{"id":532236,"date":"2025-10-28T06:05:20","date_gmt":"2025-10-28T06:05:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/532236\/"},"modified":"2025-10-28T06:05:20","modified_gmt":"2025-10-28T06:05:20","slug":"russische-energieimporte-eu-staaten-einigen-sich-auf-einfuhrverbot-fuer-russisches-erdgas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/532236\/","title":{"rendered":"Russische Energieimporte: EU-Staaten einigen sich auf Einfuhrverbot f\u00fcr russisches Erdgas"},"content":{"rendered":"<p>28.10.2025 \u2013 Die EU-Energieministerinnen und -minister verst\u00e4ndigten sich vergangene Woche in Luxemburg auf ein vollst\u00e4ndiges Importverbot von russischem Gas \u2013 inklusive LNG \u2013 in die EU ab 2028.<\/p>\n<p>Das Verbot f\u00fcr die Einfuhr von russischem Gas war langfristig geplant und ist Kernbestandteil des REPowerEU-Plans. Dies hat zum Ziel, die Abh\u00e4ngigkeit von russischen Energielieferungen zu beenden. Das geplante Gesetz soll eine Notfallklausel enthalten, die es L\u00e4ndern erlaubt, bei akuter Versorgungssicherheit das Importverbot f\u00fcr russisches Gas kurzfristig auszusetzen.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit dem EU-Parlament und der Kommission wird nun im sogenannten Trilogverfahren ein Gesetzesentwurf erarbeitet.<\/p>\n<p>Russland, die EU, und das Erdgas<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Mehrheit der EU-Staaten sprach sich beim Ministertreffen f\u00fcr ein Ende der russischen Gaslieferungen aus. Die Slowakei und Ungarn, die noch immer gro\u00dfe Mengen russisches Gas beziehen, wurden \u00fcberstimmt. Kurzfristige Vertr\u00e4ge sollen bereits bis Mitte 2026 auslaufen. Ein vollst\u00e4ndiges Ende aller Gasimporte \u2013 Pipelinegas und LNG \u2013 folgt bis Ende 2027. Deutschland bezieht bereits seit 2022 kein Pipelinegas mehr aus Russland.<\/p>\n<p>Die EU-Staaten hatten in Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 und dem inzwischen seit Jahren w\u00e4hrenden Krieg ihre Gasimporte aus Russland weitgehend reduziert. In den ersten Kriegsjahren drohte Russland Europa noch damit, \u201aden Gashahn abzudrehen\u2018 und st\u00fcrzte Europa in eine kostspielige <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/wirtschaft\/europa-haelt-in-der-gaskrise-zusammen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gaskrise<\/a>. Inzwischen haben sich die meisten EU-L\u00e4nder erfolgreich umorientiert und beziehen den Gro\u00dfteil ihres <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/infographics\/where-does-the-eu-s-gas-come-from\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gasbedarfs<\/a> aus anderen Quellen. Die EU importierte im Jahr 2021 noch \u00fcber 40 Prozent ihres Erdgases \u00fcber Pipelines aus Russland, 2024 waren es nur noch etwa 11 Prozent. Mit \u00fcber einem Drittel aller Gaseinfuhren war Norwegen 2024 der wichtigste Erdgaslieferant der EU.<\/p>\n<p>Fl\u00fcssiggas boomt<\/p>\n<p>Viele EU-Staaten importieren vermehrt Fl\u00fcssiggas (LNG), um die fehlenden Kapazit\u00e4ten aus Russland auszugleichen. <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/klimakrise\/deutschlands-uebermaessiger-hunger-nach-gas\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschland<\/a> baut seither etwa massiv <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/wirtschaft\/deutsche-banken-und-investoren-setzen-auf-lng\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LNG-Kapazit\u00e4ten<\/a> aus. Die <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/wirtschaft\/explosives-fluessiggas\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00dcberkapazit\u00e4ten des LNG-Ausbaus<\/a> wurde von Umwelt- und Klimaschutzorganisationen scharf kritisiert. Die Verlagerung auf LNG bedeutet auch eine erneute <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/politik\/fossiler-handelskompromiss-zwischen-eu-und-usa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abh\u00e4ngigkeitsfalle<\/a>, diesmal von den <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/politik\/die-wahl-von-trump-hat-immense-folgen-fuer-weltordnung-und-klimaschutz-nun-kommt-viel-auf-die-eu-und-deutschland-an\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a>, die \u00fcber die H\u00e4lfte des in die EU importierten LNGs liefern.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich erh\u00f6hten sich mit der Verlagerung auf LNG in den vergangenen Jahren auch die LNG-Importe aus Russland in die EU \u2013 teils direkt, <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/wirtschaft\/steigende-gas-importe-aus-russland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">teils verdeckt \u00fcber Drittstaaten<\/a>. Werden LNG-Importe miteingerechnet, bezog die EU 2024 noch knapp 19 Prozent ihrer Gasimporte aus Russland. An deutschen LNG-Terminals darf offiziell kein russisches Fl\u00fcssiggas anlanden. Das deutsche Staatsunternehmen SEFE \u2013 ehemals Gazprom \u2013 ist allerdings rege an der Einfuhr russischen LNGs in die EU beteiligt. Deutsche und ukrainische zivilgesellschaftliche Organisationen forderten zu Beginn des Jahres einen <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/wirtschaft\/19-prozent-mehr-lng-aus-russland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umschwung in der LNG-Politik der EU<\/a>.<\/p>\n<p>Putins Kriegskassen nicht weiter f\u00fcllen<\/p>\n<p>Russland erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit dem Export von Gas in die EU noch immer 15 Milliarden Euro, hei\u00dft es aus dem Bundeswirtschaftsministerium. \u201eIm f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/erneuerbare-energien\/waermewende\/erneuerbare-energien-fuer-die-ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> bevorstehenden vierten Kriegswinter muss klar sein: Russland darf seinen Krieg nicht weiter aus Energie- und Rohstofflieferungen an die Europ\u00e4ische Union finanzieren k\u00f6nnen\u201c, sagt Bundesministerin f\u00fcr Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche zum Beschluss der Energieminister. \u201eWir werden Putins Kriegskassen nicht weiter f\u00fcllen. Gleichzeitig gilt es, die Ukraine zu unterst\u00fctzen, die Gasinfrastruktur wieder aufzubauen. Seit Oktober hat Russland gezielt fast 60 Prozent davon zerst\u00f6rt. Deutschland leistet hier aktive Aufbauhilfe, unter anderem mit 390 Millionen Euro f\u00fcr den Ukraine Energy Support Fund.\u201c<\/p>\n<p>Neben dem geplanten Importstopp f\u00fcr russisches Erdgas und LNG einigten sich die EU-Energieminister auch auf weitere Sanktionen gegen Russland. Mit dem einstimmig beschlossenen <a href=\"https:\/\/germany.representation.ec.europa.eu\/news\/eu-staaten-beschliessen-19-sanktionspaket-gegen-russland-2025-10-23_de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">19. Sanktionspaket<\/a> steigt die Zahl der gelisteten Schiffe der <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/wirtschaft\/der-handel-mit-oel-aus-russland-geht-weiter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">russischen Schattenflotte<\/a>, die u.a. europ\u00e4ische H\u00e4fen nicht anlaufen d\u00fcrfen, auf 557. Importverbote f\u00fcr Steinkohle und Erd\u00f6l bleiben bestehen und der Finanz- und Dienstleistungssektor wird weiter eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Von Sanktionen weiter unbeachtet bleibt der <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/politik\/nukleare-verstrickung-mit-russland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Handel mit russischem Uran<\/a>. Der russische Staatskonzern Rosatom betreibt u.a. mehrere Projekte im nieders\u00e4chsischen Lingen. Das Europ\u00e4ische Parlament hatte wiederholt gefordert, die Zusammenarbeit zu beenden. jb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"28.10.2025 \u2013 Die EU-Energieministerinnen und -minister verst\u00e4ndigten sich vergangene Woche in Luxemburg auf ein vollst\u00e4ndiges Importverbot von russischem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":532237,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,4556,4554,4552,4551,13,4553,4555,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-532236","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-alternativer-mobilitaet","11":"tag-buergerenergie","12":"tag-energiepolitik","13":"tag-erneuerbaren-energien","14":"tag-headlines","15":"tag-klimapolitik","16":"tag-nachhaltiges-bauen","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-russia","20":"tag-russian-federation","21":"tag-russische-foederation","22":"tag-russland","23":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115450290135336431","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/532236","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=532236"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/532236\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/532237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=532236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=532236"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=532236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}