{"id":523421,"date":"2025-10-24T13:44:52","date_gmt":"2025-10-24T13:44:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/523421\/"},"modified":"2025-10-24T13:44:52","modified_gmt":"2025-10-24T13:44:52","slug":"veraendert-sich-das-internet-fuer-immer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/523421\/","title":{"rendered":"Ver\u00e4ndert sich das Internet f\u00fcr immer?"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Wer in England, Schottland, Wales oder Nordirland eine Erotikwebsite, Erwachseneninhalte auf der Plattform Reddit oder nicht-jugendfreie Musik bei Spotify \u00f6ffnen will, der muss neuerdings an einem gro\u00dfen Banner vorbei. \u201eBest\u00e4tigen Sie Ihr Alter\u201c steht dar\u00fcber, dann folgen mehrere Verifizierungsm\u00f6glichkeiten: die eigene Kreditkarte, ein Ausweisdokument oder das Online-Banking. In manchen F\u00e4llen kann das Alter auch per Gesichtserkennung von einer KI gesch\u00e4tzt werden. Nur wer sich f\u00fcr eine der M\u00f6glichkeiten entscheidet, darf weiter.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der sogenannte \u201eOnline Safety Act\u201c (Onlinesicherheitsgesetz) im Vereinigten K\u00f6nigreich verpflichtet Onlineplattformen seit Ende Juli zur Altersverifikation ihrer Nutzerinnen und Nutzer f\u00fcr bestimmte Inhalte. Ein simpler Button mit der Aufschrift \u201eSind Sie 18?\u201c ist nicht ausreichend: Eine Website muss das Alter eines Besuchers verl\u00e4sslich verifizieren, sonst kann die Medienaufsichtsbeh\u00f6rde Ofcom Geldstrafen in H\u00f6he von bis zu 18 Millionen Pfund oder zehn Prozent des weltweiten Umsatzes verh\u00e4ngen. Verst\u00f6\u00dft eine Website dauerhaft gegen das Gesetz, droht ihr die Sperrung im Vereinigten K\u00f6nigreich.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Verabschiedet wurde der \u201eOnline Safety Act\u201c 2023 noch von der fr\u00fcheren konservativen Regierung. Hintergrund war nach deren Angaben insbesondere der Schutz von Kindern und Jugendlichen. Seit dem 25. Juli sp\u00fcren Britinnen und Briten nun aber tats\u00e4chlich die Folgen der neuen Regelung: Verifizierungsbanner tauchen auf allen m\u00f6glichen Websites auf, egal ob Pornoseite, Gamingportal, Online-Community oder Videostreamingdienst. <\/p>\n<p>Briten protestieren gegen Altersverifikation<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Auf der Insel sorgt das f\u00fcr Protest. <a href=\"https:\/\/petition.parliament.uk\/petitions\/722903\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"https:\/\/petition.parliament.uk\/petitions\/722903\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/petition.parliament.uk\/petitions\/722903\">Eine Online-Petition<\/a>, die sich gegen die neuen Regeln stellt, hat inzwischen fast 500.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner. \u201eWir glauben, dass der Umfang des Online-Sicherheitsgesetzes weitaus breiter und restriktiver ist als in einer freien Gesellschaft notwendig\u201c, hei\u00dft es in der Begr\u00fcndung der Initiatoren. Beispielsweise decke es auch Online-Hobbyforen ab \u2013 diese h\u00e4tten allerdings kaum Ressourcen, das Gesetz umzusetzen. Nach Meinung der Initiatoren solle die Regierung das Gesetz \u00fcberdenken, \u201eanstatt es zu riskieren, dass die Zivilgesellschaft dabei behindert wird, sich \u00fcber Z\u00fcge, Fu\u00dfball, Videospiele oder sogar Hamster zu unterhalten\u201c. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Derweil versuchen Britinnen und Briten offenbar massenhaft das neue Gesetz zu umgehen. Drei der f\u00fcnf beliebtesten Apps in Apples Appstore im Vereinigten K\u00f6nigreich waren am Montag sogenannte VPN-Apps. Mit diesen l\u00e4sst sich der eigene Standort verschleiern und auf ein anderes Land \u201eumschalten\u201c. So ist es auch m\u00f6glich, die Altersverifikation zu umgehen. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">In einer Antwort auf die Petition macht die britische Regierung jedoch deutlich, nicht von dem Gesetz abr\u00fccken zu wollen. Sie beschwichtigt aber auch und erkl\u00e4rt, dass \u201eVerh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit\u201c das Kernprinzip des Gesetzes sei. Die Aufsichtsbeh\u00f6rde Ofcom sei auch verpflichtet, entsprechend zu handeln.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Face recognition airports USA social media scanning\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/3YQCO4TX65A3TFW7U4VNSTR4Z4.jpg\" \/>Wie die USA Touristen mit KI durchleuchten<\/p>\n<p class=\"CallToActionBasestyled__Text-sc-1k69918-5 fbjGwD\">Seit dem Amtsantritt von Donald Trump mehren sich die Schreckensmeldungen zu Einreisen in die USA. Nun wird bekannt: Wer ins Land kommt oder nicht, entscheiden nicht nur Grenzbeamte. Im Einsatz sind auch KI-Systeme, die Touristen umfassend durchleuchten. Im Fokus stehen nicht zuletzt Social-Media-Posts.<\/p>\n<p>Welche L\u00e4nder Altersverifikation planen<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das Vereinigte K\u00f6nigreich d\u00fcrfte mit seinem Gesetz nicht das letzte Land bleiben. Zahlreiche Staaten arbeiten seit Jahren an ganz \u00e4hnlichen Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<ul class=\"Liststyled__UnorderedList-sc-1ck6pl2-1 iyAmNN\" data-testid=\"list\">\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">In <b>Australien<\/b> sollen k\u00fcnftig nicht nur soziale Netzwerke, <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/medien\/googeln-nur-mit-altersnachweis-australien-plant-mehr-schutz-fuer-kinder-im-internet-GDMXAHLGFBENDCIJX5LAHHUBR4.html\" target=\"_self\" rel=\"noopener\" title=\"https:\/\/www.rnd.de\/medien\/googeln-nur-mit-altersnachweis-australien-plant-mehr-schutz-fuer-kinder-im-internet-GDMXAHLGFBENDCIJX5LAHHUBR4.html\">sondern auch Suchmaschinen wie Google ausschlie\u00dflich nach Pr\u00fcfung des Alters zug\u00e4nglich sein<\/a>. Die neuen Regeln sollen zum Jahresende in Kraft treten. Damit geht das geplante Gesetz sehr viel weiter als zun\u00e4chst gedacht: Bislang war nur bekannt, dass Minderj\u00e4hrige erst ab 16 Jahren Zugang zu Social-Media haben sollen.<\/li>\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">In den <b>Vereinigten Staaten<\/b> haben in den vergangenen Jahren 19 Bundesstaaten Gesetze erlassen, die eine Altersverifikation vorschreiben, etwa f\u00fcr Social-Media und Websites mit Erotikinhalten. Im vergangenen Jahr beschloss der US-Kongress, damals noch unter der Biden-Regierung, zudem den \u201eKids Online Safety Act\u201c. Darin sind \u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen angedacht.<\/li>\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">In <b>Kanada<\/b> ist der sogenannte Online-Harms-Act geplant, der Kinder und Jugendliche vor sch\u00e4dlichen Inhalten im Internet sch\u00fctzen soll. Verabschiedet ist das Gesetz noch nicht, doch \u00fcber Altersverifizierungsma\u00dfnahmen wird auch in Kanada debattiert.<\/li>\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">Die <b>Europ\u00e4ische Union<\/b> hat im Juni eine neue App zur Altersverifikation eingef\u00fchrt. Sie soll der Vorl\u00e4ufer der k\u00fcnftigen EUid-Brieftasche sein, die Nutzern erm\u00f6glichen soll, sich digital zu verifizieren \u2013 sie soll ab Ende 2026 einsatzbereit sein. Der Digital Services Act (DSA) der EU schreibt Plattformen zwar keine explizite Altersverifikation vor, verlangt jedoch wirksame Ma\u00dfnahmen zum Schutz Minderj\u00e4hriger vor sch\u00e4dlichen Inhalten.<\/li>\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">Unabh\u00e4ngig von der EU hat <b>Frankreich<\/b> im Fr\u00fchjahr strenge Regeln zur Altersverifikation auf Pornoplattformen verabschiedet. Das hatte unmittelbare Folgen: Das Mutterunternehmen von Pornhub und anderen Erotikwebsites stellte seine Dienste in dem Land daraufhin ein.<\/li>\n<li class=\"ListItemstyled__ListItem-sc-u7ur86-0 cvVRXc\">Auch <b>Spanien<\/b> hat einen sogenannten \u201ePorno-Pass\u201c eingef\u00fchrt. Dabei m\u00fcssen Nutzerinnen und Nutzer ihr Alter verifizieren, bevor sie eine Website mit sexuellen Inhalten aufrufen k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Problem mit dem Datenschutz<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die immer neuen Vorst\u00f6\u00dfe zur Altersverifikation im Web sollen zwar dem Schutz von Kindern und Jugendlichen dienen \u2013 sie k\u00f6nnten jedoch auch neue Probleme nach sich ziehen. War es bislang noch m\u00f6glich, sich weitestgehend anonym auf Websites, in politischen Foren oder in den sozialen Medien zu bewegen, so k\u00f6nnte ein Klick, eine Meinungs\u00e4u\u00dferung, das Schauen eines Inhalts k\u00fcnftig immer h\u00e4ufiger an die eigene Identit\u00e4t gekn\u00fcpft sein. Kritikerinnen und Kritiker sehen darin gleich mehrere Probleme.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Zum einen in Sachen Datenschutz. Biometrische Daten oder Ausweisdokumente sind hochsensibel. Geraten sie in die falschen H\u00e4nde, k\u00f6nnten Kriminelle diese f\u00fcr Identit\u00e4tsdiebstahl nutzen. Aber auch Strafverfolgungsbeh\u00f6rden sind daran interessiert, ihren Zugriff auf pers\u00f6nliche Daten auszuweiten. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Bundesinnenminister Alexander Dobrindt etwa <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/dobrindt-einsatz-palantir-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/dobrindt-einsatz-palantir-100.html\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/dobrindt-einsatz-palantir-100.html\">lieb\u00e4ugelt mit dem bundesweiten Einsatz der umstrittenen US-Analysesoftware Palantir<\/a>. Zugleich enth\u00e4lt ein geplantes Sicherheitspaket laut einem Bericht von \u201eNetzpolitik.org\u201c <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2025\/palantir-und-biometrische-ueberwachung-dobrindts-sicherheitspaket-missachtet-grundrechte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2025\/palantir-und-biometrische-ueberwachung-dobrindts-sicherheitspaket-missachtet-grundrechte\/\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2025\/palantir-und-biometrische-ueberwachung-dobrindts-sicherheitspaket-missachtet-grundrechte\/\">weitgehende Biometrie-Befugnisse<\/a>: BKA und Bundespolizei sollen \u00fcber die Auswertung von biometrischen Daten in \u201e\u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Daten aus dem Internet\u201c die Gesichter von Menschen abgleichen d\u00fcrfen. Netzpolitische Aktivistinnen und Aktivisten warnen schon seit Jahrzehnten: Ist eine bestimmte Technik erst einmal eingef\u00fchrt, lasse sie sich problemlos auch f\u00fcr alle m\u00f6glichen anderen \u00dcberwachungsszenarien ausbauen. Die Altersverifikation w\u00e4re eine solche Technik.<\/p>\n<p>EU-L\u00f6sung noch nicht sicher<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Immerhin: Die aktuell eingesetzten Methoden sollen einen Missbrauch der Daten eigentlich verhindern. Beispiel Spanien: Hier kommt beim sogenannten \u201ePorno-Pass\u201c ein Verfahren <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/wirtschaft\/ausweis-bitte-wie-genau-verbannt-man-minderjaehrige-von-social-media-LLXPGZT7OVGS3MKAEUWT4AY6RE.html\" target=\"_self\" rel=\"noopener\" title=\"https:\/\/www.rnd.de\/wirtschaft\/ausweis-bitte-wie-genau-verbannt-man-minderjaehrige-von-social-media-LLXPGZT7OVGS3MKAEUWT4AY6RE.html\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.rnd.de\/wirtschaft\/ausweis-bitte-wie-genau-verbannt-man-minderjaehrige-von-social-media-LLXPGZT7OVGS3MKAEUWT4AY6RE.html\">namens Cartera Digital Beta zum Einsatz<\/a>. Dabei l\u00e4dt der Nutzer oder die Nutzerin ein Foto des eigenen Ausweises in einer gesonderten App hoch, nicht auf der Pornowebsite selbst. Surft man also auf die Seite, kann die App stellvertretend f\u00fcr den Nutzer das Alter best\u00e4tigen, ohne dass die Daten an den Websitebetreiber weitergegeben werden. Auch im Vereinigten K\u00f6nigreich \u00fcberpr\u00fcfen in der Regel nicht die Websites selbst das Alter, sondern ein externer Dienst.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Dieses Verfahren setzt allerdings voraus, dass die externen Verifizierungsdienste vertrauensw\u00fcrdig und sicher sind. Insbesondere an der geplanten digitalen EU-Brieftasche (EUid) gab es zuletzt immer wieder Kritik. Ein Gutachten des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Verbraucherschutz-Warnung-vor-massivem-Tracking-bei-digitaler-EU-Brieftasche-10291508.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Verbraucherschutz-Warnung-vor-massivem-Tracking-bei-digitaler-EU-Brieftasche-10291508.html\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Verbraucherschutz-Warnung-vor-massivem-Tracking-bei-digitaler-EU-Brieftasche-10291508.html\">hatte vor einigen Monaten aufgezeigt<\/a>, dass Nutzerinnen und Nutzer durch die Hintert\u00fcr durchaus getrackt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Um diese Risiken zu verringern, w\u00e4ren \u201eerhebliche \u00c4nderungen an den zugrunde liegenden Protokollen und Algorithmen\u201c n\u00f6tig, hei\u00dft es in der Untersuchung.<\/p>\n<p>Gefahr f\u00fcr Freiheitsrechte<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der Datenschutz d\u00fcrfte aber nicht das einzige Problem bleiben. Kritikerinnen und Kritiker bef\u00fcrchten auch eine Einschr\u00e4nkung der Freiheitsrechte. Ein m\u00f6gliches Szenario: der sogenannte \u201eChilling Effect\u201c. Darunter versteht man eine Form des vorauseilenden Gehorsams, eine Art Selbstzensur, die durch \u00dcberwachungsma\u00dfnahmen entstehen kann. Wer im Internet v\u00f6llig legale Informationen recherchieren will, jedoch zun\u00e4chst auf eine Ausweiskontrolle st\u00f6\u00dft, macht von seinem Recht wom\u00f6glich gar nicht mehr Gebrauch.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Im vergangenen Herbst hatte eine Gruppe von insgesamt 64 Organisationen <a href=\"https:\/\/edri.org\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Joint-Statement-on-Dangers-of-Age-Verification.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"https:\/\/edri.org\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Joint-Statement-on-Dangers-of-Age-Verification.pdf\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/edri.org\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Joint-Statement-on-Dangers-of-Age-Verification.pdf\">einen offenen Brief <\/a>(PDF) an EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen geschickt und auf weitere Probleme hingewiesen. Unter den Unterzeichnern waren auch der Chaos Computer Club, das D64 Zentrum f\u00fcr digitalen Fortschritt und die Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung aus Deutschland. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eEs besteht ein legitimer und dringender Bedarf, Kinder im Internet zu sch\u00fctzen\u201c, hei\u00dft es in dem Schreiben. Die diskutierten Verfahren k\u00f6nnten jedoch die \u201eGrundrechte aller Nutzer untergraben, strukturelle Diskriminierung versch\u00e4rfen und ein falsches Gef\u00fchl der Sicherheit schaffen.\u201c <\/p>\n<p>Jugendliche verlieren ihre Informationsfreiheit<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Methoden, bei denen Dokumente wie Ausweise angegeben werden m\u00fcssten, schl\u00f6ssen beispielsweise \u201ealle Personen, die keinen Zugang zu solchen Dokumenten haben, kategorisch aus und verletzen damit die Grundrechte auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung und Informationsfreiheit bereits marginalisierter Gruppen und vertiefen die digitale Kluft.\u201c <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Auch um Kinder und Jugendliche selbst sorgen sich die Unterzeichner: Strenge Altersbeschr\u00e4nkungen k\u00f6nnten ihre Entwicklung beeintr\u00e4chtigten, \u201eda sie dadurch von bestimmten Ressourcen ausgeschlossen werden k\u00f6nnten, die f\u00fcr sie von Nutzen w\u00e4ren, wie beispielsweise Informationen \u00fcber sexuelle Gesundheit, LGBTQ+-Themen oder andere Themen, die von privaten Akteuren als \u201aungeeignet\u2018 eingestuft werden.\u201c Solche Ans\u00e4tze hinderten Kinder und Jugendliche auch daran, die notwendigen digitalen Kompetenzen zu entwickeln, um sich gegen Risiken im digitalen Raum zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die immer neuen Pl\u00e4ne zur Altersverifizierung k\u00f6nnten also mehr sein als nur ein neuer Button auf einer Website. Sie k\u00f6nnten auch die Art, wie wir das Internet benutzen, f\u00fcr immer ver\u00e4ndern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer in England, Schottland, Wales oder Nordirland eine Erotikwebsite, Erwachseneninhalte auf der Plattform Reddit oder nicht-jugendfreie Musik bei&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":523422,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-523421","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-uk","15":"tag-united-kingdom","16":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","17":"tag-vereinigtes-koenigreich","18":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115429450436410062","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/523421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=523421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/523421\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/523422"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=523421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=523421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=523421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}