{"id":529869,"date":"2025-10-27T06:14:37","date_gmt":"2025-10-27T06:14:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/529869\/"},"modified":"2025-10-27T06:14:37","modified_gmt":"2025-10-27T06:14:37","slug":"haushaltsberatungen-in-stuttgart-studie-zu-sozialer-arbeit-kein-kostenfaktor-sondern-oekonomisch-rentabel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/529869\/","title":{"rendered":"Haushaltsberatungen in Stuttgart: Studie zu sozialer Arbeit \u2013 \u201eKein Kostenfaktor, sondern \u00f6konomisch rentabel\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Stadt <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> muss sparen. Das deutete sich schon bei der Klausur des Jugendhilfeausschusses im Fr\u00fchjahr an. Die Evangelische Gesellschaft (Eva) als freier Tr\u00e4ger der Jugendhilfe zog daraus den naheliegenden Schluss, dass es im Doppelhaushalt 2026\/2027 wohl schwieriger werden w\u00fcrde, F\u00f6rderungen f\u00fcr soziale Projekte zu bekommen. <\/p>\n<p>Um gegenzusteuern gab sie eine Analyse beim Instituts f\u00fcr europ\u00e4ische Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IEGUS) in Berlin in Auftrag und lie\u00df drei ihrer Projekte auf ihre langfristige Rentabilit\u00e4t untersuchen. In den Blick genommen hat Benjamin Herten, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler und Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitung von IEGUS, diese Angebote:<\/p>\n<ul>\n<li>Im \u201eHaus der Lebenschance\u201c k\u00f6nnen junge Erwachsene ihren Hauptschulabschluss nachholen.<\/li>\n<li>Bei \u201eCambio\u201c werden junge Menschen begleitet, die Unterst\u00fctzung in der Ausbildung ben\u00f6tigen. <\/li>\n<li>\u201eAufwind\u201c k\u00fcmmert sich um Kinder und Familien, in denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist. <\/li>\n<\/ul>\n<p> Sozialrendite vergleicht Kosten und Nutzen <\/p>\n<p>Als wissenschaftlichen Bezugsrahmen hat Benjamin Herten den \u201eSocial Return of Investment\u201c (SROI) herangezogen, also die Sozialrendite. Der SROI vergleicht die eingesetzten Mittel mit den langfristigen finanziellen R\u00fcckfl\u00fcssen und den vermiedenen Kosten. So l\u00e4sst sich zeigen, nach welcher Zeit der finanzielle Nutzen die H\u00f6he der eingesetzten Mittel \u00fcbersteigt. Im Fachjargon wird das als Break-Even-Point bezeichnet. <\/p>\n<p>\u201eMeine Berechnungen fokussieren sich auf den kommunalen Haushalt. Wenn durch pr\u00e4ventive soziale Angebote f\u00fcr junge Menschen der Bezug von Transferleistungen wie B\u00fcrgergeld vermieden wird, kommt das direkt der Kommune zugute\u201c, sagte Herten bei der offiziellen Vorstellung der Ergebnisse. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/media.media.1044a5a1-8011-4d31-acc9-5109bfe43427.original1024.media.jpeg\"\/>     Klausj\u00fcrgen Mauch ist Abteilungsleiter bei der Eva.    Foto: Lichtgut\/Kovalenko    <\/p>\n<p>Die Mittel, mit denen die Stadt Stuttgart das \u201e<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.haus-der-lebenschance-hilft-schulabbrechern-hauptschulabschluss-mit-26-ich-will-etwas-machen-aus-meinem-leben.dd789314-be0e-435d-98c0-935fe6c8297a.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Haus der Lebenschance<\/a>\u201c mitfinanziert, erreichen den Break-Even-Point nach neun Jahren \u2013 unter der realistischen Annahme, dass von den durchschnittlich zw\u00f6lf Teilnehmenden pro Jahrgang f\u00fcnf in Ausbildung und Arbeit kommen. Nach zehn Jahren erzielt die Kommune einen Ertrag, der die Investitionen um den Faktor 1,2 \u00fcbersteigt. Nach zwanzig Jahren ist der finanzielle Nutzen dreimal so hoch wie die eingesetzten Mittel. <\/p>\n<p>Bei \u201eCambio\u201c werden im Jahr rund 35 junge Menschen in der Ausbildung oder bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz begleitet. Hier ergeben die Modellrechnungen: Die Investition der Kommune erreicht den Break-Even-Point nach vier Jahren, selbst wenn nur zehn junge Erwachsene durch die Teilnahme langfristig kein B\u00fcrgergeld beziehen. <\/p>\n<p>Auch \u201eAufwind\u201c kann der Stadt Geld sparen <\/p>\n<p>Bei dem Angebot \u201eAufwind\u201c ist die Berechnung der Sozialrendite besonders eindrucksvoll. Die Eva betreute im Jahr 2024 57 Familien mit 96 Kindern. Wenn f\u00fcnf Kinder und ihre Familien durch die sozialpsychiatrische Beratung so stabilisiert werden, dass keine Unterbringung in einer Wohngruppe n\u00f6tig wird, spart das der Kommune innerhalb eines Jahres Kosten in H\u00f6he von mehr als dem Dreifachen der eingesetzten Mittel. <\/p>\n<p> \u201eSoziale Arbeit lohnt sich also nicht nur f\u00fcr die Menschen, sondern auch f\u00fcr den st\u00e4dtischen Geldbeutel\u201c, sagte Silke Banning, Abteilungsleiterin bei der Eva. Ihr Kollege Klausj\u00fcrgen Mauch erg\u00e4nzte: \u201ePr\u00e4vention ist kein Kostenfaktor, sondern wirtschaftlich rentabel.\u201c Denn durch vermiedene Transferleistungen flie\u00dfe ein Vielfaches der Anfangsinvestition an die Kommune zur\u00fcck, so der Eva-Abteilungsleiter. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Stadt Stuttgart muss sparen. Das deutete sich schon bei der Klausur des Jugendhilfeausschusses im Fr\u00fchjahr an. 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