{"id":523468,"date":"2025-10-24T14:12:13","date_gmt":"2025-10-24T14:12:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/523468\/"},"modified":"2025-10-24T14:12:13","modified_gmt":"2025-10-24T14:12:13","slug":"juedische-kulturwochen-wir-sind-in-stuttgart-angekommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/523468\/","title":{"rendered":"J\u00fcdische Kulturwochen: \u201eWir sind in Stuttgart angekommen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eJetzt aber mal Tacheles!\u201c, steht auf einem der gro\u00dfen pinkfarbenen Plakate, die derzeit noch im B\u00fcro von Barbara Traub stehen, der Vorstandssprecherin der Israelitischen Religionsgemeinschaft W\u00fcrttemberg (IRGW). Man ahnt: Es handelt sich um kein Wahlplakat, auf dem ein Kandidat \u201eKlartext\u201c (so die \u00dcbersetzung von \u201eTacheles\u201c\/\u201eThakles\u201c) versprechen w\u00fcrde. Vielmehr ist es eines von zehn Plakaten, die im Rahmen der 22. J\u00fcdischen Kulturwochen demn\u00e4chst in einer Ausstellung im Rathaus zu sehen sein werden. Sie tr\u00e4gt den Titel <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.projekt-der-kulturregion-juedische-spuren-im-stuttgarter-alltag.d3761ddd-cd1a-4873-8e4b-2f4f063cd650.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eSchlamassel Tov\u201c<\/a> und geht \u2013 plakativ \u2013 der Frage nach: \u201eWie j\u00fcdisch ist Deutsch?\u201c Die Beispiele zeigen: etliche j\u00fcdische Begriffe sind Teil der deutschen Sprache geworden. Auch das \u201eSchlamassel\u201c, aus dem man wieder herausfindet, wenn man etwas \u201eMasel\u201c \u2013 Gl\u00fcck \u2013 hat. Die Ausstellung setzt auf \u201eAha\u201c-Effekte und verdeutlicht ein Anliegen der J\u00fcdischen Kulturwochen: Es geht um Bildung, um Wissen, um Voneinander-Wissen, Voneinander-Lernen und Sich-Verstehen.<\/p>\n<p>Barbara Traub: \u201eDie j\u00fcdische Gemeinde ist Teil der Stadtgesellschaft\u201c <\/p>\n<p>Das spricht auch aus dem diesj\u00e4hrigen Slogan: \u201eMitten dabei\u201c. Die Wortkombination soll aussagen: die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/J%C3%BCdische_Gemeinde\" title=\"J\u00fcdische Gemeinde\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">J\u00fcdische Gemeinde<\/a> \u201eist in der Stadt angekommen, sie f\u00fchlt sich hier zuhause \u2013 lebt mitten drin und ist dabei\u201c, wie Barbara Traub bei der Vorstellung des Kulturwochen-Programms an diesem Freitag erkl\u00e4rte. \u201eWir verstehen uns als selbstverst\u00e4ndlichen Teil der Stadtgesellschaft.\u201c Dieses \u201eMitten dabei\u201c findet seinen Ausdruck auch in den Orten, an denen die Kulturwochen vom 3. bis zum 16. November spielen: Hospitalhof, Haus der Geschichte, Stadtpalais, Literaturhaus, Haus der Wirtschaft, Hotel Silber, Renitenztheater, Haus der Heimat, Rathaus. Dazu kommen noch das Alte Schauspielhaus oder der Bixx-Jazzclub. \u201eWir sind dankbar f\u00fcr die enge Partnerschaft und Unterst\u00fctzung durch die Stadt und viele Einrichtungen\u201c, sagt Traub. Unterst\u00fctzung erfahren die Kulturwochen auch durch Stiftungen und Unternehmen \u2013 von der Bethold-Leibinger-Stiftung und der LBBW bis Bosch und Porsche.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> hat landesweit die gr\u00f6\u00dfte j\u00fcdische Ortsgemeinde <\/p>\n<p>\u201e80 Jahre j\u00fcdisches Leben in Stuttgart\u201c, lautet der Untertitel der Veranstaltungsreihe, f\u00fcr die mit neuem Logo weithin sichtbar in der Stadt geworben wird. Dieser Satz ist allerdings unvollst\u00e4ndig. Es braucht das Adverb \u201ewieder\u201c, denn j\u00fcdisches Leben ist nicht erst seit 80 Jahren hier zuhause. Gemeint ist die Wiedergr\u00fcndung der j\u00fcdischen Gemeinde und der Wiederaufbau der von den Nazis <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.gedenken-in-stuttgart-an-das-reichspogrom-nie-wieder-eine-nacht-wie-diese.eb75cbce-b8ef-47ee-9b60-697d0a83fda3.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zerst\u00f6rten Synagoge in der Hospitalstra\u00dfe<\/a>. 1952 wurde sie wiederer\u00f6ffnet \u2013 als eine der ersten bundesweit. Die gro\u00dfz\u00fcgige Anlage der neuen Synagoge damals interpretiert Barbara Traub als ein \u201eZeichen von Zuversicht, dass die Gemeinde in Stuttgart wieder eine Zukunft haben wird\u201c. So ist es gekommen. Heute z\u00e4hlt die j\u00fcdische Gemeinde, die sich zur Israelitischen Religionsgemeinschaft W\u00fcrttemberg zusammengeschlossen hat, im Stadtgebiet nach eigenen Angaben rund 1500 Gemeindemitglieder. Rechnet man die diejenigen hinzu, die im Stuttgarter Einzugsgebiet leben sind es knapp 2000 \u2013 nichtj\u00fcdische Familienmitglieder nicht mitgez\u00e4hlt. Damit ist Stuttgart die gr\u00f6\u00dfte j\u00fcdische Ortsgemeinde in Baden-W\u00fcrttemberg, gefolgt von Karlsruhe mit etwa 800 Mitgliedern.<\/p>\n<p>Der Blick geht also auch nach vorn. \u201eR\u00fcckblick und Ausblick \u2013 beide Blickrichtungen pr\u00e4gen die Kulturwochen\u201c, sagt Traub. Das spiegelt sich auch in dem dichten Veranstaltungsprogramm wider \u2013 beginnend mit der Er\u00f6ffnung am 3. November im Rathaus, zu der Zentralratspr\u00e4sident Josef Schuster und Daniel Cohn-Bendit erwartet werden, der mit Studentin Noemi Geldberg und Daniel Neumann von den j\u00fcdischen Gemeinden in Hessen ein Drei-Generationen-Gespr\u00e4ch \u00fcber j\u00fcdisches Leben in Deutschland f\u00fchren wird. In den Tagen darauf folgen Lesungen, Konzerte, Podiumsgespr\u00e4che, Synagogen- und <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.neuer-synagogenvorplatz-stuttgart-ist-eine-stadt-des-miteinanders.59fbedb9-9626-4cf9-9078-eb684ccc9e4a.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quartiersf\u00fchrungen <\/a>und am 9. November das <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgarter-synagoge-der-dringende-appell-die-flammen-des-hasses-zu-loeschen.7394c990-569e-4ae5-9ffb-3e19dece55bd.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gedenken an die Reichspogromnacht<\/a> vor 87 Jahren. Kulinarisch vielversprechend sind eine Kochveranstaltung und eine Einf\u00fchrung in den j\u00fcdischen Festkreis \u201edurch die K\u00fcchent\u00fcr\u201c. Dazu kommt \u00dcberraschendes, wie ein Whiskey- und Zigarrenabend. <\/p>\n<p>Gro\u00dfes Interesse von Schulen <\/p>\n<p>Auch die Jugend hat ihren festen Platz im Veranstaltungsprogramm, f\u00fcr das es erstmals eine eigene Homepage und einen Kartenvorverkauf gibt. Auf einem \u201eJungen Panel\u201c im Stadtpalais geht es \u00fcber \u201eHoffnung, Anspruch und Wirklichkeit des jungen j\u00fcdischen Lebens heute\u201c. B\u00e4rbel Mohrmann, die die Kulturwochen mitorganisiert, freut sich zudem \u00fcber eine starke Nachfragen von Schulklassen. Deren Interesse gilt dem Thema \u201eErinnerungskultur und der Frage: Wie erinnern wir heute?\u201c Betont jung geht es auch im kommenden Jahr zu, wenn der<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.juedischer-gesangswettbewerb-stuttgarter-erneut-erfolgreich-beim-jewrovision.fddf5a9a-62c3-4d73-8d82-8e8c4aa53054.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> \u201eJewrovision\u201c<\/a>, der europaweit gr\u00f6\u00dfte j\u00fcdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb f\u00fcr j\u00fcdische Kinder und Jugendliche vom 15. bis 18. Mai in Stuttgart stattfindet. Erwartet werden rund 1800 Teilnehmer. Die Vorbereitungen laufen bereits, damit die Gro\u00dfveranstaltung erfolgreich und kein \u201eSchlamassel\u201c wird. <\/p>\n<p>Weitere Infos zu den J\u00fcdischen Kulturwochen gibt es unter: <a href=\"https:\/\/www.juedische-kulturwochen-stuttgart.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.juedische-kulturwochen-stuttgart.de\/<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eJetzt aber mal Tacheles!\u201c, steht auf einem der gro\u00dfen pinkfarbenen Plakate, die derzeit noch im B\u00fcro von Barbara&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":523469,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,129348,3364,29,30,129349,44188,129347,95062,1441,85897],"class_list":{"0":"post-523468","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-barbara-traub","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-israelitische-religionsgemeinschaft-wuerttemberg","14":"tag-juedische-gemeinde","15":"tag-juedische-kulturwochen","16":"tag-redmarke","17":"tag-stuttgart","18":"tag-textmanager"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115429555886771875","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/523468","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=523468"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/523468\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/523469"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=523468"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=523468"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=523468"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}