{"id":523744,"date":"2025-10-24T16:50:34","date_gmt":"2025-10-24T16:50:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/523744\/"},"modified":"2025-10-24T16:50:34","modified_gmt":"2025-10-24T16:50:34","slug":"kommunen-verschenken-milliarden-essen-zeigt-wie-solar-richtig-geht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/523744\/","title":{"rendered":"Kommunen verschenken Milliarden \u2013 Essen zeigt, wie Solar richtig geht"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend private Hausbesitzer massenhaft Solaranlagen installieren, verschlafen deutsche Kommunen ein Milliardengesch\u00e4ft. Ein Leuchtturmprojekt in Essen zeigt, wie doppelte Fl\u00e4chennutzung funktioniert \u2013 und welche H\u00fcrden auf dem Weg zur Solarenergie \u00fcberwunden werden m\u00fcssen<\/p>\n<p>Deutschland baut flei\u00dfig PV-Anlagen: Mit 16,9 Gigawatt erreichte der Ausbau 2024 einen neuen Rekord (<a href=\"https:\/\/www.ise.fraunhofer.de\/de\/veroeffentlichungen\/studien\/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fraunhofer ISE<\/a>, 2025). \u00dcber 28 Prozent des deutschen Stroms stammten im zweiten Quartal 2025 bereits aus Sonnenenergie (<a href=\"https:\/\/www.smard.de\/page\/home\/topic-article\/444\/217468\/mehr-als-zwei-drittel-erneuerbare\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">smard<\/a>, 2025). Das ist ein historischer H\u00f6chststand. Doch w\u00e4hrend auf deutschen D\u00e4chern und Feldern immer mehr Solaranlagen installiert werden, klafft eine riesige L\u00fccke: Kommunale Geb\u00e4ude und Fl\u00e4chen bleiben weitgehend ungenutzt.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Die Zahlen sind ern\u00fcchternd: Nur 1,1 Prozent der verf\u00fcgbaren Dachfl\u00e4chen \u00f6ffentlicher Geb\u00e4ude sind mit Photovoltaik ausgestattet (<a href=\"https:\/\/www.viessmann-climatesolutions.com\/de\/nachhaltigkeit\/sonnige-verwaltung.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Viessmann Climate Solutions<\/a>, 2024). Dabei k\u00f6nnten Rath\u00e4user, Schulen, Schwimmb\u00e4der und Parkpl\u00e4tze Millionen deutsche Haushalte mit gr\u00fcnem Strom versorgen und den kommunalen Kassen j\u00e4hrlich Milliardenbetr\u00e4ge sparen.<\/p>\n<p>Stromverbrauch von etwa 20 Millionen Haushalten<\/p>\n<p>Die Stadt Essen plant, diese L\u00fccke beim Solarausbau zu schlie\u00dfen. Auf dem Messeparkplatz soll <a href=\"https:\/\/enviria.energy\/presse\/pressemitteilung-evv-enviria-solar-carport-projekt-deutschland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ein gro\u00dfer Solar-Carport entstehen<\/a>. Ab 2027 sollen dort 25.000 Solarmodule auf rund 50.520 Quadratmetern Strom erzeugen und etwa 5200 Tonnen CO\u2082 einsparen. Nach Berechnungen k\u00f6nnten damit rund 3000 Haushalte mit vier Personen versorgt werden.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Bereits 2022 sch\u00e4tzten Experten des Fraunhofer-ISE, dass auf gr\u00f6\u00dferen Parkpl\u00e4tzen in Deutschland ein technisches Potenzial von bis zu 59 Gigawatt f\u00fcr Solar-Carports besteht. Voll ausgesch\u00f6pft und mit Speichern kombiniert k\u00f6nnte dies den Stromverbrauch von etwa 20 Millionen Haushalten decken \u2013 ein Potenzial, das viele St\u00e4dte bisher kaum nutzen.<\/p>\n<p>\u201eDas Carport-Projekt leistet einen substanziellen Beitrag zur Dekarbonisierung unserer Stadt\u201c, erkl\u00e4rt Jochen Sander, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der EVV. \u201eMit rund 11 Millionen Kilowattstunden j\u00e4hrlich kann Essen erstmals in gro\u00dfem Umfang eigenen gr\u00fcnen Strom produzieren. Das senkt nicht nur langfristig die Energiekosten, sondern macht uns auch unabh\u00e4ngiger von Marktentwicklungen.\u201c<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Wenn B\u00fcrokratie die Energiewende blockiert<\/p>\n<p>Doch der Weg dorthin ist steinig. Bevor auch nur ein Modul auf dem weitl\u00e4ufigen Messeparkplatz installiert werden kann, m\u00fcssen dutzende Gutachten erstellt, Umweltauflagen erf\u00fcllt und endlose Beh\u00f6rdeng\u00e4nge absolviert werden. \u201eWir erleben hautnah, wie viele unterschiedliche Stellen involviert sind und wie viel Zeit allein die Abstimmung kostet\u201c, berichtet Sander. \u201eDer Wille zur Energiewende ist da, aber die administrativen Prozesse sind h\u00e4ufig nicht auf solche Projekte ausgelegt.\u201c<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>B\u00fcrokratische H\u00fcrden erschweren die Umsetzung von Solarprojekten erheblich. Hinzu kommen Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfungen, Genehmigungen und Nachweise zur Wirtschaftlichkeit. Diese kleinteiligen Verfahren binden immense Ressourcen und verz\u00f6gern Projekte zus\u00e4tzlich. Auch die Beauftragung von Gutachtern im Zusammenhang mit der Installation von PV-Anlagen erweist sich als teuer und komplex.<\/p>\n<p>Ein Lichtblick: Die Stadt Essen hat einen zentralen Ansprechpartner im Gesch\u00e4ftsbereich Bauen und Planung benannt. Das verk\u00fcrzt Abstimmungswege erheblich und ist ein Schritt in die richtige Richtung.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGEEssen wurde Deutschland Solar-Hauptstadt<\/p>\n<p>Essens Oberb\u00fcrgermeister Thomas Kufen bezeichnet das Projekt als wichtigen Schritt f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Energieversorgung der Stadt. Nach seinen Worten verf\u00fcgt Essen \u00fcber ein gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr Solarenergie \u2013 insbesondere auf D\u00e4chern, Parkpl\u00e4tzen und ungenutzten Fl\u00e4chen. Der geplante Solar-Carport zeige, wie sich dieses Potenzial praktisch umsetzen l\u00e4sst. Bereits 2024 wurde Essen vom Energieversorger LichtBlick zur \u201eSolarhauptstadt\u201c ernannt. Grundlage daf\u00fcr ist eine Solar-Offensive, die der Stadtrat 2021 beschlossen hatte. Seitdem nimmt die Zahl der Photovoltaikanlagen in Essen stetig zu.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Kommunen verpassen Einsparungen in Milliardenh\u00f6he<\/p>\n<p>Der wirtschaftliche Anreiz ist enorm: Deutsche Kommunen zahlen j\u00e4hrlich etwa 4 Milliarden Euro f\u00fcr die Strom- und W\u00e4rmeversorgung ihrer Geb\u00e4ude (<a href=\"https:\/\/www.dena.de\/themen\/gebaeude-und-lokale-raeume-umbauen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dena)<\/a>. Geld, das durch die Nutzung von Solar massiv reduziert werden k\u00f6nnte. Eine Kilowattstunde selbst erzeugten Solarstroms kostet laut Fraunhofer-ISE je nach Anlagengr\u00f6\u00dfe, Investitionskosten und Standortbedingungen im Schnitt etwa acht Cent, w\u00e4hrend der Bezugspreis typischerweise bei \u00fcber 20 Cent liegt.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Viele Kommunen scheuen m\u00f6gliche Anfangsinvestitionen und den b\u00fcrokratischen Aufwand. Fehlendes Fachpersonal, komplexe Finanzierungsmodelle und unklare Zust\u00e4ndigkeiten bremsen selbst motivierte St\u00e4dte aus.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Warum kommunale Solaranlagen mehr als nur Kosteneinsparung bedeuten<\/p>\n<p>Kommunale Photovoltaikprojekte bringen mehrere Vorteile mit sich, die \u00fcber die direkten Einsparungen hinausgehen. \u00d6ffentliche Geb\u00e4ude sind der optimale Verbraucher f\u00fcr Solarenergie. Schulen, Rath\u00e4user und andere \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude verbrauchen den meisten Strom tags\u00fcber. Also genau dann, wenn Solaranlagen ihre h\u00f6chste Leistung erbringen. So k\u00f6nnen 60 bis 80 Prozent des erzeugten Stroms direkt vor Ort genutzt werden.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Zudem steigert eine PV-Anlage den Immobilienwert. Geb\u00e4ude mit Solaranlagen sind nachweislich mehr wert und erf\u00fcllen schon heute die strengeren EU-Vorgaben f\u00fcr \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude. Das umgeht teure Nachr\u00fcstungen zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt.<strong>\u00a0<\/strong>Ein weiterer Vorteil:\u00a0 Wer seinen eigenen Strom erzeugt, ist weniger abh\u00e4ngig von steigenden Energiepreisen und politischen Krisen.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass sichtbare Solaranlagen auf Rath\u00e4usern oder Schulen zeigen, dass die Energiewende funktioniert und regen oft weitere Investitionen an. Insbesondere, wenn dadurch keine Nachteile entstehen: Solar-Carports nutzen bereits versiegelte Parkpl\u00e4tze doppelt. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen E-Lades\u00e4ulen integriert und Fahrzeuge vor Wettereinfl\u00fcssen wie Hitze gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Kommunale Energiewende: Essen zeigt den Weg<\/p>\n<p>Das Essener Solar-Carport-Projekt zeigt: Die kommunale Energiewende funktioniert, wenn die richtigen Partner zusammenarbeiten. Die Kombination aus wirtschaftlichem Nutzen und Klimaschutz macht Photovoltaik auch f\u00fcr andere St\u00e4dte zu einer echten Chance, wenn die b\u00fcrokratischen H\u00fcrden gemeistert werden.<\/p>\n<p>\u201eDeutschland hat das technische und wirtschaftliche Potenzial, seine Energieversorgung auf erneuerbare Quellen umzustellen\u201c, betont Oberb\u00fcrgermeister Kufen. \u201eDas gelingt aber nur, wenn alle Akteure mitziehen \u2013 besonders die \u00f6ffentliche Hand muss hier mit gutem Beispiel vorangehen.\u201c<\/p>\n<p>Das Essener Modell kann anderen Kommunen als Vorbild dienen. Wichtig ist vor allem dreierlei: die richtigen Partner finden, einen zentralen Ansprechpartner benennen und fr\u00fchzeitig alle Genehmigungen kl\u00e4ren. Wer heute startet, hat morgen einen Vorteil \u2013 vor allem wenn die EU-Vorschriften f\u00fcr \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude noch strenger werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend private Hausbesitzer massenhaft Solaranlagen installieren, verschlafen deutsche Kommunen ein Milliardengesch\u00e4ft. 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