{"id":532140,"date":"2025-10-28T05:11:13","date_gmt":"2025-10-28T05:11:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/532140\/"},"modified":"2025-10-28T05:11:13","modified_gmt":"2025-10-28T05:11:13","slug":"plastik-neu-denken-aevoloop-startet-in-leipzig-mit-nachhaltigem-kunststoff-durch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/532140\/","title":{"rendered":"Plastik neu denken: Aevoloop startet in Leipzig mit nachhaltigem Kunststoff durch"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nPlastik hat gerade keinen guten Ruf, trotzdem ist eine plastikfreie Welt kaum denkbar. Lebensmittel etwa k\u00f6nnen dank Kunststoffverpackungen viel leichter transportiert und haltbar gemacht werden. Das hat den Preis f\u00fcr Essen an vielen Stellen entscheidend gesenkt. Plastik ist beliebig formbar, kann M\u00f6belst\u00fcck, Handyh\u00fclle oder Baustoff werden. Die Stabilit\u00e4t seiner Molek\u00fcle ist zugleich das gr\u00f6\u00dfte Problem: Denn mit nur wenig Reibung l\u00f6sen sich winzige, unsichtbare Plastikteilchen von gro\u00dfen Plastikgegenst\u00e4nden. In der Umwelt ist dieses Mikroplastik persistent. Die Molek\u00fcle zerfallen nicht, sondern vergiften die \u00d6kosysteme der Erde \u2013 und damit auch die Menschen. Aeveloop will dieses Problem l\u00f6sen.\n<\/p>\n<p>Plastik mit Sollbruchstelle: Wie Aevoloop das Recycling revolutionieren will<\/p>\n<p>4 min<\/p>\n<p class=\"cssProgramHintDate\">\n<p>MDR KULTUR &#8211; Das Radio<\/p>\n<p>Mo<br \/>\n27.10.2025<\/p>\n<p>11:26Uhr<\/p>\n<p>03:31 min<\/p>\n<p class=\"avLink\" data-ctrl-colinfos8968dedc-c61f-4bba-a941-29f6cbcd5f91-entry=\"{'id':'e1'}\">\n<p>Link des Audios<\/p>\n<p>https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/audios\/start-up-plastik-schlechtes-gewissen-100.html<\/p>\n<p class=\"avRights\">Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/audios\/start-up-plastik-schlechtes-gewissen-100.html\" class=\"moreBtn\" title=\"Start-up verspricht Plastik ohne schlechtes Gewissen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\nAudio<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/audios\/start-up-plastik-schlechtes-gewissen-100.html\" tabindex=\"-1\" class=\"linkAll\" title=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p class=\"text\">\nManuel H\u00e4u\u00dfler ist Chemiker und einer der Gr\u00fcnder des Start-ups. Das Hauptproblem sei, dass bei der Entwicklung von Kunststoffen niemand nachgedacht habe, was mit den Produkten am Ende ihrer Lebensspanne passieren solle. Das habe sich im Grunde bis heute nicht ver\u00e4ndert. &#8222;Mich erschreckt, wie wenig Materialneuentwicklungen es gibt&#8220;, sagt er mit Blick auf die k\u00fcrzlich zu Ende gegangene Kunststoffmesse in D\u00fcsseldorf. Das Design der meisten Kunststoffe sei seit den 1950er Jahren unver\u00e4ndert. H\u00f6chstens seien mal Zus\u00e4tze oder Mischungen dazugekommen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seiner Doktorarbeit an der Universit\u00e4t Konstanz hat H\u00e4u\u00dfler ein Plastikmolek\u00fcl entwickelt, das eine Art Bruchstelle aus Sauerstoffatomen enth\u00e4lt. An dieser Stelle kann das Polymer sp\u00e4ter aufgeknackt werden. Dann kann es von bestimmten Bakterien leicht verdaut oder im Recyclingprozess zu einem neuen Kunststoff zusammengesetzt werden. Inzwischen ist seine Firma vollst\u00e4ndig nach Leipzig umgezogen und macht sich hier nun auf den Weg, eine konkurrenzf\u00e4hige Kunststofffabrik aufzubauen.\n<\/p>\n<p>Forschung trifft Finanzierung: Warum Leipzig zum Hotspot f\u00fcr gr\u00fcne Chemie wird<\/p>\n<p class=\"text\">\nAevoloop ist eines der Aush\u00e4ngeschilder eines gro\u00dfen Forschungsclusters, das der Chemie-Industrie im Dreieck Leipzig, Halle und Bitterfeld neue Optionen f\u00fcr die Zukunft verschaffen soll. Eine wichtige Rolle dabei wird auch das &#8222;Center for the transformation of chemistry&#8220; (CTC) spielen. Das neue Gro\u00dfforschungszentrum in Delitzsch und Merseburg wird durch Gelder f\u00fcr den Kohleausstieg finanziert und soll ein wichtiger Partner f\u00fcr das Start-up werden.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn den vergangenen Monaten hat Aveloop 3,52 Millionen Euro von gro\u00dfen Venture-Capital-Fonds eingeworben. &#8222;Wir sind sehr gl\u00fccklich, dass die zweite Finanzierungsrunde genau so funktioniert hat, wie wir das wollten. Das war ein langer Weg, denn aktuell ist es auch f\u00fcr Start-ups sehr schwierig, an das n\u00f6tige Geld zu kommen&#8220;, sagt H\u00e4u\u00dfler. Ein weiterer wichtiger Partner ist das Projekt &#8222;Saxy Plastics&#8220;. Die S\u00e4chsische Aufbaubank (SAB) finanziert mit insgesamt 8,4 Millionen Euro einen Verbund von Einrichtungen rund um die Neuerfindung der Plastikmolek\u00fcle. Aeveloop erh\u00e4lt insgesamt 5 Millionen aus diesem Topf.\n<\/p>\n<p>Bioplastik und Abfallverwertung: Zwei Quellen f\u00fcr nachhaltige Kunststoffe<\/p>\n<p class=\"text\">\nAktuell stellt das Start-up seine Prototypen aus zwei verschiedenen Quellen her. Einerseits k\u00f6nnen biobasierte Ausgangsstoffe verwendet werden, etwa Chemikalien, die aus Pflanzen\u00f6len stammen. Der zweite Weg sind alte Kunststoffabf\u00e4lle, die sich nicht f\u00fcr das klassische mechanische Recycling eignen, sprich: die also nicht einfach eingeschmolzen und neu geformt werden k\u00f6nnen. Sie werden unter der Zugabe von Sauerstoff umgeformt und erhalten die gew\u00fcnschten Bruchstellen. &#8220; Das ist auch ein Riesenvorteil f\u00fcr den Recyclingprozess selbst, denn durch den Sauerstoff entsteht W\u00e4rme, die nicht energieintensiv erzeugt und zugef\u00fchrt werden muss&#8220;, erkl\u00e4rt H\u00e4u\u00dfler.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEiner der neuen Partner von Aevoloop ist das Leibniz-Institut f\u00fcr Polymerforschung in Dresden. Dort wollen die Forscher die Materialien testen und Verarbeitung und Anwendung weiter erforschen. Das Wissen wird dem Start-up beim Design seiner Produkte helfen. Ein weiterer Partner ist die Universit\u00e4t Leipzig. &#8222;Die Forscher hier entwickeln ein spezielles Enzym, das unsere Kunststoffe zersetzen kann&#8220;, sagt H\u00e4u\u00dfler. Weil diese Entwicklung mit dem Design der Polymere Hand in Hand geht, soll der Recyclingprozess sp\u00e4ter besonders effizient und energiesparend sein.\n<\/p>\n<p>Flaschendeckel statt Flasche &#8211; eine Schicht statt schlecht recycelbare Verbundstoffe<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas Plastik, das Aeveloop einmal herstellen will, soll einmal \u00e4hnliche Eigenschaften wie Propylen (PP) haben. &#8222;Wir zielen auf Hochleistungsverpackungen&#8220;, sagt H\u00e4u\u00dfler. Herauskommen soll keine neue PET\u2011Kunststoffflasche, aber vielleicht ein neuer Flaschendeckel. &#8222;Da sind besondere Barriere-Eigenschaften wichtig, etwa, dass Verpackungen luftdicht sind und keine Feuchtigkeit durchlassen, sodass der Inhalt nicht austrocknet und kein Sauerstoff hineingelangt&#8220;, sagt er.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Aufgabe sei herausfordernd. Aevoloop habe aber die n\u00f6tige Expertise, ein ganz neues Produkt zu entwickeln. Der Clou: Anders als bisher sollen daf\u00fcr nicht verschiedene Materialien zu einer Verbundschicht kombiniert werden. Stattdessen erf\u00fclle eine einzelne Plastikschicht alle Anforderungen. Das erleichtert am Ende wieder das Recycling.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Plastik hat gerade keinen guten Ruf, trotzdem ist eine plastikfreie Welt kaum denkbar. 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