{"id":527094,"date":"2025-10-26T01:47:23","date_gmt":"2025-10-26T01:47:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/527094\/"},"modified":"2025-10-26T01:47:23","modified_gmt":"2025-10-26T01:47:23","slug":"aachens-verborgenes-erbe-archaeologen-entschluesseln-das-puzzle-der-stadtgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/527094\/","title":{"rendered":"Aachens verborgenes Erbe: Arch\u00e4ologen entschl\u00fcsseln das Puzzle der Stadtgeschichte"},"content":{"rendered":"<p>Aachen ist wie ein riesiges Puzzle mit zehntausend Teilen, aber nur rund 150 davon sind bisher bekannt &#8211; und die Vorlage fehlt. Jedes Jahr kommen neue St\u00fccke hinzu. Schritt f\u00fcr Schritt l\u00e4sst sich so ein Bild der Stadt aus verschiedenen Epochen zusammensetzen.<\/p>\n<p>&#8222;Es gibt momentan zwei gr\u00f6\u00dfere Grabungsprojekte in der Franzstra\u00dfe und vor dem Theater, wo jeweils mittelalterliche Kl\u00f6ster angeschnitten wurden&#8220;, erz\u00e4hlt Stadtarch\u00e4ologe Andreas Schaub. &#8222;Bei beiden Kl\u00f6stern sind jeweils die Friedh\u00f6fe angetroffen worden. Vor dem Theater Mauern der Klosterkirche und in der Franzstra\u00dfe hat man wirklich gro\u00dfe Teile des barocken Klosters in den Grundmauern freilegen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Viele Grabungen entstehen aus Vorannahmen &#8211; alte Stadtpl\u00e4ne, Quellen oder Hinweise aus fr\u00fcheren Untersuchungen. Spannend ist in diesen F\u00e4llen, wie gut die Funde erhalten sind und was noch vorhanden ist. Manchmal kommt auch Unerwartetes ans Licht, wie Schaub berichtet.<\/p>\n<p>&#8222;\u00dcberraschend waren Ma\u00dfnahmen jetzt auf dem Markt und auf dem H\u00fchnermarkt, wo man ganz sch\u00f6n die Schichten finden kann aus der Zeit zwischen den R\u00f6mern und dem Mittelalter. Also auch das fr\u00fche Mittelalter, die Zeit der Merowinger und nat\u00fcrlich auch der Karolinger, die wir sonst nicht allzu h\u00e4ufig deutlich finden in der Innenstadt. Das ist ganz gut gelungen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Arch\u00e4ologie zeigt dabei den Alltag vergangener Jahrhunderte: Handwerk, Ern\u00e4hrung, Lebensumst\u00e4nde. Informationen, die sonst in keiner historischen oder literarischen Quelle zu finden sind. Und nicht alle R\u00e4tsel lassen sich sofort l\u00f6sen: Manche Funde werden erst Jahrzehnte sp\u00e4ter richtig eingeordnet. So konnte durch die weitere Auswertung abgeschlossener Grabungen die r\u00f6mische Stadtstruktur Aachens deutlich besser rekonstruiert werden.<\/p>\n<p>&#8222;Jetzt erkennt man so langsam das System dieser Stadt. Das ist eigentlich jetzt schon eine neue Sichtweise, die uns erlaubt, praktisch wie aus einer Vogelschau zu wissen: Wo in der Stadt war das Zentrum, wo waren die Handwerksbetriebe, wo haben die reicheren Leute gewohnt, wo waren die Badeeinrichtungen? Das sind alles Sachen, die man jetzt erst so richtig begreift.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/brf.be\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/taufkapelledoganmalickibrf-7.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-1885480\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/taufkapelledoganmalickibrf-7-1200x800.jpg\" alt=\"Stadtarch\u00e4ologe Andreas Schaub\" width=\"1200\" height=\"800\"  \/><\/a>Stadtarch\u00e4ologe Andreas Schaub (Bild: Dogan Malicki\/BRF)<\/p>\n<p>Nur etwa f\u00fcnf Prozent der arch\u00e4ologischen Karte Aachens sind bislang genau bekannt. Gegraben werden darf au\u00dferdem nur, wenn ohnehin Bauvorhaben geplant sind, zum Beispiel f\u00fcr neue Leitungen. F\u00fcr zuk\u00fcnftige Grabungen interessieren den Stadtarch\u00e4ologen vor allem einige zentrale Orte in Aachen.<\/p>\n<p>&#8222;So ganz besonders sind nat\u00fcrlich die Pl\u00e4tze wirklich im Herzen der Altstadt: der M\u00fcnsterplatz, der Katschhof und der Marktplatz vor dem Rathaus. Das sind die Stellen, wo wirklich die Keimzelle Aachens ist, wo die Geschichte begonnen hat und da wissen wir immer noch viel zu wenig. Wir haben ein paar kleine Aufschl\u00fcsse bis jetzt gehabt. Aber das w\u00e4ren Bereiche, da w\u00fcrde ich furchtbar gerne mal eine etwas gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4che \u00f6ffnen.&#8220;<\/p>\n<p>Neben den Projekten in Aachen arbeitet die Stadtarch\u00e4ologie auch als Partner im Interreg-Projekt &#8222;Via Via&#8220;. Das Gro\u00dfprojekt besch\u00e4ftigt sich mit der r\u00f6mischen Geschichte im Grenzraum von Belgien, Deutschland und den Niederlanden.<\/p>\n<p>&#8222;Da versuchen wir eben alles an r\u00f6mischen Hinterlassenschaften, die auch noch sichtbar sind, auf den neuesten Stand zu bringen, was die Informationen anbelangt, was Medienpr\u00e4sentation anbelangt, um da im Prinzip solche Rundwanderungen m\u00f6glich zu machen, um die r\u00f6mische Geschichte der Euregio Maas-Rhein besser zu verstehen.&#8220;<\/p>\n<p>Jede Ausgrabung wirft neue Fragen auf und \u00f6ffnet ein Fenster in die Vergangenheit Aachens. Was heute entdeckt wird, hilft nicht nur Historikern und Arch\u00e4ologen, die Stadt besser zu verstehen. Die Funde zeigen auch, wie eng die Gegenwart mit der Geschichte verwoben ist.<\/p>\n<p>\u00dcber die j\u00fcngsten Grabungen in Aachen und ihre Bedeutung f\u00fcr die Stadtgeschichte berichtet Stadtarch\u00e4ologe Andreas Schaub am Donnerstag, 23. Oktober, ab 19 Uhr ausf\u00fchrlich w\u00e4hrend eines Vortrags in der Rosfabrik.<\/p>\n<p class=\"customquelle\">Alice Devroye<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aachen ist wie ein riesiges Puzzle mit zehntausend Teilen, aber nur rund 150 davon sind bisher bekannt &#8211;&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":527095,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1853],"tags":[1424,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,1209,12],"class_list":{"0":"post-527094","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-aachen","8":"tag-aachen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-nordrhein-westfalen","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115437951757576563","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/527094","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=527094"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/527094\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/527095"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=527094"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=527094"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=527094"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}