsmedizin und H\u00e4motherapie im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, Diana Sauer.<\/p>\n<p>Dort m\u00fcsse triagiert werden: Die sogenannte Triage meint die Frage, wer \u00fcberlebenswichtige Ger\u00e4te wie etwa ein Atemger\u00e4t oder ein Intensivbett erh\u00e4lt, wenn nicht gen\u00fcgend Ressourcen f\u00fcr alle Patientinnen und Patienten vorhanden sind. \u201eW\u00e4hrend Corona wurden auch hierzulande Operationen abgesagt oder verschoben\u201c, f\u00fcgt Sauer hinzu, die Oberfeldarzt bei der Bundeswehr ist. In der Ukraine sind auch Kr\u00e4fte des deutschen Milit\u00e4rs im Einsatz. W\u00e4hrend Corona seien hierzulande \u201eOperationen abgesagt oder verschoben\u201c worden, erinnert die Expertin.<\/p>\n<p>Schutz\u00fcbungen nicht nur alle zehn Jahre<\/p>\n<p>Um eine Wiederholung solcher Szenarien zu verhindern, fordern die Fachgesellschaften belastbare Konzepte, die sofort greifen k\u00f6nnten \u2013 zumal entsprechende Ma\u00dfnahmen im Verteidigungsfall kaum m\u00f6glich w\u00e4ren, sagt Intensivmediziner Marx. So m\u00fcssten ihm zufolge etwa die Mittel der Digitalisierung optimal genutzt werden, beispielsweise f\u00fcr die psychologische Versorgung von \u00dcberlebenden. Und: \u201eDie Telemedizin kann jemandem in 800 Kilometern Entfernung das Leben retten.\u201c Ebenso sollten s\u00e4mtliche Krankenhauskapazit\u00e4ten im Land digital erfasst werden, und es brauche klare Einsatz- und Notfallpl\u00e4ne.<\/p>\n<p>Reibungslos funktionieren diese Pl\u00e4ne laut Grietje Beck, Pr\u00e4sidentin des Berufsverbands der Deutschen An\u00e4sthesisten, allerdings nur, wenn sie regelm\u00e4\u00dfig trainiert werden. \u201eRegelm\u00e4\u00dfige Schulungen und Simulationen kosten Zeit und Geld, das Personal muss daf\u00fcr abgestellt werden\u201c, sagt sie. Im derzeitigen Regelbetrieb sei das kaum m\u00f6glich, obwohl die \u00dcbungen f\u00fcr einen sogenannten Massenanfall von Verletzten jede Klinik durchf\u00fchren m\u00fcsse. \u201eAlle zehn Jahre mal \u2013 das reicht nicht.\u201c<\/p>\n<p>Desinfektionsmittel als Mangelware<\/p>\n<p>Auch im Verteilsystem sieht Gr\u00e4sner noch Luft nach oben \u2013 auch wenn das sogenannte Kleeblatt seit zig Monaten \u201eweitgehend ger\u00e4uschlos\u201c funktioniere. Just nachdem die Verteilung von schwer Covid-Kranken in Europa nach diesem System ausgelaufen war, begann der Krieg in der Ukraine. Doch nun, nach \u00fcber drei Jahren Krieg, brauche es ein \u201eKleeblatt 2.0\u201c &#8211; technisch optimiert, politisch und finanziell abgesichert. \u201eDie L\u00f6sungen sind vorhanden\u201c, betont der Experte. \u201eDoch bislang fehlt die praktische Umsetzung.\u201c<\/p>\n<p>Zu Beginn der Pandemie wurde selbst Desinfektionsmittel schnell zur Mangelware. Daher m\u00fcsse die notwendige Bevorratung mit Materialien und Arzneimittel dringend geplant werden, fordert Beck. Diese Themen dr\u00e4ngen laut Milit\u00e4r\u00e4rztin Sauer nicht erst im Krisenfall: Allj\u00e4hrlich komme es schon jetzt zu Versorgungsengp\u00e4ssen bei universal vertr\u00e4glichen Blutprodukten. <\/p>\n<p>Insofern trage \u201ejede Person, die Blut spendet, zur Sicherheit der Versorgung bei\u201c. Krankenhausmedizinerin Beck mahnt: \u201eWas fehlt, haben wir zuletzt oft erst dann gemerkt, als das Chaos schon ausbrach.\u201c<\/p>\n<p>KNA, rc<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Naturkatastrophen, Terroranschl\u00e4ge oder eine Ausweitung des Kriegs in der Ukraine: F\u00fcr keines dieser Szenarien ist Deutschland nach Einsch\u00e4tzung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":516416,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,162,3364,29,30,118704,13,128251,10701,4046,14,3923,15,3921,12,128250],"class_list":{"0":"post-520485","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-coronavirus","13":"tag-de","14":"tag-deutschland","15":"tag-germany","16":"tag-gesundheitssysteme-ks","17":"tag-headlines","18":"tag-intensivstationen-ks","19":"tag-krankenhaeuser","20":"tag-krieg","21":"tag-nachrichten","22":"tag-nachrichten-aus-deutschland","23":"tag-news","24":"tag-news-aus-deutschland","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-triage-medizin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115422879035929592","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/520485","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=520485"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/520485\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/516416"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=520485"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=520485"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=520485"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}