{"id":528794,"date":"2025-10-26T18:38:16","date_gmt":"2025-10-26T18:38:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/528794\/"},"modified":"2025-10-26T18:38:16","modified_gmt":"2025-10-26T18:38:16","slug":"beschaedigung-von-seekabeln-sorge-um-taiwans-lebensadern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/528794\/","title":{"rendered":"Besch\u00e4digung von Seekabeln &#8211; Sorge um Taiwans Lebensadern"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/kuestenwache-frachtschiff-100.jpg\" alt=\"Zwei Mitarbeiter der taiwanesischen K\u00fcstenwache nehmen ein unter togolesischer Flagge fahrendes Frachtschiffs ins Visier.\" title=\"Zwei Mitarbeiter der taiwanesischen K\u00fcstenwache nehmen ein unter togolesischer Flagge fahrendes Frachtschiffs ins Visier. | TAIWAN COAST GUARD \/ HANDOUT\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>weltspiegel<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 26.10.2025 18:20 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Fremde Schiffe schleifen ihre Anker hinter sich her: Rund um Taiwan h\u00e4ufen sich die Schadensf\u00e4lle an Seekabeln. Aus Sicht von Sicherheitsexperten spricht viel f\u00fcr Absicht &#8211; und eine Verwicklung Chinas.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/mendgen-ulrich-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Ulrich Mendgen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/mendgen-ulrich-103.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Fall sorgte international f\u00fcr Schlagzeilen. Im Februar 2025 setzte die taiwanische K\u00fcstenwache einen Frachter in der Taiwanstra\u00dfe fest. Der chinesische Kapit\u00e4n wurde festgenommen und sp\u00e4ter wegen Sabotage zu einer Haftstrafe verurteilt. Die Beh\u00f6rden sind sich sicher: Er hatte mit Absicht ein Seekabel nahe der strategisch wichtigen Insel Penghu durchtrennt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Ansicht von Athena Tong zeigt sich an diesem Beispiel die Vorgehensweise von Akteuren, die Taiwans Datenverbindungen planm\u00e4\u00dfig besch\u00e4digen wollten. Tong forscht f\u00fcr das Institut &#8222;China Strategic Risks Institute&#8220; \u00fcber die Resilienz der taiwanischen Infrastruktur.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Es scheint ein Muster f\u00fcr die absichtliche Besch\u00e4digung zu geben&#8220;, so die Politikwissenschaftlerin, die von Tokio aus zum Thema recherchiert. Zivile Schiffe d\u00fcmpeln immer wieder verd\u00e4chtig lange nahe taiwanischer Hoheitsgew\u00e4sser. Sie verschleiern ihre Identit\u00e4t, indem sie ihre Tracking-Systeme ausschalten oder den Namen wechseln. Sp\u00e4ter fallen auf ihrer Route durchtrennte Seekabel auf.<\/p>\n<p>    Auff\u00e4llig viele Vorf\u00e4lle<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00c4hnliche Vorf\u00e4lle sind in Bezug auf russische Schiffe in der Ostsee bekannt. Rund um Taiwan h\u00e4ufen sich die Besch\u00e4digungen allerdings. Sieben bis acht Schadensf\u00e4lle im Jahr, das ist nach Einsch\u00e4tzung von Athena Tong in Relation zur Gr\u00f6\u00dfe des Gebiets und der Anzahl der taiwanischen Seekabel eine auff\u00e4llig hohe Zahl.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Jahr 2023 traf es die Matsu-Inseln. Ihre Besonderheit: Sie liegen dicht am chinesischen Festland, werden aber von Taiwan verwaltet. Gleich zwei Seekabel wurden innerhalb kurzer Zeit durchtrennt, mutma\u00dflich durch chinesische Schiffe. Die Folgen f\u00fcr die Inselbewohner waren drastisch. 50 Tage lang waren die Kommunikationsverbindungen gest\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Nach dem Kabelbruch geriet die ganze Stimmung auf Matsu in eine Krise&#8220;, berichtet Wang Chung-ming, der Landrat des betroffenen Kreises. Aber das Erlebnis habe auch Gutes bewirkt. So sei die Mikrowellentechnik f\u00fcr die Kommunikation im Notfall verbessert worden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Schuldzuweisungen h\u00e4lt sich Wang zur\u00fcck. Der Landrat will nicht ausschlie\u00dfen, dass die Besch\u00e4digung der Seekabel versehentlich geschah. Traditionell ist den Matsu-Inseln aufgrund ihrer geografischen N\u00e4he an einem guten Verh\u00e4ltnis zu China gelegen.<\/p>\n<p>    &#8222;Extrem ungew\u00f6hnliches Verhalten&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Keinen Zweifel an der Verantwortung der chinesischen Seite zeigt hingegen Chiueh Her-ming, ehemaliger Vize-Digitalminister in Taiwan. Der Experte f\u00fcr Computertechnik lehrt an der National Yang Ming Chiao Tung University in Hsinchu.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wenn Schiffe mit geringer Geschwindigkeit in Zickzack-Linien fahren und den Anker hinter sich herschleifen, dazu noch in der N\u00e4he wichtiger Seekabel, dann kann das nach Einsch\u00e4tzung von Chiueh kein Zufall sein. &#8222;Ein solches Verhalten ist extrem ungew\u00f6hnlich und legt den Verdacht nahe, dass diese Schiffe gezielt nach Unterseekabeln suchen und versuchen, sie zu besch\u00e4digen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr Taiwan sei der Schutz der Kabel daher von hoher Bedeutung. Die wichtige Rolle Taiwans als Volkswirtschaft h\u00e4ngt stark vom Internet ab. Die international f\u00fchrende Chip-Industrie auf der Insel ist weltweit vernetzt.\u00a0&#8222;Wenn unsere Internetverbindung beeintr\u00e4chtigt wird, hat das nicht nur massive Folgen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung bei uns, sondern auch f\u00fcr die Weltwirtschaft.&#8220;<\/p>\n<p>    Willkommene Nebeneffekte<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Risikoexpertin Athena Tong h\u00e4lt die H\u00e4ufung f\u00fcr ein Ergebnis gezielter Attacken. Es handele sich um eine &#8222;Grauzonen-Taktik oder Grauzonen-Kriegsf\u00fchrung&#8220;. Die m\u00f6glichen Kommunikationsausf\u00e4lle gef\u00e4hrdeten auch die Verteidigungsf\u00e4higkeit Taiwans. Au\u00dferdem werde durch die St\u00f6rungen das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung in die Regierung untergraben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Misstrauen in die taiwanische Regierung &#8211; dieser Effekt k\u00e4me der Volksrepublik China wohl gelegen. Peking betrachtet die selbst regierte Insel als Teil des eigenen Staatsgebiets und will sie erkl\u00e4rterma\u00dfen anschlie\u00dfen, notfalls mit Gewalt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Diese und weitere Reportagen sehen Sie im Weltspiegel &#8211; am Sonntag um 18.30 Uhr im Ersten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"weltspiegel Stand: 26.10.2025 18:20 Uhr Fremde Schiffe schleifen ihre Anker hinter sich her: Rund um Taiwan h\u00e4ufen sich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":528795,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[13,14,15,12,650,10,8,9,11,130145],"class_list":{"0":"post-528794","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-headlines","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-taiwan","13":"tag-top-news","14":"tag-top-meldungen","15":"tag-topmeldungen","16":"tag-topnews","17":"tag-volksrepublik-china"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115441926564733388","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/528794","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=528794"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/528794\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/528795"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=528794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=528794"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=528794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}