{"id":525271,"date":"2025-10-25T07:50:12","date_gmt":"2025-10-25T07:50:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/525271\/"},"modified":"2025-10-25T07:50:12","modified_gmt":"2025-10-25T07:50:12","slug":"europa-verliert-den-blick-fuers-wesentliche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/525271\/","title":{"rendered":"Europa verliert den Blick f\u00fcrs Wesentliche"},"content":{"rendered":"<p>Bild: APA.<\/p>\n<p>Europa liebt seine Detaildebatten. Erst der Streit um Plastikflaschen-Verschl\u00fcsse, jetzt der Plan, auf Empfehlung der WHO sogar Filterzigaretten zu verbieten. B\u00fcrokratie bis ins Kleinste \u2013 w\u00e4hrend sich eine weit ernstere Bedrohung ausbreitet: der Islamismus. Gemeint ist eine Ideologie, die religi\u00f6se Argumente benutzt, um Macht und Kontrolle zu erringen. Eine Ideologie, die Demokratie und pers\u00f6nliche Freiheit als Feind begreift \u2013 und Europa immer wieder trifft.<\/p>\n<p>                Eine Gefahr, die bleibt                                    <\/p>\n<p>Laut dem deutschen Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz werden dem islamistischen Spektrum rund 10.500 Personen zugerechnet. EU-weit verzeichneten Sicherheitsbeh\u00f6rden zwischen 2010 und 2023 mehr als 160 Anschl\u00e4ge oder Anschlagsversuche mit islamistischem Hintergrund. Allein im Jahr 2023 wurden 14 Vorf\u00e4lle registriert, f\u00fcnf davon mit Toten. Diese Zahlen stammen aus offiziellen Lageberichten \u2013 und sie zeigen: die Bedrohung ist konstant, selbst wenn sie aus den Schlagzeilen verschwindet.<\/p>\n<p>                J\u00fcngste Anschl\u00e4ge und vereitelte Pl\u00e4ne                                    <\/p>\n<p>Europa hat in den letzten zwei Jahren mehrere Attacken und vereitelte Anschlagsversuche erlebt:<\/p>\n<p>2023 ersch\u00fctterten Br\u00fcssel und Arras zwei t\u00f6dliche Angriffe, in Paris starb ein Mann bei einem Messerattentat. Der Schussangriff in Br\u00fcssel auf schwedische Fu\u00dfballfans im Oktober 2023 t\u00f6tete zwei Menschen und verletzte einen weiteren, der T\u00e4ter bekannte sich zum Islamischen Staat (IS). Im selben Jahr, im Oktober, ermordete ein 20-j\u00e4hriger Angreifer in Arras einen Lehrer, der Angriff wurde ebenfalls als islamistisch motiviert eingestuft. Im Dezember 2023 wurde in Paris ein Mann durch einen Messerangriff get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2024 verhinderten deutsche Ermittler einen geplanten Terroranschlag auf das schwedische Parlament, der von dschihadistischen Kr\u00e4ften geplant worden war. Und 2025 gab es in Mulhouse und M\u00fcnchen zwei Gewalttaten mit mutma\u00dflich islamistischem Hintergrund \u2013 eine davon forderte ein Menschenleben, die andere mehr als 30 Verletzte.<\/p>\n<p>Ein weiteres gravierendes Beispiel: Der Solinger Anschlag (2024), bei dem ein 26-j\u00e4hriger Syrer mehrere Menschen mit einem Messer angriff \u2013 drei Tote und mehrere Verletzte. Der Angriff wurde schnell als terroristisch motiviert eingestuft. Auch hier hatte der T\u00e4ter Verbindungen zu dschihadistischen Netzwerken.<\/p>\n<p>Aschaffenburg (22. Januar 2025): Ein 28-j\u00e4hriger afghanischer Asylbewerber griff in einem Park eine Kindergartengruppe an. Dabei wurden ein 2-j\u00e4hriger Junge und ein 41-j\u00e4hriger Helfer get\u00f6tet, mehrere weitere Personen, darunter ein 2-j\u00e4hriges M\u00e4dchen und eine 59-j\u00e4hrige Erzieherin, wurden schwer verletzt. Der T\u00e4ter hatte zuvor ein abgebrochenes Asylverfahren hinter sich und war ausreisepflichtig.<\/p>\n<p>Diese Ereignisse belegen, dass die Gefahr l\u00e4ngst nicht gebannt ist. Es wird zunehmend klar, dass der islamistische Extremismus weiterhin eine der gr\u00f6\u00dften Bedrohungen f\u00fcr die Sicherheit Europas darstellt. Auch wenn nicht jeder einzelne T\u00e4ter in direkter Verbindung zu gro\u00dfen Terrororganisationen wie dem IS steht, so zeigt sich doch ein Alarmzeichen: Diese Anschl\u00e4ge sind keine Einzelf\u00e4lle, sondern Teil eines globalen, radikal-islamistischen Netzwerks, das zunehmend dezentral agiert.<\/p>\n<p>                Auch S\u00fcdtirol ist Teil des Sicherheitsbildes                                    <\/p>\n<p>S\u00fcdtirol gilt nicht als Brennpunkt, doch es gibt Bez\u00fcge. 2015 deckten Ermittler eine Zelle des Netzwerks \u201eRawti Shax\u201c in Meran und Bozen auf \u2013 mutma\u00dfliche Rekrutierer, die Kontakte zum irakisch-kurdischen Prediger Mullah Krekar hielten. Seitdem beobachten die italienischen Beh\u00f6rden m\u00f6gliche Online-Radikalisierung genau. Der j\u00fcngste Bericht des italienischen Geheimdienstes DIS warnt vor \u201ekleinen, flexiblen Zellen\u201c, die sich \u00fcber soziale Medien vernetzen. Auch das Innenministerium in Rom verweist auf steigende Zahlen sicherheitsbedingter Abschiebungen und Ermittlungen gegen Dschihad-Sympathisanten.<\/p>\n<p>In Bozen finden regelm\u00e4\u00dfig Pro-Pal\u00e4stina-Demonstrationen statt und europaweit mahnen Fachleute, dass solche Kundgebungen von extremistischen Gruppen missbraucht werden k\u00f6nnten. F\u00fcr S\u00fcdtirol gilt daher: aufmerksam bleiben, bevor auch hier Attentate ver\u00fcbt werden.<\/p>\n<p>                Neue Spannung durch den Geiselaustausch und die Gefahr radikalisierter Fl\u00fcchtlinge                                    <\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche Unruhe bringt der j\u00fcngste Geisel- und Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hamas. Auf Vermittlung des US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump kamen alle noch lebenden israelischen Geiseln frei \u2013 im Gegenzug entlie\u00df Israel rund 2.000 Pal\u00e4stinenser, darunter etwa 250 wegen terroristischer Taten Verurteilte.<\/p>\n<p>Sicherheitsdienste warnen, dass einzelne R\u00fcckkehrer erneut aktiv werden k\u00f6nnten \u2013 nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in Europa oder den USA, wo westliche Verb\u00fcndete als Feindbild gelten. Fr\u00fchere F\u00e4lle zeigen, dass zahlreiche Freigelassene sp\u00e4ter wieder Anschl\u00e4ge planten. Die Sorge ist real, auch wenn politische Hoffnung momentan dominiert.<\/p>\n<p>Doch nicht nur die R\u00fcckkehr von freigelassenen Extremisten bereitet Sorgen. Sicherheitsbeh\u00f6rden warnen zunehmend vor einer Gefahr durch radikalisierte Fl\u00fcchtlinge, die aus Krisengebieten wie Gaza nach Europa kommen. Diese Menschen sind vielfach beeinflusst durch radikale Ideologien.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung k\u00f6nnte sich auch auf S\u00fcdtirol auswirken, wenn sich solche radikalisierten Elemente unter den Migranten verbergen. Europa muss sich dieser Bedrohung stellen und mit gezielten Sicherheitsma\u00dfnahmen verhindern, dass Fl\u00fcchtlinge zu einer weiteren Gef\u00e4hrdung der inneren Sicherheit werden.<\/p>\n<p>                Wer sich von Multikulti abgrenzt, ist nicht von islamistischem Extremismus betroffen                                    <\/p>\n<p>Es gibt jedoch L\u00e4nder innerhalb Europas, die eine andere Perspektive auf das Problem haben. L\u00e4nder wie Ungarn oder Polen, die sich klar auf ihre nationalen Interessen fokussieren und sich von der Idee einer grenzenlosen multikulturellen Gesellschaft abgrenzen, scheinen nicht von islamistischem Extremismus betroffen. Beide Nationen setzen stark auf nationale Sicherheitsstrategien und Migrationseinschr\u00e4nkungen \u2013 w\u00e4hrend viele andere EU-Staaten nach wie vor mit den Folgen einer offenen Migrationspolitik zu k\u00e4mpfen haben.<\/p>\n<p>Europa muss sich fragen, ob der Weg der Integration und offenen Grenzen wirklich der richtige ist, wenn die Gefahr durch islamistische Netzwerke weiterhin w\u00e4chst. Auch S\u00fcdtirol muss sich dieser Frage stellen.<\/p>\n<p>Europa darf sich nicht in Detailregeln verlieren, w\u00e4hrend Extremisten das Vakuum nutzen. Der geplante Filter-Streit mag Symbolcharakter haben: Wir debattieren \u00fcber Nebenschaupl\u00e4tze, aber die eigentliche Verteidigung unserer Werte erfordert Klarheit, Mut und Realit\u00e4tssinn.<br \/>Auch S\u00fcdtirol geh\u00f6rt zu diesem Europa \u2013 sicher, weltoffen, aber nicht immun. Freiheit lebt von Wachsamkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bild: APA. Europa liebt seine Detaildebatten. 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