{"id":526998,"date":"2025-10-26T00:45:15","date_gmt":"2025-10-26T00:45:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/526998\/"},"modified":"2025-10-26T00:45:15","modified_gmt":"2025-10-26T00:45:15","slug":"eu-kritikerin-linke-kandidatin-connolly-gewinnt-praesidentschaftswahl-in-irland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/526998\/","title":{"rendered":"EU-Kritikerin: Linke Kandidatin Connolly gewinnt Pr\u00e4sidentschaftswahl in Irland"},"content":{"rendered":"<p>Sie gilt als EU-kritisch, vergleicht die deutschen Verteidigungsausgaben mit der Aufr\u00fcstung der 1930er-Jahre und ist vehemente Verteidigerin der Pal\u00e4stinenser: Catherine Connolly wird neue Pr\u00e4sidentin von Irland. Die Wahl fand unter besonderen Vorzeichen statt \u2013 viele Stimmzettel waren \u201eung\u00fcltig\u201c.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die von einem Linksb\u00fcndnis unterst\u00fctzte Catherine Connolly ist am Samstag zur Siegerin der Pr\u00e4sidentschaftswahl in Irland erkl\u00e4rt worden. Die 68-j\u00e4hrige Anw\u00e4ltin erhielt nach offiziellen Angaben mehr als 63 Prozent der Stimmen und damit deutlich mehr als ihre zentristische Gegenkandidatin Heather Humphreys von der Partei Fine Gael mit 29,5 Prozent. \u00dcberschattet wurde die Wahl von einer Rekordzahl ung\u00fcltiger Stimmen und der Kritik am Fehlen konservativer Kandidaten.<\/p>\n<p>Fast 13 Prozent der 1,65 Millionen abgegebenen Stimmzettel waren \u201eung\u00fcltig\u201c. Die Wahlbeteiligung war mit fast 46 Prozent allerdings etwas h\u00f6her als bei der vorherigen Pr\u00e4sidentenwahl 2018.<\/p>\n<p>\u201eEs wird ein absolutes Privileg sein, Ihnen zu dienen\u201c, sagte Connolly in ihrer Dankesrede. \u201eAn diejenigen, die mich nicht gew\u00e4hlt haben und diejenigen, die ihren Stimmzettel zerst\u00f6rt haben: Ich sage Euch, ich werde eine inklusive Pr\u00e4sidentin sein und Euch allen zuh\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>Connolly trat als unabh\u00e4ngige Kandidatin an, wurde aber von linken Parteien wie Sinn F\u00e9in, Labour, den Sozialdemokraten, People Before Profit und den Gr\u00fcnen unterst\u00fctzt. Die Anw\u00e4ltin und Politikerin ist eine deutliche Kritikerin der Europ\u00e4ischen Union und der USA. Sie spricht flie\u00dfend G\u00e4lisch und setzt sich f\u00fcr eine Vereinigung Irlands und Nordirlands ein. Auch spricht sie sich gegen h\u00f6here Verteidigungsausgaben und f\u00fcr eine strikt neutrale Haltung Irlands aus. In den vergangenen Wochen war sie etwa daf\u00fcr kritisiert worden, dass sie die aktuellen deutschen Verteidigungsausgaben mit der Wiederaufr\u00fcstung der 1930er-Jahre verglichen hatte. <\/p>\n<p>Im Nahost-Konflikt ist sie eine vehemente Verteidigerin der Pal\u00e4stinenser. Sie werde \u201eeine Stimme f\u00fcr Frieden\u201c sein, \u201eeine Stimme, die auf unserer Neutralit\u00e4tspolitik aufbaut\u201c, sowie eine \u201eStimme, die die existenzielle Gefahr durch den Klimawandel anspricht\u201c, k\u00fcndigte sie an.<\/p>\n<p>Das Staatsoberhaupt hat in Irland haupts\u00e4chlich repr\u00e4sentative und zeremonielle Aufgaben. Die Wahl Connollys k\u00f6nnte wegen ihrer Ansichten \u00fcber Au\u00dfenpolitik, soziale Gerechtigkeit und Wohnungsbau jedoch eine Zeit erh\u00f6hter Spannungen zwischen Pr\u00e4sidentin und Regierung einl\u00e4uten.<\/p>\n<p>Kritik an beschr\u00e4nkter Auswahl an Kandidaten<\/p>\n<p>Premierminister Miche\u00e1l Martin, Chef der konservativen Partei Fianna Fail, gratulierte Connolly f\u00fcr ihren \u201eeindrucksvollen Wahlkampf\u201c. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Pr\u00e4sidentin, \u201ew\u00e4hrend Irland weiter eine wichtige Rolle auf der globalen B\u00fchne spielt\u201c, f\u00fcgte er hinzu. Auch Vize-Regierungschef und Fine-Gael-Politiker Simon Harris gratulierte der 68-J\u00e4hrigen. Wahlverliererin Humphreys sagte im Gespr\u00e4ch mit dem Fernsehsender RTE: \u201eCatherine wird eine Pr\u00e4sidentin f\u00fcr uns alle sein, und sie wird meine Pr\u00e4sidentin sein.\u201c<\/p>\n<p>Viele Konservative hatten im Vorfeld die beschr\u00e4nkte Auswahl an Kandidaten und das Fehlen rechtsgerichteter Kandidaten kritisiert. Wie das benachbarte Gro\u00dfbritannien ist Irland zerstritten bei dem Thema Asyl. Es kam zu teilweise gewaltsamen Protesten, auch vor Asylunterk\u00fcnften.<\/p>\n<p>Umfragen zufolge f\u00fchlten sich 49 Prozent der W\u00e4hler weder von Connolly noch von Humphreys repr\u00e4sentiert. F\u00fchrende Konservative hatten ihre W\u00e4hlerschaft deshalb aufgerufen, aus Protest ung\u00fcltige Stimmzettel abzugeben. Medienberichten zufolge trugen zahlreiche der ung\u00fcltigen Stimmen Botschaften gegen Einwanderung oder Slogans wie \u201ekeine Demokratie\u201c.<\/p>\n<p>Ein konservativer katholischer Kandidat hatte nicht die erforderliche Unterst\u00fctzung des Parlaments erhalten, was zu Ver\u00e4rgerung \u00fcber die Nominierungsregeln f\u00fchrte. Nachdem ein Kandidat der konservativen Fianna Fail kurz vor dem Wahltag ausstieg, blieben nur noch Connolly und Humphreys \u00fcbrig. Sein Name stand allerdings noch auf den Stimmzetteln \u2013 was ihm trotz zur\u00fcckgezogener Kandidatur sieben Prozent der Stimmen eintrug. Einige Prominente hatten eine Kandidatur erwogen, darunter der mehrerer Sexualstraftaten beschuldigte Mixed-Martial-Arts-K\u00e4mpfer Conor McGregor sowie der Musiker Bob Geldof und der Star aus dem \u201eRiverdance\u201c-Musical, Michael Flatley. Keiner von ihnen trat jedoch letztlich an.<\/p>\n<p>Connolly beginnt ihre siebenj\u00e4hrige Amtszeit im n\u00e4chsten Monat, dann tritt sie die Nachfolge des 84-j\u00e4hrigen Michael Higgins an, der seit 2011 Staatsoberhaupt ist.<\/p>\n<p>AFP\/dpa\/dp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie gilt als EU-kritisch, vergleicht die deutschen Verteidigungsausgaben mit der Aufr\u00fcstung der 1930er-Jahre und ist vehemente Verteidigerin der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":526999,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,7736,3934,3935,13,5300,14,15,12],"class_list":{"0":"post-526998","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europaeische-union-eu","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-headlines","17":"tag-irland","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115437707305742636","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/526998","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=526998"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/526998\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/526999"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=526998"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=526998"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=526998"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}