{"id":525705,"date":"2025-10-25T11:50:22","date_gmt":"2025-10-25T11:50:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/525705\/"},"modified":"2025-10-25T11:50:22","modified_gmt":"2025-10-25T11:50:22","slug":"mr-brexit-will-mr-britain-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/525705\/","title":{"rendered":"Mr. Brexit will Mr. Britain werden"},"content":{"rendered":"<p>Nigel Farage betritt die B\u00fchne wie ein Rockstar. Eine dunkle Silhouette vor glei\u00dfendem Licht, dramatische Musik und Nebelschwaden, dann tritt der 61-J\u00e4hrige vor und begr\u00fc\u00dft das Publikum. Beats und Pyrotechnik, die Menge jubelt. \u201eWir sind auf dem Weg zur n\u00e4chsten Parlamentswahl!\u201c, ruft Englands erfolgreichster Rechtspopulist. \u201eNiemand ist entschlossener als ich!\u201c<\/p>\n<p>Es ist Anfang September, und am Parteitag von Reform UK ist die Stimmung besonders ausgelassen. Das liegt auch daran, dass Vizepremierministerin Angela Rayner soeben ihren R\u00fccktritt bekannt gegeben hat. Deshalb tritt Farage fr\u00fcher auf als geplant. Und deshalb f\u00e4llt es ihm an diesem Tag noch leichter, die Labour-Regierung als einen Haufen nutzloser Idioten darzustellen: \u201eSie sind nicht f\u00e4hig, dieses Land zu regieren!\u201c Die Sozialdemokraten, so der Reform-Chef, st\u00fcnden vor einem \u201eB\u00fcrgerkrieg\u201c, der linke Fl\u00fcgel befinde sich kurz vor der Abspaltung. Das Land sei am Ende, und nur er allein k\u00f6nne es auf den rechten Weg bringen.<\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" class=\"lazyload  \" title=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/46-219238109.jpg\"  data- alt=\"Ein Mann steht auf einer B\u00fchne mit rotem Hintergrund\" style=\"--focalPoint: 50% 50%\"\/><\/p>\n<p>                \u00a9 AFP\/APA\/AFP\/PAUL ELLIS<\/p>\n<p class=\"copyright__description\">Nigel Farage ist im H\u00f6henflug.<\/p>\n<p>                            <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/46-219238109.jpg\" class=\"image-inner__lightbox glightbox\" data-gallery=\"gallery5\" data-glightbox=\"description:.desc-5\">Bild anzeigen<\/a><\/p>\n<p class=\"gslide-copyright\">\u00a9 AFP\/APA\/AFP\/PAUL ELLIS<\/p>\n<p>Nigel Farage ist im H\u00f6henflug.<\/p>\n<p>In Umfragen liegt seine Reform-Partei mittlerweile bei bis zu 30 Prozent. Die einst so m\u00e4chtigen Tories stehen am Rande der Bedeutungslosigkeit, und die Beliebtheitswerte der regierenden Labour-Partei sind kollabiert. Bei den Wahlen im Juli vergangenen Jahres erreichten sie mehr als 37 Prozent der Stimmen, heute liegen sie bei 21 Prozent. Es ist das schlechteste Ergebnis einer Regierungspartei seit Beginn der Umfragen im Jahr 1983. Und Labour-Chef Keir Starmer ist der unbeliebteste Premier aller Zeiten.<\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" class=\"lazyload  \" title=\"Rechtsruck in Gro\u00dfbritannien\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/46-219669525.jpg\"  data- alt=\"Eine Balkengrafik und eine Karte von Gro\u00dfbritannien mit Wahrkreisen\" style=\"--focalPoint: 50% 50%\"\/><\/p>\n<p>\n                \u00a9 profil\/noa<\/p>\n<p>                                    Rechtsruck in Gro\u00dfbritannien<\/p>\n<p>                            <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/46-219669525.jpg\" class=\"image-inner__lightbox glightbox\" data-gallery=\"gallery8\" data-glightbox=\"description:.desc-8\">Bild anzeigen<\/a><\/p>\n<p class=\"gslide-copyright\">\u00a9 profil\/noa<\/p>\n<p>                            Rechtsruck in Gro\u00dfbritannien<\/p>\n<p>Im kommenden Mai finden Regionalwahlen in England sowie die Wahlen zum schottischen Parlament statt. Bis dahin muss Starmer seine Partei und das Land in den Griff bekommen, sonst droht die n\u00e4chste Niederlage gegen Farage.<\/p>\n<p>Wie konnte es so weit kommen?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.profil.at\/ausland\/vereinigtes-koenigreichwahlenlabourtoriesneustart\/402921553\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mit einem Erdrutschsieg<\/a> beendete Labour im vergangenen Juli 14 Jahre Tory-Regierung. Gro\u00dfbritanniens Konservative waren, wenn man so will, an ihren eigenen Erfolgen gescheitert. Der wirtschaftssch\u00e4dliche Brexit, die chaotische Amtszeit des Politclowns Boris Johnson, zerst\u00f6rerische Sparpolitik und geheime Corona-Partys: In kaum einem Land tritt der Schaden durch die Politik einer weit nach rechts ger\u00fcckten konservativen Partei derma\u00dfen offen zutage wie in Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n<p>                              <a href=\"https:\/\/www.profil.at\/ausland\/nigel-farage-wahlen-vereinigtes-koenigreich-tories-labour-parlament\/402919701\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"Nigel Farage h\u00e4lt eine kleine Union Flag hoch.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/46-206982275.jpg\"  data- alt=\"Nigel Farage h\u00e4lt eine kleine Union Flag hoch.\" style=\"--focalPoint: 50% 50%\"\/><\/p>\n<p>                                                        <\/a><\/p>\n<p>Eine Mehrheit der Menschen h\u00e4lt den EU-Austritt mittlerweile f\u00fcr einen Fehler. Gesch\u00e4tzte vier Prozent an Wirtschaftswachstum kostet der Brexit Gro\u00dfbritannien mittelfristig, die irregul\u00e4re Migration ist hingegen gewachsen. Die Verzweiflung \u00fcber die Lage des Landes sp\u00fclte Labour an die Macht und verhalf Starmer zu einer absoluten Mehrheit im Unterhaus. Kurz entstand der Eindruck, der Spuk sei vorbei und die Briten h\u00e4tten aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Doch dann <a href=\"https:\/\/www.profil.at\/ausland\/nigel-farage-wahlen-vereinigtes-koenigreich-tories-labour-parlament\/402919701\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">verk\u00fcndete Nigel Farage sein Comeback.<\/a><\/p>\n<p>Allianz mit Boulevardmedien<\/p>\n<p>Bei den Wahlen vor einem Jahr gelang Farage der Einzug ins Unterhaus, seither war er vergleichsweise selten in Westminster, aber umso pr\u00e4senter in den Medien. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte war Farage sieben Mal am Einzug ins Parlament gescheitert, das Land pr\u00e4gte er dennoch ma\u00dfgeblich mit.<\/p>\n<p>                              <a href=\"https:\/\/www.profil.at\/meinung\/nigel-farage-grossbritannien-medien-wahlsystem-reform\/403080992\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"Siobh\u00e1n Geets\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/siobhan.jpg\"  data- alt=\"Portr\u00e4t von Siobh\u00e1n Geets vor einem dunklen Hintergrund.\" style=\"--focalPoint: 50% 50%\"\/><\/p>\n<p>                                                        <\/a><\/p>\n<p>Schon als Sch\u00fcler in einem Londoner Elitecollege \u00fcbt er sich in der Kunst der Debatte. Als Teenager wird er Mitglied bei den Tories, verl\u00e4sst die Partei aber 1992, nachdem Premier John Major das Maastricht-Abkommen unterzeichnet, mit dem die Europ\u00e4ische Gemeinschaft (EG) zur Europ\u00e4ischen Union wird. Im Jahr 1993 ist Farage Mitgr\u00fcnder der UK Independence Party, kurz UKIP, von der sich 2019 die Brexit Party abspaltet. Heute hei\u00dft die Partei Reform UK, doch Farages Botschaft ist seit jeher dieselbe: Gro\u00dfbritannien steht wirtschaftlich und moralisch vor dem Abgrund, und nur er kann das Land retten. Mit diesem Rezept f\u00fchrte er vor dem Brexit-Referendum im Jahr 2016 das Lager der Austrittsbef\u00fcrworter an, trieb die Tories vor sich her und heizte mit einer Mischung aus rassistischer Hetze und Desinformation die Stimmung im Land an. Die Tories gaben nach, und bald klangen sie wie er.\u00a0<\/p>\n<p>Doch Farage verf\u00fcgte damals wie heute \u00fcber einen entscheidenden Vorteil: Er kann behaupten, keinerlei politische Verantwortung zu tragen.<\/p>\n<p>Nach dem Brexit Anfang 2020 hat Farage sein Ziel erreicht, doch das gen\u00fcgt ihm nicht. Im folgenden Fr\u00fchling f\u00e4hrt er auf einem Fischerboot auf den \u00c4rmelkanal hinaus und blickt suchend \u00fcber das Wasser. Bald tauchen die ersten Schlauchboote mit Fl\u00fcchtlingen auf, und Farage hat gefunden, wonach er gesucht hat. Er beobachtet, wie die franz\u00f6sische Marine das \u00fcberf\u00fcllte Boot Richtung England man\u00f6vriert und schlie\u00dflich an die britische K\u00fcstenwache \u00fcbergibt. \u201eSie drohen uns, sie sagen, wir d\u00fcrfen das nicht filmen\u201c, sagt Farage. \u201eHerr Innenminister, unternehmen Sie etwas!\u201c<\/p>\n<blockquote class=\"quote-title\">\n<p>Wir sind auf dem Weg zur n\u00e4chsten Parlamentswahl! Niemand ist entschlossener als ich!<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das Video geht viral \u2013 und Farage hat eine neue Waffe gegen die Tories in der Hand. T\u00e4glich kritisiert er die Regierung daf\u00fcr, zu wenig gegen illegale Migration zu unternehmen. GB News, so etwas wie die britische Variante des rechten US-Senders Fox News, belohnt Farage mit einer eigenen Talkshow, die Einschaltquoten gehen durch die Decke. Der Druck auf die Tories steigt, und die Fl\u00fcgelk\u00e4mpfe drohen, die Partei zu zerrei\u00dfen.<\/p>\n<p>Lange Zeit ma\u00df sich Nigel Farages Erfolg an dem Schaden, den er den Tories zuf\u00fcgte. Jetzt liegt die Partei in Tr\u00fcmmern, und das alte Spiel geht von vorn los, diesmal gegen Labour.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.profil.at\/meinung\/nigel-farage-grossbritannien-medien-wahlsystem-reform\/403080992\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">In Allianz mit Englands m\u00e4chtigen Boulevardmedien<\/a> f\u00e4hrt Farage eine Kampagne gegen die Regierung. Glaubt man den Schlagzeilen von Bl\u00e4ttern wie der \u201eDaily Mail\u201c, ist das Land am Ende. Von einer \u201eInvasion\u201c ist da regelm\u00e4\u00dfig die Rede, von einer Flut an Migranten und dem Ende der Meinungsfreiheit in Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" class=\"lazyload  \" title=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/46-219236953.jpg\"  data- alt=\"Ein Mann vor einem Plakat mit dem Wort &quot;Reform&quot;\" style=\"--focalPoint: 50% 50%\"\/><\/p>\n<p>\n                \u00a9 AFP\/APA\/AFP\/CARLOS JASSO<\/p>\n<p>                            <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/46-219236953.jpg\" class=\"image-inner__lightbox glightbox\" data-gallery=\"gallery20\" data-glightbox=\"description:.desc-20\">Bild anzeigen<\/a><\/p>\n<p class=\"gslide-copyright\">\u00a9 AFP\/APA\/AFP\/CARLOS JASSO<\/p>\n<p>Die Stimmung im Land kippt, Britinnen und Briten mit Migrationshintergrund berichten von einer Zunahme an rassistischen \u00dcbergriffen. Viele f\u00fchlen sich an die Zeit der gewaltt\u00e4tigen rechtsradikalen Ausschreitungen in den 1980er- und 1990er-Jahren erinnert.<\/p>\n<p>Gegen Migration und die \u201eautorit\u00e4re Linke\u201c<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Parlamentswahlen stehen fr\u00fchestens 2028 an, doch das h\u00e4lt Nigel Farage nicht davon ab, mit Volldampf Wahlkampf zu betreiben. Die Labour-Regierung (\u201eStarmergeddon\u201c) betrachtet er bereits nach einem Jahr im Amt als gescheitert, die Kriminalit\u00e4t im Land als ausufernd, der \u201eInvasion\u201c von Migranten will er durch die Abschiebung Hunderttausender entgegenwirken.<\/p>\n<p>In einem hat Farage recht: Die Zahl der Einwanderer ist tats\u00e4chlich rasant gestiegen, von rund 330.000 im Jahr 2015 auf mehr als 760.000 im Jahr 2023. Verantwortlich ist daf\u00fcr allerdings nicht Keir Starmer, sondern der Brexit, den Farage so leidenschaftlich vorantrieb. Mit dem EU-Austritt verlie\u00dfen osteurop\u00e4ische Fachkr\u00e4fte wie Krankenschwestern und Handwerker Gro\u00dfbritannien und mussten durch andere ersetzt werden. Mithilfe eines hastig zusammengestellten Visaprogramms lockte der damalige Premier Boris Johnson Menschen aus den ehemaligen Kolonien des Commonwealth an. Es kamen mehr als erwartet, und viele entsprachen nicht den erw\u00fcnschten Kriterien.<\/p>\n<p>Starmer hat die Nettozuwanderung auf rund 400.000 Menschen im Jahr halbiert. Doch die Zahl der Asylsuchenden steigt.<\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" class=\"lazyload  \" title=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/46-219237218.jpg\"  data- alt=\"Ein Mann im Anzug mit einer blauen Luftmatratze\" style=\"--focalPoint: 50% 50%\"\/><\/p>\n<p>\n                \u00a9 AFP\/APA\/AFP\/BEN STANSALL<\/p>\n<p>                            <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/46-219237218.jpg\" class=\"image-inner__lightbox glightbox\" data-gallery=\"gallery22\" data-glightbox=\"description:.desc-22\">Bild anzeigen<\/a><\/p>\n<p class=\"gslide-copyright\">\u00a9 AFP\/APA\/AFP\/BEN STANSALL<\/p>\n<p>Die Bilder von den \u201esmall boats\u201c, von kleinen, \u00fcberf\u00fcllten Booten, mit denen Migranten illegal ins Land kommen, sind l\u00e4ngst zum Symbol f\u00fcr den Kontrollverlust des Staates \u00fcber seine Grenzen geworden. Rund 37.000 Menschen gelangten im vergangenen Jahr unkontrolliert von Frankreich \u00fcber den \u00c4rmelkanal nach Gro\u00dfbritannien, und heuer waren es bis Ende September mehr als 33.000. Vor Kurzem hat Keir Starmer mit Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron ein R\u00fcckf\u00fchrabkommen vereinbart, doch bisher wurden gerade einmal 42 illegale Migranten zur\u00fcckgebracht.<\/p>\n<p>Futter f\u00fcr Farage, der sich als Ritter im Kampf gegen illegale Einwanderung gibt und Migranten f\u00fcr alle \u00dcbel des Landes verantwortlich macht.<\/p>\n<p>Farage verspricht, die Boote innerhalb von zwei Wochen zu stoppen und 600.000 Migranten abzuschieben. M\u00f6glich w\u00e4re das durch ein \u201eGesetz f\u00fcr Massendeportationen\u201c, das mit internationalem Recht brechen soll. Die Klimaschutzziele will er beseitigen, damit Energie billig ist und Gro\u00dfbritannien \u201ereindustrialisiert\u201c werden kann. Farages Behauptungen und Forderungen halten keinem Faktencheck stand, doch das st\u00f6rt ihn nicht. Seine Slogans verfangen.<\/p>\n<blockquote class=\"quote-title\">\n<p>Die Einwanderung von unqualifizierten Menschen mit schlechten Englischkenntnissen hat zu sozialen Spannungen und \u00c4ngsten in der einheimischen Bev\u00f6lkerung gef\u00fchrt.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"author-name\">Aus einer Analyse des Meinungsforschungsinstituts Electoral Calculus<\/p>\n<p>Reform UK lebt von der Opposition zu den etablierten Parteien. Nach Jahren der Krise ist das Vertrauen in die Regierung dahin, und viele Menschen haben das Gef\u00fchl, dass die Politik ihre Probleme nicht angeht: stagnierende Wirtschaft, Einwanderung und Asyl, das marode Gesundheitssystem National Health Service (NHS).<\/p>\n<p>Die Einwanderung von unqualifizierten Menschen mit schlechten Englischkenntnissen habe zu sozialen Spannungen und \u00c4ngsten in der einheimischen Bev\u00f6lkerung gef\u00fchrt, <a href=\"https:\/\/www.electoralcalculus.co.uk\/blogs\/ec_whyreform_20250515.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">analysiert das Meinungsforschungsinstitut Electoral Calculus<\/a>. Billigarbeitskr\u00e4fte dr\u00fcckten die L\u00f6hne der Arbeiterschicht, und weder den Tories noch Labour sei es gelungen, eine Antwort auf diese Probleme zu finden. Immerhin 27 Prozent der Befragten glauben daran, dass die Reform-Partei es besser machen w\u00fcrde. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr das NHS, das seit vielen Jahren in der Krise steckt.<\/p>\n<p>Als Problemfeld sieht das Institut auch die \u201eautorit\u00e4re Linke\u201c, deren Vorstellungen bei den etablierten Parteien und in akademischen Kreisen Anklang gefunden h\u00e4tten: \u201eDie einzige Gruppe, die nicht ganz \u00fcberzeugt zu sein scheint, sind die W\u00e4hler.\u201c Konkret geht es dabei etwa um die Rechte von Transpersonen. \u201eW\u00e4hrend die \u00d6ffentlichkeit Transpersonen im Allgemeinen unterst\u00fctzt und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr sie aufbringt, forderte die Linke viel mehr: medizinische Behandlung f\u00fcr Kinder, Schw\u00e4chung der Frauenrechte, Pronomen und Sprachpolizei.\u201c Das sei ein gefundenes Fressen f\u00fcr Reform UK, denn die beiden gro\u00dfen Parteien scheuten sich, die Meinung der Bev\u00f6lkerung widerzuspiegeln.<\/p>\n<p>                              <a href=\"https:\/\/www.profil.at\/oesterreich\/wie-der-rechtspopulismus-die-politische-kultur-zerstoert-hat\/403010831\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"Transparent, Demo zur Verteidigung der Demokratie am Volkstheater in Wien, \u00d6sterreich.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/20240403pd16657hr.jpg\"  data- alt=\"Transparent, Demo zur Verteidigung der Demokratie am Volkstheater in Wien, \u00d6sterreich.\" style=\"--focalPoint: 50% 50%\"\/><\/p>\n<p>                                                        <\/a><\/p>\n<p>Farage hingegen verspricht seinen Anh\u00e4ngern die geistig-kulturelle Wende: ein Ende des linken Zeitgeistes, die R\u00fcckkehr zum \u201ecommon sense\u201c.<\/p>\n<p>Dem ehemaligen \u201eMr. Brexit\u201c ist es gelungen, sich als Mann des Volkes zu verkaufen. Der Sohn eines B\u00f6rsenmaklers ist bekannt f\u00fcr seinen ausgefallenen Kleidungsstil und l\u00e4sst sich seit jeher von einem Chauffeur herumkutschieren. Doch seine Medientermine absolviert er am liebsten im Pub. Farage raucht und trinkt, er wirkt ungezwungen, kann \u00fcber sich selbst lachen \u2013 und er h\u00f6rt den Menschen zu. Farage ist so etwas wie ein Schn\u00f6sel mit Street-Credibility. Daf\u00fcr liebt ihn nicht nur die Boulevardpresse.<\/p>\n<p>\u201eGro\u00dfbritannien ist kaputt\u201c, titelte die \u201eSun\u201c im April dieses Jahres den Wahlkampfslogan der Reform-Partei, und Farage hielt das Blatt w\u00e4hrend einer Rede im englischen Durham in die Kameras. Im Sommer gab der Rechtspopulist jede Woche eine Pressekonferenz \u2013 und die Medien berichteten ausf\u00fchrlich. Seine Wutreden sind schlagzeilentauglich, Farage ist unterhaltsam, und er schreckt vor nichts zur\u00fcck, wie er beim Verzehr einer mit Tierpenissen belegten Pizza im Reality-TV unter Beweis stellte.<\/p>\n<p>\u201eMake Britain Great Again!\u201c<\/p>\n<p>Der rechte Boulevard, ehemals Sprachrohr der Tories, ist zum Komplizen Farages geworden. Und in den sozialen Medien ist er erfolgreicher als jeder andere britische Politiker. Allein auf X folgen ihm mehr als 2,2 Millionen Accounts. Dort mobilisiert auch Gro\u00dfbritanniens radikale Rechte gegen die Regierung.<\/p>\n<p>Schlagend wurde dies Mitte September, als <a href=\"https:\/\/www.profil.at\/ausland\/tommy-robinson-elon-musk-freilassung-nigel-farage-donald-trump-grossbritannien-labour\/402996657\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der rechtsextreme Aktivist Tommy Robinson, <\/a>der selbst Farage zu radikal ist, mit Unterst\u00fctzung des Tech-Milliard\u00e4rs Elon Musk zum \u201eFestival der Meinungsfreiheit\u201c in London aufrief. Rund 150.000 Menschen protestierten im Zentrum der Stadt lautstark gegen Migration, es war die gr\u00f6\u00dfte nationalistische Demonstration seit Jahrzehnten.<\/p>\n<p>Musk war \u00fcber Video zugeschaltet, als Robinson von einem \u201eVergewaltigungsdschihad\u201c sprach, gegen den die \u201eT\u00f6chter des Landes\u201c verteidigt werden m\u00fcssten. \u201eDie Gewalt kommt\u201c, warnte Musk, \u201eleistet Widerstand, oder ihr werdet sterben.\u201c<\/p>\n<p>                              <a href=\"https:\/\/www.profil.at\/ausland\/tommy-robinson-elon-musk-freilassung-nigel-farage-donald-trump-grossbritannien-labour\/402996657\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"BRITAIN-COURT-ABUSE-POLITICS\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/46-212096251.jpg\"  data- alt=\"Ein Mann in einem grauen Sakko spricht in ein Mikrofon vor einer britischen Flagge.\" style=\"--focalPoint: 50% 50%\"\/><\/p>\n<p>                                                        <\/a><\/p>\n<p>So weit will Farage nicht gehen, immerhin gilt es, den Mainstream zu erobern. Beim Parteitag in Birmingham spricht er \u00fcber den Aufstieg seiner Partei und dar\u00fcber, wie er Gro\u00dfbritannien wieder gro\u00df machen wird. \u201eMake Britain Great Again!\u201c, lautet die Parole, Ziel ist ein Sieg bei den n\u00e4chsten Unterhauswahlen. Das Publikum schw\u00f6rt er auf den Kampf ein, die Botschaft am Parteitag: Disziplin.<\/p>\n<p>Zuletzt machte es den Eindruck, als h\u00e4tte Farage seine Partei nicht ganz im Griff. Mindestens 15 seiner Leute flogen allein in den vergangenen vier Monaten aus der Partei, gegen einige wird polizeilich ermittelt. Zu ihnen geh\u00f6rt ein Lokalpolitiker, der im Internet erkl\u00e4rt hatte, Starmer am liebsten pers\u00f6nlich erschie\u00dfen zu wollen. Will sich Farage im Mainstream halten, muss er allzu radikale Parteimitglieder loswerden.<\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" class=\"lazyload  \" title=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/46-219237219.jpg\"  data- alt=\"Zwei M\u00e4nner stehen im Pub, in den H\u00e4nden Pints\" style=\"--focalPoint: 50% 50%\"\/><\/p>\n<p>\n                \u00a9 AFP\/APA\/AFP\/BEN STANSALL<\/p>\n<p>                            <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/46-219237219.jpg\" class=\"image-inner__lightbox glightbox\" data-gallery=\"gallery31\" data-glightbox=\"description:.desc-31\">Bild anzeigen<\/a><\/p>\n<p class=\"gslide-copyright\">\u00a9 AFP\/APA\/AFP\/BEN STANSALL<\/p>\n<p>Dann k\u00f6nnen wohl auch die Tories mit ihm. Bereits vor den Wahlen forderten einige Konservative die Zusammenarbeit mit Reform. Seit dem Erfolg der Partei bei den Kommunalwahlen im vergangenen Mai sind Dutzende konservative Lokalpolitiker zu Reform \u00fcbergelaufen. Eine Umfrage unter Tory-Parteimitgliedern hat ergeben, dass sich fast zwei Drittel ein B\u00fcndnis mit Reform UK w\u00fcnschen, die H\u00e4lfte spricht sich sogar f\u00fcr eine Zusammenlegung der Parteien aus. Farage hat beides bisher kategorisch ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Will er wirklich regieren, muss er wohl fr\u00fcher oder sp\u00e4ter mit den Konservativen zumindest zusammenarbeiten. Nimmt man die aktuellen Umfragen als Ma\u00dfstab, wird Farage einen Koalitionspartner brauchen \u2013 und die Tories sind nach jetzigem Stand die Einzigen, die daf\u00fcr infrage kommen. Inhaltlich sollte das kein Problem sein, Gro\u00dfbritanniens Konservative sind weit nach rechts ger\u00fcckt. Durchaus m\u00f6glich, dass sie Nigel Farage zur Macht verhelfen. Er w\u00e4re der erste Premierminister seit mehr als 100 Jahren, der keiner der beiden Gro\u00dfparteien angeh\u00f6rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nigel Farage betritt die B\u00fchne wie ein Rockstar. Eine dunkle Silhouette vor glei\u00dfendem Licht, dramatische Musik und Nebelschwaden,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":525706,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-525705","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-uk","15":"tag-united-kingdom","16":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","17":"tag-vereinigtes-koenigreich","18":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115434660504951569","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/525705","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=525705"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/525705\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/525706"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=525705"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=525705"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=525705"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}