{"id":527333,"date":"2025-10-26T04:12:17","date_gmt":"2025-10-26T04:12:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/527333\/"},"modified":"2025-10-26T04:12:17","modified_gmt":"2025-10-26T04:12:17","slug":"berlin-brandenburg-der-wald-ist-einfach-eine-bullshitfreie-zone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/527333\/","title":{"rendered":"Berlin &#038; Brandenburg: &#8222;Der Wald ist einfach eine bullshitfreie Zone&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>                    Berlin &amp; Brandenburg<br \/>\n                &#8222;Der Wald ist einfach eine bullshitfreie Zone&#8220;<\/p>\n<p>\t\t\t\t              26.10.2025, 04:03 Uhr<\/p>\n<p><strong>Es ist Herbst und Pilzhochsaison. Durch Brandenburgs W\u00e4lder sieht man nun h\u00e4ufiger Sammler streifen. Einem Pilz-Influencer geht es beim Sammeln gar nicht so sehr um den Ertrag.<\/strong><\/p>\n<p>Zeuthen (dpa\/bb) &#8211; Es ist ein bew\u00f6lkter Oktobertag und Moritz Schmid ist wieder unterwegs &#8211; unterwegs in den Pilzen. &#8222;Der Wald ist einfach eine bullshitfreie Zone. Da hast du keinen Raum f\u00fcr deine Mails und das Handy&#8220;, sagt der Pilz-Experte. Jede Woche sei er mindestens zweimal im Wald, meist auf der Suche nach Pilzen, h\u00e4ufig in einem Wald unweit seines Hauses im S\u00fcdosten von Berlin. &#8222;Am besten allein. Ich bin dann nur f\u00fcr mich.&#8220;<\/p>\n<p>Vergammelte Pilze in den K\u00f6rben<\/p>\n<p>Kaum aus dem Auto gestiegen, landen die ersten Pilze im Korb. Erst der Klopftest, dann der Drucktest. Die h\u00e4ufigste Vergiftung beim Pilze-Essen sei auf \u00fcberst\u00e4ndige Pilze zur\u00fcckzuf\u00fchren &#8211; also Pilze, die bereits anfangen zu gammeln. &#8222;Dann ist das Eiwei\u00df bereits in der Zersetzung und aus Speisepilzen werden f\u00fcr Magen und Darm giftige Pilze&#8220;, erkl\u00e4rt er. Er nehme daher auch lieber kleine als gro\u00dfe und \u00e4ltere Pilze.<\/p>\n<p>Doch ihm geht es nicht ums &#8222;Haben, Haben, Haben&#8220;, betont er. Ziel sei es nicht, die t\u00e4gliche Mahlzeit zu sichern, sondern der Wald an sich &#8211; die Ruhe, das Mit-sich-selbst-sein, das Beobachten und Lernen von der Natur. &#8222;Erst einmal in Ruhe sammeln.&#8220; Etwas verwundert schaut er deshalb auf ein paar andere Sammler, die an diesem Tag schon von weitem h\u00f6rbar ihrer Pilzsuche nachgehen. &#8222;Haaaalllloooooo, Hallloooooo&#8220;, br\u00fcllt jemand durch den Wald. Schmid sch\u00fcttelt den Kopf.<\/p>\n<p>W\u00e4lder voll mit Pilzsammlern<\/p>\n<p>Die W\u00e4lder sind mittlerweile insbesondere im Berliner Speckg\u00fcrtel von Pilzsammlern \u00fcberlaufen. Das Hobby im Wald scheint zu boomen und der Sammeldruck w\u00e4chst. &#8222;Ich habe schon den Eindruck, dass es mehr Interessenten gibt als noch vor zehn Jahren&#8220;, sagt der Vorsitzende des Brandenburger Landesverbandes der Pilzsachverst\u00e4ndigen, Wolfgang Bivour.\u00a0<\/p>\n<p>Auch die sozialen Medien tr\u00fcgen zu dieser Entwicklung bei, befindet Bivour. Es gebe etwa zig Facebook-Gruppen, auf denen Pilze &#8222;bestimmt werden sollen&#8220;. &#8222;Da tummeln sich viele Menschen. Da wird viel gepostet.&#8220; Die Pandemie habe sicher dazu beigetragen, dass Menschen in die Natur gingen und so mit dem Pilzesammeln in Ber\u00fchrung kamen, vermutet Bivour. &#8222;In diesen Jahren habe ich viel mehr Leute getroffen, die sich in der Landschaft bewegt haben.&#8220;<\/p>\n<p>Wie sehr das Thema Pilze mittlerweile in den sozialen Medien stattfindet, zeigt sich auch im Erfolg von Pilz-Influencern, zu denen sich mittlerweile auch Schmid z\u00e4hlen d\u00fcrfte. Seine Videos werden teilweise f\u00fcnfstellig geklickt. Dem wohl bekanntesten Pilz-Influencer &#8222;pilzaddicted&#8220; folgen bei Instagram rund 240.000 Menschen.<\/p>\n<p>Doch auch der Antrieb der Pilzsammler weitet sich. Es sind l\u00e4ngst nicht mehr nur die &#8222;klassischen Speisepilzsammler&#8220;, sagt Bivour. Das Interesse an sogenannten Vitalpilzen habe zugenommen. Viele der Sucher w\u00fcrden sich ausschlie\u00dflich auf sie konzentrieren, diese als Tee auskochen und sie etwa bei Magenbeschwerden nutzen.\u00a0<\/p>\n<p>Auch ein Geschmackstest mitunter n\u00f6tig<\/p>\n<p>Trotz der vielen Foren im Netz und Bestimmungs-Apps gibt es pro Jahr weiterhin zahlreiche Vergiftungen, die auf Pilze zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Einige enden sogar t\u00f6dlich. &#8222;Vergiftungen durch den Verzehr selbst gesammelter Pilze kommen immer wieder vor&#8220;, schreibt das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung. Die Giftinformationszentren der L\u00e4nder beantworten jedes Jahr tausende Anfragen zu Pilzen. Er empfehle grunds\u00e4tzlich &#8222;keine Experimente&#8220; bei den Pilzen, sagt Schmid.<\/p>\n<p>Und dennoch gebe es eine ganze Palette an Pilzen, die ein tolles Geschmackserlebnis b\u00f6ten, es aber selten in die Pilzk\u00f6rbe schafften. Da w\u00e4re etwa die Gattung der T\u00e4ublinge. Diese seien nicht per se ungenie\u00dfbar. Mitunter brauche es einen Geschmackstest, sagt Schmid. Sind die Pilze beim Zerkauen scharf, sollte man besser die Finger davon lassen.<\/p>\n<p>Auch mit einer vermeintlichen Pilzwahrheit r\u00e4umt Schmid auf: Der Fliegenpilz sei nicht zwingend t\u00f6dlich giftig und f\u00fchre meist nur bei stark geschw\u00e4chten Menschen zum Tode. Man m\u00fcsste schon eine sehr gro\u00dfe Menge von dem Pilz essen &#8211; jedoch empfehle er auch, keine Experimente damit zu machen, da der Verzehr zu starken Halluzinationen f\u00fchren kann. In Wodka eingelegt und \u00e4u\u00dferlich angewendet w\u00fcrden einige Menschen auf den Fliegenpilz als Heilmittel bei Gelenkschmerzen schw\u00f6ren &#8211; das sei unbedenklich.<\/p>\n<p>F\u00fcr diejenigen, die etwas tiefer in die Materie eintauchen wollen, bietet Schmid auch Pilzkurse an. Nach einer Pilzwanderung und einem gemeinsamen Essen legt Schmid mit den Teilnehmern die Pilze zu einem farbenfrohen Mandala aus. Es gehe darum, den Menschen &#8222;die faszinierende Welt der Pilze n\u00e4herzubringen und zu erkl\u00e4ren, wie Pilze \u00fcberall in unserem Leben eine zentrale Rolle spielen&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin &amp; Brandenburg &#8222;Der Wald ist einfach eine bullshitfreie Zone&#8220; 26.10.2025, 04:03 Uhr Es ist Herbst und Pilzhochsaison.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":527334,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[4652,296,1890,282,29,30,60866],"class_list":{"0":"post-527333","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-wald","9":"tag-berlin","10":"tag-brandenburg","11":"tag-der","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-zone"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115438521107982048","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/527333","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=527333"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/527333\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/527334"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=527333"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=527333"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=527333"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}