{"id":522386,"date":"2025-10-24T03:47:23","date_gmt":"2025-10-24T03:47:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/522386\/"},"modified":"2025-10-24T03:47:23","modified_gmt":"2025-10-24T03:47:23","slug":"greifswald-vogelgrippe-breitet-sich-aus-wie-gefaehrlich-ist-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/522386\/","title":{"rendered":"Greifswald | Vogelgrippe breitet sich aus \u2013 Wie gef\u00e4hrlich ist das?"},"content":{"rendered":"<p>Greifswald (dpa) &#8211; Die Vogelgrippe ist in Deutschland auf dem Vormarsch. In Baden-W\u00fcrttemberg werden in einem Gefl\u00fcgelbetrieb 15.000 Tiere get\u00f6tet, Tausende Kraniche sterben, die Agrarminister nehmen sich der Krise an. Zwar ist die Tierseuche in Deutschland inzwischen ganzj\u00e4hrig verbreitet, doch mit dem Vogelzug im Herbst gewinnt das Infektionsgeschehen deutlich an Fahrt \u2013 und erreicht derzeit ein neues Ausma\u00df.<\/p>\n<p>Inzwischen wurden auch Gro\u00dfbetriebe mit Legehennen und Mastputen von dem Virus erfasst. Das zust\u00e4ndige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) spricht unter Hinweis auf die aktuell hohe Dichte an Wildv\u00f6geln in den Zugkorridoren von einer dynamischen Entwicklung. Das Risiko f\u00fcr weitere Ausbr\u00fcche in Gefl\u00fcgelhaltungen und auch f\u00fcr die Verbreitung unter Wildv\u00f6geln wurde auf die Stufe \u00abhoch\u00bb heraufgesetzt. Die wichtigsten Fragen und Antworten.<\/p>\n<p>Was ist das \u00fcberhaupt f\u00fcr eine Krankheit?\u00a0<\/p>\n<p>Avi\u00e4re Influenza, abgeleitet vom lateinischen Begriff f\u00fcr Vogel (avis), ist eine durch Viren ausgel\u00f6ste Infektionskrankheit, die vor allem bei wildlebenden Wasserv\u00f6geln anzutreffen ist. Gef\u00e4hrlich ist nach Angaben des Loeffler-Instituts die hochansteckende Virusvariante HPAIV, die derzeit als H5N1 grassiert. Sie f\u00fchrt bei infizierten Tieren in der Regel zu schweren Verl\u00e4ufen und endet oft t\u00f6dlich. Umgangssprachlich wird die Gefl\u00fcgelpest meist Vogelgrippe genannt.<\/p>\n<p>Ist die Vogelgrippe auch f\u00fcr Menschen gef\u00e4hrlich?\u00a0<\/p>\n<p>Bei einer hohen Infektionsdosis ist das Virus prinzipiell auch auf Menschen \u00fcbertragbar. Doch besteht f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung laut FLI derzeit kein besonderes Risiko, dass es zu schwerwiegenden Erkrankungen kommt. Kontakt zu toten V\u00f6geln sollte vorsorglich aber in jedem Fall vermieden werden. Damit lasse sich auch verhindern, dass das Virus eventuell durch den Menschen verbreitet wird. In den USA etwa hatten sich in der Vergangenheit Mitarbeiter von Gefl\u00fcgelbetrieben infiziert.<\/p>\n<p>Kann das Virus durch Gefl\u00fcgelprodukte \u00fcbertragen werden?<\/p>\n<p>Das ist nach Angaben des Bundesinstituts f\u00fcr Risikobewertung grunds\u00e4tzlich nicht auszuschlie\u00dfen. Doch l\u00e4gen bisher keine Erkenntnisse vor, die belegen, dass sich Menschen \u00fcber Lebensmittel mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert haben. Das Institut empfiehlt, Fleisch gut durchzubraten, da das Virus empfindlich gegen\u00fcber hohen Temperaturen ist. Auch im Kern solle eine Temperatur von mindestens 70 Grad erreicht werden. Bei gekochten Eiern sollte darauf geachtet werden, dass sowohl Eiwei\u00df als auch Eigelb fest sind.\u00a0<\/p>\n<p>Inwieweit sind Wildv\u00f6gel betroffen?<\/p>\n<p>Das FLI erfasste bundesweit bislang 29 Ausbruchsherde bei Wildv\u00f6geln. Dabei zeigte sich, dass in dieser Saison vor allem Kraniche betroffen sind. Eine solche H\u00e4ufung verendeter Tiere sei bislang noch nicht beobachtet worden, hie\u00df es. Erste Sch\u00e4tzungen gehen davon aus, dass bisher etwa 2.000 Kraniche auf dem allj\u00e4hrlichen Vogelzug nach S\u00fcden in den deutschen Rastgebieten an der Gefl\u00fcgelpest verendeten.\u00a0<\/p>\n<p>Allein in Nordbrandenburg wurden nach Beh\u00f6rdenangaben zwischenzeitlich mehr als 1.000 tote Kraniche geborgen, die Suche h\u00e4lt an. An einem Stausee an der Landesgrenze zwischen Th\u00fcringen und Sachsen-Anhalt wurden mehr als 500 tote Tiere gefunden, etwa 100 in der Mecklenburgischen Seenplatte. Der H\u00f6hepunkt der Kranichrast wird erst noch erwartet, sodass Fachleute mit einer deutlich h\u00f6heren Zahlen toter Tiere rechnen.<\/p>\n<p>Wildenten indes zeigen laut FLI bei einer Gefl\u00fcgelpest-Infektion inzwischen nicht mehr unbedingt schwere Krankheitssymptome oder sterben daran. Da verschiedene Arten bereits in den zur\u00fcckliegenden Jahren betroffen gewesen seien, k\u00f6nne es in deren Populationen bereits eine teilweise Immunit\u00e4t geben.\u00a0<\/p>\n<p>Welche Folgen hat die Vogelgrippe f\u00fcr kommerzielle Tierhalter?\u00a0<\/p>\n<p>Am Donnerstagabend meldete Baden-W\u00fcrttemberg einen betroffenen Gefl\u00fcgelbetrieb im Alb-Donau-Kreis s\u00fcd\u00f6stlich von Stuttgart, in dem rund 15.000 Tiere get\u00f6tet werden. F\u00fcr den Monat Oktober registrierte das FLI bislang bereits 17 Ausbr\u00fcche in Nutzgefl\u00fcgel-Haltungen, ob der j\u00fcngste Ausbruch mitgez\u00e4hlt ist, war zun\u00e4chst unklar. Besonders folgenschwer waren auch zwei F\u00e4lle in Mecklenburg-Vorpommern. Dort mussten nach Angaben des Schweriner Landwirtschaftsministeriums in zwei Gro\u00dfbetrieben mit Legehennen knapp 150.000 Tiere vorsorglich get\u00f6tet werden. Bereits Mitte Oktober waren im nieders\u00e4chsischen Landkreis Cloppenburg 20.500 Puten gekeult worden. Den finanziellen Schaden k\u00f6nnen Halter bei der Tierseuchenkasse geltend machen.\u00a0<\/p>\n<p>Die derzeit hohe Viruslast bei Wildv\u00f6geln erh\u00f6hten das Risiko eines Eintrags in Gefl\u00fcgelbest\u00e4nde bundesweit erheblich, hei\u00dft es vom FLI. Das Institut sch\u00e4tzt, dass in diesem Herbst bislang mehr als 200.000 H\u00fchner, G\u00e4nse, Enten und Puten nach Gefl\u00fcgelpestausbr\u00fcchen in den jeweiligen Haltungen get\u00f6tet und entsorgt wurden, um die Ausbreitung der Seuche einzud\u00e4mmen. Die Gesamtzahl der seit Jahresbeginn wegen Vogelgrippe get\u00f6teten Nutztiere liege jedoch h\u00f6her, hie\u00df es.\u00a0<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen Betriebe zur Minderung der Infektionsgefahr tun?<\/p>\n<p>Die Beh\u00f6rden appellieren an Gefl\u00fcgelhalter, zur Eind\u00e4mmung der Tierseuche die Hygieneregeln penibel umzusetzen, insbesondere Desinfektionsma\u00dfnahmen und Kleidungsvorschriften. Kontakte des Hausgefl\u00fcgels zu Wildv\u00f6geln und deren Ausscheidungen sollen vermieden, die eigenen Tiere m\u00f6glichst in St\u00e4llen untergebracht werden. Die F\u00fctterung solle nur an Stellen erfolgen, die f\u00fcr Wildv\u00f6gel unzug\u00e4nglich sind. In den vom Ausbruchsgeschehen bereits betroffenen Regionen werden tempor\u00e4r Schuttzonen eingerichtet, in denen strengere Regelungen.\u00a0<\/p>\n<p>Gibt es Impfstoffe gegen die Vogelgrippe?<\/p>\n<p>Solche Impfungen waren innerhalb der EU lange nicht zugelassen. Nach Angaben des FLI gibt es aber Impfstoffe f\u00fcr Gefl\u00fcgel, die insbesondere in Frankreich mit einer Sondergenehmigung bei Enten und G\u00e4nsen schon zum Einsatz kommen. Die Impfung von Gefl\u00fcgel sei allerdings mit umfangreichen \u00dcberwachungsma\u00dfnahmen verbunden und eigne sich daher aus Sicht des FLI nur f\u00fcr bestimmte Gefl\u00fcgelarten, Enten und G\u00e4nse in Freilandhaltung etwa oder f\u00fcr Zoov\u00f6gel. Ungeeignet sei sie f\u00fcr die Masth\u00e4hnchenproduktion.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Greifswald (dpa) &#8211; Die Vogelgrippe ist in Deutschland auf dem Vormarsch. 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