{"id":520558,"date":"2025-10-23T10:33:16","date_gmt":"2025-10-23T10:33:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/520558\/"},"modified":"2025-10-23T10:33:16","modified_gmt":"2025-10-23T10:33:16","slug":"buch-von-politikerin-erscheint-ricarda-lang-das-klima-hat-sie-vor-der-volljaehrigkeit-kein-stueck-interessiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/520558\/","title":{"rendered":"Buch von Politikerin erscheint: Ricarda Lang: Das Klima hat sie vor der Vollj\u00e4hrigkeit kein St\u00fcck interessiert"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/B%C3%BCndnis_90%2FDie_Gr%C3%BCnen\" title=\"Die Gr\u00fcnen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Gr\u00fcnen<\/a>-Politiker Ricarda Lang und der Soziologe Steffen Mau haben gemeinsam ein <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Buch\" title=\"Buch\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Buch<\/a> ver\u00f6ffentlicht. In \u201eDer gro\u00dfe Umbruch: Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Krisen, Konflikte und Kompromisse\u201c besch\u00e4ftigen sich die beiden vor allem mit den gro\u00dfen gesellschaftspolitischen Fragen. Gleichzeitig liefert Lang, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.ricarda-lang-wahlkreis-interview-backnang-schwaebisch-gmuend.203526ea-fad0-4624-ba85-5b5c1bc77b03.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">aufgewachsen in N\u00fcrtingen<\/a>, interessante biografische Einblicke. Bei ihrer steilen Karriere \u2013 in wenigen Jahren wurde sie von der Bundessprecherin der Gr\u00fcnen Jugend zur Bundesvorsitzende der Gr\u00fcnen \u2013 h\u00e4tten viele vielleicht einen von Kindesbeinen an politisierten Menschen erwartet. Bei Ricarda Lang war das mitnichten so.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ihrer Jugend, sagt Lang in dem Gespr\u00e4chsband, sei sie \u201egar nicht sonderlich politisch\u201c gewesen. Deshalb habe es die 31-J\u00e4hrige auch immer wieder \u201ewahnsinnig faszinierend\u201c gefunden, wenn sie in den vergangenen Jahren 14-J\u00e4hrige getroffen habe, die sich bei Fridays for Future engagieren. \u201eMit 14 war ich mit allem auf der Welt besch\u00e4ftigt, aber nicht mit dem Klima, und wenn, dann h\u00f6chstens mit dem Klima im Freundeskreis\u201c, r\u00e4umt Lang ein.<\/p>\n<p>Auch mit der Linken und SPD gelieb\u00e4ugelt <\/p>\n<p>Dies habe sich mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres \u201e schlagartig ver\u00e4ndert.\u201c Ausl\u00f6ser sei gewesen, dass ihre Mutter ihren Job in einem Frauenhaus in Sindelfingen verloren hat. \u201e Ihr wurde nicht gek\u00fcndigt, sondern das Frauenhaus hat komplett zugemacht\u201c, sagt Lang. Daraufhin habe sie sich dazu entschieden, politisch aktiv zu werden.<\/p>\n<p>Dass sie sich gerade bei den Gr\u00fcnen engagieren w\u00fcrde, sei f\u00fcr sie damals noch nicht selbstverst\u00e4ndlich gewesen. \u201eEs w\u00e4ren ein paar Parteien infrage gekommen. Die Linkspartei gab es damals in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Baden-W%C3%BCrttemberg\" title=\"Baden-W\u00fcrttemberg\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Baden-W\u00fcrttemberg<\/a> so gut wie nicht, die hat keine Rolle gespielt, und in der SPD waren sehr viele \u00e4ltere Herren.\u201c Insofern sei es am Anfang nicht so sehr um Inhalte gegangen, sondern \u201eein lebensweltliches Ding\u201c gewesen: \u201eBei den Gr\u00fcnen waren ein paar j\u00fcngere Leute, etwas mehr Frauen, da habe ich mich wohler gef\u00fchlt.\u201c<\/p>\n<p> Die Gr\u00fcnen haben Lang erst zum Umweltschutz gebracht <\/p>\n<p>\u00d6kologie sei f\u00fcr Lang damals gar nicht das pr\u00e4gende Thema gewesen, das habe sich erst sp\u00e4ter durch das steigende Bewusstsein f\u00fcr die Freiheitsverluste durch \u00f6kologische Krisen ver\u00e4ndert. \u201eDer Umweltschutz hat mich also nicht zu den Gr\u00fcnen gebracht, sondern die Gr\u00fcnen haben mich zum Umweltschutz gebracht.\u201c<\/p>\n<p>Lang beschreibt ihre Jugend als typische West-Erfahrung \u2013 ihr Co-Autor Steffen Mau wuchs im Osten auf. \u00dcber ihre Biografien kommen die beiden schlie\u00dflich zu Themen wie Chancengleichheit im Bildungssystem, das nicht eingehaltene Aufstiegsversprechen und die Frage, ob Aufstieg \u00fcber eine Kategorie sein sollte, an der sich Politik ausrichten sollte. <\/p>\n<p>Auch die Rolle sozialer Medien in der heutigen Welt wird diskutiert \u2013 und Lang, die auf X und Co. eigentlich als sehr versiert und schlagfertig gilt, r\u00e4umt auch Fehler ihrer Partei in Fragen des so genannten Kulturkampfes ein. In dem Buch ist von \u201eHyperpolitisierung von Nebens\u00e4chlichkeiten\u201c die Rede, auf die sich auch die Gr\u00fcnen aus Langs Sicht zu sehr eingelassen h\u00e4tten. <\/p>\n<p> Hyperpolitisierung: Kein Familienchat ohne Debatte <\/p>\n<p>Daraus entstehe ein Teufelskreis. \u201eEinerseits f\u00fchrt die Hyperpolitisierung von Kleinigkeiten dazu, dass viele den Eindruck haben, sie lebten in einer Zeit der \u00dcberpolitisierung.\u201c Nicht einmal mehr Nebens\u00e4chlichkeiten seien unpolitisch, \u201ealles ist hektisch und kontrovers, dauernd muss man sich mit politischen Dingen besch\u00e4ftigen und sich positionieren. Kein Familienchat oder Weihnachtsessen mehr ohne politische Debatten.\u201c<\/p>\n<p>Auch der Bundestag bleibe nicht davon verschont. \u201eEigentlich sollten sich hier die Debatten um ein gerechtes Steuersystem oder um Investitionen in die Infrastruktur drehen\u201c, sagt Lang. Stattdessen werde mit gro\u00dfer Leidenschaft und Aufgeregtheit \u00fcber Symbolpolitik und Kulturkampf gestritten. Am Ende profitiere davon nur die AfD. \u201eWir haben nur noch reagiert und vor dem Kulturkampf gewarnt, ohne zu merken, dass wir selbst Teil davon waren.\u201c<\/p>\n<p>Steffen Mau dr\u00fcckt es so aus: \u201eDas Thema ,Radwege in Peru\u2019 \u2013 dar\u00fcber kann sich die Bundesrepublik sechs Wochen aufregen.\u201c Aber die zentralen Fragen wie die der Klimatransformation oder der sozialen Gerechtigkeit w\u00fcrden eigentlich nicht thematisiert.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter im Buch, viele Grundsatz\u00fcberlegungen sp\u00e4ter, kehrt Lang dann noch mal zur\u00fcck zu der Frage, warum sie schlie\u00dflich in der Politik geblieben ist. \u201eAm Anfang ging es nicht darum, was ich jetzt konkret als coolen Social-Media-Post absetzen kann, und ich hatte auch noch gar nicht den direkten Fokus auf das Parlament, sondern es war dieses erstmalige Erleben von Selbstwirksamkeit\u201c, erinnert sich das 18-j\u00e4hrige Ich der Politikerin. <\/p>\n<p> Soziale Medien als Politikeinstieg <\/p>\n<p>\u201eTats\u00e4chlich w\u00e4ren ja manche Demokratisierungsbewegungen weltweit ohne die sozialen Medien nicht denkbar gewesen\u201c. findet Lang. Und f\u00fcr viele junge Menschen bildeten sie einen ersten Zugang zur Politik. Ob bei der Entwicklung die Licht- oder Schattenseiten \u00fcberwiegen, beantwortet \u201eDer gro\u00dfe Umbruch\u201c nicht abschlie\u00dfend, wie viele andere gro\u00dfen Fragen auch. Allemal spannend sind die Einblicke, wie die junge, Social-Media-affine Politikergenartion tickt, dennoch.<\/p>\n<p> <b>Ricarda Lang und Steffen Mau: Der gro\u00dfe Umbruch:<\/b> Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Krisen, Konflikte und Kompromisse, Ullstein Verlag, Berlin 2025, gebunden, 400 Seiten, 24,99 Euro<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Gr\u00fcnen-Politiker Ricarda Lang und der Soziologe Steffen Mau haben gemeinsam ein Buch ver\u00f6ffentlicht. 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