{"id":527725,"date":"2025-10-26T08:25:14","date_gmt":"2025-10-26T08:25:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/527725\/"},"modified":"2025-10-26T08:25:14","modified_gmt":"2025-10-26T08:25:14","slug":"unsere-archivale-fuer-oktober-benjamin-wadenpohl-gibt-einblicke-in-seine-taetigkeit-als-studentische-hilfskraft-im-archiv-des-ekv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/527725\/","title":{"rendered":"Unsere Archivale f\u00fcr Oktober: Benjamin Wadenpohl gibt Einblicke in seine T\u00e4tigkeit als studentische Hilfskraft im Archiv des EKV"},"content":{"rendered":"<p>\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-64684 size-medium\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2025-09-26_Foto_Wadenpohl-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\"  \/>Benjamin Wadenpohl sch\u00e4tzt die vielseitigen Aufgaben: Von der Sichtung historischer Nachl\u00e4sse bis zur Digitalisierung aktueller Best\u00e4nde liegt alles in seiner Hand.<\/p>\n<p data-start=\"305\" data-end=\"995\">Archive bewahren Zeugnisse der Vergangenheit und machen Geschichte erfahrbar. Doch was bedeutet das konkret? Ein studentischer Mitarbeiter nimmt uns mit in seinen Arbeitsalltag und zeigt: Archive sind mehr als nur Orte der Aufbewahrung. Sie sind Fenster in die Vergangenheit und wichtige Ged\u00e4chtnisspeicher f\u00fcr Kirche und Gesellschaft.<\/p>\n<p>\u201eDu arbeitest jetzt im Archiv?\u201c<\/p>\n<p data-start=\"305\" data-end=\"995\">\u201eWas machst du da eigentlich? Ist das nicht langweilig?\u201c Diese Fragen wurden mir oft gestellt, seit ich als studentische Hilfskraft im Archiv des Evangelischen Kirchenverbandes K\u00f6ln und Region (EKV) angefangen habe. Wenige haben eine genaue Vorstellung vom Archivwesen, und manche denken sogar, ich arbeite in einer Bibliothek. Das plakative Bild des Archivars, der in irgendeinem dunklen Keller sitzt, in staubigen Akten st\u00f6bert und keinen Kontakt zur Au\u00dfenwelt hat, ist wohl auch in meinem Umfeld gut verbreitet. Zugegebenerma\u00dfen wusste ich selbst auch nicht so recht, was mich erwartet, bevor ich anfing, mich mehr mit dem Archivwesen auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p><strong data-start=\"997\" data-end=\"1048\">Archivarbeit ist mehr als Staub und Aktenordner<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"997\" data-end=\"1778\">Den Entschluss, mich beim Evangelischen Kirchenverband K\u00f6ln und Region als studentische Hilfskraft im Archiv zu bewerben, fasste ich in einer Zeit, in der ich den Drang versp\u00fcrte, Berufsfelder kennenzulernen, die mehr mit meinem Studienfach Geschichte zu tun haben. Theoretisch h\u00e4tte ich auch weiterhin im p\u00e4dagogischen Bereich arbeiten k\u00f6nnen, wie in den vergangenen Jahren, was mir als angehender Lehrer sehr viel gebracht h\u00e4tte. Aber ich wollte die Zeit des Studiums nutzen, um im Umgang mit historischen Inhalten praktische Erfahrungen in anderen Berufsfeldern zu sammeln. Das Interesse und die Neugier an Berufen, die sich aktiv mit historischen Inhalten besch\u00e4ftigen, waren ausschlaggebend f\u00fcr meine Bewerbung beim EKV.<\/p>\n<p data-start=\"1780\" data-end=\"2865\">Die T\u00e4tigkeit im Archiv ist tats\u00e4chlich vielseitiger, als ich gedacht hatte. Es ist eine gesunde Mischung aus Schreibtisch- und k\u00f6rperlicher Arbeit. Es gibt so gut wie keinen Tag, an dem ich acht Stunden am St\u00fcck vor dem Bildschirm sitze und in die Tastatur tippe. So ergibt sich meist eher ein abwechslungsreicher Tag, an dem ich viele unterschiedliche Aufgaben erledige. Zum einen dokumentiere ich den Inhalt, die Laufzeit und den Zustand verschiedener Best\u00e4nde. Zum anderen bereite ich die Kassation, also Entsorgung, von Dokumenten vor, denn nicht alles kann und soll dauerhaft im Archiv untergebracht werden. Au\u00dferdem arbeite ich mit einer speziellen Software und unterst\u00fctze das Archiv im Prozess der Digitalisierung. Gelegentlich kommen zudem kleinere Rechercheaufgaben sowie interessante Au\u00dfentermine und Boteng\u00e4nge dazu. Mein Arbeitsplatz ist hell und im Erdgeschoss. Ich arbeite nicht allein, sondern habe viele nette Kolleginnen und Kollegen, und in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden kommen Besucherinnen und Besucher, die das offene Angebot des Archivs f\u00fcr Recherchen nutzen wollen.<\/p>\n<p data-start=\"2867\" data-end=\"3376\">Ein ganz wichtiges Element im Archivwesen ist Ordnung: Alles muss seinen Platz haben, muss nachvollziehbar, gut zu finden und erreichbar sein. Die Ordnung in den drei Magazinen unseres vergleichsweise kleinen Archivs beizubehalten, erfordert ein wenig Anstrengung, aber das Tragen, Verr\u00e4umen und Transportieren der Kartons ist nach zwei Stunden am Computer eine erfrischende Abwechslung. Au\u00dferdem befriedigt es den \u201einneren Monk\u201c, zu sehen, dass alles in nachvollziehbarer Reihenfolge an Ort und Stelle ist.<\/p>\n<p><strong data-start=\"3378\" data-end=\"3441\">Geschichte begreifen \u2013 vom Nachlass bis zur Digitalisierung<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"3378\" data-end=\"4760\">Eine meiner ersten Aufgaben war die Sichtung und Dokumentation eines Nachlasses. Dieser Nachlass beinhaltete das gesamte Lebenswerk einer Person: die Arbeit, die Forschungen und teilweise auch das Privatleben waren in diesen nicht wenigen Kartons gesammelt und gaben mir einen einzigartigen Einblick in das Leben eines Menschen, den ich nie kennengelernt habe, durch die ich aber sehr viel kennenlernen konnte. Insbesondere die Sammlungen an Artikeln, Aufs\u00e4tzen, Bildern und Notizen zu den Themenbereichen Geschichte, Genealogie, Kartographie oder Heraldik waren f\u00fcr einen Geschichtsstudenten extrem interessant, und so hielt ich mich h\u00e4ufig l\u00e4nger auf einer Seite auf, als zwingend notwendig. Auch andere Best\u00e4nde, die ich verzeichnet habe, boten einen Einblick in die Vergangenheit, der einem in dieser Form woanders nicht m\u00f6glich w\u00e4re. So stolperte ich gelegentlich \u00fcber ganz allt\u00e4gliche Spuren des Nationalsozialismus, wie beispielsweise Zeugnisse oder Urkunden, die mit einem Hakenkreuz versehen waren, was in dieser dunklen Episode der deutschen Geschichte leider absolute Normalit\u00e4t war. Dadurch bekommt man ein ganz anderes, feineres Gef\u00fchl f\u00fcr historische Zusammenh\u00e4nge und die Lebensrealit\u00e4ten der Menschen in dieser Zeit, die zum Beispiel im Studium nur relativ oberfl\u00e4chlich thematisiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong data-start=\"4762\" data-end=\"4817\">Zeugnisse bewahren hei\u00dft Erinnerung lebendig halten<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"4762\" data-end=\"5460\">Am Archivwesen fasziniert mich am meisten, dazu beizutragen, dass Zeugnisse der Geschichte die Zeit \u00fcberdauern und immer wieder als Fenster in die Vergangenheit genutzt werden k\u00f6nnen. Vieles von dem, was wir \u00fcber unsere Geschichte wissen, verdanken wir den Menschen, welche die \u00dcberlieferung der Zeugnisse erm\u00f6glicht haben. Je weiter man in der Geschichte zur\u00fcckblickt, umso unklarer werden die Spuren, also ist es schon heute wichtig, das Bild der Vergangenheit und Gegenwart in Archiven festzuhalten und der Forschung sowie interessierten Personen zug\u00e4nglich zu machen. Was nicht archiviert wurde, wird im Laufe der Zeit verloren gehen.<\/p>\n<p data-start=\"3005\" data-end=\"3109\">Noch mehr Archivalien finden Sie hier:<\/p>\n<p><a href=\"#\" rel=\"nofollow\" onclick=\"window.print(); return false;\" title=\"Printer Friendly, PDF &amp; Email\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/printfriendly-icon-lg.png\" alt=\"Print Friendly, PDF &amp; Email\" class=\"pf-button-img\" style=\"width: 25px;height: 25px;\"\/>Drucken<\/a><\/p>\n<p>Text: Stefanie Sternemann<br \/>Foto(s): Stefanie Sternemann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Benjamin Wadenpohl sch\u00e4tzt die vielseitigen Aufgaben: Von der Sichtung historischer Nachl\u00e4sse bis zur Digitalisierung aktueller Best\u00e4nde liegt alles&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":527726,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[129890,129891,129892,129893,129894,129895,129896,129897,129898,129899,129900,129901,129902,129903,129904,129905,129906,29,129907,129908,43362,129909,30,129910,129911,1420,129912,1209,129913,129914],"class_list":{"0":"post-527725","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-arbeit-im-archivwesen","9":"tag-arbeiten-im-archiv","10":"tag-archiv-berufsfelder-geschichte","11":"tag-archiv-berufsperspektiven","12":"tag-archiv-ekv-koeln","13":"tag-archivarbeit-digitalisierung","14":"tag-archivarbeit-digitalisierung-koeln","15":"tag-archivarbeit-evangelische-kirche","16":"tag-archivarbeit-historische-quellen","17":"tag-archivarbeit-koeln","18":"tag-archivarbeit-koeln-region","19":"tag-archivarbeit-nachlass","20":"tag-archivarbeit-ordnung","21":"tag-archivarbeit-studentenjob","22":"tag-archivberufe","23":"tag-archivwesen-deutschland","24":"tag-berufsfeld-geschichte-archiv","25":"tag-deutschland","26":"tag-einblicke-archiv-ekv","27":"tag-erfahrungen-archivarbeit","28":"tag-evangelischer-kirchenverband-koeln","29":"tag-forschung-im-archiv","30":"tag-germany","31":"tag-geschichte-im-archiv","32":"tag-historische-dokumente-koeln","33":"tag-koeln","34":"tag-nachlass-im-archiv","35":"tag-nordrhein-westfalen","36":"tag-praktikum-archiv-koeln","37":"tag-studentische-hilfskraft-archiv"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":"Validation failed: Text character limit of 500 exceeded"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/527725","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=527725"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/527725\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/527726"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=527725"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=527725"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=527725"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}