{"id":524977,"date":"2025-10-25T04:57:11","date_gmt":"2025-10-25T04:57:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/524977\/"},"modified":"2025-10-25T04:57:11","modified_gmt":"2025-10-25T04:57:11","slug":"chinas-rolle-in-der-anti-israel-koalition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/524977\/","title":{"rendered":"Chinas Rolle in der Anti-Israel-Koalition"},"content":{"rendered":"<p>Wegen seiner Rivalit\u00e4t mit den USA nutzt Peking den Krieg Israels gegen die Hamas, um seinen diplomatischen Einfluss in der Region auszuweiten und verst\u00e4rkt dabei antiisraelische Narrative.<\/p>\n<p class=\"has-text-align-right\">Shimon Sherman<\/p>\n<p>In den letzten zwei Jahrzehnten behandelte Israel China gr\u00f6\u00dftenteils als wertvollen, aber distanzierten Partner, als Quelle f\u00fcr Investitionen, technologische Zusammenarbeit und Zugang zu asiatischen M\u00e4rkten. Die Beziehung war pragmatisch und wurde sorgf\u00e4ltig gepflegt: Israel vermied es, sich offen der Kritik Washingtons an Peking anzuschlie\u00dfen, w\u00e4hrend China eine Politik der formellen Neutralit\u00e4t in den Konflikten im Nahen Osten verfolgte. Der bilaterale Handel wuchs stetig, chinesische Unternehmen bauten Infrastruktur in ganz Israel auf, und die diplomatischen Beziehungen blieben freundschaftlich, wenn auch vorsichtig.<\/p>\n<p>Dieses Gleichgewicht brach nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg zusammen. Seitdem positioniert sich die <a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/?s=china\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">chinesische F\u00fchrung<\/a> als heimlicher Gegner Israels, f\u00fchrt die internationale Kritik an den Aktionen der israelischen Streitkr\u00e4fte an, blockiert UN-Resolutionen zur Verurteilung der Hamas und wiederholt Vorw\u00fcrfe von \u00bbkollektiver Bestrafung\u00ab der Pal\u00e4stinenser und israelischen \u00bbVerst\u00f6\u00dfen gegen das V\u00f6lkerrecht\u00ab.<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung von Au\u00dfenminister Wang Yi vom 14. Oktober 2023, Israel habe \u00bbdie Grenzen der Selbstverteidigung \u00fcberschritten\u00ab, gab den Ton f\u00fcr die Botschaft Pekings vor, die von den staatlichen Medien aufgegriffen wurde und Israel als Aggressor darstellt sowie propal\u00e4stinensische Narrative verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Opposition gegen Israel<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Israels Beziehung zu China einst auf stiller Pragmatik beruhte, spiegelt die seit dem 7. Oktober 2023 entstandene Front im Informationskrieg offene Feindseligkeit wider. Peking hat seine globale Medienreichweite und seine Kontrolle \u00fcber digitale Plattformen genutzt, um die internationale Wahrnehmung des Gaza-Kriegs zu beeinflussen, indem es antiisraelische Narrative verst\u00e4rkt und gleichzeitig sein eigenes Image als Verteidiger des sogenannten globalen S\u00fcdens f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>In den sozialen Medien ist diese Ver\u00e4nderung un\u00fcbersehbar. Seit Beginn des Kriegs wird <a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/tiktok-als-kriegswaffe-der-hamas\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">TikTok<\/a> mit antiisraelischen Inhalten \u00fcberschwemmt. Dazu Carice Witte, Gr\u00fcnderin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der SIGNAL Group: \u00bbIn China gab es einen wirklich deutlichen Vorsto\u00df der Regierung durch ihre mittels Zensur ausge\u00fcbten Kontrolle, um eine antiisraelische Haltung durchzusetzen. Alle sozialen und traditionellen Medien erhielten ununterbrochen Bilder aus Gaza, um die \u00f6ffentliche Meinung gegen Israel zu wenden. Soziale Medien unter chinesischer Kontrolle in anderen L\u00e4ndern wurden wahrscheinlich ebenfalls so getrimmt, dass sie einen \u00e4hnlichen Effekt erzielen.\u00ab<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus haben mit dem Staat verbundene Konten auf chinesischen Plattformen wie Weibo und Douyin Verschw\u00f6rungstheorien \u00fcber \u00bbj\u00fcdische Finanzmacht\u00ab und \u00bbversteckten Einfluss\u00ab verbreitet, die an den <a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/der-sowjetische-geist-in-gaza\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Antisemitismus der Sowjetzeit<\/a> erinnern, der als antikoloniale Kritik neu verpackt wird.<\/p>\n<p>Zustimmung und Unterst\u00fctzung<\/p>\n<p>Galia Lavi, stellvertretende Direktorin des Diane and Guilford Glazer Israel-China Policy Center am Institut f\u00fcr Nationale Sicherheitsstudien (INSS) der Universit\u00e4t Tel Aviv, erkl\u00e4rte, dass Pekings prinzipiell gut etablierte Zensur von Social-Media-Inhalten Zustimmung und Unterst\u00fctzung signalisiere:<\/p>\n<p>\u00bbDies scheint keine zentral gelenkte Ma\u00dfnahme der chinesischen Regierung zu sein, sondern eher ein Fall von Toleranz und Unt\u00e4tigkeit. Im besten Fall verschlie\u00dft Peking die Augen, trotz seiner bekannten F\u00e4higkeit, Online-Inhalte innerhalb Chinas zu kontrollieren und zu zensieren. Im schlimmsten Fall gab es F\u00e4lle impliziter Zusammenarbeit, in denen offizielle chinesische Accounts oder Diplomaten antisemitische oder antiisraelische Inhalte auf Social-Media-Plattformen geteilt haben.\u00ab<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Peking seine Informationsoffensive gegen Israel versch\u00e4rfte, intensivierte es seine Partnerschaft mit Teheran und wurde so zur wichtigsten wirtschaftlichen Lebensader und zum wichtigsten diplomatischen Schutzschild der Islamischen Republik Iran. Die Grundlage dieser Beziehung ist der f\u00fcnfundzwanzigj\u00e4hrige Kooperationspakt zwischen den beiden L\u00e4ndern aus dem Jahr 2021, ein umfassendes Abkommen, das langfristige Investitions- und Energieverpflichtungen formalisiert. Bei der Unterzeichnung erkl\u00e4rte Au\u00dfenminister Wang: \u00bbUnsere Beziehungen zum Iran werden von der aktuellen Situation nicht beeintr\u00e4chtigt, sondern sind dauerhaft und strategisch.\u00ab<\/p>\n<p>Im Rahmen des Abkommens sagte Peking im Gegenzug f\u00fcr einen bevorzugten Zugang zu iranischem Roh\u00f6l Infrastruktur- und Technologieinvestitionen in H\u00f6he von Hunderten von Milliarden Dollar zu. Das Abkommen hat es dem Iran seitdem erm\u00f6glicht, die internationale Isolation zu umgehen und trotz globaler Sanktionen stabile \u00d6leinnahmen zu erzielen.<\/p>\n<p>China ist heute mit Abstand der gr\u00f6\u00dfte Abnehmer von Roh\u00f6l aus dem Iran und h\u00e4lt damit dessen Energiesektor am Leben. Bis 2023 kaufte Peking etwa 91 Prozent der iranischen \u00d6lexporte und pumpte damit Milliarden von Dollar in die von Sanktionen geplagte Wirtschaft des Landes. Ein Gro\u00dfteil dieses Handels wird durch andere Kennzeichnungen und die Nutzung von Zwischenh\u00e4ndlern bem\u00e4ntelt, um die iranische Herkunft des \u00d6ls zu verschleiern.<\/p>\n<p>Diese urspr\u00fcnglich rein wirtschaftlichen Beziehungen haben mittlerweile auch eine milit\u00e4rische Dimension angenommen. Nachdem Peking die israelischen Angriffe auf den Iran im vergangenen Juni verurteilt hatte und Zur\u00fcckhaltung forderte, verst\u00e4rkte es Berichten zufolge stillschweigend seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr Teheran. Westliche Geheimdienstbewertungen und Verteidigungsanalysen deuten darauf hin, dass China den Iran mit HQ-9B-Boden-Luft-Raketen sowie mit Komponenten f\u00fcr die Raketenproduktion, Dual-Use-Elektronik und Leitsystemen versorgt hat, die f\u00fcr den Wiederaufbau der durch die israelischen Luftangriffe besch\u00e4digten Anlagen notwendig sind.<\/p>\n<p>Aufr\u00fcstung gegen Israel<\/p>\n<p>Der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, warnte k\u00fcrzlich vor beunruhigenden Anzeichen f\u00fcr eine chinesische Unterst\u00fctzung Teherans und betonte, dass Jerusalem zwar \u00bbgute Beziehungen zum chinesischen Volk w\u00fcnscht\u00ab, aber \u00bbnicht akzeptieren kann, dass Peking Hand in Hand mit einem Regime arbeitet, das offen unsere Vernichtung androht\u00ab.<\/p>\n<p>Chinas materielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Iran geht \u00fcber den direkten Handel und die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich hinaus und reicht bis zu den Stellvertreter-Netzwerken, auf die sich Teheran in der gesamten Region st\u00fctzt. So haben im Gazastreifen israelische Streitkr\u00e4fte in China hergestellte Gewehre, Maschinengewehre und Panzerabwehrwaffen entdeckt, wobei es Hinweise auf iranische Schmuggelkan\u00e4le gibt.<\/p>\n<p>\u00dcber Beschaffungswege via China und Hongkong wurden auch Pr\u00e4zisionskomponenten f\u00fcr iranische Drohnen geliefert \u2013 dieselben unbemannten Luftfahrzeuge, die von der Hisbollah im Norden Israels und von den Huthi im Jemen gegen die Schifffahrt im Roten Meer eingesetzt werden. Im Jemen hat der US-Geheimdienst ein seit 2024 in China operierendes Versorgungsnetzwerk identifiziert, das Steuerchips und Antriebssysteme f\u00fcr ballistische Raketen und Marschflugk\u00f6rper an die Huthi liefert.<\/p>\n<p>Laut einem Bericht des israelischen Nachrichtensenders i24 NEWS verwendet die vom Iran unterst\u00fctzte Huthi-Miliz bei ihren Angriffen Waffen aus chinesischer Produktion und plant, Hunderte von Raketen mit chinesischen Komponenten herzustellen. Washington hat deshalb detaillierte Listen der beteiligten chinesischen Unternehmen an Peking weitergeleitet und davor gewarnt, das Netzwerk stelle eine regionale Bedrohung dar.<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich haben die Vereinigten Staaten f\u00fcnfzehn chinesische Unternehmen auf die schwarze Liste gesetzt, weil sie elektronische Komponenten geliefert haben, die von der Hamas und den Huthi in ihren \u00ad\u2013 iranischen \u2013 Drohnen eingesetzt werden. Aufgelistet werden Firmen, die \u00bbden Kauf und die Beschaffung dieser elektronischen Komponenten erleichtert haben\u00ab.<\/p>\n<p>Separate Ma\u00dfnahmen des amerikanischen Finanzministeriums im vergangenen April richteten sich gegen weitere chinesische Betriebe, die Treibstoffmaterialien und Lenktechnologie f\u00fcr die iranische Raketenproduktion exportierten. Verteidigungsanalysen haben Teile chinesischer Herkunft mit iranischen Systemen wie den Mittelstreckenraketen Shahab-3 und den taktischen Kurzstreckenraketen Fatah-110 in Verbindung gebracht, w\u00e4hrend achthundert in China hergestellte Drohnenpropeller auf dem Weg in den Jemen beschlagnahmt wurden. Wie US-Beamte feststellten, sei das Netzwerk von Lieferanten auf dem chinesischen Festland, die oft \u00fcber Scheinfirmen operieren, zu einer wichtigen Quelle f\u00fcr Dual-Use-Technologie geworden, die das Arsenal der Stellvertreter des Irans versorgt.<\/p>\n<p>Galia Lavi vom INSS wies darauf hin, dass chinesische Komponenten zwar zweifellos in den Waffen iranischer Stellvertreterorganisationen zu finden sind, dieser Umstand jedoch nicht unbedingt die Politik der Regierung widerspiegelt: \u00bbChina unterst\u00fctzt den Iran und seine Stellvertreter nicht vors\u00e4tzlich oder explizit. Stattdessen sehen wir ein Muster stillschweigender Toleranz und eine Bereitschaft, gegen\u00fcber chinesischen Akteuren ein Auge zuzudr\u00fccken, darunter private Unternehmen, kriminelle Akteure und Zwischenh\u00e4ndler, die terroristischen Organisationen im Austausch gegen Geld oder andere Vorteile Ausr\u00fcstung oder Informationen liefern. Doch auch wenn diese Handlungen m\u00f6glicherweise nicht die offizielle Politik des Staates widerspiegeln, hat Peking nicht genug unternommen, um sie einzud\u00e4mmen.\u00ab<\/p>\n<p>Chinas Motivation<\/p>\n<p>Die Feindseligkeit Pekings gegen\u00fcber Israel hat eher strategische als ideologische Gr\u00fcnde. Der Nahe Osten bleibt f\u00fcr Pekings wirtschaftliche und energetische Sicherheit unverzichtbar, da er mehr als die H\u00e4lfte des von China importierten Roh\u00f6ls liefert. \u00bbChina betrachtet den Nahen Osten in erster Linie als wirtschaftliche Chance, als eine Region, die f\u00fcr die Energiesicherheit, Infrastrukturprojekte und Marktexpansion von entscheidender Bedeutung ist\u00ab, betonte Lavi.<\/p>\n<p>Der Iran und Produzenten aus der Golfregion wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate bleiben wichtige Handelspartner im Rahmen der Belt and Road Initiative (\u00bbNeue Seidenstra\u00dfe\u00ab) Pekings. Dar\u00fcber hinaus dienen chinesische Infrastrukturprojekte in arabischen L\u00e4ndern als wichtige Verbindungswege zur Unterst\u00fctzung anderer chinesischer Initiativen auf dem afrikanischen Kontinent. In dieser Hinsicht ist die Beschwichtigung antiisraelischer Regime durch Kritik am j\u00fcdischen Staat und Unterst\u00fctzung der pal\u00e4stinensischen Sache eine kalkulierte wirtschaftliche Investition.<\/p>\n<p>Gleichzeitig hat die zunehmende Konfrontation Chinas mit den Vereinigten Staaten den Nahen Osten zu einem sekund\u00e4ren Schauplatz der Konkurrenz beider Staaten gemacht. \u00bbIn den letzten Jahren hat Peking versucht, seine politische Rolle zu st\u00e4rken, indem es sich als potenzieller Vermittler in regionalen Konflikten und als Gegengewicht zum Einfluss der USA pr\u00e4sentiert\u00ab, so Lavi.<\/p>\n<p>SIGNAL-Gr\u00fcnderin Carice Witte erg\u00e4nzte diese Einsch\u00e4tzung: China sehe \u00bbIsrael als Instrument zur Erreichung bestimmter geopolitischer Ziele. An erster Stelle steht dabei die Abgrenzung von den Vereinigten Staaten. Wenn die USA zu Israel stehen, nimmt China automatisch die gegenteilige Position ein.\u00ab<\/p>\n<p>Pekings Ann\u00e4herung an Teheran und seine lautstarke Kritik an Israel dienen dem Ziel, das B\u00fcndnisnetzwerk der USA zu untergraben und Washington als destabilisierende Kraft darzustellen. Als der Krieg gegen die Hamas und sp\u00e4ter der Konflikt zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Juni zu erneuten amerikanischen Truppenentsendungen in die Region f\u00fchrten, \u00e4nderte China seine Narrative und behauptete nun nicht mehr, Amerika w\u00fcrde sich aus dem Nahen Osten zur\u00fcckziehen, sondern warf Washington \u00bb\u00fcberm\u00e4\u00dfige Einmischung\u00ab vor.<\/p>\n<p>Die Konzentration auf den Nahen Osten, die zu einem verst\u00e4rkten Engagement der US-Streitkr\u00e4fte f\u00fchrt, bietet China auch einen sekund\u00e4ren geopolitischen Vorteil, da diese Truppen weiterhin mit der Sicherung der f\u00fcr seine Wirtschaft lebenswichtigen Transportrouten besch\u00e4ftigt sind, w\u00e4hrend Washingtons Aufmerksamkeit f\u00fcr Ostasien nachl\u00e4sst.<\/p>\n<p>\u00bbDie begrenzten Durchsetzungsbem\u00fchungen deuten auf eine gewisse strategische Zweckm\u00e4\u00dfigkeit hin: Ein Konflikt geringer Intensit\u00e4t im Nahen Osten dient den allgemeinen Interessen Chinas\u00ab, sagte Lavi. Dadurch k\u00f6nne sich \u00bbPeking als neutrale Macht und diplomatische Alternative zu den Vereinigten Staaten pr\u00e4sentieren und gleichzeitig wirtschaftlich und politisch von der regionalen Instabilit\u00e4t profitieren, die den westlichen Einfluss schw\u00e4cht, ohne China in eine direkte Konfrontation zu verwickeln\u00ab.<\/p>\n<p>Sprecher der Unterdr\u00fcckten?<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich verleiht Pekings ideologische Positionierung als F\u00fchrer des sogenannten globalen S\u00fcdens seiner antiisraelischen Haltung zus\u00e4tzliche Bedeutung. Indem China die Sprache des \u00bbantikolonialen Widerstands\u00ab \u00fcbernimmt und sich als Verteidiger der Unterdr\u00fcckten pr\u00e4sentiert, st\u00e4rkt es sein Image in arabischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Staaten. Au\u00dfenminister Wang hat China wiederholt als moralisches Gegengewicht zum Westen dargestellt.<\/p>\n<p>Wesley Hill, stellvertretender Direktor des Programms f\u00fcr Energie, Wachstum und Sicherheit am International Tax and Investment Center in Washington merkte an, dass \u00bbChina sich als verantwortungsbewusste Alternative zu den Vereinigten Staaten darstellt. Die Unbeliebtheit Israels bei vielen Nationen des \u203aglobalen S\u00fcdens\u2039 bedeutet, dass selbst blo\u00df performative Kritik vonseiten Pekings die Reichweite Chinas erh\u00f6ht\u00ab. Mit dieser ideologischen Positionierung hat Peking den Krieg Israels zu einer Gelegenheit gemacht, seinen diplomatischen Einfluss auszuweiten und die weltweite Meinung zu seinen Gunsten zu beeinflussen.<\/p>\n<p>Chinas Nutzung globaler Institutionen stelle laut Witte einen weiteren Anreiz dar, sich gegen Israel zu positionieren: \u00bbChinas Rolle als F\u00fchrer des \u203aglobalen S\u00fcdens\u2039 verschafft China wegen seiner Verbindungen zu den meisten L\u00e4ndern einen Vorteil in internationalen Foren wie den Vereinten Nationen. Diese Dynamik hilft China, seine verschiedenen globalen Initiativen voranzutreiben. In diesem Sinn ist Israels Darstellung als Antagonist in der UNO ein quasi nat\u00fcrliches Ziel der chinesischen Strategie.\u00ab<\/p>\n<p>Lavi wies darauf hin, dass es China trotz seiner informellen Rolle als wichtiger Unterst\u00fctzer der antiisraelischen Koalition w\u00e4hrend des gesamten Kriegs nicht gelungen war, die Vorherrschaft der USA in der Region infrage zu stellen. \u00bbDas Massaker vom 7. Oktober 2023 und der darauffolgende Krieg sowie die St\u00f6rungen durch die Huthi im Roten Meer haben die Grenzen des tats\u00e4chlichen Einflusses Chinas aufgezeigt. Trotz seiner wachsenden Pr\u00e4senz wurde deutlich, dass Peking entweder nicht willens oder nicht in der Lage ist, seine Macht zu nutzen, um die Entwicklungen in der Region zu beeinflussen, selbst wenn seine eigenen wirtschaftlichen Interessen auf dem Spiel stehen.\u00ab<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass mit der Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Pr\u00e4sidenten der Einfluss Chinas im Nahen Osten erheblich zur\u00fcckgegangen ist, da Trump die Allianzen der USA in der Region wiederbelebt und gefestigt habe. \u00bbChina scheint kurzfristige wirtschaftliche Verluste in Kauf zu nehmen, um seine politische Position gegen\u00fcber den USA zu st\u00e4rken. Diese Bem\u00fchungen haben jedoch weitgehend keine nennenswerten diplomatischen Erfolge gebracht. In der Praxis hat sich China als irrelevant f\u00fcr die wichtigsten Entwicklungen in der Region erwiesen, wie jetzt deutlich wird, wo sich fast alle wichtigen Akteure der j\u00fcngsten Waffenstillstandsinitiative von Pr\u00e4sident Trump angeschlossen haben.\u00ab<\/p>\n<p>Zu Jerusalem hingegen h\u00e4tten sich die Beziehungen Chinas in den letzten Monaten aufgrund der milit\u00e4rischen Erfolge Israels allm\u00e4hlich verbessert, beobachtete Witte: \u00bbWegen der Rolle Israels als milit\u00e4rische und nachrichtendienstliche F\u00fchrungsmacht im Nahen Osten hatte China ein ausgepr\u00e4gtes Interesse daran, die Beziehungen aufrechtzuerhalten. Nach dem 7. Oktober 2023 kam China jedoch zu dem Schluss, dass Israel keine milit\u00e4rische Supermacht mehr ist und verlor damit seinen Anreiz, enge Beziehungen zu pflegen. Nachdem Israel massive milit\u00e4rische und nachrichtendienstliche Erfolge im Zusammenhang mit seinen Kampagnen im Libanon und im Iran erzielt hatte, \u00e4nderte China seinen Ton und erkannte, dass es die Bedeutung des 7. Oktober m\u00f6glicherweise \u00fcberinterpretiert hatte.\u00ab<\/p>\n<p>Shimon Sherman ist Kolumnist und berichtet \u00fcber globale Sicherheit, Angelegenheiten des Nahen Ostens und geopolitische Entwicklungen. (Der Text erschien auf Englisch zuerst <a href=\"https:\/\/www.jns.org\/chinas-role-in-the-anti-israel-coalition\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">beim Jewish News Syndicate<\/a>. \u00dcbersetzung von Alexander Gruber.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wegen seiner Rivalit\u00e4t mit den USA nutzt Peking den Krieg Israels gegen die Hamas, um seinen diplomatischen Einfluss&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":524978,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-524977","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115433035763717614","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/524977","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=524977"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/524977\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/524978"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=524977"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=524977"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=524977"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}